Aus dem Nähkästchen geplaudert + Versteckte Unzucht? + Die EU-Kommission trauert über das katholische Polen + Enttäuschter Bischof + 2 Plus
Aus dem Nähkästchen geplaudert
Deutschland. Der Bruder des Papstes, Mons. Georg Ratzinger (81), erklärte
laut einem Bericht der Nachrichtenagentur ‘dpa’, daß Benedikt XVI. seiner bayerischen Heimat im nächsten
Jahr einen offiziellen Besuch abstatten wird: „Ich sag’s offen: Ich weiß den Termin.“ Diesen müßten
jedoch die offiziellen Stellen ankündigen: „Wenn ich da aus dem Nähkästchen plaudere, gibt’s sicher
einen Krach.“ Er rechne damit, daß der Papst mehrere bayerische Städte besuchen werde, darunter München,
Altötting und Regensburg. Bereits im August diesen Jahres hatte das Bistum Regensburg bekannt gegeben,
daß eine mündliche Zusage für einen Papstbesuch im Herbst 2006 vorliege. Georg Ratzinger war erst am
Sonntag von einem Verwandtenbesuch im Vatikan zurückgekehrt.
Versteckte Unzucht?
Irland. Die Kirche
in Irland soll laut staatlichen Untersuchungen über Jahrzehnte hinweg Fälle klerikaler sexueller Mißbräuche
an Kindern und Jugendlichen gedeckt haben. Die Vorwürfe richten sich gegen den Bischof der Diözese Ferns,
Mons. Brendan Oliver Comiskey. Das Bistum Ferns liegt im Südosten Irlands. Mons. Comiskey soll über
20 Jahre lang von Mißbrauchs- und Vergewaltigungsfällen seiner Priester gewußt haben. Die betroffenen
Kleriker seien nicht suspendiert sondern lediglich versetzt worden. Die staatlichen Untersuchungen begannen
2002. Im selben Jahr trat Bischof Comiskey zurück.
Die EU-Kommission trauert über das katholische Polen
Polen. Die Europäische Kommission nahm die Wahl des Katholiken Lech Kaczynski als polnischer Staatspräsident
nicht mit Freude auf. So wurden Äußerungen Kaczynskis zur Wiedereinführung der Todesstrafe heftigst
kritisiert. Auch seine Ablehnung der Homo-Ideologie ist der Europäischen Kommission ein Dorn im Auge.
Kaczynski hatte im vergangenen Mai – damals noch als Bürgermeister von Warschau – einen Aufmarsch von
Homo-Ideologen untersagt.
Enttäuschter Bischof
Österreich. Der Bischof von Innsbruck, Mons. Manfred
Scheuer, sprach am Dienstag bei einer Pressekonferenz über die zuendegegangene Weltbischofssynode. Mons.
Scheuer war Delegierter der Österreichischen Bischofskonferenz. Die Diskussion über kontroverse Themen –
Interkommunion, Kommunionspendung an Ehebrecher, Priesterehe – sei nicht so „mutig und offen“ gewesen,
wie dies nach außen hin transportiert worden sei: „Wenn ich ergebnisorientiert wäre, dann müßte ich
enttäuscht sein“, erklärte Bischof Scheuer. Die 50 Vorschläge der Synodenväter an Papst Benedikt XVI.
bezeichnete er sprachlich als „schnörkelhaft und paternalistisch“.
2 Plus
Deutschland. Der Kölner
Kardinalerzbischof Joachim Meisner sprach mit dem ‘Kölner Domradio’ über die vergangenen drei Wochen.
Er sei bei der Weltbischofssynode in der ersten Reihe gesessen: „Die Synode hat eine gute Arbeit geleistet.
Ich hätte mir noch manches besser gewünscht. Aber im großen und ganzen würde ich sagen: 2 Plus.“ Die
Interkommunion, die Kommunionspendung an Ehebrecher oder die Priesterehe seien keine Hauptthemen gewesen:
„Das wurde am Rande nebenbei behandelt.“ Es sei eben das Thema der Medien: „Das wird uns immer von den
Medien eingeredet, darüber würden wir sprechen.“ Aber das stimme gar nicht.
