Der Laizismus ist eine ansteckende Krankheit
Papst Pius XI. († 1939) wurde nicht müde, dafür zu kämpfen, daß das Königsbanner Christi in den staatlichen Parlamenten
weht. Seine Gegner: sogenannte Aufklärer, Freimaurer und Protestanten.
Pius XI: Es ist ein schmählicher Irrtum, wenn man unserem Herrn und Meister Jesus Christus die Hoheitsrechte
über die Gesamtheit der öffentlichen Angelegenheiten absprechen will.Jean-Jacques Rousseau († 1778): Dem kann ich nur entgegnen: Wer zu sagen wagt, „außerhalb der Kirche gibt es kein Heil“, muß aus dem Staat verjagt werden.
Pius XI: Christus selber ist aus dem Staat verjagt worden. Oh ihr umnachteten Aufklärer, genau das beklagen wir: Gott und Jesus Christus wurden aus den Gesetzen und aus dem öffentlichen Leben verbannt. Man leitet die staatliche Autorität nicht mehr von Gott, sondern von den Menschen her.
Damit wurden die Grundlagen der staatlichen Autorität untergraben. Damit ist der Hauptgrund beseitigt, wonach die einen das Recht haben zu befehlen und die anderen die Pflicht zu gehorchen.
Jean-Jacques Rousseau: Bei Pflichten sucht man nur den Schein. Ich suche die Wirklichkeit.
Pius XI: Die Wirklichkeit? Bitteschön, hier ist sie: Der Laizismus und seine Irrtümer und frevelhafte Bestrebungen sind eine ansteckenden Krankheit unseres Zeitalters. Diese Ruchlosigkeit und Bosheit ist nicht an einem einzigen Tage ausgereift. Sie hielt sich schon lange im Innersten der Staaten verborgen.
Johann Wolfgang von Goethe († 1832): Grau, teurer Freund, ist alle Theorie.
Pius XI: Mein Freimaurer- und Dichterfreund: Hier geht es mehr als um bloße Theorien und philosphische Ableitungen.
Man begann damit, die Oberherrschaft Christi über alle Völker abzustreiten. Sodann leugnete man, daß die Kirche von Christus her das Recht empfangen hat, das Menschengeschlecht zu lehren, Gesetze zu erlassen und die Völker zu leiten, um sie so zur ewigen Seligkeit zu führen.
Dann kam ein weiterer Schritt.
Man setzte die Religion Jesu Christi den falschen Religionen gleich und stellte sie mit jenen zusammen auf ein und dieselbe Stufe.
Als nächstes unterwarf man die Kirche der staatlichen Gewalt und überließ sie in der Regel der Willkür der Herrscher, der Obrigkeiten und der Behörden.
Nun ging man zum Teil noch einen Schritt weiter, indem man eine „natürlicher Religion“ – eine Art natürlicher Gemütsbewegung – an die Stelle der göttlichen Religion setzte.
Es gab sogar Staaten, die meinten, sie könnten ohne Gott auskommen. Ihre Religion besteht darin, heillos zu sein und sich um Gott nicht zu kümmern.
Ulrich Zwingli († 1531): Du machst zuviele Worte: Christ sein bedeutet nicht von Christus zu reden, sondern so zu wandeln, wie er gewandelt ist.
Pius XI: Oh nein, du Weltpriester und Zürcher Reformator: Je schmachvoller der Name unseres Erlösers bei den internationalen Zusammenkünften und in den Parlamenten durch Schweigen unterdrückt wird, umso lauter müssen wir ihn verkünden, umso mehr überall die Rechte der Königswürde und der Königsgewalt Christi bejahen und bekräftigen.
Alexandre Vinet († 1847): Staat und Kirche müssen getrennt werden. Das Schicksal des Staates hängt nicht von der Kirche sondern vom Zustand der Familie ab.
Pius XI: Seht den Zusammenhang, mein reformierter Freund. Der Zusammenbruch der Familie ist eine der sehr bitteren Früchte, die der Abfall von Christus – sei es beim einzelnen Bürger wie auch bei den Staaten – gezeitigt hat:
Überall wurde der Samen der Zwietracht gesät. Man hat die Flammen des Hasses und der Rivalität zwischen den Völkern geschürt.
Die Begierden sind maßlos geworden. Man sucht sie nicht selten unter dem Schein des öffentlichen Wohles und der Vaterlandsliebe zu verdecken.
Der Friede im privaten Bereich ist durch Pflichtvergessenheit und Pflichtvernachlässigung von Grund auf zerstört. Die Gemeinschaft und der Bestand der Familie ist untergraben worden.
Mit einem Wort: die menschliche Gesellschaft ist zerrüttet und dem Untergang nahegebracht.
Jean-Jacques Rousseau: Wahrhaft glücklich ist das Land, wo man es nicht nötig hat, den Frieden in einer Wüste zu suchen. Wo aber ist dieses Land?
