Der Höhepunkt im Leben eines Fußballers + Kirche gehört wieder der Kirche + Streit um atheistische Grundschule + Verdiente Ehrung + Unbewußter Paradigmenwechsel
Der Höhepunkt im Leben eines Fußballers
Vatikan. Rund 50.000 Pilger waren gestern Mittwoch bei der
Generalaudienz auf dem Petersplatz. Unter ihnen befanden sich die deutschen Fußballegenden Rudi Völler
und Franz Beckenbauer. Obwohl die persönliche Begegnung mit Papst Benedikt XVI. nur exakte 48,7 Sekunden
dauerte, erklärte Beckenbauer anschließend vor der Presse: „Das ist der Höhepunkt in meinem Leben.“
Er habe dem Heiligen Vater ein langes Leben gewünscht, weil er überzeugt sei, daß ihn die Menschheit
noch brauche.
Kirche gehört wieder der Kirche
Tschechei. Die St. Vitus Kathedrale von Prag ist wieder
in den Besitz der Kirche übergegangen. Dies bestätigte ein Gericht in Prag am Dienstag. Die Kathedrale
ist weit über die Tschechei hinaus als Wahrzeichen der Stadt bekannt. Kirche und Staat streiten sich
schon seit 13 Jahren um die Kirche, die während des kommunistischen Regimes vom Staat beschlagnahmt worden
ist. Die Rechtsvertreterin des Staates, Milada Sipkova, kündigte an, Berufung gegen das Urteil einzulegen.
Streit um atheistische Grundschule
Deutschland. Im Freistaat Bayern ist ein Rechtsstreit um die Gründung
einer atheistischen Schule entbrannt. Dies berichtete die protestantische Nachrichtenagentur ‘idea’ am
gestrigen Mittwoch. Der ‘Humanistische Verband Deutschlands“ möchte in Fürth bei Nürnberg eine Grundschule
eröffnen. Diese soll die Schüler mit sogenanntem freidenkerischem Gedankengut infiltrieren. Die mittelfränkische
Regierung und das bayerische Kultusministerium haben den Antrag der Atheisten zurückgewiesen. In der
Landesverfassung sei der christliche Glaube als Grundlage für die bayerische Schulbildung festgeschrieben.
Verdiente Ehrung
Deutschland. Der Vorsitzende der deutschen Bischofskonferenz, Karl Kardinal Lehmann,
erhält im März für seine Bemühungen um den katholisch-jüdischen Dialog den Abraham-Geiger-Preis 2006.
Das erklärte das Abraham-Geiger-Kolleg gestern Mittwoch in Berlin. Das an der Universität Potsdam angesiedelte
und nach dem liberalen Rabbiner Abraham Geiger benannte Kolleg bildet Rabbiner für Europa aus. Kardinal
Lehmann wird als „vorbildlicher katholischer Kirchenführer“ geehrt. Er sei jahrelang entschlossen für
das Gespräch mit dem Judentum eingetreten – für Toleranz und Freiheit des Denkens. Den 1999 gestifteten
Preis verleiht es alle zwei Jahre. Die Auszeichnung ist mit 5.000 Euro dotiert.
Unbewußter Paradigmenwechsel
„Die Theologische Fakultät Wien gäbe es ohne Zweites Vatikanisches Konzil nicht in dieser Form: Laientheologen
und Frauen als Studierende und Lehrende, Bibelwissenschaft auf Grundlage der historisch-kritischen Exegese
der Heiligen Schrift: Was heute als selbstverständlich gelte, wurde erst durch das Zweite Vatikanische
Konzil möglich. Den Studierenden sei dieser Umstand oft gar nicht bewußt, erklärt die Vizedekanin der
Theologischen Fakultät, die Moraltheologin Christa Schnabl im Gespräch mit Radio Stephansdom: »Für
Studierende ist das Zweite Vatikanum tiefe Vergangenheit. Ihnen fehlt die unmittelbare Erfahrung. Man
muß den Studierenden die Bedeutung und den Paradigmenwechsel, den das Konzil mit sich gebracht hat, erst
vermitteln.«“
Aus einem Bericht der Homepage der Erzdiözese Wien vom 12. Oktober 2005 über den „Dies
facultatis“ der Wiener Katholisch-Theologischen Fakultät.