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29 Lesermeinungen
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#29 Benedikt 20:37:43 | Donnerstag, 27. Oktober 2005
@ virOblationis Was in den USA herrscht, kann in Wirklichkeit nicht als parlamentarische Demokratie bezeichnet
werden. Das Parlament dort hat doch nichts zu sagen. Der US-Präsident ist eine Art von gewähltem König,
nicht umsonst sagt man den Amerikanern ja eine heimliche Sehnsucht nach der Monarchie nach, was sich ja
in dem Dynastienkult um die Familie Kennedy auch sehr gut widerspiegelt. Ich würde das, was sich in den
USA abspielt sowieso nicht Demokratie nennen sondern eine Art von Diktatur des Nationalgedankens. Anders
ist doch nicht zu erklären, warum der Präsident nur zu den Waffen rufen muss, um die Nation hinter sich
zu bringen. Alle folgen ihm dann, ziehen den Krieg durch, Zweifel werden dann hinterher angemeldet. Und
nirgendwo kommt die Bezeichnung als „nicht patriotisch“ so dermaßen einem vernichtenden Urteil gleich
wie dort. Nur so ist es weiter zu erklären, dass dort zwar Demokratie und Menschenrechte gelten, aber
lange Zeit einige einfach ausgeschlossen wurden, nach dem Motto: Wir führen die Demokratie ein, aber
wir bestimmen, worum es sich dabei handelt. Im KZ Guatanamo sitzen ja auch eine Menge Leute herum, für
die das Kriegrecht nach einer selbstherrlichen Erklärung der US-Regierung nicht gilt. Nach dem Motto:
Wir haben zwar Schutzgesetze, aber wann die angewendet werden entscheiden wir. Das ist einfach Willkür
und nichts weiter.
#28 virOblationis 19:33:52 | Donnerstag, 27. Oktober 2005
Ersatz-Religion Ich frage mich auch, ob man die parlamentarische Demokratie nicht bereits als Ersatz-Religion
der USA (wie des übrigen „Westens“) bezeichnen muß, wenn der US-Präsident sie mit Gewalt allen Völkern
meint aufzwingen zu dürfen, wo er eine Verletzung von Menschenrechten in ihrem Sinne feststellt. – Oder
sehe ich dies verkehrt? – Wird nicht auch die parlamentarische Demokratie geradezu wie eine heilige Einrichtung
verehrt, wenn neben ihr keine andere Staatsform als möglicherweise gleichwertig eingestuft werden darf?
USA Heimland von Demokratie und Freiheit? Ja, aber erstens ist das nicht so positiv, weil es sich um eine
gottlose Demokratie (ohne Wahrheitskorrektiv) und um eine gottlose Freiheit handeln. Außerdem waren die
USA das erste Land, in welchem die Freimaurer die Macht ergriffen haben (@ Rudolphus) und zwar schon 1776.
Damals galt in dieser „Demokratie“ auch noch die Sklaverei… Die Abspaltung von einzelnen Staaten haben
die USA nie hingenommen, obwohl es in der Verfassung nicht ausgeschlossen war. Die USA waren ursprünglich
ein freiwilliger Zusammenschluß souveräner Staaten. Hätte die Konföderierten sich 1860 unabhängig
machen können, wäre dies heute ein stark katholisch geprägter Staat (Lousiana, Texas, Florida insb.).
#26 Rudolphus 12:28:14 | Donnerstag, 27. Oktober 2005
US-Rechtssystem desaströs In einem entarteten Rechtssystem wie den USA sollte die Todesstrafe ausgesetzt
werden; die Mißstände sind leider weltweit bekannt. Wie ist dies möglich im Heimland von Demokratie
und Freiheit?
#25 Athanasius 12:25:28 | Donnerstag, 27. Oktober 2005
nana Aber man riecht in ihrem Posting förmlich den Rauch der Scheiterhaufen des Mittelalters und schmeckt
dabei Schwefel. Na gut. Gehen Ihnen die Argumente aus? Ich denken ganz nuanciert über die Todesstrafe,
gerade an diese Karikaturenpolemik geht eine ordentliche Diskussion zu Ende. Ich sage nicht man solle
unbedingt die mosaischen Strafen übernehmen. Und öfters ist heutzutage die Todesstrafe zu einem Missbrauch
geworden oder zu einer unfairen Praxis (etwa Texas, wo reichere Weissen sich auskaufen). Ich sage nur,
dass die Todesstrafe an sich nicht immer der katholischen Moral widerspricht. Die Karikaturen die Sie
alle von mir schildern, sind lächerlich. Vor allem da es oft bei ihrer Seite Leute betrifft, die versuchen
die Abtreibung zu legitimieren.
