Deutschland
Entwarnung: Das Opus Dei greift nach Köln
Kardinal Meisner soll versucht haben, dem Papst einen Nachfolger auf dem Kölner Bischofsstuhl schmackhaft zu machen. Doch Benedikt XVI. scheint abgewinkt zu haben.
Kardinal Joachim Meisner von Köln
Kardinal Joachim Meisner von Köln
© Pressefoto Erzbistum Köln
(kreuz.net, Köln) Papst Benedikt XVI. soll den Kandidaten abgelehnt haben, den ihm der Kardinalerzbischof von Köln angeblich als Koadjutor für die Erzdiözese Köln vorgeschlagen hat. Das berichtete das deutsche Boulevardmagazin ‘Spiegel’.

Beim Wunschkandidaten des Erzbischofs für das Amt des Bischofskoadjutors handelt es sich um Weihbischof Rainer Woelki (49).

Der Koadjutor ist ein Weihbischof mit Recht auf Nachfolge.

‘Spiegel’ beruft sich auf Informationen „aus dem Umfeld von Benedikt XVI“. Offensichtlich hat sich das Magazin bei deutschen Monsignori an der römischen Kurie herumgehört.

Der Kardinal wird am 25. Dezember 72 Jahre alt. Er wird somit im Jahr 2008 gemäß den Vorschriften des Kirchenrechtes seinen Rücktritt einreichen.

Der Heilige Vater habe – so der ‘Spiegel’ – dem Kirchenfürsten klar zu verstehen gegeben, daß die Neubesetzung des Kölner Bischofsstuhls über einen Koadjutorbischof nicht in Frage komme.

Kardinal Meisner selber dementierte das Gerücht auf Anfrage des Kölner Priesterrates: „Mir ist von einem solchen Vorgang nichts bekannt.“

In den klerikalen Kreisen, die in Köln Einfluß haben, wäre ein Koadjutor Woelki nicht gerne gesehen. Besonders das Domkapitel, das bei der Bestimmung des Erzbischofs besondere Rechte besitzt, wäre ihm nicht wohlgesonnen.

Weihbischof Woelki – der in der Erzdiözese auch wegen seines Haarersatzes bekannt ist, den er wegen einer Hautkrankheit trägt – wird gelegentlich als „Kofferträger“ des Erzbischofs bezeichnet.

Er promovierte in aller Eile an der römischen Opus-Dei-Universität – wohl auch, um seine Ernennung zum Weihbischof vorzubereiten.

Es ist nicht unwahrscheinlich, daß der Weihbischof so wie der Direktor des Seminaristenkonviktes und der neue Generalvikar zur priesterlichen Gesellschaft vom Heiligen Kreuz gehört.

Auch dem Kardinal wird eine Mitgliedschaft in diesem Verband nachgesagt.

Es handelt sich dabei um eine weltweite Vereinigung von etwa 4000 Diözesanpriestern, die organisatorisch und spirituell aufs engste mit der Personalprälatur Opus Dei verbunden ist.

Das Opus Dei ist traditionell stark in Köln. In der Stadt sitzt auch die Deutschland-Leitung der Personalprälatur.

Es war darum kein Zufall, daß der Papst beim Weltjugendtag gerade in der Pfarrei Sankt Pantaleon Halt machte, um dort Seminaristen aus aller Welt zu treffen. St. Pantaleon ist die einzige Kölner Pfarrei, die dem Opus Dei anvertraut ist.

Von der Opus-Dei-Präsenz in Köln sollte man sich freilich nicht zuviel erwarten, erklärte ein Kenner des Opus Dei. Heute diene die Personalprälatur in erster Linie als Schreckgespenst der Linken und als Dopingmittel für deren Verschwörungsphantasien.

„In Wahrheit rüttelt das Opus Dei dort, wo es an die Macht gelassen wird, eigentlich nie an den bestehenden Zuständen.“
      
