Erneuerung mit dem Preßlufthammer
Der Bischof von Cloyne in Irland und ehemalige Privatsekretär dreier Päpste will die Liturgiereform in einer seiner zwei Bischofskirchen mit der Planierraupe durchzusetzen.

Das berichtete die englische Tageszeitung ‘Telegraph’ am 19. Oktober.
Die Diözese Cloyne befindet sich im Süden von Irland.
Die Stadt Cobh liegt 10 Kilometer westlich von Cloyne unweit der Atlantikküste.

Mons. Magee war von 1975-1982 Privatsekretär der Päpste Paul VI., Johannes Paul I. und Johannes Paul II. Von 1982 bis Februar 1987 amtete er als päpstlicher Zeremonienmeister.
Gegenwärtig ist Mons. Magee in der irischen Bischofskonferenz der Verantwortliche für liturgische Fragen.

Die Maßnahmen sind Teil eines Planes, der vorsieht, den Chor sowie das Längs- und Querschiff der Kirche umzubauen.
Bischof Magee glaubt, daß die Änderungen notwendig sind, um das Gotteshaus mit den Erfordernissen der Neuen Messe in Übereinstimmung zu bringen.
Dazu sollen auch zwanzig Bankreihen herausgenommen und der Altarraum ins Kirchenschiff hineinverlängert werden.
Gleichzeitig will der Bischof den Altarraum tiefer setzen und die drei Stufen entfernen, die jetzt dorthin hinaufführen.
Der Bischofsthron und der Altar sollen näher zum Kirchenvolk herangerückt werden.


Der heilige Bischof Colman starb im Jahre 676.
Bischof Magee möchte auch die Seitenkapelle seiner Kathedrale umbauen, die bisher für die Aufbahrung der Bischöfe diente.
Sie soll in eine konventionelle Totenkapelle umfunktioniert werden.
Der Stadtrat von Cobh genehmigte den Umbau.
Doch der Widerstand gegen das Bauvorhaben ist enorm. Das Denkmalamt hat sogar dagegen geklagt.

Die Zerstörung der Kommunionbank werde die Gläubigen jenes Ortes berauben, wo sie seit mindestens 100 Jahren knieten, um die heilige Kommunion zu empfangen“, erklärt außerdem die Tageszeitung ‘The Telegraph’.
Zwei Laienorganisationen – die ‘Irish Georgian Society’ und die ‘Friends of St. Colman’s Cathedral’ – sammelten gegen die Zerstörungspläne des Bischofs 24.124 Unterschriften.
Die Bischofskirche von Cobh ist den großen mittelalterlichen Kathedralen Frankreichs nachempfunden.
Sie ist eine der schönsten Werke des Architekten Edward Welby Pugin. Pugin baute in seinem Leben in Großbritannien und Irland über 100 katholische Kirchen.
Er ist ein sehr bekannter viktorianischer Architekt der neugotischen Epoche.
Ein Sprecher der Diözese Cloyne zeigte sich relativ uneinsichtig:
Man sei im bischöflichen Ordinariat der Meinung, daß „die Struktur“ eines Gotteshauses zur Erfahrung der Gemeinschaft, die miteinander feiert, beitragen soll, damit eine „volle Aktivität“ des Volkes in der Liturgie erleichtert werde.
„Gegenwärtig gibt es in der Kathedrale von Cobh eine bedeutende räumliche Trennung zwischen Priester und Volk.“

