In einem Redemptoristenkloster bei Bonn sind die Patres gerade mit Zumachen beschäftigt. Die Anlage wird verscherbelt. Wenigstens die Fassade bleibt.
(kreuz.net, Hennef) Das Redemptoristenkloster von Geistingen beherrschte seit über hundert Jahren das
Ortsbild der Gemeinde, die zur Stadt Hennef gehört.
Hennef befindet sich rund 15 Kilometer östlich
von Bonn.
Am 8. Januar 2006 soll in der Klosterkirche die letzte Messe zelebriert werden. Bis zum 31.
März werden die 13 Patres und Brüder den Ort ganz verlassen haben.
Das berichtete der ‘Rhein Sieg-Anzeiger’
Mitte Oktober.
Der Orden der Redemptoristen wurden 1732 vom heiligen Alfonsus von Liguori als Missionsorden
gegründet.
Seit dem Ende des Zweiten Vatikanums erlebt der Orden einen stetigen Niedergang.
Das zukunftslose
Redemptoristenkloster in Geistingen kann auf eine glorreiche Vergangenheit zurückschauen. Es diente als
Konferenzzentrum, Waisenhaus und bis 1996 sogar als philophisch-theologische Hochschule.
Überleben wird
die Fassade. Sie ist denkmalgeschützt.
Für den Innenbereich ist immerhin eine neue Nutzung gefunden
worden.
Die Kirche wird zum Massagetempel und zur Wohlfühloase.
Im Klosterbereich entstehen Wohnungen.
Der Grundstein für das Gebäude wurde am 19. März 1902 gelegt. Im Jahre 2003 konnte man gerade noch
das 100jährige Bestehen feiern.
Doch damals war das Schicksal des Hauses schon besiegelt. Denn der Orden
beschloß bereits im Jahr 2001, das Kloster aufzugeben.
Jetzt ist die Klosterkirche von einem Hennefer
Geschäftsmann und dem indischen Physiotherapeuten Balbier Singh gekauft worden.
In Absprache mit dem
Denkmalschutz werden im Gotteshaus Zwischendecken eingezogen.
Danach werden in unterschiedlichen Bereichen
Massagetechniken verschiedener Traditionen angeboten.
Singh sei selber sehr religiös.
Er wollen „in
dem Objekt“, das ihn sofort begeisterte, „den Glauben leben und arbeiten“.
In einem speziellen VIP Trakt
will der Inder auch weiterhin die Prominenten betreuen, die er in seiner Karriere kennenlernte. Zu ihnen
gehört der Formel-1-Fahrer Michael Schumacher,
Ende 2006 will Singh aufmachen.
Im denkmalgeschützten
Klosterbau werden 52 anspruchsvolle Eigentumswohnungen entstehen. Balkone sollen noch angebaut werden.
Andere äußere Veränderungen an der Fassade wird es nicht geben.
Der Anbau aus der kirchlichen Aufbruchszeit
der 60er Jahre wird abgerissen.
Zehn weitere Wohnungen entstehen in den ehemaligen Stallungen.
Außerdem
sind auf dem großen Klostergelände Reihen- und Doppelhäuser geplant.
„Das ist schon gewöhnungsbedürftig“,
gesteht der letzte Superior des Klosters.
Die überlebenden Redemptoristen werden in andere Häuser abgezogen.
Was mit den 180.000 Bänden der Bibliothek passiert, weiß niemand.
Etwa 20.000 Bücher kommen nach
Rom.
Über das Kloster Geistingen schreibt auch der ehemalige Bonner Theologieprofessor Joseph Ratzinger
in seiner Autobiographie.
Der jetzige Papst benützte während der Semesterferien in Geistingen oft die
Bibliothek.
Er organisierte dort auch seine regelmäßigen Schülertreffen, von denen das jüngste im
September in der päpstlichen Sommerresidenz Castel Gandolfo stattfand.
Für das Redemptoristenkloster
gab es Alternativen.
Die von Erzbischof Marcel Lefèbvre gegründete Priesterbruderschaft Pius X. hätte
das Kloster gerne gekauft.
Aber der zuständige Erzbischof von Köln, Joachim Kardinal Meisner, legte
sein Veto ein.