@Athanasius Mir wird kalt, wenn ich Ihren Beitrag lese. Gerade fing ich an, mich wieder in das einzige
Gebet zu vertiefen, das wir von Jesus lernten: „…und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben
unseren Schuldigern.“ Sie scheinen sehr grossen Wert darauf zu legen, dass dieser Bitte durch die staatliche
Gewalt nicht nachgekommen wird. Mir wird kalt, wenn ich das Schweigen der höchsten Instanzen der Katholischen
Kirche zur Regierungsgewalt in Polen zur Kenntnis nehmen muss, die da sagt, sie wolle sich zum Katholizismus
hinwenden und die Todesstrafe wieder einführen. Mir wird kalt; dabei suchte ich in diesem Forum etwas
Wärme.
#23 FioreGraz 07:01:30 | Donnerstag, 27. Oktober 2005
@Athanasius Unser Herr Jesus-Christus hat zudem Kinderschänder und Kinderverderber (Häretiker, „Erzieher“
usw.) dazu würdig erklärt die Todesstrafe zu empfangen. Wenn sie sich auf den Mühlstein beziehen, so
ist diese Interpretation genauso gewagt und absurd, wie aus der Heilung des Knaben des Hauptmanns eine
Zustimmung zum Lustknabentum zu rekostruieren. Aber man riecht in ihrem Posting förmlich den Rauch der
Scheiterhaufen des Mittelalters und schmeckt dabei Schwefel. LG Fiore
#22 Athanasius 21:44:19 | Mittwoch, 26. Oktober 2005
@Gallowglas Sie sind ein lächerlicher Mensch. Und ein Verdreher der Wahrheit. Auf Abtreibung stand im
alten Testament die Todesstrafe. In den Fällen die Du zitierst, geht es um eine vernachlässigte Geburt.
Und dennoch, die Hl. Kirche ist authentische Interpretatrix der Hl. Schrift, nicht Sie Shallow-glass.
Die Todesstrafe ist nicht in Streit mit der katholischen Moraltheologie. Papst Pius XII. hat die Lehre
zur Todesstrafe haarfein erklärt. Unser Herr Jesus-Christus hat zudem Kinderschänder und Kinderverderber
(Häretiker, „Erzieher“ usw.) dazu würdig erklärt die Todesstrafe zu empfangen. Und der hl. Paulus spricht
zu uns, erfüllt vom Heiligen Geiste: „Die Oberhoheit trägt das Schwert nicht umsonst.“ Heutzutage ist
das Problem der Todesstrafe vor allem die gerichtliche Prozedur, die etwa in den USA, oft voller Fehler
ist. Da liegt ein Gegenargument, nicht gegen die Strafe an sich. Und die Leute die gegen Todesstrafe sind,
haben sich des öfteren erwiesen als Verderber. Etwa Amnesty International (frúher gut) wirbt jetzt für
„Recht auf Abtreibung“.
#21 Gallowglas 17:56:35 | Mittwoch, 26. Oktober 2005
@Rosa Man kannte Abtreibungen durchaus, das AT gibt sogar eine Anleitung zur Abtreibung (4. Mose 5,15-27,
genau gesagt, eine Anleitung zum herbeiführen von Fehlgeburten) … Nebenbei gibt es im AT sogar eine
„Strafvorschrift“ für Abtreibungen … dem Vater des Kindes ist für den Verlust eine Geldstrafe zu zahlen
(2.Mose 21,22) Ein Verbot vo Abtreibung gibt es dagegen nicht …
@Irenäus Wo steht in der Bergpredigt, daß die Todesstrafe in sich schlecht ist? Wo steht in der Bergpredigt,
daß Abtreibung in sich schlecht ist? Trotzdem ist sie es.
