09:58:44 | Freitag, 28. Oktober 2005
Seit Monaten bezirzt der Vatikan – im Sinne einer neuen Ostpolitik – das kommunistische Regime der Volksrepublik China. Die jüngsten Liebeserklärung stammten vom Kardinalstaatssekretär Angelo Sodano persönlich. Sie blieb nicht unbeantwortet.
(kreuz.net, Peking) Der Heilige Stuhl wäre jederzeit bereit, seine diplomatischen Beziehungen mit Taiwan
abzubrechen, um dafür Botschafter mit den Kommunisten in Peking auszutauschen.
Das erklärte Kardinalstaatssekretär
Angelo Sodano am Dienstag anläßlich der Einweihung eines neuen Kongreß-Zentrums in der von den Jesuiten
geführten römischen Universität Gregoriana.
Das Zentrum ist dem in China als „Weiser aus dem Westen“
bekannten Jesuitenpater Matteo Ricci († 1610) gewidmet.
Der Vatikan hätte keine Probleme, die Apostolische
Nuntiatur von Taiwan nach Peking zu verlegen, wenn die kommunistische Volksrepublik bereit wäre, im Land
die Religionsfreiheit zu garantieren:
„Wir haben schon oft gesagt, daß Taiwan kein Hindernis sein wird.“
Kardinal Sodano erklärte, daß das vatikanische Außenministerium ihre Nuntiatur „lieber heute als morgen“
nach Peking übersiedeln würde.
Erst im Mai diesen Jahres
kam ein anderer Kurienkardinal zu demselben
Schluß. Der Vatikan sei entschlossen, für den Frieden mit der Volksrepublik China die diplomatischen
Beziehungen zu Taiwan aufzugeben.
Die Diktatoren in Peking betrachten den demokratischen Inselstaat nur
als eine abtrünnige Provinz des Landes.
Die chinesischen Kommunisten schreiben jedem Lande, das mit
ihnen ins diplomatische Geschäft kommen will, den Abbruch der Beziehungen mit Taiwan vor. Darum unterhalten
die meisten Staaten und Organisationen diplomatische Beziehungen zum chinesischen Festland, nicht aber
zu Taiwan.
Der Vatikan ist der einzige europäische Staat, dessen Botschaft noch in Taiwan ist.
Der
Apostolische Nuntius wurde nach der Machtübernahme der Kommunisten im Jahre 1951 aus dem Land vertrieben
und residiert seither in Taiwan.
Bereits im Jahr 1979 wurde der Nuntius in Taiwan – wohl um den chinesischen
Kommunisten zu gefallen – auf einen „Geschäftsträger ad interim“ herabgestuft. Seit August vergangenen
Jahres ist auch dieser Posten unbesetzt.
Die Stellungnahme des Kardinalstaatsekretärs dürfte Teil einer
gezielten diplomatischen Taktik sein.
Sogar Papst Benedikt XVI. schenkte in seiner
Predigt zum Abschluß
der Weltbischofssynode – obwohl der Heilige Stuhl keine diplomatischen Beziehungen zu China pflegt – dieser
Thematik beachtliche Aufmerksamkeit.
Ein Sprecher des chinesischen Außenministeriums begrüßte gestern
Donnerstag die Bemühungen des Vatikan. Er bekundete den „aufrichtigen Wunsch“ der Pekinger Regierung
zur Verbesserung der beiderseitigen Beziehungen.
China erwarte allerdings vom Heiligen Stuhl, daß er
„auf Worte Taten folgen“ lasse.
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#6
Christin 18:13:09 | Donnerstag, 10. November 2005
#5
richard 09:49:05 | Samstag, 29. Oktober 2005
#4
L. Trzil 21:47:10 | Freitag, 28. Oktober 2005
#3
Andrija 17:33:10 | Freitag, 28. Oktober 2005
#2
Athanasius 12:30:38 | Freitag, 28. Oktober 2005
#1
FioreGraz 11:16:42 | Freitag, 28. Oktober 2005