Er hätte sich mit einer solchen Lösung nicht wohlgefühlt.
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12 Lesermeinungen
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Redemptoristenkloster In Bochum wird auch verscherbelt ! Auch das Redemptoristenkloster „Maria Hilf“ in
Bochum am Imbuschplatz – soll vom Orden in Kürze verscherbelt werden. Der Preis dafür ist eine Farce,
man könnte sagen – es ist fast zu verschenken. Die große nach dem Krieg wiedererrichtete Klosterkirche
steht inmitten einer sehr großen und schön begrünten Klostergartenanlage am Rande der Innenstadt. Warum
der Orden keinen Nachwuchs hat, das sollten sich die Ordensoberen mal selbst fragen. Wer dort die „Veranstaltungen“ –
früher heilige Messen genannt, besucht – weiß warum selbst die Jugend sich abwendet. Unter anderem Karnevals“gottesdienste“
mit mehrmaligem Tusch während der Predigt. Erschütternd auch das Veto von Kardinal Meissner beim Kloster
in Geistingen – man erkennt immer mehr, wer er wirklich ist.
#11 Laurentius2 09:21:11 | Mittwoch, 26. Oktober 2005
@Toby/ in der Tat offenbar keine Absprachen … gibt es zwischen diesen guten Oberhirten. Das sah man
zuletzt deutlich bei Meisners letzter Auseinandersetzung mit Paul Spiegel. Wenn so einem in der Regel
fast zu bravem aber römisch(!)-katholischen Bischof keiner seiner „Confratres“ öffentlich zur Seite
springt, fragt man sich in der Tat, ob sich diese „römische Fraktion“ überhaupt schon jemals zusammengesetzt
geschweige denn ihre Politik koordiniert haben. Von den regelmäßig zusammen speisenden Rotarierbischöfen
(à la Lehmann) lernen hieße vielleicht auch mal siegen lernen … Hoffnungszeichen: Die konzertierte
Kritik am Pseudo-Katholikentag im letzten Jahr bleibt hoffentlich keine Ausnahme !
pro Meisner,Müller, Mixa, Schick, Haas Laurentius2 schrieb: Man kann die postkonziliare Kirche aus vielen
Gründen kritisieren. Doch sollte man doch nicht diejenigen Oberhirten verurteilen, die in der Amtskirche
unermüdlich dafür arbeiten, daß auch noch IN DER AMTSKIRCHE der alte Glaube weitergegeben wird, so
wie dies die Bischöfe Müller, Schick, Mixa, Haas (u.a.) auch tun und Dyba, Krenn (u.a.) lange Zeit getan
haben. @ Laurentius2 Die genannten exzellenzen sind zwar rechtgläubig, allerdings darf man ihre Führungsqualitäten
auch nicht überschätzen. Innerhalb der Deutschen Bischofskonferenz waren sie beispielsweise noch nie
fähig oder willig, gewissermaßen eine eigene „konservative Fraktion“ mit einer gemeinsamen Vorgehensweise
und einer eigenen Strategie zu entwickeln. Warum hatten sich bespielsweise Meisner, Mixa, Braun und Dyba
damals nie auf eine gemeinsame Strategie in puncto Schwangerenkonfliktberatung einigen können? Mit der
alten Messe hatte selbst ein Dyba nichts am Hut, Müller hat bis heute keine Indultmesse genehmigt, Mixa
hat der Katholischen Universität kein besonderes katholisches Profil vermitteln können, Schick gilt
allgemein als Softy … Bei allem Respekt: Rechtgläbigkeit allein macht noch keinen guten Bischof als
Führungspersönlichkeit aus!
#9 Athanasius 19:02:10 | Dienstag, 25. Oktober 2005
… Wenn man ein Herz für die Heilige Römische Kirche hätte, würde man dieses Kloster umsonst an die
stark wachsende Redemptoristenkongretation CssR von Papa Stronsay schenken. Diese sind mit der FSSPX verbunden,
wurden von Erzbischof Marcel Lefebvre errichtet Mitte achtziger Jahre, und feiern sowohl die westliche
als die ostlichen Liturgien. Sie wachsen. Mit jungen Leuten. Was geschieht mit den modernistischen Klostern?