#18 Krzyszek 14:56:44 | Mittwoch, 26. Oktober 2005
Todesstrafe und christliche Moral Es ist mal wieder typisch, dass der „Gatte der Evelin“ denjenigen, die
nicht seine Meinung vertreten, das geistige Rüstzeug zum Mitdiskutieren abspricht. (Alte Diskussionsregel:
Wenn die Argumente ausgehen, persönlich werden.) Sinnigerweise sagt aber genau die von ihm zitierte Autorität
zum Thema, was einige der hier Mitdiskutierenden versuchen ihm klar zu machen: „Wenn aber unblutige Mittel
hinreichen, um die Sicherheit der Personen gegen den Angreifer zu verteidigen und zu schützen, hat sich
die Autorität an diese Mittel zu halten, denn sie entsprechen besser den konkreten Bedingungen des Gemeinwohls
und sind der Menschenwürde angemessener. Infolge der Möglichkeiten, über die der Staat verfügt, um
das Verbrechen wirksam zu unterdrücken und den Täter unschädlich zu machen, ohne ihm endgültig die
Möglichkeit der Besserung zu nehmen, sind jedoch heute die Fälle, in denen die Beseitigung des Schuldigen
absolut notwendig ist, ‘schon sehr selten oder praktisch überhaupt nicht mehr gegeben’“ Und weiter: „Dort,
wo das Gesetz die T. vorsieht, entspricht dem Geist des Christentums die Begnadigung des Verurteilten,
falls dadurch der Gesellschaft nicht ein Schaden droht (vgl. Augustinus, De mend. 14,25; PL 41,445; Thomas
v. A., S.Th. 2,2 q.67 a.4).“ (beide Zitate aus: Hörmann, a.a.O.) Im Übrigen verwundert es natürlich
nicht, wenn zur „Verteidigung“ der Todesstrafe ausschließlich auf das Alte Testament zurückgegriffen
wird.
Zuerst lesen! Und zwar den von mir unten angegebenen Link – keine Sorge: Ist weder lange noch kompliziert!
Krzycsek, Stimme der Vernunft & anderen „Geistesriesen“ fehlt schlicht das Rüstzeug, hier mitzudiskutieren.
Ein bißchen Willen zur theologischen und historischen Fortbildung könnte auch nicht schaden. Der Gatte
der Evelin
#15 Krzyszek 14:17:04 | Mittwoch, 26. Oktober 2005
Zeitgeist? Das frage ich mich allerdings auch, stimme der vernunft. Wieso die Bergpredigt auf einmal „Zeitgeist“
sein soll, ist mir ebenfalls unverständlich. Ich habe sie noch nicht einmal interpretiert. Ist die Bibel
nun das Wort Gottes oder ist sie es nur da, wo es einigen der Erzkonservativen hier in den Kram passt?
Warum… … ist so mancher (Gott sei dank nicht alle!), der sonst immer so gern und laut für eine Kultur
des Lebens plädiert, ein so eifriger Verteidiger des staatlich sanktionierten Menschenumbringens?
Die kirchliche Lehre lehnt die Todesstrafe nicht ab! Um nicht Spekulationen über die kirchliche Lehre
zur Todesstrafe durch die p.t. Mitdiskutanten allzusehr ins Kraut schießen zu lassen, hier ein Link mit
der Darstellung und Entwicklung der katholischen Morallehre zu diesem Punkt: Karl Hörmann – Lexikon der
christlichen Moral (1976; einschl. des geltenden KKK v. 2003) www.stjosef.at/…lexikon/todesstr.htm Zu
Krzycsek sei noch gesagt, irgendwelche Bibelstellen nach eigenem Gusto zu interpretieren, kann jeder.
Bewiesen wird damit nichts, vor allem ergibt sich daraus nicht die kirchliche Lehre. Einfach nur den Zeitgeist
nachzuplappern, bringt in der Sache nichts. Der Gatte der Evelin
#12 Benedikt 13:22:34 | Mittwoch, 26. Oktober 2005
Todesstrafe „Wer von euch ohne Sünde sei, der werfe den ersten Stein“. So hat mal jemand eine Frau vor
der Todesstrafe gerettet. Damit ist für mich der Fall klar. Außerdem hat die Vergangenheit und die Gegenwart
bewiesen, dass die Todesstrafe vor allem in Ländern zum Einsatz kommt, in denen keine gerechten Verfahren
stattfinden. Die Verurteilten hatten schlechte oder gar keine Anwälte, die Zahl der Verurteilten, die
einer Minderheit angehören ist stets überproportional, die Zahl der unschuldig hingerichteten ist Legion.
Der Gatte der Evelin hat es richtig gesagt: „In einem fairen Verfahren…“ Es gibt aber keine fairen Verfahren.
Auch der Staat hat kein Recht, das Leben zu beenden. Das darf nur einer.
