Röschenz
Ablenkungsmanöver aus Röschenz
Der inzwischen de facto freikirchliche Pfarreirat von Röschenz hat im Konflikt um seinen suspendierten Pfarradministrator erneut Öl ins Feuer gegossen. Dazu kochten die Kirchenräte einen nie erwiesenen Vorwurf der Pädophilie auf.
(kreuz.net, Röschenz) Der Kirchenrat von Röschenz hat im Streit um seinen suspendierten Ex-Pfarradministrator ein neues Täuschungsmanöver lanciert.

Dieser Schritt steht wohl mit der außerordentlichen Synode der sogenannten Basler Landeskirche im Zusammenhang, die am kommenden Montag über den Fall Sabo beraten wird.

Der Ausgangspunkt: Im Sommer 2003 wurde Franz Sabo, der damalige Pfarradministrator von Röschenz, bei der Ombudsstelle des Bistums Basel mit Kindsmißbräuchen in Zusammenhang gebracht.

Das Bistum verständigte daraufhin – wie der Kirchenrat betont – nicht die Staatsanwaltschaft, sondern gab ein psychologisches Gutachten in Auftrag.

Sabo war damit einverstanden.

Das Gutachten bestätigte die vorgebrachten Pädophilievorwürfe nicht, zeichnete aber insgesamt ein sehr negatives Bild des Priesters und empfahl schon damals, den jetzt suspendierten Geistlichen von allen seelsorgerlichen Tätigkeiten freizustellen.

Daraufhin gab Sabo auf eigene Kosten ein Gegengutachten in Auftrag, das seine Person in ein besseres Licht rückte.

Weil dieses Gutachten vom Bistum nicht anerkannt wurde, einigte man sich auf eine dritte Untersuchung. Sie wurde von einer Professorin für Gerichtspsychiatrie an der Universität Bern durchgeführt und erklärte den damaligen Pfarradministrator für amtstauglich.

Schließlich gelangten die Pädophilievorwürfe gegen Sabo auch an den Staatsanwalt.

Denn im Dezember 2004 wurde Sabo von einem Unbekannten wegen sexuellen Handlungen mit Kindern bei der Polizei angezeigt.

Der Priester wurde daraufhin von der Polizei festgenommen und seine Wohnung durchsucht.

Doch das Verfahren dauerte nicht lange.

Bereits im Januar 2005 stellte es die Staatsanwaltschaft Basel wieder ein. Der vorgebrachte Verdacht konnte „auch nicht nur ansatzweise“ erhärtet werden.

Der Kirchenrat von Röschenz bemüht jetzt die Umstände dieses Falles, um weiter gegen den Bischof von Basel zu polemisieren.

Das Bistum habe die Verleumdungen gegen Sabo im Sommer 2003 nicht – wie gesetzlich vorgesehen – der Polizei gemeldet, sondern dazu benutzt, um ein Gutachten gegen ihn zu erstellen.

Dieses Gutachten sei – wie es heißt – auf vollkommen „voreingenommene“, ja „inquisitorische Art und Weise“ erstellt worden und habe ein „nachweislich falsches“ und unklares Bild von der Person des inzwischen suspendierten Priesters gezeigt.

Vor der in kirchlichen Belangen meist voreingenommenen Zürcher Tageszeitung ‘Tages-Anzeiger’ erklärte der Ex-Pfarradministrator seine Ausfälle gegen das Bistum Basel als Racheakt für das negative Ergebnis des diözesanen Gutachtens.

Der inzwischen suspendierte Priester hatte im vergangenen Mai vor den Medien erklärt, daß er seine Sexualität mit einem Freund und einer Freundin auslebe.

Der Generalvikar der Diözese Basel dementierte die Darstellungen des Röschenzer Kirchenrates umgehend:

„Die in den Medien wiedergegebenen Berichte betreffend Verfahren bei der Staatsanwaltschaft Basel-Stadt oder psychiatrischen Abklärungen, waren für den Entzug der Missio canonica und die Suspendierung von Herrn Franz Sabo seitens des Bistums nicht maßgebend.

