09:31:52 | Donnerstag, 27. Oktober 2005
Der inzwischen de facto freikirchliche Pfarreirat von Röschenz hat im Konflikt um seinen suspendierten Pfarradministrator erneut Öl ins Feuer gegossen. Dazu kochten die Kirchenräte einen nie erwiesenen Vorwurf der Pädophilie auf.
(kreuz.net, Röschenz) Der Kirchenrat von Röschenz hat
im Streit um seinen suspendierten Ex-Pfarradministrator
ein neues Täuschungsmanöver lanciert.
Dieser Schritt steht wohl mit der außerordentlichen Synode der
sogenannten Basler Landeskirche im Zusammenhang, die am kommenden Montag über den Fall Sabo beraten wird.
Der Ausgangspunkt: Im Sommer 2003 wurde Franz Sabo, der damalige Pfarradministrator von Röschenz, bei
der Ombudsstelle des Bistums Basel mit Kindsmißbräuchen in Zusammenhang gebracht.
Das Bistum verständigte
daraufhin – wie der Kirchenrat betont – nicht die Staatsanwaltschaft, sondern gab ein psychologisches
Gutachten in Auftrag.
Sabo war damit einverstanden.
Das Gutachten bestätigte die vorgebrachten Pädophilievorwürfe
nicht, zeichnete aber insgesamt ein sehr negatives Bild des Priesters und empfahl schon damals, den jetzt
suspendierten Geistlichen von allen seelsorgerlichen Tätigkeiten freizustellen.
Daraufhin gab Sabo auf
eigene Kosten ein Gegengutachten in Auftrag, das seine Person in ein besseres Licht rückte.
Weil dieses
Gutachten vom Bistum nicht anerkannt wurde, einigte man sich auf eine dritte Untersuchung. Sie wurde von
einer Professorin für Gerichtspsychiatrie an der Universität Bern durchgeführt und erklärte den damaligen
Pfarradministrator für amtstauglich.
Schließlich gelangten die Pädophilievorwürfe gegen Sabo auch
an den Staatsanwalt.
Denn im Dezember 2004 wurde Sabo von einem Unbekannten wegen sexuellen Handlungen
mit Kindern bei der Polizei angezeigt.
Der Priester wurde daraufhin von der Polizei festgenommen und
seine Wohnung durchsucht.
Doch das Verfahren dauerte nicht lange.
Bereits im Januar 2005 stellte es
die Staatsanwaltschaft Basel wieder ein. Der vorgebrachte Verdacht konnte „auch nicht nur ansatzweise“
erhärtet werden.
Der Kirchenrat von Röschenz bemüht jetzt die Umstände dieses Falles, um weiter gegen
den Bischof von Basel zu polemisieren.
Das Bistum habe die Verleumdungen gegen Sabo im Sommer 2003 nicht –
wie gesetzlich vorgesehen – der Polizei gemeldet, sondern dazu benutzt, um ein Gutachten gegen ihn zu
erstellen.
Dieses Gutachten sei – wie es heißt – auf vollkommen „voreingenommene“, ja „inquisitorische
Art und Weise“ erstellt worden und habe ein „nachweislich falsches“ und unklares Bild von der Person des
inzwischen suspendierten Priesters gezeigt.
Vor der in kirchlichen Belangen meist voreingenommenen Zürcher
Tageszeitung ‘Tages-Anzeiger’ erklärte der Ex-Pfarradministrator seine Ausfälle gegen das Bistum Basel
als Racheakt für das negative Ergebnis des diözesanen Gutachtens.
Der inzwischen suspendierte Priester
hatte im vergangenen Mai vor den Medien erklärt, daß er
seine Sexualität mit einem Freund und einer
Freundin auslebe.
Der Generalvikar der Diözese Basel dementierte die Darstellungen des Röschenzer Kirchenrates
umgehend:
„Die in den Medien wiedergegebenen Berichte betreffend Verfahren bei der Staatsanwaltschaft
Basel-Stadt oder psychiatrischen Abklärungen, waren für den Entzug der Missio canonica und die Suspendierung
von Herrn Franz Sabo seitens des Bistums nicht maßgebend.
Ansonsten verweisen wir auf den Rechtssatz,
daß über den Inhalt von Personalakten nicht in der Öffentlichkeit gesprochen wurde und wird.“
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#8
Fritz Ganser 22:02:06 | Samstag, 5. November 2005
#7
Sulpicius 18:13:48 | Freitag, 28. Oktober 2005
#5
Le Trot 08:26:29 | Freitag, 28. Oktober 2005
#4
Benedikt 00:33:26 | Freitag, 28. Oktober 2005
#3
Fritz Ganser 00:20:38 | Freitag, 28. Oktober 2005
#2
Benedikt 23:42:19 | Donnerstag, 27. Oktober 2005
#1
Fritz Ganser 23:26:50 | Donnerstag, 27. Oktober 2005