#11 Krzyszek 12:33:51 | Mittwoch, 26. Oktober 2005
Christliche Todesstrafe? „Ihr habt gehört, dass zu den Alten gesagt worden ist: Du sollst nicht töten;
wer aber jemand tötet, soll dem Gericht verfallen sein. Ich aber sage euch: Jeder, der seinem Bruder
auch nur zürnst, soll dem Gericht verfallen sein“ (Mt 5,21-22) „Ihr habt gehört, dass gesagt worden
ist: Auge für Auge und Zahn für Zahn. Ich aber sage euch: Leistet dem, der euch etwas Böses antut keinen
Widerstand, sondern wenn dich einer auf die rechte Wange schlägt, dann halt ihm auch die andere hin.“
(mt 5, 38-39) „Richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet! Denn wie ihr richtet, so werdet ihr gerichtet
werden, und nach dem Maß, mit dem ihr messt und zuteilt, wird euch zugeteilt werden. (Mt 7, 1-2)
Weder war noch ist die Todesstrafe unchristlich! Für allfällige Einwände: Der richtige Satz lautet:
„Du sollst nicht morden!“ Ein Todesurteil in einem fairen Verfahren stellt keinen Mord dar. Der Staat
darf, was der einzelne aus eigenem nicht darf: Töten. Siehe dazu auch das Militärwesen, welches aus
christlicher Sicht ebenfalls nicht abgelehnt werden kann (siehe dazu die Aussagen Christi persönlich
zu Soldaten). Es gibt aus der Offenbarung keine Begründung, die Todesstrafe grundsätzlich (wohl aber
im ungerechten Einzelfall) abzulehnen. Einzig Gott hat das recht über den Verbrecher zu urteilen, meint
der „Jünger der schwarzen Kunst“. Nach der Logik wäre also jegliche staatliche Strafgerichtsbarkeit
abzulehnen… Natürlich darf ein Mensch nicht deshalb getötet oder mit dem Tod bedroht werden, um ihn
zu bekehren (auch andere Zwangsbekehrungen sind nicht zulässig). Wichtiger als das Leben auf Erden ist
allerdings das ewige Leben. Jemand, der eine Todesstrafe erleidet, ist gegenüber den anderen Menschen
in Hinblick auf sein Seelenheil sogar privilegiert: Er kennt den Tag und die Stunde seines Todes und hat
die Möglichkeit, sich gezielt auf diesen Zeitpunkt vorzubereiten. Der Gatte der Evelin
@Evelin Die kirchliche Tradition hat die nach einem ordentlichen Verfahren gefällte Todesstrafe nie abgelehnt.
Verbrecher, die wissen, dass sie in Kürze sterben, bekehren sich mit guter Wahrscheinlichkeit Wenn ich
dich richtig verstanden habe dann ist es legitim einen Menschen zu Töten wenn er sich dann zum glauben
bekennt? Ich glaube das war von dir nicht so gemeint aber so kommt es rüber. Ein Mensch der was schlechtes
getan hat darf laut Kirche umgebracht werden weil die warscheinlichkeit dann groß ist das er sich bekennt
zu Gott. Das kann nicht richtig sein. Denn was ist mit den Leuten die diesen Verbrecher töten? Begehen
sie nicht eine Sünde? Zudem hast du geschrieben das ein Verbrecher der weis das er sterben wird sich
bekehren könnte. Diese Verbrecher werden aber nicht Sterben, diese Verbrecher werden ermordet und ich
kenne kein Verbrechen das die Ermordung eines anderen Rechtfertigen könnte. Wegsperren auf Lebenszeit,
ja das schon, aber ein Mord wegen eines Verbrechens egal wie schlimm steht nicht in unserer Urteilskraft
und auch die Kirche hat nicht das recht dazu. Einzig Gott hat das recht über den Verbrecher zu urteilen.
Ich hoffe mal das ich deine Aussage nur falsch verstanden habe und du was anderes damit sagen wolltest.
Todesstrafe Ich hatte in Bezug auf die Todesstrafe nicht von „kirchlicher Tradition“ gesprochen, sondern
davon, dass sie zutiefst unchristlich ist. Dass die „kirchliche Tradition“ (gemeint ist sicher die der
römisch-katholischen Kirche) zutiefst unchristlich sein kann, brauche ich wohl nur am Rande zu erwähnen.
Die Glaubwürdigkeit der Mehrheit derer, die die Todestrafe ablehnen, tut im Übrigen überhaupt nichts
zur Sache.
