kreuzmeldungen
Papst inkognito unterwegs + Abschaffung des Lebensrechtes aufgeschoben + Inhaftierter Oligarch bittet um einen Priester + Neue ökumenische Öffnung + Überbleibsel aus besseren Zeiten
Papst inkognito unterwegs

Vatikan. Papst Benedikt XVI. ist gestern Vormittag bei schönem Wetter in einer privaten Wallfahrt zum Marienheiligtum ‘Mentorella’ gepilgert. Das Kirchlein, das der „Mutter der Gnaden“ geweiht ist, befindet sich in den Bergen südöstlich von Rom. Im Kreis seiner engsten Mitarbeiter zelebrierte der Papst dort eine Heilige Messe. Der verstorbene Papst Johannes Paul II. war für seine besondere Verbundenheit mit dem Wallfahrtsort bekannt, der von polnischen Ordensleuten betreut wird. Vor dem Konklave des Jahres 1978 verbrachte der damalige Kardinal von Krakau dort einige Tage in Exerzitien.

Abschaffung des Lebensrechtes aufgeschoben

Portugal. Das Verfassungsgericht in Portugal hat ein Referendum zur Legalisierung der Kinderabtreibung abgelehnt. Die Richter entschieden dies am Samstag in Lissabon mit einer einzigen Stimme Mehrheit. Eine vom Parlament beschlossene Volksabstimmung sei aus terminlichen Gründen mit der Verfassung unvereinbar. Staatspräsident Jorge Sampaio hatte im Mai einen Antrag des Parlaments zur Abhaltung eines Referendums abgelehnt. Der Sozialist erklärte damals, daß eine solche Abstimmung angesichts der niedrigen Beteiligung während der Sommerferien sinnlos sei. Das von linken, lebensfeindlichen Kräften dominierte Parlament stellte daraufhin Ende September einen zweiten Antrag. Nach Ansicht des Verfassungsgerichts ist ein zweiter Antrag innerhalb derselben Legislaturperiode nicht möglich. Der nächste legale Termin für ein Referendum ist der November 2006.

Inhaftierter Oligarch bittet um einen Priester

Rußland. Der kürzlich zu acht Jahren Gefängnishaft verurteilte ehemalige Chef des russischen Ölkonzerns ‘Yukos’, Michail Chodorkowski, hat den Gefängnisdirektor um ein Treffen mit einem Priester gebeten. Chodorkowski befindet sich zur Zeit im Gefangenenlager Krasnokamiensk in der Nähe der Stadt Tschita. Tschita liegt im Südosten von Rußland, 250 Kilometer von der chinesischen Grenze entfernt. Der orthodoxe Priester Sergei Taratuchin wird den ehemaligen Ölmagnaten in den nächsten Tagen aufsuchen. Der Geistliche verbrachte selber vier Jahre wegen „antisowjetischer Agitation“ im Gefängnis. Er sympathisiere mit Chodorkowski: „Wir haben viel gemeinsam.“ Er sei gerne bereit, die Beichte Chodorkowskis zu hören.

Neue ökumenische Öffnung

Schweden. Schwedische Homos, die in staatlich anerkannten Konkubinaten leben, können ihre unkeuschen Verbindungen in Zukunft von der evangelisch-lutherischen Staatskirche segnen lassen. Das höchste beschlußfassende Organ der schwedisch-lutheranischen Kirche – Kyrkomötet – stimmte am Donnerstag für die Einführung eines eigenen Segensspruches für sexuell Verdrehte. 160 der Kirchendelegierten stimmten für den Vorschlag, 81 dagegen. Acht Delegierte enthielten sich ihrer Stimme.

Überbleibsel aus besseren Zeiten

Deutschland. Heute Sonntag wird in Dresden die wiedererbaute evangelisch-lutherische Frauenkirche eingeweiht. Dresden ist die Hauptstadt des Bundeslandes Sachsen nahe der Tschechischen Grenze im Gebiet der ehemaligen DDR. Frauenkirche ist die Kurzform für „Kirche unserer lieben Frau“. Das protestantische Gotteshaus wurde Mitte des 18. Jahrhunderts errichtet. Zuvor stand auf dem Platz eine romanische Kirche aus dem 11. Jahrhundert, die Unserer lieben Frau geweiht war. Während der mörderischen Luftangriffe auf Dresden im Jahr 1945 wurde die hochbarocke Kirche zerstört. Von den ursprünglichen Glocken ist nur mehr eine erhalten. Sie heißt „Maria“.
      