Pius XI: Diese Frage kann ich Dir beantworten. Wenn sich die Menschheit entschließen könnte, die königliche Gewalt Christi im privaten und im öffentlichen Leben anzuerkennen, so würde die bürgerliche Gemeinschaft von ungewöhnlichen Wohltaten und Gnaden durchdrungen: gerechte Freiheit, Ordnung und Ruhe, Eintracht und Friede.
Möge die menschliche Gesellschaft bald den glücklichen Weg finde, eilends zu seinem liebenden Erlöser zurückzukehren. Dies wollen Wir aufgrund des von nun an jährlich zu feiernden Festes Christus des Königs inständig hoffen.
Ein Katholik: Wie soll das praktisch geschehen?
Pius XI: Es ist Sache der Katholiken, durch eifrige Mithilfe die baldige Rückkehr der Welt zu Christus zu bewirken und zu beschleunigen.
Leider höre ich den Einwand, daß die meisten Katholiken in der Gesellschaft angeblich nicht die notwendige Stellung einnähmen, um einen derartigen Einfluß auszuüben. Einen solchen Mangel an Vermögen einzuwenden, ist einer gewissen Gleichgültigkeit und Furchtsamkeit zuzuschreiben.
Dadurch wächst bei den Gegnern der Kirche zwangsläufig die Verwegenheit und Keckheit.
Mögen doch die Gläubigen allgemein zur Einsicht gelangen, daß sie unter den Fahnen Christi des Königs tapfer und beständig Kriegsdienst leisten müssen.
Die Worte Pius XI. stammen aus der Enzyklika „Quas primas“ über das Königtum Jesu Christi. Mit dieser Enzyklika vom 11. Dezember 1925 führte der Papst das Christkönigsfest ein.
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Donnerstag, 3. November 2005 15:12
Marcel: 1789 ist die Antithese zum Christkönigstum
Daß die Kirche bis zum Vatikanum II über 150 Jahre lang mit solch großen Oberhirten gesegnet war, wie
uns diese Enzyklika zeigt, hat seine Vorgeschichte. Die FSSPX erinnert daran angesichts ihrer
Wallfahrt zur „L’Ile Madame“.
(Auf dieser französischen Insel liegen hunderte Märtyrer-Priester begraben, die der Revolution den Eid verweigert hatten und deshalb ermordet wurden.)
Wallfahrt zur „L’Ile Madame“.
(Auf dieser französischen Insel liegen hunderte Märtyrer-Priester begraben, die der Revolution den Eid verweigert hatten und deshalb ermordet wurden.)
Dienstag, 1. November 2005 07:12
Athanasius: Ja,
Günther Maria Michel,
Vielleicht könnte man jetzt beten für das Heil der Reformatoren damals bei ihrem Leben. Das könnte man jetzt machen, denn Gott kennt keine Zeit. Aber ob es Sinn macht, weiss ich nicht. Allerdings ist öffentliches Gebet nicht gestattet.
Es ist übrigens ein Dogma, dass jeder Häretiker bei seinem Tod ewig verloren geht, wie jeder Schismatiker und jeder anti-messianische Jude und Heide. (‘Unam Sanctam’, 1302, Bonifatius VIII.; ‘Cantate Domino’, 1442, ex-cathedra, Eugen IV.; ‘Pastor Aeternus’, 1870, ven. Pius IX.)
Für die Ruhe der Seelen der Häretiker lohnt es sich also nicht um zu beten. Man könnte theoretisch für das rückwärtige Heil im Leben der Reformatoren beten. Man soll aber von pertinacitas ausgehen bei Ketzern, wenn keine Zeichen der Bekehrung da waren.
St. Thomas hat zwar bei der Behandlung der Unbefl. Empf. Fehler gemacht, aber seiner Zeit war diese Doktrin der Ausschliessung der Häretiker wohl längst bekannt!
Vielleicht könnte man jetzt beten für das Heil der Reformatoren damals bei ihrem Leben. Das könnte man jetzt machen, denn Gott kennt keine Zeit. Aber ob es Sinn macht, weiss ich nicht. Allerdings ist öffentliches Gebet nicht gestattet.
Es ist übrigens ein Dogma, dass jeder Häretiker bei seinem Tod ewig verloren geht, wie jeder Schismatiker und jeder anti-messianische Jude und Heide. (‘Unam Sanctam’, 1302, Bonifatius VIII.; ‘Cantate Domino’, 1442, ex-cathedra, Eugen IV.; ‘Pastor Aeternus’, 1870, ven. Pius IX.)
Für die Ruhe der Seelen der Häretiker lohnt es sich also nicht um zu beten. Man könnte theoretisch für das rückwärtige Heil im Leben der Reformatoren beten. Man soll aber von pertinacitas ausgehen bei Ketzern, wenn keine Zeichen der Bekehrung da waren.