@ Kryzcsek Die kirchliche Tradition hat die nach einem ordentlichen Verfahren gefällte Todesstrafe nie
abgelehnt. Verbrecher, die wissen, dass sie in Kürze sterben, bekehren sich mit guter Wahrscheinlichkeit
(historisch-biblisches Vorbild: Der rechte Schächer). Verbrecher, die damit spekulieren können, nach
dem Gefängnisaufenthalt wieder ihr falsches Leben fortsetzen zu können, bekehren sich kaum jemals. Papst
JoPaII. hat in der zweiten Hälfte seines Pontifikates einen revolutionären Schwenk vollzogen, insoferne
er – gegen die kirchliche Tradition und seine früheren Entscheidungen – gegen die Todesstrafe argumentiert
hat. Die meisten Gegner der Todesstrafe haben mit dem Massenmord durch Abtreibung, Frühabtreibung und
In-vitro-Fertilisation kein Problem – soweit zu deren Glaubwürdigkeit! Der Gatte der Evelin
Todesstrafe Die Todesstrafe ist genau so unchristlich wie Abtreibung und Sterbehilfe. Die Forderung danach
ist aber ein Anzeichen dafür, was der neue polnische Präsident von den Menschenrechten hält. Nur gut,
dass die Todesstrafe in der EU verboten ist.
Naja Naja, er nennt sich halt katholisch und ist erklärtermassen homophob, das findet kreuz.net natürlich
ganz toll. Auf solche inhaltlichen Details wie die vom Papst verdammte Todesstrafe kommt es bei so vielen
„Vorzügen“ nicht mehr an.
Traurig … ist die Forderung des neuen polnischen Präsidenten nach Wiedereinführung der Todesstrafe.
Was daran katholisch sein soll, entzieht sich meiner Kenntnis.
#3 Laurentius2 09:47:04 | Mittwoch, 26. Oktober 2005
gutes Beispiel in der Tschechei … Ich habe einmal ein Beispiel für echte Versöhnung in der Tschechei
erlebt: Dort hatte die römisch-katholische Gemeinde (dort eine Minderheit von rund 15 – 20 % ) die alte
deutsche (bzw. „alt-österreichische“) Kirche wunderbar belassen (mit deutschsprachigen Kirchenfenstern)
und sogar ergänzt um eine riesige zweisprachige Marmortafel am Eingang der Kirche, auf der u.a an die
„im Wald erschlagenen Kinder aus Berlin“ erinnert wurde. Diese Tafel war sicher nicht billig, die Kirche
war im Winter nicht geheizt (!), welch ein Opfer dieser Gemeinde, WELCHE GLAUBENSSTÄRKUNG FÜR EINEN
DEUTSCHEN KATHOLIKEN ! OMNIA INSTAURARE IN CHRISTO !
#2 Athanasius 09:35:26 | Mittwoch, 26. Oktober 2005
… Ist wahr, leider wurde Kaczynski von vielen Polen auch gewählt, weil er gegen eine Anerkennung der
Vertreibung und der widerrechtlichen Annexierung des deutschen Ostens (Schlesien, Ostbrandenburg, Pommern,
Ostpreußen) ist. Tusk dagegen stammt aus Danzig und sein Vater diente in der Wehrmacht. Für das letzte
wurde er fast seelisch totgeschlagen von bestimmten Polnischen Medien. Und der katholische Radiosender
(„Medjugorje“) Marya lässt sich auch verführen antideutsche Sendung auszustrahlen. Aber das ist auch
das einzige. Und von der EU lässt sich auch keine gerechtliche Rehabilitierung des Schicksals der 13
Millionen (2.8 während der Deportierung gestorbenen) ausgetriebenen Ostdeutschen erhoffen. Denn die Tschechei
mit ihren Benesch-Dekreten, ist schon drinne. Aber wenn es geht um die linksliberale Europäische Kommission
(„das Politbüro“), sollen wir doch Kazcynski lieben.
#1 Laurentius2 09:02:29 | Mittwoch, 26. Oktober 2005
Trauer über polnischen Katholizismus … empfinde ich insofern, als unsere Mitbrüder im Herrn dort leider
zu einem ziemlich übertriebenem Nationalismus tendieren. Sicher muß man diese Haltung (nicht gerade
sehr deutschfreundlich) vor dem Hintergrund der leidvollen polnischen Geschichte sehen (4 Teilungen +
Unterdrückung durch die Russen bis 1981). Dennoch wäre es schön, wenn mehr poln. Politiker wie der
ehem. Ministerpräsident Mazowiecki dächten. Das würde die Türen für eine deutsch-polnische Wiederannäherung
öffnen. Wobei auf der deutschen Gegenseite mittlerweile fast nur noch vaterlands- UND glaubenslose Politiker
stehen … St.Hedwiga, ora pro nobis.