Ansonsten verweisen wir auf den Rechtssatz, daß über den Inhalt von Personalakten nicht in der Öffentlichkeit gesprochen wurde und wird.“
      
8 Lesermeinungen
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#8   Fritz Ganser   22:02:06 | Samstag, 5. November 2005
Wer kennt Redaktionsmitglieder von kreuz.net?
Wer kann mir einen Hinweis geben, wer in der Redaktion von kreuz.net mitwirkt? Hier meine E-Mail-Adresse: fritz@ganser.ch.
Für Hinweise bin ich sehr dankbar.
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#7   Sulpicius   18:13:48 | Freitag, 28. Oktober 2005
„Nur um die Hierarchie, die das Kirchenvolk nicht mehr will“
Was das „Kirchenvolk“ (wer ist das? Ihre Sabo-Sekte, Herr Ganser?) ist diesbezüglich völlig unerheblich.
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#6   Römisch-Katholisch   16:05:03 | Freitag, 28. Oktober 2005
@ganser: Schlammschlacht?
Sie unterstellen dem Bistum Basel, dass es eine Schlammschlacht gegen Sabo führt? Der einzige, welcher in unverschämter Art und Weise gegen Bischof Kurt Koch und die ganze Kirche vorging ist wohl Sabo, der sogar eine 1. Augustrede dazu missbraucht und die Kirche als die älteste Diktatur der Welt bezeichnet.
Sind Sie eigentlich auch in dieser Sabosekte? Es scheint fast so. Wem die hierarchische Struktur der Kirche nicht passt, der kann ja gehen. Es gibt schliesslich genügend protestantische Frei-kirchen, welche keine „machtbessesenen Diktatoren“ haben. Oder wäre die Christkatholische Kirche besser? Da wäre die Demokratie schon verwirklicht.
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#5   Le Trot   08:26:29 | Freitag, 28. Oktober 2005
@ganser
Zitat Ganser:
Es zeigt einmal mehr, dass Klugscheisserei im kirchlichen Umfeld (Dazu gehören Sie sicher, lieber Benedikt! Sonst würden Sie sich mit dem K nicht identifizieren) in Einzelfällen jegliches Einfühlungsvermögen verdrängt hat.
Gut, gut, – aber besser klug geschissen als dumm geschwätzt.
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#4   Benedikt   00:33:26 | Freitag, 28. Oktober 2005
@ Dr. Ganser
Nur weil man katholische Nachrichten macht ist man noch nicht die Kirche. Jeder kann das tun.
Und was Ihren Schützling angeht, nehmen wir doch mal eine neutrale Zeitung, etwa die Weltwoche:
Wenn [Sabo] vor versammelter Fest- und Fangemeinde über «Feiglinge, Duckmäuser, Heuchler, Angsthasen, Neider und Schleimer» herzieht, über «verbitterte, verbohrte und fanatische Zeitgenossen» sinniert, (…) und gar «eine ganze Reihe von Päpsten und Bischöfen» als «Diktatoren, Moralapostel, ja Volksverhetzer» abkanzelt – dann versteht jedes Kind, wer gemeint ist.
www.weltwoche.ch/artikel/?AssetID=12372&…
Herr. Sabo polemisiert in einem fort gegen die Glaubensinhalte der kath. Kirche und hat sich die Reaktionen hierauf selber zuzuschreiben. Wenn er gegen die Kirche polemisieren will, hätte er nicht Priester werden dürfen, zumindest keiner, der in einer Pfarrei arbeitet. Er kann ja einen ökumenischen Lehrstuhl annehmen, in Tübingen zB…
Es zeigt einmal mehr, dass Klugscheisserei im kirchlichen Umfeld (Dazu gehören Sie sicher, lieber Benedikt!
Jedenfalls haben Sie mit Sabo eines gemeinsam: Auch Sie kommen nicht ohne bodenlose Unverschämtheiten aus.
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#3   Fritz Ganser   00:20:38 | Freitag, 28. Oktober 2005
Mangelndes Einfühlungsvermögen