So. Die werden zugemacht. Und darf ich allen konziliaren Modernismusgläubigen Katholiken viel Glück
wünschen mit diesem Neuen Pfingsten des II. Vatikanums? Ecce civitas Sancti facta est deserta.
Ausverkauf von kulturellem Tafelsilber Interessant sind unter anderem folgende Kommentare: Ausverkauf
von kulturellem Tafelsilber www.marktlog.de/?p=131 und WM 2006 schuld am schnellen Kloster-Verkauf www.marktlog.de/?p=133
Die Bitterkeit derer, die sich noch ein Gefühl für Tradition, Heimat, Kirche, Kultur (in traditionellem
Sinne) und Glaube bewahrt haben, dürfte groß sein. Regional dürfte das schon länger ein Thema sein –
siehe dazu weitere Links bei den beiden Artikeln.
#7 Laurentius2 16:16:50 | Dienstag, 25. Oktober 2005
@Bernardo/Stimme aus dem Tradiland Lieber Bernardo, ich stimme Ihnen – wie des öfteren – herzlich zu.
Dennoch sollten Sie zur Kenntnis nehmen, daß dies hier kein FSSPX-Forum ist. Ich selbst bin ebenfalls
kein Mitglied dieser Vereinigung, doch ich kann aus einigen Gesprächen mit wirklichen Mitgliedern berichten,
daß diese Katholiken sehr umsichtig und klug reden, die Krise eben nur am radikalsten – meistens in der
Sache zutreffend – anprangern. Ein führendes Laien-Mitglied sagte einmal vor einem größeren Publikum,
daß sich etliche Personen im Internet als Pius-Sympathisanten bezeichnen, aber nicht für die FSSPX sprechen
könnten. Sie schadeten aber dem Ansehen der Priester(!)bruderschaft durch ihre manchmal überdrehten
Äußerungen im Internet, da die meisten Leser solche Leute als Repräsentanten ansähen. Deshalb: Fahren
Sie mal selbst zu einem der vielen hochwissenschaftlichen Vorträge im ganzen Land über die Krise der
Kirche und reden Sie mit diesen Leuten. Dann können Sie sich wirklich ein Urteil bilden.
Zu Cardinal Meisners unverantwortlichem Schwachsinn gebe ich hier wieder, was Brandenburgis über ihn
am 24. Oktober 2005 in diesem Forum schrieb: Der Kardinal ist ein Schönredner, der der Kirche extrem
geschadet hat. Auf dessen permanent abgesondertes Geplappere einzugehen ist wahrlich Zeitverschwendung.
Zu Bernado wäre noch zu sagen, dass es auch unauffälligere Lösungen gegeben hätte, das Gebäude zur
geistl. Weiterverwendung der Tradition zur Verfügung zu stellen, z.B. über den Verkauf an eine wenig
bekannte Ges.m.b.H. oder einen wenig bekannten Verein. Ich frage mich auch, warum FSSPX in solchen Fällen
überhaupt noch offen, d.h. unter eigenem Namen auftritt. Vernünftiger wäre, mit einem Strohmann zu
arbeiten. Die Entscheidung des Cardinals ist eine riesen Sauerei und der größte Skandal daran ist das
Schicksal der Bibliothek. Diese ist ein geschlossener Bestand, daraus 20.000 Bände zu entfernen, löst
das Problem keineswegs. Was ist mit den 160.000 anderen Bänden – werden diese nach bewährter V2-Methode
auf den Mist gehaut? Kürzlich stand ich übrigens in der ehemaligen Kapelle eines „kleinen“ Seminars,
welche nun der Empfangsraum eines „Gesundheitszentrums“ ist. Die Entscheidung zur Profanisierung fällte
dort Bischof Krenn. Aus beiden Beispielen ergibt sich: Der Verrat der halbkonservativen Bischöfe ist
noch schlimmer – denn nach außen zeigen sie Fassade (im wesentlichen: Blabla), hintenrum agieren sie
mit der gleichen Berserker-Zerstörungswut wie ihre bekannt modernistischen Brüder im Bischofsamt.
