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Dienstag, 25. Oktober 2005 15:54
Worüber man nicht reden darf, darüber soll man schweigen
Vom eigenen Spagat zerrissen wurde kürzlich ein Kommentator, der angesichts des jüngsten Wiener Liturgieskandals versuchte, den Unterschied zwischen Wahn und Wirklichkeit aufzuheben.
(kreuz.net, Wien) Wer die Homepage www.jugendkirche.at besuche, könne sich über das Anliegen der ‘Katholischen Jugend’ in der Erzdiözese Wien informieren – berichtete kürzlich ein Kommentator, der im Auftrag einer kardinalerzbischöflich unterstützten Linzer Nachrichtenplattform schrieb.

Der angebliche Kommentator ergoß sich sodann ellenlang über das Wie und Was der neuen Wiener Jugendkirche inklusive „Trommeln, Graffiti, Jonglieren, Didgeridoo, Klettern, Bodypainting und Latin Street Dance“.

Auch die Zeitangaben des Vorprogrammes der Eröffnungsfeier – die längst vorbei war – fehlten nicht.

Er nahm seine Aufgabe genau – der Kommentator.

Der Eröffnungsgottesdienst sei ab 18.30 Uhr als Eucharistiefeier mit dem Wiener Erzbischof und 2.500 Jugendlichen gefeiert und von den Veranstaltern als „Rockmesse“ bezeichnet worden – wagt der sogenannte Kommentator sogar zu berichten.

Das Bemühen des Kardinals und des Leitungsteams „gezielt auf junge Menschen zuzugehen“ sei anzuerkennen – lobt der Kommentator vorsichtshalber.

Daß bei der Jugend eine Sehnsucht nach Gott vorhanden sei, habe „zuletzt der Weltjugendtag in Köln mit Papst Benedikt XVI.“ gezeigt – ordnet der mutmaßliche Kommentator die Rockmesse in einen größeren Zusammenhang.

Diese Erfahrung habe bestätigt, daß die Begegnung der Kirche mit der Jugend keineswegs nur möglichst „niederschwellig“ angesetzt werde – analysiert der Kommentator, vielleicht mit einem unverdächtigen Seitenblick nach Wien?

Junge Menschen würden nach Glaubensunterweisung, Stille, Anbetung suchen und seien auch der Messe „nicht von vornherein verschlossen“ – formuliert der Kommentator mit doppelter Verneinung und im Brustton der Überzeugungslosigkeit.

Hier müsse die Kirche passende Wege suchen – wirklich, Kommentator?

Das Projekt ‘Jugendkirche’ müsse jedoch trotz aller Begeisterung, die momentan auch beim „hwst. Herrn Kardinal“ gegeben sei, seine geistliche Fruchtbarkeit erst erweisen – mahnt der schonungslose Kommentator vorsichtig zur Vorsicht.

„Es wäre zu hoffen“, daß nicht jene Recht behielten, die dem Projekt eine mangelnde Rückbindung an die kirchliche Lehre, sprich Sexualmoral, und die liturgische Ordnung der Kirche vorwerfen – formuliert er konjunktivisch und mit Verweis auf andere.

Ganz von der Hand zu weisen seien solche Bedenken leider nicht, wenn man den Kontext der (offensichtlich bösen) ‘Katholischen Jugend’ kenne, die das Projekt trägt – pedalt er, nach vielen Bücklingen nach oben, nach unten.

Der kirchliche Vertrauensvorschuß, ausgedrückt durch die Präsenz und Mitwirkung des Kardinals, sollte nicht enttäuscht werden – schreibt der Kommentator flehend und nicht ohne sich rechtzeitig auf die richtige Seite zu stellen.