14 Lesermeinungen
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#14   Rudolphus   12:27:44 | Montag, 31. Oktober 2005
Unterstellungen gegen Exzellenz Woelki
Die Sachlage in der Kölner Erzdiözese ist ohnehin bekannt.
Weihbischof Woelki aber zu unterstellen, sein Studium nur gemacht zu haben, um Meisner-Nachfolger zu werden, ist ja sehr lustig.
Ansonsten baut dieser Artikel nur auf Gerüchten auf. Der Papst mag andere Gründe gehabt zu haben, keinen Coadjutor für Köln ernennen zu wollen.
Vielleicht will Se. Heiligkeit auch einfach die Zwangspensionierung der Diözesanbischöfe abschaffen, ein weiterer Geistesblitz Pauls VI.
Heute könnten wir diese Regelung aber wiederum gut gebrauchen.
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#13   wolfgang e.   09:29:00 | Montag, 31. Oktober 2005
???
Eine katholische Internetzeitung die aus dem Spiegel abschreibt? Ist doch irgendwie lächerlich. Ich lese doch eine katholische Internetzeitung, weil ich andere Informationen suche als ich in Boulvard-Gerüchteküchen-Magazinen, die der Kirche nicht unbedingt freundlich gesinnt sind, finden kann. Müsst ihr Euch hier wirklich auf dieses Niveau begeben? Eure Leser haben besseres verdient.
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#12   Le Trot   09:22:23 | Montag, 31. Oktober 2005
@chancel_screen
Die kreuz-net-Redaktion kommt nur ihrer Plicht nacht, wenn sie solche Eitelkeiten anzeigt. Früher war Eitelkeit Gegenstand der Beichte.
Na, dann hoffen wir mal, dass es unter den Fans der Kreuznetredakteure keine Zahnprothesenträger gibt.
Also Mut zur uneitlen Zahnlücke – oder zur Beichte !
Mensch habt ihr einen Sprung in der Schüssel !
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#11   Gotthard   23:16:09 | Sonntag, 30. Oktober 2005
Haarersatz etc
Was weißt du denn schon, was sich ziemt ?… hier gibt es so tolle Dummheiten, das geht kaum noch auf eine Kuhhaut …
Wende Deinen Blick doch lieber dich als auf die „Hochwürden“ … ich denke, da gibt es genug zu entdecken.
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#10   Le Trot   23:06:34 | Sonntag, 30. Oktober 2005
@chancel_screen
auch wenn viele V2-Prälaten sogar Piercings und Ohrringe zur Schau tragen.
links dazu bitte …
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#9   chancel_screen   22:14:39 | Sonntag, 30. Oktober 2005
@Gotthard Eitelkeit
Es geziemt sich nicht für eine Würdenträger der Kirche, einen Haarersatz zu tragen, auch wenn viele V2-Prälaten sogar Piercings und Ohrringe zur Schau tragen. Die Vorschrift mit der Tonsura muß ich suchen – ist aber in Arbeit.
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#8   Gotthard   21:36:57 | Sonntag, 30. Oktober 2005
Eitelkeit
über welche Eitelkeiten und welche Tonsura schwafelst du?
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#7   chancel_screen   21:31:14 | Sonntag, 30. Oktober 2005
@wiener … vanitas vanitatis
Die kreuz-net-Redaktion kommt nur ihrer Plicht nacht, wenn sie solche Eitelkeiten anzeigt. Früher war Eitelkeit Gegenstand der Beichte. Ich meine, irgendwo gelesen zu haben, die Tonsura sei nach wie vor Pflicht für alle Prälaten der Heiligen Kirche. Doch nehmen die hohen Herren die Dinge nicht mehr so genau wie die einfachen Gläubigen.
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#6   Pelagius   20:44:05 | Sonntag, 30. Oktober 2005
Cui bono?
Kardinal Meisner selber dementierte das Gerücht auf Anfrage des Kölner Priesterrates: „Mir ist von einem solchen Vorgang nichts bekannt.“
Wenn nach Auffassung von kreuz.net der „Spiegel“ Tatsachen berichtet und folglich der Kardinal lügt, dann ist der obenstehende Artikel vollauf berechtigt.
Andernfalls fragt man sich, wem und wozu er dienen soll.
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#5   Athanasius   19:59:00 | Sonntag, 30. Oktober 2005

Das mit dem Haarersätzchen hätte man hinterlassen müssen.
Trotzdem ist kreuz.net weitaus objektiver als etwa kath.net. In Artikeln zur falschen „Erscheinung“ Medjugorjes benutzt man in jedem Satz das Wort „Gottesmutter“, und in Artikeln zur Piusbruderschaft zweimal pro Satz das Wort „schismatisch“, „extremistisch“ usw.
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#4   Le Trot   19:41:53 | Sonntag, 30. Oktober 2005
@wiener
was bitte hat eine derartige „information“ – die letztlich nur der verhöhnung und dem lächerlich-machen dient – in einem artikel verloren?
Wahrscheinlich entspringen solche dämlich dümmlich distanzlosen Bemerkungen einigen kunsthirntragenden Kreuznetredakteuren.
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#3   GerdEric   18:00:01 | Sonntag, 30. Oktober 2005
…eigentlich nie an den bestehenden Zuständen.
und uneigentlich?
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#2   Sulpicius   17:15:42 | Sonntag, 30. Oktober 2005
„Wo es an die Macht gelassen wird, rüttelt es eigentlich nie an den bestehenden Zuständen.“
Sehr richtig. Warum auch? Ist es doch selbst in seiner kan. Form eine Frucht der nachkonziliaren Kirche…
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#1   wiener   16:31:45 | Sonntag, 30. Oktober 2005
wieder einmal eine „grandiose“ leistung
kreuz.net beweist wieder einmal, dass es nicht um sachliche informationen geht, sondern um billigste polemik:
Weihbischof Woelki – der in der Erzdiözese auch wegen seines Haarersatzes bekannt ist, den er wegen einer Hautkrankheit trägt –
was bitte hat eine derartige „information“ – die letztlich nur der verhöhnung und dem lächerlich-machen dient – in einem artikel verloren?
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