St. Thomas hat zwar bei der Behandlung der Unbefl. Empf. Fehler gemacht, aber seiner Zeit war diese Doktrin der Ausschliessung der Häretiker wohl längst bekannt!
Montag, 31. Oktober 2005 22:37
gunther maria michel: Gebet für Häretiker
@athanasius: Kannst Du mir die Stellen, wonach es verboten sein soll, für die Reformatoren zu beten,
genauer angeben? Es würde mich sehr wundern, wenn sich die Kirche ausgesprochen hätte, daß eine konkrete
Person für ewig verloren ist.
Wenn der hl. Thomas etwas lehrt, so ist das von großem Gewicht und stimmt fast immer, aber doch nicht immer (so irrte er z.B. in der bedeutenden Frage der Unbefleckten Empfängnis Mariens).
Ich glaube keinesfalls, daß jeder gerettet wird, allerdings hoffe ich auf das ewige Heil möglichst vieler und bin bereit, etwas dafür zu tun.
Auch mir ist klar, daß Häresie vom Reich Gottes ausschließt. Aber wie Du selber sagst: über das ewige Los des einzelnen Häretikers wissen wir nichts, weil wir nicht wissen, was im letzten und entscheidenden Moment seines Lebens zwischen ihm und Gott geschehen ist. Gebete wirken in die Zukunft. Vielleicht wirken sie auch in die Vergangenheit?
Wenn der hl. Thomas etwas lehrt, so ist das von großem Gewicht und stimmt fast immer, aber doch nicht immer (so irrte er z.B. in der bedeutenden Frage der Unbefleckten Empfängnis Mariens).
Ich glaube keinesfalls, daß jeder gerettet wird, allerdings hoffe ich auf das ewige Heil möglichst vieler und bin bereit, etwas dafür zu tun.
Auch mir ist klar, daß Häresie vom Reich Gottes ausschließt. Aber wie Du selber sagst: über das ewige Los des einzelnen Häretikers wissen wir nichts, weil wir nicht wissen, was im letzten und entscheidenden Moment seines Lebens zwischen ihm und Gott geschehen ist. Gebete wirken in die Zukunft. Vielleicht wirken sie auch in die Vergangenheit?
Montag, 31. Oktober 2005 14:16
Athanasius: @diakonos
Ich danke Ihnen für Ihre Antwort, und liebhabende Anmahnung. Ich bemerke immer wieder wie fruchtvoll
mein Geschreibsel auf kreuz.net ist. So viele Novus-Ordo-Katholiken entdecken in ihrem Angriff gegen mich
die alten vom falschen Ökumenismus Begriffe wie Schisma, Ketzerei, ewiges Heil und den engen Weg wieder.
Danke schön diakonos, für dieses Kompliment. Eine bessere Krönung gibt’s nicht für einen Tradi: Daß
ein Novus Ordo Katholik die wahren Begriffe und ein christliches Bewusstsein wiederentdecken.
Gratias ago tibi.
Gratias ago tibi.
Montag, 31. Oktober 2005 11:22
Stimme aus Wien: Benedikt78
Könnten Sie einem Atheisten Gründe nennen (solche, die auch für ihn bindend sind – also allgemeingültig, d.h. auch außerhalb der Kirche gültig sind), wieso er lieber Angehöriger der Kath. Kirche sein soll und wieso nicht lieber Moslem, Mormone oder Budhist usw.?
Montag, 31. Oktober 2005 11:09
Benedikt78: Interessant
Ist wirklich interessant die Antworten auf Aussagen von bekannten Häretikern zu lesen. Eine fand ich
besonders aufschlussreich:
Johann Wolfgang von Goethe († 1832): Grau, teurer Freund, ist alle Theorie.
Pius XI: Mein Freimaurer- und Dichterfreund: Hier geht es mehr als um bloße Theorien und philosphische Ableitungen. (…)
Man setzte die Religion Jesu Christi den falschen Religionen gleich und stellte sie mit jenen zusammen auf ein und dieselbe Stufe.
Man setzt die Religion Jesu Christi den falschen Religionen gleich und stellt sie mit jenen zusammen auf ein und dieselber Stufe… Man könnte meinen es handelt sich hierbei um eine Antwort auf das Zweite Vatikanische Konzil!
Johann Wolfgang von Goethe († 1832): Grau, teurer Freund, ist alle Theorie.
Pius XI: Mein Freimaurer- und Dichterfreund: Hier geht es mehr als um bloße Theorien und philosphische Ableitungen. (…)
Man setzte die Religion Jesu Christi den falschen Religionen gleich und stellte sie mit jenen zusammen auf ein und dieselbe Stufe.
Man setzt die Religion Jesu Christi den falschen Religionen gleich und stellt sie mit jenen zusammen auf ein und dieselber Stufe… Man könnte meinen es handelt sich hierbei um eine Antwort auf das Zweite Vatikanische Konzil!
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