Familie
Die Bischofssynode geht in die zweite Runde
Nachdem ein Kurienkardinal die Ergebnisse der kaum beendeten Bischofssynode vor Journalisten in Frage gestellt hatte, widersprach ihm jetzt ein anderer Kurienkardinal – ebenfalls über die Medien.
(kreuz.net, Vatikan) Anfang dieser Woche erklärte Kurienkardinal Walter Kasper vor Medienvertretern, daß die Frage der Kommunionspendung an Katholiken, die im Ehebruch leben, trotz der Bischofssynode, welche die katholische Lehre dazu bekräftigt hatte, einer Lösung harre.

Kardinal Kasper, der Präsident des Rates für die Einheit der Christen ist, bedauerte, daß sich die kürzlich zuende gegangene Weltbischofssynode nicht für Änderungen starkgemacht habe. Dabei wisse jeder Bischof in den westlichen Ländern, daß es sich hier um ein ernstes Problem handle:

„Ich kann nicht glauben, daß die Debatte vorbei ist.“

Bereits am Donnerstag stieß Kardinal Kasper mit seinen Aussagen auf den Widerspruch eines Mitbruders im Kardinalskollegium.

Der Präsident des päpstlichen Rates für die Familie, Alfonso Kardinal Lopez Trujillo (69), antwortete in einem Interview mit der Donnerstagsausgabe der römischen Tageszeitung ‘La Repubblica’:

„Das ist keine offene Frage. Wenn Christus befiehlt, müssen die Bischöfe und die Gläubigen gehorchen.“

Der für die Familie verantwortliche Kirchenfürst versuchte gleichzeitig, seinen Mitbruder zu rechtfertigten. Seine Aussagen seien „ein Mißverständnis“:

„Ich glaube, Kardinal Kasper wollte auf den pastoralen Aspekt der Thematik hinweisen.“ Die Worte von Kardinal Kasper seien mißverstanden worden.

Kardinal Trujillo erklärte, daß sich wiederverheiratete Geschiedene in einer Situation befinden, die dem Willen Gottes widerspreche. Dies schließe sie vom Empfang der heiligen Kommunion aus.

Eine Ausnahme bestehe, wenn sie versprechen würden, ohne sexuelle Kontakte wie Bruder und Schwester zu leben.

„Es ist unannehmbar, daß man ständig über diese Angelegenheit redet, als wäre sie eine ungeklärte Frage, als würde man für die Zukunft Hintertürchen offenlassen.“

Dadurch nähre man lediglich falsche Erwartungen über mögliche Änderungen.

Die kirchliche Lehre über die Unauflöslichkeit des Ehebandes sei auf die Worte Christi gegründet: „Die Kirche hat keine Autorität, diese Lehre aufzuheben.“

Kardinal Trujillo unterstrich, daß die Glaubenskongregation die Lehre der Kirche bereits in einem früheren Brief an den damaligen Bischof Kasper und zwei andere deutsche Bischöfe bekräftigt hat.

Das Dokument wurde vom damaligen Kurienkardinal Joseph Ratzinger unterschrieben und von Papst Johannes Paul II. genehmigt.

Der Präsident des Familienrates erinnerte auch an das diesjährige Treffen des Papstes mit Priestern während seiner Sommerferien im Aostatal.

Dort habe Benedikt XVI. mit großer Klarheit hervorgehoben, daß es für wiederverheiratete Geschiedene keine Möglichkeit gibt, die Kommunion zu empfangen.
      
3 Lesermeinungen
Sie haben eine Meinung zu diesem Artikel? Dann verfassen Sie einen Beitrag. Bleiben Sie in Ihrem Kommentar sachlich und bemühen Sie sich um eine erträgliche Diskussionsatmosphäre. Bedenken Sie, daß Ihr Beitrag noch über Jahre hinweg abrufbar und durch Suchmaschinen im Internet auffindbar ist.
Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt der Leserbeiträge. Sie behält sich das Recht vor, Beiträge zu löschen oder Leser aus der Debatte auszuschließen.
Kommentar schreiben
#3   Laurentius2   14:13:35 | Montag, 31. Oktober 2005
Kasper kennen heißt sich nicht mehr wundern …
Wer Kaspers Gedankenwelt ein wenig kennt, kann sich über seinen permanenten Dialog, der natürlich nur dann fruchtbar ist, wenn er in die permanente Revolution mündet, nicht wirklich wundern.
Wann werden die klaren Feststellungen Dr.David Bergers, über den häretischen Charakter der Rahnerschule endlich einer breiteren katholischen Öffentlichkeit bekannt gemacht, damit sich möglichst viele von uns endlich bewußt werden, daß diese Schule (Lehmann, Kasper, Küng, Vorgrimler) aus einer Häresie heraus entstanden ist und somit logischerweise auch nur Unkatholisches dabei herauskommen kann ?
Appell an Rom: BITTE ENDLICH ÜBER RAHNERS THEOLOGIE ENTSCHEIDEN ! (Von mir aus eine Supersynode dazu ).
Redaktion benachrichtigen
#2   Marius   10:22:16 | Sonntag, 30. Oktober 2005
Kommunion
Ist etwa Gott Schud, dass wir seine Gebote nicht halten
und sich heute sehr viele Eheleute wieder scheiden lassen und dies zum Teil wegen Kleinigkeiten!
Muss Gott seine Gebote ändern, oder müssen nicht wir
Menschen uns ändern?
Redaktion benachrichtigen
#1   Rosa von Lima   20:34:20 | Samstag, 29. Oktober 2005
Auch Kardinal Arinze…
Auch der nigerianische Kardinal Francis Arinze, der vatikanische „Sakramenten-Minister“, sagte, die Kirche habe keine Möglichkeit, in irregulären Verhältnissen lebenden Katholiken die Kommunion zu spenden, da es sich dabei „nicht um ein Gesetz der Kirche, sondern um ein Gesetz Gottes“ handle. Andererseits gaben gerade Bischöfe aus Afrika zu bedenken, dass diese Ausschlusspraxis viele Gläubige zum Uebertritt zu Sekten treibe und daher pastoral nichts bringe. Doch es ist zu erwarten, dass so schnell in dieser Sache nix passiert.
Redaktion benachrichtigen
Weiterlesen:
FamilieSimulationen FamilieEine sexuelle Gegenrevolution FamilieBis daß der Stromausfall euch scheide FamiliePseudoehe FamilieHei! Rat mir mal! FamilieSie haben leider recht behalten FamilieWill ich der Gesellschaft meine moralischen Überzeugungen aufzwingen? FamilieNeue Instruktion: richtig oder nichtig? FamilieKardinal fordert seine Priester auf, über die natürliche Familienplanung zu predigen FamilieDer Erzbischof getraut sich was FamilieIn Wales ist die Ehe auf dem Marsch ins Museum
RSS Feed  •  News Ticker  •  Werbebanner  •  Visitenkarte  •  Kontakt  •  Impressum
© CC-BY-NC-SA 2012 kreuz.net