Ich bin mit Ihnen einverstanden, Generalisierungen sind schlecht, aber zum Inhalt nehmen Sie nicht Stellung. Anscheinend wissen Sie nicht, welche Schlammschlacht in der Schweiz gegen Pfarrer Sabo läuft und zwar vom Bistum aus. Wenn eine „private“ Website sich kreuz.net nennt und „katholische Nachrichten“ verbreitet, die mindestens z.T. genau so verlogen sind wie die des Bistums, dann ist die Sache keine private Angelegenheit mehr. Vor allem wenn die Verantwortlichen die falschen Informationen eben von der offiziellen Kirche beziehen und dann erst noch nicht richtig lesen können. Ich erwarte von den Verantwortlichen ein Bedauern oder eine Entschuldigung zur Sache und keine begriffliche Auseinandersetzung.
Es zeigt einmal mehr, dass Klugscheisserei im kirchlichen Umfeld (Dazu gehören Sie sicher, lieber Benedikt! Sonst würden Sie sich mit dem K nicht identifizieren) in Einzelfällen jegliches Einfühlungsvermögen verdrängt hat.
Finden Sie das in Ordnung, wenn diese Website etwas Verlogenes über Sie schreiben würde? Wenn Sie Mitgefühl haben, brauchen Sie das K nicht mehr zu verteidigen.
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#2   Benedikt   23:42:19 | Donnerstag, 27. Oktober 2005
@ Dr. Ganser
Ihre schmutzige Fantasie und zeigt einmal mehr, wie die Kirche im Namen Gottes vor lauter Machtgier ihre eigenen Leute fertig macht.
„Die Kirche“? Ich wusste noch gar nicht, dass eine private Internetseite „die Kirche“ sein kann. Ihr Beitrag zeigt einmal mehr, wie es überhaupt zu solchen Streitereien kommt: Durch maßlose Unterstellungen gegen die Kirche. Ihnen ist ja schon jedes Mittel Recht, gegen die Kirche zu agitieren. Selbst den Artikel auf einer privaten INternetseite fassen Sie auh, als wäre er von einem Bischof unterschrieben worden. Jaja, es ist schon schlimm, wenn man sich verrennt, nicht wahr?
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#1   Fritz Ganser   23:26:50 | Donnerstag, 27. Oktober 2005
Eine üble Verleumdung aufgrund Ihrer sexuellen Fantasie
Sie schreiben: „Der inzwischen suspendierte Priester pflegt nach eigenen Angaben sexuellen Umgang mit einer Frau und einem Mann.“ Sabo sagte nur, er wohne mit seinem besten Freund und seiner besten Freundin zusammen. Die Interpretation widerspiegelt nur Ihre schmutzige Fantasie und zeigt einmal mehr, wie die Kirche im Namen Gottes vor lauter Machtgier ihre eigenen Leute fertig macht.
Ich fordere Sie auf, sich bei Pfarrer Sabo, seinem Freund und seiner Freundin für diese Unterstellung zu entschuldigen. Und hören Sie auf mit Ihrer Schlammschlacht gegen ehrliche Leute wie die Röschenzer Kirchenräte.
Das ist nun unter jeder Gürtellinie und das unter dem Kreuz im Namen Gottes.
Herrn Sabo empfehle ich, gegen Sie und Generalvikar Trauffer, der seit Anfang dieses Jahres mit Anspielungen gezielt Gift streut, strafrechtlich vorzugehen. Denn Trauffer wusste genau, dass die Vorwürfe gegenüber Sabo haltlos waren, wollte aber aus böswilliger Absicht, immer und immer wieder mit seinen Bemerkungen die Medien zu Nachforschungen animieren, nur um Sabo fertig zu machen. Und er setzte sein übles hinterhältiges Spiel fort, obwohl er wusste, dass es nur um Verleumdung ging. Dies alles im Namen Gottes.
Schämen Sie sich eigentlich nicht? Nur um die Hierarchie, die das Kirchenvolk nicht mehr will, aufrecht zu erhalten, ist gewissen Leuten nun anscheinend jedes Mittel recht. Dabei geht nicht zuletzt die Spiritualität vor die Hunde.
Dr. Fritz Ganser
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