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Donnerstag, 27. Oktober 2005 08:38
kreuzmeldungen
Der Höhepunkt im Leben eines Fußballers + Kirche gehört wieder der Kirche + Streit um atheistische Grundschule + Verdiente Ehrung + Unbewußter Paradigmenwechsel
Der Höhepunkt im Leben eines Fußballers

Vatikan. Rund 50.000 Pilger waren gestern Mittwoch bei der Generalaudienz auf dem Petersplatz. Unter ihnen befanden sich die deutschen Fußballegenden Rudi Völler und Franz Beckenbauer. Obwohl die persönliche Begegnung mit Papst Benedikt XVI. nur exakte 48,7 Sekunden dauerte, erklärte Beckenbauer anschließend vor der Presse: „Das ist der Höhepunkt in meinem Leben.“ Er habe dem Heiligen Vater ein langes Leben gewünscht, weil er überzeugt sei, daß ihn die Menschheit noch brauche.

Kirche gehört wieder der Kirche

Tschechei. Die St. Vitus Kathedrale von Prag ist wieder in den Besitz der Kirche übergegangen. Dies bestätigte ein Gericht in Prag am Dienstag. Die Kathedrale ist weit über die Tschechei hinaus als Wahrzeichen der Stadt bekannt. Kirche und Staat streiten sich schon seit 13 Jahren um die Kirche, die während des kommunistischen Regimes vom Staat beschlagnahmt worden ist. Die Rechtsvertreterin des Staates, Milada Sipkova, kündigte an, Berufung gegen das Urteil einzulegen.

Streit um atheistische Grundschule

Deutschland. Im Freistaat Bayern ist ein Rechtsstreit um die Gründung einer atheistischen Schule entbrannt. Dies berichtete die protestantische Nachrichtenagentur ‘idea’ am gestrigen Mittwoch. Der ‘Humanistische Verband Deutschlands“ möchte in Fürth bei Nürnberg eine Grundschule eröffnen. Diese soll die Schüler mit sogenanntem freidenkerischem Gedankengut infiltrieren. Die mittelfränkische Regierung und das bayerische Kultusministerium haben den Antrag der Atheisten zurückgewiesen. In der Landesverfassung sei der christliche Glaube als Grundlage für die bayerische Schulbildung festgeschrieben.

Verdiente Ehrung

Deutschland. Der Vorsitzende der deutschen Bischofskonferenz, Karl Kardinal Lehmann, erhält im März für seine Bemühungen um den katholisch-jüdischen Dialog den Abraham-Geiger-Preis 2006. Das erklärte das Abraham-Geiger-Kolleg gestern Mittwoch in Berlin. Das an der Universität Potsdam angesiedelte und nach dem liberalen Rabbiner Abraham Geiger benannte Kolleg bildet Rabbiner für Europa aus. Kardinal Lehmann wird als „vorbildlicher katholischer Kirchenführer“ geehrt. Er sei jahrelang entschlossen für das Gespräch mit dem Judentum eingetreten – für Toleranz und Freiheit des Denkens. Den 1999 gestifteten Preis verleiht es alle zwei Jahre. Die Auszeichnung ist mit 5.000 Euro dotiert.

Unbewußter Paradigmenwechsel

„Die Theologische Fakultät Wien gäbe es ohne Zweites Vatikanisches Konzil nicht in dieser Form: Laientheologen und Frauen als Studierende und Lehrende, Bibelwissenschaft auf Grundlage der historisch-kritischen Exegese der Heiligen Schrift: Was heute als selbstverständlich gelte, wurde erst durch das Zweite Vatikanische Konzil möglich. Den Studierenden sei dieser Umstand oft gar nicht bewußt, erklärt die Vizedekanin der Theologischen Fakultät, die Moraltheologin Christa Schnabl im Gespräch mit Radio Stephansdom: »Für Studierende ist das Zweite Vatikanum tiefe Vergangenheit. Ihnen fehlt die unmittelbare Erfahrung. Man muß den Studierenden die Bedeutung und den Paradigmenwechsel, den das Konzil mit sich gebracht hat, erst vermitteln.«“

Aus einem Bericht der Homepage der Erzdiözese Wien vom 12. Oktober 2005 über den „Dies facultatis“ der Wiener Katholisch-Theologischen Fakultät.
Alle Lesermeinungen anzeigen 6 von 13 Lesermeinungen:
Montag, 31. Oktober 2005 14:30
Laurentius2: @Frank
Klar, die KU ist Pflichtlektüre, zumindest als Ausgleich bzw. journalistische Wiedergutmachung für die modernistischen Bistumsblätter …
Freitag, 28. Oktober 2005 11:22
Evelin: Studentinnen
auf der Kath. Fakultät in Wien gab es bereits kurz nach dem Zweiten Weltkrieg, aber so genau wollma ja nicht sein.
Donnerstag, 27. Oktober 2005 21:57
Frank: Beckenbauers Interview
Habt Ihr in der neuesten Kirchlichen Umschau den Ausschnitt aus dem Interview gelesen, das Beckenbauer der Bild-Zeitung gegeben hat? Köstlich! Ein solcher Ignorant in Sachen Glaubenlehre ist sogar unter nachkonziliaren Katholiken selten.

Hier der Link zum Nachlesen (für alle die die KU nicht abonniert haben – schämt Euch!):

http://www.bild.t-online.de/…serie__teil1__a.html
Donnerstag, 27. Oktober 2005 20:15
Rosa von Lima: Beckenbauer – ist er noch katholisch?
Sein Privatleben (3 x verh., jetzt im Konkubinat lebend) ist nicht gerade katholisch gefärbt. Aber vielleicht hat ihn die kurze Begegnung mit Papst Benedikt doch etwas nachdenklich und hoffentlich auch reumütig werden lassen.
Donnerstag, 27. Oktober 2005 19:51
Irenäus: In Bayern gehen die Uhren anders.
Leider haben die hiesigen Leser das, was in Bayern passiert ist, nicht kommentiert. Na ja, die bayerische Landesverfassung ist jedenfalls vor V2 verfaßt worden. Die betroffenen Beamten haben wahrscheinlich weder Quanta Cura noch das Buch Sie haben ihn entthront gelesen, verhalten sich aber trotzdem gemäß der katholischen Soziallehre-ziemlich lobenswert.
Donnerstag, 27. Oktober 2005 13:34
Benedikt: Ottaviani
Bei allem Respekt für den Kardinal, aber auf einem Konzil gibt es eben nur Bischöfe und er war einer unter vielen Bischöfen. Er hat mehrfach seine Redezeit überschritten und sich durch unwischen Protest seinen „Gewichtsverlust“ im Prinzip selber zuzuschreiben. Das muss auch bedacht werden.
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