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13 Lesermeinungen
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Beckenbauers Interview Habt Ihr in der neuesten Kirchlichen Umschau den Ausschnitt aus dem Interview gelesen,
das Beckenbauer der Bild-Zeitung gegeben hat? Köstlich! Ein solcher Ignorant in Sachen Glaubenlehre ist
sogar unter nachkonziliaren Katholiken selten. Hier der Link zum Nachlesen (für alle die die KU nicht
abonniert haben – schämt Euch!): www.bild.t-online.de/…serie__teil1__a.html
#10 Rosa von Lima 20:15:55 | Donnerstag, 27. Oktober 2005
Beckenbauer – ist er noch katholisch? Sein Privatleben (3 x verh., jetzt im Konkubinat lebend) ist nicht
gerade katholisch gefärbt. Aber vielleicht hat ihn die kurze Begegnung mit Papst Benedikt doch etwas
nachdenklich und hoffentlich auch reumütig werden lassen.
#9 Irenäus 19:51:14 | Donnerstag, 27. Oktober 2005
In Bayern gehen die Uhren anders. Leider haben die hiesigen Leser das, was in Bayern passiert ist, nicht
kommentiert. Na ja, die bayerische Landesverfassung ist jedenfalls vor V2 verfaßt worden. Die betroffenen
Beamten haben wahrscheinlich weder Quanta Cura noch das Buch Sie haben ihn entthront gelesen, verhalten
sich aber trotzdem gemäß der katholischen Soziallehre-ziemlich lobenswert.
#8 Benedikt 13:34:00 | Donnerstag, 27. Oktober 2005
Ottaviani Bei allem Respekt für den Kardinal, aber auf einem Konzil gibt es eben nur Bischöfe und er
war einer unter vielen Bischöfen. Er hat mehrfach seine Redezeit überschritten und sich durch unwischen
Protest seinen „Gewichtsverlust“ im Prinzip selber zuzuschreiben. Das muss auch bedacht werden.
#7 Laurentius2 13:20:30 | Donnerstag, 27. Oktober 2005
Kern der Sache / in Zirkeln (…) speisende Oberhirten Danke, gute Tradi-Stimme, damit kommen wir nun
zum Kern der Sache (Kirchenkrise): Liegt der Umstand, daß es heute keine Konzilskritiker im Bischofstalar
mehr gibt(außer den unerlaubt geweihten Notbischöfen der Piusleute) vielleicht daran, daß alle Katholiken,
die so denken wie Kardinal Ottaviani, heute systematisch aussortiert werden ? Man steckt sie nicht auf
den Scheiterhaufen, aber de facto werden sie ja doch nach allen Regeln der Kunst klerikal liquidiert (vom
Priesterseminar bis zur Bischofswahl). Gemäßigte Konservative, die wenigstens noch große Teile der
katholischen Wahrheit tapfer verteidigen (zB Dyba o.a.) sind dann dermaßen in der Unterzahl, das man
sie medial abschießen kann. Endergebnis: eine völlig verunsicherte Herde läuft in ihr Verderben, die
Oberhirten schauen scheinbar gleichgültig, aber regelmäßig in karrierefördernden Zirkeln (…) miteinander
speisend, zu … oder liege ich da völlig falsch ?
Dr. Regazzoni Ganz richtig. Von Revolution sprach auch Cardinal Ottaviani. Hier der Link zur kreuz.net-Geschichte,
als dem zweiten Mann von Rom, dem Pro-Präfekten des Hl. Officiums, durch den unwürdigen Cardinal Alfrink
von Utrecht das Mikrophon abgedreht wurde www.kreuz.net/article.47.html
#4 Agiafortuni 12:01:18 | Donnerstag, 27. Oktober 2005
1789 in der Kirche Dieser Ausdruck stammt nicht von Daneels, sondern von seinem Vorgänger Suenens. Von
Paul VI wurde er, trotz einer derart schwachsinnigen Behauptung, zusammen mit seinem Gesinnunggenossen
zu einem der Moderatoren des Konzils ernannt
#3 Laurentius2 10:04:53 | Donnerstag, 27. Oktober 2005
@Marcel / 1789 der Kirche / Reformer und Häretiker Ergänzung: war es nicht Kardinal Daneels, der vom
V2 als dem 1789 der katholischen Kirche sprach ? Es gibt Dinge, die auch innerhalb der Kirche durchaus
wandelbar sind, wie bspw. Zölibat oder Ministrantinnen, Laien am Altar oder das Freitagsverbot, Fleisch
zu essen (ob diese Neuerungen sinnvoll sind, ist eine andere Frage). Von mir aus dürfen sich die Neuerer
in diesen Bereichen „Reformer“ nennen, auch wenn Reform eigentlich die konzentrierte Rückbindung auf
etwas Bewährtes bedeutet … Dann gibt es aber Dinge ,die unverrückbar zum depositum fidei gehören
(vor allem Dogmen), zB die Gottessohnschaft unseres Herrn Jesus Christus oder seine Geburt aus einer Jungfrau.
