Röschenz
Franz Sabo als Priester suspendiert
Heute gab der Bischof von Basel die Suspendierung des Ex-Pfarradministrators von Röschenz bekannt. Staatskirchliche Stellen vermuten, daß der Termin bewußt gewählt wurde.
(kreuz.net, Basel) Der Bischof von Basel, Mons. Kurt Koch, hat den illegitimen Administrator der Pfarrei Röschenz, Franz Sabo, als Priester suspendiert.

Durch die Suspension werden einem Priester alle Akte der Weihe- und Leitungsgewalt und jegliche seelsorgerische Tätigkeit im Auftrag der Kirche weltweit verboten.

Er habe – so Bischof Koch in einem Brief an die Priester und Pastoralassistenten seines Bistums – die Suspension Sabos am Samstag im Einvernehmen mit dem Erzbischof von Bamberg ausgesprochen.

Das Schreiben des Bischofs wurde heute Dienstag veröffentlicht.

Franz Sabo gehört als Priester zur Erzdiözese Bamberg in Bayern. Deren Oberhirte – Erzbischof Ludwig Schick – ist darum der kirchliche Letztverantwortliche für Sabo. Dieser war als Priester in die Diözese Basel nur ausgeliehen.

Bereits Anfang Oktober hatte Bischof Koch dem Priester Sabo die Missio canonica – den kirchlichen Auftrag für das Bistum Basel – entzogen.

Sabo ließ sich von dieser Maßnahme nicht beirren und gab seine Stellung in Röschenz nicht auf.

Er las weiter illegitimerweise die Messe und spendete andere Sakramente. Dadurch zog er sich die Strafbestände der Amtsanmaßung, Aufwiegelung zum Ungehorsam und Amtsbehinderung zu.

Sabo habe – so Mons. Koch im Brief – das „Sakrament der kirchlichen Gemeinschaft“ als Mittel des Protestes und des Bruchs mißbraucht:

„Herr Sabo wird in seinem schismatischen Handeln vom Kirchgemeinderat Röschenz auf eine für mich und den Bischofsrat völlig unverständliche Weise unterstützt.“

Er – Bischof Koch – verfüge aber als Bischof gegenüber dem Kirchgemeinderat über keinerlei Weisungsbefugnisse, da es sich um eine Institution nach Staatskirchenrecht handle.

Es obliege nun dem Rat der sogenannten römisch-katholischen Landeskirche Baselland, seine eigene Verfassung ernst zu nehmen und sich gegenüber der Kirchgemeinde Röschenz durchzusetzen.

Gemäß dieser Verfassung darf keine staatskirchenrechtliche Institution einen Priester ohne die kirchliche Sendung anstellen.

Ein Sprecher der Landeskirche Baselland erklärte, von der Suspendierung des nach eigenen Angaben seine Sexualität auslebenden Priesters „überrascht“ zu sein.

Es war schon länger vorgesehen, den Fall Röschenz am kommenden Montag auf einer Sondersitzung der sogenannten Landeskirche zu besprechen.

Bei dieser Sitzung soll angeblich ein juristisches Gutachten vorgelegt werden, welches das Verhalten der sogenannten Landeskirche im Fall eines pastoralen Mitarbeiters, der die kirchliche Sendung verloren hat, beschreibt.

Angesichts dieser Sitzung dürfte der Zeitpunkt der Suspendierung von Franz Sabo wohl nicht zufällig sein, vermutete der Sprecher der Landeskirche:

„Für die Landeskirche schränkt der Schritt des Bischofs den Handlungsspielraum ein.“
      
6 Lesermeinungen
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#6   Fritz Ganser   22:20:46 | Samstag, 5. November 2005
Wer kennt Redaktionsmitglieder von kreuz.net
Vielleicht kann mir jemand einen Hinweis geben, wer zur Redaktion von kreuz.net gehört? Denn die Redaktion muss wegen all der Verleumdungen gegenüber Franz Sabo endlich zur Rechenschaft gezogen werden. Sonst hört diese Rufmord-Kampagne nicht auf. Hinweise bitte an meine E-Mail-Adresse: fritz@ganser.ch!
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#5   ottaviani   12:49:38 | Mittwoch, 26. Oktober 2005
wen das interessiert?
Jeden der gespannt ist ob dieses merkwürdige schweizer kirchensystem das aushält
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#4   Pelagius   07:47:02 | Mittwoch, 26. Oktober 2005
Überraschend
„Ein Sprecher der Landeskirche Baselland erklärte, von der Suspendierung des nach eigenen Angaben mit einer Frau und einem Mann konkubinierenden Priesters „überrascht“ zu sein.“
Ja, es ist überraschend, daß es erst jetzt geschehen ist. Und offensichtlich erst nach der Rebellion gegen den Bischof.
Solange ein Theologe oder Pfarrer nur still und brav gegen die Lehre der Kirche predigt sowie liturgische und disziplinäre Vorschriften mit Füßen tritt, läßt man ihn bekanntlich in Ruhe.
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#3   Didimus   23:37:09 | Dienstag, 25. Oktober 2005
Nur eine Personalie/Marginalie?
Nun, es handelt sich nicht nur um einen Priester, der sich in einer Glaubens- und Berufungskrise befindet, und deswegen sein Amt aufgibt, wie es leider immer wieder vorkommt.
Pfr. Sabo selbst hat seinen „Fall“ ja öffentlich gemacht. Er zelebriert geradezu seinen Ungehorsam gegen den Bischof und Pfarrgemeinde und viele Medien stehen ihm da zur Seite.
Dieser Fall berührt eine wichtige Frage: Konstitiuiert sich die Kirche gewissermaßen „von unten“, also von der Gemeinde vor Ort oder braucht es die Verbundenheit mit dem Papst und dem mit ihm verbundenen Bischöfen?
Im übrigen berührt die Angelegenheit auch die Frage des Staatskirchensystems in der Schweiz.
Die Sache hat also Nachrichtenwert. Wen sie interessiert? Z.B. mich.
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#2   Gotthard   23:27:48 | Dienstag, 25. Oktober 2005
Marginalie
Wen interessiert im Grunde eine solche Personalie? Sie kommt immer mal wieder vor – heute und in der Vergangenheit.
Eine Information wird es nur durch das Interesse sehr interessierter Kreise…
Interessiert sind all die Sektierer, die die heutige Kirche als V2 etc denunzieren.
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#1   Römisch-Katholisch   22:29:38 | Dienstag, 25. Oktober 2005
Brief von Bischof Kurt Koch
Unter dem folgenden Link ist der Brief den Bischof Kurt Koch an die Seelsorgenden des Bistums Basel schrieb.
www.bistum-basel.ch/seite.php?na=1,1,0,48995…
Nun hat Bischof Kurt Koch getan was er konnte. Der Rest liegt nun beim Erzbischof von Bamberg. Und ich hoffe, der wartet nun nicht mehr lange.
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