@benedikt78 Sie schrieben:Schade eigentlich. Ich war am Weltjugendtag und habe ein sehr gutes Bild von
Erzbischof Meisner mitgenommen. Und nun das… Irgendwie kann ich es nicht nachvollziehen, warum man sich
nicht wohl fühlen kann, wenn die Priesterbruderschaft die Liegenschaft gekauft hätte. Dann geben sie
sich beim Nachvollziehen doch ein wenig mehr Mühe: Die Lage der deutschen Bischöfe, die nicht voll auf
der progressiven Linie stehen, ist sehr schwierig. Sie sind nicht nur in der Bischofskonferenz eine Minderheit,
sondern werden auch innerhalb ihrer Diözesen vielfach angefeindet – und das oft sehr wirkungsvoll, weil
die Progressisten natürlich gute Verbündete in den Medien haben. Denken Sie nur an den Zorn, den Kardinal
Meissner auf sich zog, weil er es gewagt hat, eine Pfarrei in die Hände des Opus Dei zu geben – und dann
dort auch noch die Seminaristen zum Treffen mit dem Papst zu versammeln. Außerdem verfügen die Anhänger
der FSSPX – hier im Forum kann man es täglich besichtigen – nun wirklich oft nicht über die Gnade, sich
verständlich und nachvollziehbar auszudrücken. Mit einer bedeutenden Ansiedlung der FSSPX bei Köln
hätte der Kardinal, der schon genug Feuer auf dem Dach hat, sich ein weiteres Problem eingehandelt –
kein Wunder, daß er dabei kein gutes Gefühl hatte. Auch für Kardinäle gilt: Ultra posse nemo tenetur.
#4 Benedikt78 13:10:54 | Dienstag, 25. Oktober 2005
Von Klosterkirche zu Wohlfühltempel Schade eigentlich. Ich war am Weltjugendtag und habe ein sehr gutes
Bild von Erzbischof Meisner mitgenommen. Und nun das… Irgendwie kann ich es nicht nachvollziehen, warum
man sich nicht wohl fühlen kann, wenn die Priesterbruderschaft die Liegenschaft gekauft hätte. Auf der
anderen Seite auch konsequent. Schliesslich ist der indische Physiotherapeut Barbier Singh sehr religiös.
Die Frage ist nur, welcher exotischen Religion er angehört. Aber sehen wir doch auch die Vorteile: Nun
können die Reichen und Schönen in den historischen Gemäuern ihren Körper verschönern, massieren und
begutachten lassen. Das passt doch perfekt in die heutige Zeit. Dem Körper, als Tempel der Seele, wird
gehuldigt. Das ist doch schon viel! Dass das Seelenheil zu kurz kommt, scheint da vertretbar. Hauptsache
die Priesterbruderschaft steht aussen vor! Ganz ehrlich: Bei dieser Entscheidung fühle ICH mich nicht
wohl!
#3 Sulpicius 12:11:57 | Dienstag, 25. Oktober 2005
@Laurentius2 Korrekt, bloß fragen diese Eminenzen und Exzellenzen nicht nach dem letzten Grund der Krise
(vielleicht wollen sie ihn ja auch gar nicht kennen).
#2 Laurentius2 11:48:00 | Dienstag, 25. Oktober 2005
pro Meisner,Müller, Mixa, Schick, Haas Man kann die postkonziliare Kirche aus vielen Gründen kritisieren.
Doch sollte man doch nicht diejenigen Oberhirten verurteilen, die in der Amtskirche unermüdlich dafür
arbeiten, daß auch noch IN DER AMTSKIRCHE der alte Glaube weitergegeben wird, so wie dies die Bischöfe
Müller, Schick, Mixa, Haas (u.a.) auch tun und Dyba, Krenn (u.a.) lange Zeit getan haben. Auch wenn das
ganze System zT eine Fehlkonstruktion der 60er/70er Jahre ist, beten wir doch für die guten Oberhirten,
die sich in ihm abmühen. Schließlich entstammt auch unser Papst diesen (lichten) Reihen …
#1 Sulpicius 11:39:46 | Dienstag, 25. Oktober 2005
Erzbischof von Köln, Joachim Kardinal Meisner … hat sich nicht wohlgefühlt. Ich fühle mich in der
postkonziliaren Kirche auch oft nicht wohl… Abgesehen davon, ist Wohlfühlen eigentlich keine Kategorie
des Glaubens.