China
Vatikanische Liebeserklärung
Seit Monaten bezirzt der Vatikan – im Sinne einer neuen Ostpolitik – das kommunistische Regime der Volksrepublik China. Die jüngsten Liebeserklärung stammten vom Kardinalstaatssekretär Angelo Sodano persönlich. Sie blieb nicht unbeantwortet.
(kreuz.net, Peking) Der Heilige Stuhl wäre jederzeit bereit, seine diplomatischen Beziehungen mit Taiwan abzubrechen, um dafür Botschafter mit den Kommunisten in Peking auszutauschen.

Das erklärte Kardinalstaatssekretär Angelo Sodano am Dienstag anläßlich der Einweihung eines neuen Kongreß-Zentrums in der von den Jesuiten geführten römischen Universität Gregoriana.

Das Zentrum ist dem in China als „Weiser aus dem Westen“ bekannten Jesuitenpater Matteo Ricci († 1610) gewidmet.

Der Vatikan hätte keine Probleme, die Apostolische Nuntiatur von Taiwan nach Peking zu verlegen, wenn die kommunistische Volksrepublik bereit wäre, im Land die Religionsfreiheit zu garantieren:

„Wir haben schon oft gesagt, daß Taiwan kein Hindernis sein wird.“

Kardinal Sodano erklärte, daß das vatikanische Außenministerium ihre Nuntiatur „lieber heute als morgen“ nach Peking übersiedeln würde.

Erst im Mai diesen Jahres kam ein anderer Kurienkardinal zu demselben Schluß. Der Vatikan sei entschlossen, für den Frieden mit der Volksrepublik China die diplomatischen Beziehungen zu Taiwan aufzugeben.

Die Diktatoren in Peking betrachten den demokratischen Inselstaat nur als eine abtrünnige Provinz des Landes.

Die chinesischen Kommunisten schreiben jedem Lande, das mit ihnen ins diplomatische Geschäft kommen will, den Abbruch der Beziehungen mit Taiwan vor. Darum unterhalten die meisten Staaten und Organisationen diplomatische Beziehungen zum chinesischen Festland, nicht aber zu Taiwan.

Der Vatikan ist der einzige europäische Staat, dessen Botschaft noch in Taiwan ist.

Der Apostolische Nuntius wurde nach der Machtübernahme der Kommunisten im Jahre 1951 aus dem Land vertrieben und residiert seither in Taiwan.

Bereits im Jahr 1979 wurde der Nuntius in Taiwan – wohl um den chinesischen Kommunisten zu gefallen – auf einen „Geschäftsträger ad interim“ herabgestuft. Seit August vergangenen Jahres ist auch dieser Posten unbesetzt.

Die Stellungnahme des Kardinalstaatsekretärs dürfte Teil einer gezielten diplomatischen Taktik sein.

Sogar Papst Benedikt XVI. schenkte in seiner Predigt zum Abschluß der Weltbischofssynode – obwohl der Heilige Stuhl keine diplomatischen Beziehungen zu China pflegt – dieser Thematik beachtliche Aufmerksamkeit.

Ein Sprecher des chinesischen Außenministeriums begrüßte gestern Donnerstag die Bemühungen des Vatikan. Er bekundete den „aufrichtigen Wunsch“ der Pekinger Regierung zur Verbesserung der beiderseitigen Beziehungen.

China erwarte allerdings vom Heiligen Stuhl, daß er „auf Worte Taten folgen“ lasse.
      