Sprach’s und beschließt seinen wahrhaft enttäuschenden und täuschenden Kommentar zum Wiener Liturgieskandal.
Alle Lesermeinungen anzeigen 6 von 117 Lesermeinungen:
Mittwoch, 2. November 2005 12:57
Rudolphus: @Hw. Pytlik: Hierarchie der Wahrheiten
„Hierarchie der Wahrheiten“ ist natürlich eine große Irreführun; und dies bedeutet mein Einwurf ja auch nicht, sondern alleine, daß ein irrender Papst sich nicht auf das I. Vaticanum berufen kann.

Auch kann kein Dogma gegen ein anderes ausgespielt werden; kein Dogma kann ein anderes für null und nichtig erklären, und kein Dogma kann das Römische Meßopfer für null und nichtig erklären.

Kurz: Für Irrtümer ist auch die Universaljurisdiktion wirkungslos.
Mittwoch, 2. November 2005 07:21
Dr. Alexander Pytlik: Gegen Verwechslungen verschiedener Ebenen und gegen zu einfache Vergleiche
Oh, Rudolphus, haben Sie irgendetwas übersehen? Der Jurisdiktionsprimat des Papstes ist nämlich integraler Bestandteil des von Ihnen benannten „katholischen Dogmas“. Sie wollen doch sicher nicht in einer etwas mißverstandenen „Hierarchie der Wahrheiten“ etwas gegeneinander ausspielen, was nicht möglich ist, oder? Und bitte schön, welche päpstlichen Handlungen meinen Sie denn ganz konkret seitens der Päpste z. B. des letzten Jahrhunderts?

Und Marcel, genau das ist die Frage: ob man wirklich den verstorbenen Erzbischof Lefebvre mit dem heiligen Athanasius in jener Weise vergleichen kann, wie es oft gerne sehr plakativ in den Anhängerkreisen der „Priesterbruderschaft St. Pius X.“ zu vernehmen ist. Übrigens trennt die Exkommunikation als solche noch nicht von der kirchlichen Gemeinschaft, sondern es hängt schon vom Vergehen ab. Apostatische, häretische und schismatische Haltungen trennen objektiv von der vollen kirchlichen Gemeinschaft, ganz gleich, ob und wie eine Exkommunikation eingetreten ist oder nicht.
Montag, 31. Oktober 2005 15:22
Rudolphus: Die päpstliche Universaljurisdiktion
steht NICHT über dem katholischen Dogma und dem römischen Meßopfer.

Sämtliche päpstliche Handlungen dagegen sind somit null und nichtig.
Montag, 31. Oktober 2005 14:49
Marcel: Frage an den hl. Athanasius: Auch in Notsituationen nur mit dem Papst zum Heil?
Hochwürden Pytlik schrieb: dem Jurisdiktionsprimat des regierenden Papstes zu unterstellen {…} einen ordentlichen Heilsweg geben kann, nämlich jenen unter der Führung des Christus selbst eingesetzten Petrusamtes.

Nun zur Realität. Sagen Sie uns bitte: Ging der hl. Kirchenlehrer Athanasius und seine Gläugigen – die wahren Katholiken – nicht den ordentlichen Heilsweg, als er sich gegen den – Häresien verkündeten – Papst Liberius stellte, sich dessen Juristiktionsprimat widersetzte und dafür nichtigerweise – exkommuniziert und verfolgt wurde?

Das nur ein Beispiel von mehreren.