8 Lesermeinungen
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#8   Christin   01:12:34 | Montag, 14. November 2005
Mutter der Gnaden:Gemeinsames Gebet verbindet und wirkt Wunder
Jede Mutter ist für ihr Kind
eine Gnadenvermittlerin soviel oder sowenig sie das als Mensch auf dieser Welt vermag.
Aber wenn Mütter sich zusammentun und gemeinsam beten,bündeln sie diese Mutter-LIebe(=Gnade) so wie viele Sandkörner einen „Kristallstein beinhaltet und jedes gute Wunsch(Steinchen) ein Segen sein will.
Gemeinsam gibt das ein so starkes Bild einer Mutter,so stark,wie nur Mutter „Erde“ das wiedergespiegeln kann und Künstler das festgehalten haben in den Marienstatuen.
Und der Satz wird Wahrheit:
Ich gebe euch ein Neues Herz!Ich nehme das Herz aus Stein aus eurer Brust und gebe euch ein Herz aus Fleisch!
Den Satz könnte auch ein Mann(Jesus)sagen der aus dem Herzen einer Mutter spricht.
In Gnade leben wir auf dieser Welt.Auf Gnade sind wir angewiesen unser ganzes Leben lang,Gnade kann man sich „leider“ nicht wirklich erarbeiten,sondern Gnade muß einem geschenkt werden,sonst ist es keine Gnade,sondern Gerechtigkeit!
aber auch wenn man meint,man hätte sich Gerechtigkeit verdient,so ist es fast nur aus der Quelle der Gnade gekommen,auch wenn man meint gut gewesen zu sein!
Das haben unsere Papste alle verstanden,sonst wären sie nicht Päpste geworden!
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#7   chancel_screen   15:48:32 | Montag, 31. Oktober 2005
Protestanten-Kirche katholischer als Novus-Ordo-Pendant?
Die Lehmann-Kirche hätte das ganz anders gemacht. Das Ergebnis wäre der übliche minimalistische, sterile, abweisende, unkatholische Playmobil-Kirchenraum. Unser Bishof Karl würde sogar die Fresken der Sixtina weiß übermalen, damit sie „in der Mitte der Gesellschaft“ ist.
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#6   Marcel   19:59:49 | Sonntag, 30. Oktober 2005
Sehr geschickt…
… eingefädelt wurde es, wie Joshua ganz richtig sagt.
Tatsächlich so geschickt, daß man nicht davon ausgehen kann, daß Menschenhand das Zerstörungswerk führt (ausübt schon).
Das Result ist, daß die große Masse nichts merkt, und der Widerstand entsprechend dürftig ist.
Doch in der Kirche kommt es nicht auf die Masse und Mehrheiten an, sondern einzig auf Gottes Willen und jene, die sich diesem uneingeschränkt hingeben. Wenn es in Notfällen sein muß, auch gegen die verirrte Kirchenhierarchie, wie der hl. Athanasius es vorexerzierte und der Athanasius des 20. Jahrhunders es erneuerte.
Letzterer feiert Ende November 2005 seinen 100. Geburtstag – ein Anlaß zu großer Freude also. Sicherlich werden wir Freunde der Tradition dazu noch das eine oder andere beizutragen wissen.
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#5   Athanasius   19:46:54 | Sonntag, 30. Oktober 2005
Ein Vetter von mir…
…, ein Niederländer, hat sogar einen finanziellen Beitrag an die Restauration der Frauenkirche gegeben. Ist ja auch ein Dresdenvergötzer.
Wäre doch die kaputtbombardierte Orgel des Johannes S. Bach dort jemals wieder auf zu bauen!
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#4   Sulpicius   17:23:09 | Sonntag, 30. Oktober 2005
Ich frage mich, wie die neue Dresdener Frauenkirche aussähe,…
… wäre der Wiederaufbau nicht eine Initiative privater Leute gewesen. Wahrscheinlich könnten wir uns sonst heute einen Betonklotz mit Stahlrohren und Klo-Blindfenstern anschauen, sozusagen ein Mahnmal gegen den Krieg oder dergl. Nein, ausnahmesweise hat die Schönheit gesiegt. Warum geht das nicht auch an anderen Orten?