Wer hier etwas ändern will, dies systematisch theologisch unterminiert oder tausendfach der Lächerlichkeit
preisgibt kann nur als Glaubensfeind bzw. Häretiker oder gar als Apostat bezeichnet werden. Nichts scheuen
die modernen Theologen mehr, als diese ganz wesentliche Unterscheidung zu vertuschen, damit nicht auffällt,
daß zusammen mit den (mehr oder weniger sinnvollen) Neuerungen (sog.„Reformen“, an denen ich meine Zweifel
habe) auch Unverrückbares Glaubensgut aus dem Fenster geworfen wird (REVOLUTION = GLAUBENSABFALL/APOSTASIE).
Dies kann ihnen nur gelingen, das sie die scholastische Begriffslogik abgeschafft und durch Rahnerches
Gelaber ersetzt haben, so daß ihre Häresien sich scheinbar logischer Argumente entziehen. Das ist die
diabolische Verwirrung der Geister durch die Modernisten.
#2 roemkath 09:59:56 | Donnerstag, 27. Oktober 2005
@Marcel Gott sei Dank trifft deine Schwarz-Weiß-Malerei (noch) nicht zu. Ja, die Kirche hat sich gewandelt
und sie wandelt sich weiter, das ist an sich nichts Schlechtes. Dieses Schema „vorkonziliar-nachkonziliar“,
„alte Kirche – VatII. Kirche“, „traditionalistisch-modernistisch“ ist zu einfach als es zur Lösung der
Probleme (die es mit Sicherheit gibt!) beitragen würde. Gott sei Dank gibt es aber nicht nur liturgische
Missstände und Glaubensabfall in der Kirche von heute. Unzählige Priester feiern die heiligste Eucharistie
würdig und mit tiefer Frömmigkeit, unzählige Gläubige halten treu zum Glauben und versuchen ihn unter
sehr schwierigen Bedingungen in der Welt von heute (Herzlich Willkommen, Marcel!) zu leben. Die Wirklichkeit
sieht – Gott sei Dank anders aus, als du sie beschreibst. Wer so schwarz-weiß malt wie du, der trägt
zu schismatischem und spalterischem Denken bei. Kein Deut besser als das, was du den sogenannten Modernisten
vorwirfst.
Paradigmenwechsel heißt Neue Lehre In der Tat ist es vielen nicht bewußt. Man sieht es erst, wenn man
sich mit der „alten“ Lehre der „alten“ Kirche beschäftigt, die die ewige Kirche ist. Dann fällt es einem
wie Schuppen von den Augen, daß sich seit dem V.II ein Monstrum etabliert hat, das sich „Konzilskirche“
nennt, aber in Wirklichkeit aus einer Revolution besteht von der Kirchenführung bis zum Laien. Sie besetzen
die wahre Kirche, die unzerstörbar ist, auch wenn man heute lange suchen muß, um sie zu finden. Diese
Revolutionäre, die ganz offen sagen, daß sie die (1789-) Revolution mit der Kirche vermählen wollen,
verwerfen seit 50 Jahren die überlieferte Lehre, versteigen sich, die vorkonziliare beständige Lehre
der Päpste als „veraltet“ und nicht mehr „zeitgemäß“ zu bezeichnen und billigen eine Entartung nach
der anderen innerhalb der Kirche. Dies ist Wahnsinn und wurde von den vorkonziliaren Päpsten auch so
gebrandmarkt. In Wirklichkeit glaubt die Konzilskirchenführung nicht mehr an die Unveränderbarkeit der
Dogmen und der Lehre. Sie verkündet ein neues Evangelium, das häßlich ist im Vergleich zur Schöhnheit
des echten. Die Praxis beweist ist: wir erleben die totale Zerstörung der Kirche, soweit dies schäbiger
Menschenhand möglich ist. An der hl. Messe sieht man es am deutlichsten: an ihre Stelle wurde eine abstoßende
Freimaurer-Konstruktion gesetzt mit dem Mensch als Mittelpunkt. Am Ende wird das unbefleckte Herz Mariens
siegen und somit Christus herrschen. Doch dahin führt ein sehr schmerzhafter Weg.