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Dienstag, 1. November 2005 21:45
Gotthard: schöne Unterscheidung
@Carlo …da hast du aber eine schöne Definition gebracht… der Klerus ist die Kirche … und die Laien
der Pöbel Gottes.
Dieses Bild hat selbst dem Vaticanum I nicht vor Augen gestanden …
Ich bitte um Belege für diese tolle Definition!!!!!!
Dieses Bild hat selbst dem Vaticanum I nicht vor Augen gestanden …
Ich bitte um Belege für diese tolle Definition!!!!!!
Dienstag, 1. November 2005 21:15
Agiafortuni: Kunst und Volk Gottes
Die Kirche ist nicht das Volk Gottes. Dieser Begriff ist eine der vielen Entstellungen von V2. Sie ist eine göttliche Institution sich herleitend aus dem Auftrag unseres Herrn an die Aposteln gehet hin in alle Welt, lehret und taufet im Namen der allerheiligsten Dreifaltigkeit. Die Kirche ist also zunächst lehrende Kirche und die von ihr Belehrten sind das Volk Gottes
Montag, 31. Oktober 2005 10:44
Bernado: @diakonos
Die hl. Messe ist nicht nur die Feier des „einen Volkes Gottes“, sondern enthält eine Opferhandlung mit
differenzierten Rollen, in der der Priester an herausgehobener Stelle (in Vertretung Christi) darum bittet,
daß „mein und euer Opfer“ gnädig aufgenommen werde.
Die Abtrennung des heiligen Bezirks vom öffentlichen Bereich ist Bestandteil des kultischen Opferns allgemein weit über Christentum und Judentum hinaus. Der nicht nur in Wels immer wieder unternommene Versuch, diese Abtrennung und Unterscheidung einzuebnen, führt genau in die Gefahr, vor der Paulus warnt: Denn wer (unwürdig) ißt und trinkt, der ißt und trinkt sich das Gericht wenn er den Leib (des Herrn) nicht unterscheidet.
Das Einreißen der Schranken um den Altarraum zeigt, welche Risiken damit verbunden sind, daß der Novus Ordo an vielen Stellen darauf verzichtet, die unveränderte Lehre der Kirche auch in der Deutlichkeit vorzustellen, wie das früher geschah: Was nicht mehr ausdrücklich gesagt wird, gerät zunächst aus den Augen und bald aus dem Sinn. Dann erscheint allein das, was noch ausdrücklich gesagt und gezeigt wird, als die ganze Wahrheit, während das Übrige als überholt vergessen und abgerissen wird.
Die Abtrennung des heiligen Bezirks vom öffentlichen Bereich ist Bestandteil des kultischen Opferns allgemein weit über Christentum und Judentum hinaus. Der nicht nur in Wels immer wieder unternommene Versuch, diese Abtrennung und Unterscheidung einzuebnen, führt genau in die Gefahr, vor der Paulus warnt: Denn wer (unwürdig) ißt und trinkt, der ißt und trinkt sich das Gericht wenn er den Leib (des Herrn) nicht unterscheidet.
Das Einreißen der Schranken um den Altarraum zeigt, welche Risiken damit verbunden sind, daß der Novus Ordo an vielen Stellen darauf verzichtet, die unveränderte Lehre der Kirche auch in der Deutlichkeit vorzustellen, wie das früher geschah: Was nicht mehr ausdrücklich gesagt wird, gerät zunächst aus den Augen und bald aus dem Sinn. Dann erscheint allein das, was noch ausdrücklich gesagt und gezeigt wird, als die ganze Wahrheit, während das Übrige als überholt vergessen und abgerissen wird.
Montag, 31. Oktober 2005 10:08
virOblationis: Architektur und Theologie
Wenn die Liturgie [des Meßopfers] die Feier des „einen Volkes Gottes“ ist, bringt dieses dann auch das
Opfer im Altar dar? – Keineswegs.
Durch den Priester am Altar handelt der Heiland selbst. Und so, wie dieser nicht einfach unser Bruder, sondern der Herr ist, der menschgewordene Gott, so ist auch nicht der Priester einfach ein Teil des Volkes Gottes. Dies wird durch eine räumliche Abtrennung des Altarraumes (durch Kommunionbank oder Ikonostase) gut zum Ausdruck gebracht.
Durch den Priester am Altar handelt der Heiland selbst. Und so, wie dieser nicht einfach unser Bruder, sondern der Herr ist, der menschgewordene Gott, so ist auch nicht der Priester einfach ein Teil des Volkes Gottes. Dies wird durch eine räumliche Abtrennung des Altarraumes (durch Kommunionbank oder Ikonostase) gut zum Ausdruck gebracht.
Sonntag, 30. Oktober 2005 20:10
Isidorus Hispalensis: Sakralsprache
@alb_fin
Theodor Klauser vermutet in seiner Kleinen Abendländischen Liturgiegeschichte, S. 45, „dass es bereits für römische Christen der Spätantike nicht immer leicht gewesen ist, den vollen Sinn der Gebete zu erfassen, die der Pontifex bei der Liturgie in feierlichem Tonfall vortrug. Denn die verwendeten Ausdrücke waren meist nicht alltäglich, sie waren aber außerdem sehr oft vieldeutig. Diese Vieldeutigkeit wurde durch den Zusammenhang des jeweiligen Satzes selten beseitigt; die Knappheit und Formelhaftigkeit der Sprache machten das Dunkel eher noch dichter“.
Theodor Klauser vermutet in seiner Kleinen Abendländischen Liturgiegeschichte, S. 45, „dass es bereits für römische Christen der Spätantike nicht immer leicht gewesen ist, den vollen Sinn der Gebete zu erfassen, die der Pontifex bei der Liturgie in feierlichem Tonfall vortrug. Denn die verwendeten Ausdrücke waren meist nicht alltäglich, sie waren aber außerdem sehr oft vieldeutig. Diese Vieldeutigkeit wurde durch den Zusammenhang des jeweiligen Satzes selten beseitigt; die Knappheit und Formelhaftigkeit der Sprache machten das Dunkel eher noch dichter“.
Sonntag, 30. Oktober 2005 16:29
Irenäus: @diakonos
Allerdings scheint mir die Kommunionbank besonders prakrisch zu sein, um den Empfang des Sakramentes im Knien zu erleichtern. Außerdem darf man nicht vergessen, daß in byzantinischen Kirchen der Altarraum durch die Ikonostase abgetrennt ist.
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