Es war jedoch das ausschlaggebende Beispiel, nach dessen Studium ich wußte: in der Notzeit der apostatischen Konzilskirche, in der eindeutig das Seelenheil der mir Anvertrauten und meines auf dem Spiel steht, kann, ja soll ich gut und gerne zum Priesterwerk des Athanasius des 20. Jahrhunderts gehen: des Erzbischof Lefebvre, der bereits von der triumphierenden und leidenden Kirche verehrt wird.
„Wir hängen mit ganzem Herzen und mit ganzer Seele am katholischen Rom, der Hüterin des katholischen Glaubens, und der für die Erhaltung dieses Glaubens notwendigen Traditionen, am Ewigen Rom, der Lehrerin der Weisheit und Wahrheit.
Wir lehnen es dagegen ab und haben es immer abgelehnt, dem Rom der neo-modernistischen und neo-protestantischen Tendenz zu folgen, die eindeutig im {V.II} und nach dem Konzil in allen daraus hervorgegangen Reformen zum Durchbruch kam.“
Montag, 31. Oktober 2005 14:29
Dr. Alexander Pytlik: Lösungen in der Krise nur MIT dem Papst, aber nicht ohne ihn
Eben deshalb geht meine alte und sehr knappe Analyse zur „Priesterbruderschaft St. Pius X.“ auf diese Fragen rund um die Krise (in einigen praktischen Bereichen und an einigen Orten) ein. Nur wäre es ein Vorenthalten der Wahrheit, würde man den ungeordneten Zustand der „Piusbruderschaft“ verschweigen, der vor allem darin besteht, sich nicht mit allen Niederlassungen unmißverständlich dem Jurisdiktionsprimat des regierenden Papstes zu unterstellen und damit ein für allemal klarzustellen, daß es nur einen ordentlichen Heilsweg geben kann, nämlich jenen unter der Führung des Christus selbst eingesetzten Petrusamtes.
Im übrigen ist es eine Selbstüberschätzung mancher Piusfanatiker, wenn sie meinen, die Katholische Kirche hätte nur ein Problem zu lösen, und das wäre jenes der „Piusbruderschaft“. Der Papst hat weitaus mehr Probleme vor sich als nur die sich ihm entziehende „Piusbruderschaft“. Und wenn hier (ohne seitenweise Zitate und Argumente) mit dem Begriff „schwerer Häretiker“ herumgeworfen wird, kann man nur den Kopf schütteln. So einfach ist das nicht, und Gott sei Dank haben wir in Benedikt XVI. wiederum einen großartigen Denker und Theologen, der eben nicht von einem Kurzschluß zum nächsten reitet, sondern sich ganz der Offenbarung Gottes unterstellt und sein gottgeschenktes Amt als Dienst an der Wahrheit versteht. Es bleibt dabei: wer das II. Vatikanum vor allem in seiner dogmatischen Substanz (Lumen gentium, Dei verbum) nicht als XXI. Ökumenisches Konzil anerkennt, der …
Montag, 31. Oktober 2005 13:12
Stimme aus dem Tradiland: @ Marcel: Genau das ist entscheidend!
Die Kluft zwischen notdürftig noch vorhandener Lehre (nur bei feiner Entscheidung zw. ao. Lehramt und den verschiedenen Abstufungen des ordentl. Lehramtes) und katastrophaler Praxi unter nominell „katholischen“ Vorzeichen ist genau das Hauptproblem.

Unlängst habe ich einen interessanten Vortrag zu La Salette und Fatima gehört. Die Äusserung der Gottesmutter in der „Großen Botschaft“ an Melanie, 1865 würde eine große Anzahl an Teufeln (=Daemonen) losgelassen zum Angriff auf die kath. Kirche und ihre Lehren, deutete er auf „1965“, das Ende der Pastoralsynode V2.

Die theoretischen Häretiker waren ihrer anstrengenden, zerstörerischen V2-Peritus-Berater-Tätigkeit wieder entbunden und konnten nunmehr ohne Sorge um Kirchenstrafen oder sonstige „Behinderungen der freien Lehre“ die Lehre Christi und der Kirche nach Herzenslust entstellen und zerstören. Manche von ihnen wie die schweren Häretiker Urs v. Baltharsar oder Congar wurden dafür mit dem Kardinalshut belohnt. Wenn Rahner lang genug gelebt hätte, hätte er den wohl auch noch bekommen. Die praktischen Häretiker waren vor allem mit dem NOM und der Zerstörung des Glaubens beim einfachen Volk beschäftigt.

Schon an den Früchten ist erkennbar: V2 war kein Konzil, schon gar kein ökumenisches, es gab bis dato nur ein Vatikanisches Konzil (1870) und einige Pastoralsynoden (die man sich hätte ersparen können und müssen).
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