6 Lesermeinungen
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#6   Christin   18:13:09 | Donnerstag, 10. November 2005
…ein Blumenstrauß von Papa „Benedetto“ für „Maria,die Eucharistische Frau“
Papst Benedikt XVI.
Zitat aus einer Rede
Daß Maria, die eucharistische Frau, uns helfe, darin verliebt zu sein. Im Gehorsam zum Wirken des Geistes und in Aufmerksamkeit auf die Nöte der Menschen wird die Kirche immer mehr zum Leuchtturm wahrer Freude und Hoffnung und ihre Sendung als „Zeichen und Werkzeug der Einheit des gesamten Menschheitsgeschlechts“ (LG 1) verwirklichen.
*Zitat Ende*
Wenn Maria das lesen würde ,
würde sie sich sicher freuen!
Da sind wir aber alle mithineingenommen,und dürfen uns mitfreuen an dieser Liebeserklärung,wenn wir mit dem Heiligen Geist und dem Geheimnis der Eucharistie verbunden bleiben und gehorsam und aufmerksam bleiben für die Nöte der Menschen und Werkzeug der Einheit bleiben
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#5   richard   09:49:05 | Samstag, 29. Oktober 2005
Wirklichkeitssinn
ist in der Politik eine Tugend. Der Vatikan besaß diese nachweisbar, seit er existiert. Da kann es schon einmal vorkommen, daß man Jahre, Jahrzehnte, sogar Jahrhunderte politisch zur einen Seite hält, um dann ganz spontan einen Kehrtwendung zu machen. Es geht um Interessen, nicht um Moral. Das Interesse des Vatikans besteht darin, 1,3 Milliarden – Tendenz stark steigend – Chinesen zu missionieren. 20 Millionen Taiwanesen fallen politisch nicht so sehr ins Gewicht. Zu diesem politischen Realitätssinn paßt auch, daß Angelo Sodano am 1.10.2005 „im Namen Seiner Heiligkeit“ dem deutschen Großmeister des Templerordens freundlich mitteilte: …„Seit der Entdeckung des Schreibens von Clemens V. wissen wir, daß der Templerorden weder im Jahre 1307 noch davor Schuld auf sich geladen hat. Aus diesem Grund erklären wir, daß die Verfolgung und die von seiner Heiligkeit in Vienne im Jahr 1312 beschlossene Auflösung des Ordens gänzlich falsch waren…“ Mich freut diese Wahrheitsliebe des Vatikan, auch wenn sie mit 700 Jahren Zeitabstand doch etwas spät kommt. Papst Benedikt scheint bemüht, politischen Realitätssinn und geschichtliche Wahrheitsliebe miteinander in Einklang bringen zu wollen. Man darf deshalb sehr gespannt in die katholische Zukunft blicken.
richard
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#4   L. Trzil   21:47:10 | Freitag, 28. Oktober 2005
Historia docet
Bezüglich der „Patrioten“ ist daran zu erinnern, daß deren Schisma alles andere als freiwillig war. Ein analoges Problem hatte Rom ja in Frankreich, als unter Napoleon die Lage der schismatischen „konstitutionellen“ Geistlichen reguliert werden mußte, wobei man eine pragmatische Lösung fand: die vertriebenen legitimen Bischöfe mußten auf ihre Diözesen verzichten. Dies war zwar nicht besonders schön, aber unter den Gegebenheiten wohl das einzig Mögliche – und der Weg, auf dem die Gläubigen wieder zu geordneter Sakramentenspendung kommen konnten.
M.me FioraGraz scheint es von einer anarchistisch-bolschewistischen Netzseite hierher verschlagen zu haben, hm?
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#3   Andrija   17:33:10 | Freitag, 28. Oktober 2005
Taiwan-
ich sehe darin kein Verrat, da die Kirche in erster Linie für die gläubigen da sein muß; und die sind nun mal auf dem Festland. ich sehe nicht ein warum wir in diesem Punkt den Konfuzius-Insulanern die Treue halten sollen. Dagegen sollte energischer gegen die Patriotischen Separatisten vorgegangen werden, mit der ganzen Macht der Bindungsgewalt.
@FioreGraz halten Sie endlichen Ihren Mund, dergleichen würden Sie nicht schreiben, wenn Sie auf einer talmudistischen Seite wären.
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#2   Athanasius   12:30:38 | Freitag, 28. Oktober 2005
Bitte, Fiore,
ich verbiete es Ihnen über die Kirche als „Hure“ zu sprechen.
Zwar ist der heutige Vatikanapparat sehr defektiv, vor allem in Beziehungen mit den Kommunisten (ist schon seit Paul VI. so), aber das gibt Ihnen nicht das Recht so zu schimpfen.
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#1   FioreGraz   11:16:42 | Freitag, 28. Oktober 2005
Naja
Wie sagt man teilweise die Kirche sei eine Hure die für den meistbietendsten die Beine breit macht.
Die Amtskirche scheints zu weilen wirklich zu sein.
LG
Fiore
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