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#3   Joshua   16:32:43 | Sonntag, 30. Oktober 2005
@Marcel
Wir dürfen jedoch kein neues Evangelium akzeptieren.
Die Erfinder des NOM haben es mit den Lesungen und Evangelien so „schlau“ angestellt. dass es die Gläubigen gar nicht merken, dass entweder am Beginn oder am Schluss „weggeschnitten“ wurde. Noch schlimmer ist es, dass sogar mitten im Text plötzlich ein Satz von der entsprechenden Bibelstelle fehlt. Sie verkünden wohl kein neues Evangelium, haben aber wichtige Unterlassungen begangen, man könnte auch von einem „zensurierten“ Evangelium sprechen. Wer Zeit hat und jeden Sonntag die Lesungen und Evangelien mit der
Bibel vergleicht, wird mir wohl recht geben müssen.
Wie würden wohl die Leute reagieren, wenn jemand von
einem weltbekannten Dichter ein Gedicht vor einer grossen Menschenmenge vortragen würde, aus dem zwei Sätze weggestrichen wurden? Einfach so, weil sie dem Vortragenden nicht passen?
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#2   Marcel   14:50:58 | Sonntag, 30. Oktober 2005
Christkönigsfest: Quas primas (Papst Pius XI.)
Heute hörten wir eine gute Predigt über das soziale Königtum Jesu Christi. Allen, denen dies nicht vergönnt war, empfehle ich folgenden Artikel auf der Internet-Präsenz der FSSPX:
Pius XI. (1922-1939) in seiner Enzyklika Quas primas, mit der er das Christ-König-Fest einsetzte. www.fsspx.info/news/news.php?show=423
„Je schmachvoller der am meisten der Liebe würdige Name unseres Erlösers bei den internationalen Zusammenkünften und in den Parlamenten durch Schweigen unterdrückt wird, umso lauter müssen wir ihn verkünden, umso mehr überall die Rechte der Königswürde und der Königsgewalt Christi bejahen und bekräftigen.“
Großartige vorkonziliare Päpste: ein Segen, gerade heute während der „Selbstzerstörung der Kirche“ (© Paul VI.).
Die Lehre der vorkonziliaren Päpste ist zeitlos, weil es das angewendete Evangelium ist. Die Lehre vom sozialen Christkönigstum beweist es exemplarisch. Man muß nicht Theologe sein – oder vielleicht sollte man es sogar nicht sein –, um dies zu erkennen.
Ihr rechtgläubigen Katholiken, laßt Euch nicht weiter betrügen von jenen, auch in Soutane, die wahrheitswidrig behaupten, diese vorkonziliaren Päpste hätten lediglich auf ihre Zeit reagiert und ihre Worte seien heute Schnee von gestern.
Das ist gefährlicher Relativismus. Es relativert das Evangelium. Wir dürfen jedoch kein neues Evangelium akzeptieren. Bleiben wir Christus treu. Europa und die Welt braucht „Quas primas“ mehr denn jemals zuvor. „Christus muß herrschen.“
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#1   Romulus   10:29:39 | Sonntag, 30. Oktober 2005
Frauenkirche Dresden
Wunderbar, dass diese schöne Kirche wiedererrichtet wurde. Noch wunderbarer wäre es, wenn dort irgendwann mal in der Zukunft katholischer Gottesdienst gefeiert würde. Der Begriff Weihe ist eine Augenwischerei: Die Weihe einer Kirche kann nicht von einem protestantischen Landesbischof (denn er ist Laie), sondern nur von einem römisch katholischen Bischof vorgenommen werden. Der Ritus ist nämlich wesentlich komplexer als ein protestantisches Bittgebetchen. Aber mit der Komplexität hat unsere Zeit ja so ihre Schwierigkeiten.
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