18:56:12 | Samstag, 29. Oktober 2005
Nachdem ein Kurienkardinal die Ergebnisse der kaum beendeten Bischofssynode vor Journalisten in Frage gestellt hatte, widersprach ihm jetzt ein anderer Kurienkardinal – ebenfalls über die Medien.
(kreuz.net, Vatikan)
Anfang dieser Woche erklärte Kurienkardinal Walter Kasper vor Medienvertretern,
daß die Frage der Kommunionspendung an Katholiken, die im Ehebruch leben, trotz der Bischofssynode, welche
die katholische Lehre dazu bekräftigt hatte, einer Lösung harre.
Kardinal Kasper, der Präsident des
Rates für die Einheit der Christen ist, bedauerte, daß sich die kürzlich zuende gegangene Weltbischofssynode
nicht für Änderungen starkgemacht habe. Dabei wisse jeder Bischof in den westlichen Ländern, daß es
sich hier um ein ernstes Problem handle:
„Ich kann nicht glauben, daß die Debatte vorbei ist.“
Bereits
am Donnerstag stieß Kardinal Kasper mit seinen Aussagen auf den Widerspruch eines Mitbruders im Kardinalskollegium.
Der Präsident des päpstlichen Rates für die Familie, Alfonso Kardinal Lopez Trujillo (69), antwortete
in einem Interview mit der Donnerstagsausgabe der römischen Tageszeitung ‘La Repubblica’:
„Das ist keine
offene Frage. Wenn Christus befiehlt, müssen die Bischöfe und die Gläubigen gehorchen.“
Der für die
Familie verantwortliche Kirchenfürst versuchte gleichzeitig, seinen Mitbruder zu rechtfertigten. Seine
Aussagen seien
„ein Mißverständnis“:
„Ich glaube, Kardinal Kasper wollte auf den pastoralen Aspekt
der Thematik hinweisen.“ Die Worte von Kardinal Kasper seien mißverstanden worden.
Kardinal Trujillo
erklärte, daß sich wiederverheiratete Geschiedene in einer Situation befinden, die dem Willen Gottes
widerspreche. Dies schließe sie vom Empfang der heiligen Kommunion aus.
Eine Ausnahme bestehe, wenn
sie versprechen würden, ohne sexuelle Kontakte wie Bruder und Schwester zu leben.
„Es ist unannehmbar,
daß man ständig über diese Angelegenheit redet, als wäre sie eine ungeklärte Frage, als würde man
für die Zukunft Hintertürchen offenlassen.“
Dadurch nähre man lediglich falsche Erwartungen über
mögliche Änderungen.
Die kirchliche Lehre über die Unauflöslichkeit des Ehebandes sei auf die Worte
Christi gegründet: „Die Kirche hat keine Autorität, diese Lehre aufzuheben.“
Kardinal Trujillo unterstrich,
daß die Glaubenskongregation die Lehre der Kirche bereits in einem früheren Brief an den damaligen Bischof
Kasper und zwei andere deutsche Bischöfe bekräftigt hat.
Das Dokument wurde vom damaligen Kurienkardinal
Joseph Ratzinger unterschrieben und von Papst Johannes Paul II. genehmigt.
Der Präsident des Familienrates
erinnerte auch an das diesjährige Treffen des Papstes mit Priestern während seiner Sommerferien im Aostatal.
Dort habe Benedikt XVI. mit großer Klarheit hervorgehoben, daß es für wiederverheiratete Geschiedene
keine Möglichkeit gibt, die Kommunion zu empfangen.
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#3
Laurentius2 14:13:35 | Montag, 31. Oktober 2005
#2
Marius 10:22:16 | Sonntag, 30. Oktober 2005
#1
Rosa von Lima 20:34:20 | Samstag, 29. Oktober 2005