Kirchenverkauf
Katholische Kirche wird freikirchliches Gebetshaus
Am Sonntag vor einer Woche wurde die katholische Kirche Sankt Martin in Aachen im Rahmen eines ökumenischen Gottesdienstes der örtlichen freievangelischen Vineyard-Gemeinde abgetreten.
(kreuz.net, Aachen) Ein eigens dafür organisierter ökumenischer Übergabe-Gottesdienst stieß letzten Sonntag auf großen Anklang.

Die Tageszeitung ‘Aachener Nachrichten’ berichtete, daß Kirchenbesucher dabei sogar stehen mußten.

St. Martin wurde 1954 gebaut.

Nach Angaben der katholischen Kirchgemeinde mußte das Gotteshaus „aus finanziellen Gründen“ veräußert werden.

Die freikirchliche Aachener Vineyard-Gemeinde bezahlte der Pfarrgemeinde St. Martin für das Gebäude 350.000 Euro.

Bereits vorletzten Mittwoch wurde die Kirche mit einem eigenen kirchlichen Ritus profaniert.

„Wir sind froh, daß St. Martin keine Autowerkstatt oder Lagerhalle wird“, erklärte der katholische Pfarrer, Pater Lukas Jünemann, während des Übergabe-Gottesdienstes.

Als Ersatz soll noch in diesem Jahr im bestehenden Pfarrheim ein katholischer Gottesdienstraum geschaffen werden.

Die ‘Vineyard Gemeinde’ in Aachen gehört zu einer weltweiten Gemeindebewegung, die Ende der 70er Jahre entstanden ist. Derzeit gibt es weltweit ungefähr 1.000 Vineyard-Gemeinden in mehr als 54 Ländern.

Die Vineyard-Bewegung definiert sich nach eigenen Angaben als die „unkirchliche Kirche“.

Der Gottesdienst ist in der Regel locker, familien- und kinderfreundlich und durch viel Band-Musik und moderne Lieder geprägt.

Auch Menschen, die noch nie oder jahrelang keine Kirche mehr besucht haben, sollen sich in einer Vineyard-Gemeinde „wohlfühlen und zurechtfinden“.

Vineyard-Gemeinden besitzen eine betonte Kleingruppenstruktur. Die meisten Mitglieder sind in Hauskreisen, Teams oder Selbsthilfegruppen organisiert.

Vineyard finanziert sich ausschließlich durch freiwillige Spenden der Mitglieder und Freunde der Gemeinde.

Die Aachener Gemeinde entstand ursprünglich aus einer Hauskreisarbeit in der Evangelischen Landeskirche und umfaßt zur Zeit ungefähr 200 Mitglieder.

2005 wurden die alten Vineyard-Räume in Aachen gekündigt.

Die Gruppe sah sich nach einem größeren Gebetsraum um. Im April mietete man sich in die Kirche St. Martin ein. Jetzt kam ein Verkauf zustande.

Auf der Homepage der Aachener Gemeinde gibt es auch Zeugnisse von Neubekehrten. Einer von ihnen ist Anselm Lehrmann (Name geändert), der „streng katholisch erzogen“ wurde und jeden Sonntag in die Kirche gehen mußte:

„Schon als Kind empfand ich es als Zwang, die Kirche zu besuchen. Die Gemeinde war nicht eben kinderfreundlich.“

„Ich ging zur Kommunion aus Tradition. Die Geschenke standen im Vordergrund.“

Ehlen glitt in die Drogen ab und wurde von Vineyard aufgefangen.

„Ein Leben ohne meinen himmlischen Vater, Jesus, meinen besten Freund, und den Heiligen Geist kann ich mir gar nicht mehr vorstellen.“

Inzwischen hat sich Lehrmann allerdings von der Gemeinde distanziert.

Die Vineyard-Gemeinde ist auch ökumenisch orientiert:

Durch den Kauf einer katholischen Kirche und die große Nähe zur katholischen Gemeinde St. Martin habe sich nun eine rege Zusammenarbeit entwickelt, erklärt die Gemeinde auf ihrer Homepage.

Um den Ankauf der Kirche St. Martin bewarb sich auch die von Erzbischof Marcel Lefèbvre gegründete Priesterbruderschaft Sankt Pius X.
      
16 Lesermeinungen
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#16   Eva   21:17:28 | Dienstag, 31. Januar 2006
Zum Thema
Hi, ich wollte nur sagen, dass ich es schade finde, dass hier teilweise so extrem über den Protestantismus hergezogen wird. Ich denke wir glauben alle an den selben Gott, haben alle Jesus Christus als unseren Herrn angenommen und leben alle aus seiner Gnade. Und ich bin davon überzeugt, dass Gott alle, Katholiken wie auch Protestanten, gleichermaßen liebt, also wieso können wir das nicht? Ich wünsche mir wirklich manchmal dass ein wenig mehr Respekt untereinander herrschen würde. Von beiden Seiten her. Und ich denke, dass der Verkauf der St. Martin Kirche an eine Freikirchliche Gemeinde ein erster Schritt der Annährung zwischen (freikirchlichen) Protestanten und Katholiken ist, den ich persönlich sehr befürworte!
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#15   Sulpicius   17:54:22 | Dienstag, 1. November 2005
@Athanasius
Klar, Gott und Mensch fangen erst mit Vat.II – oder besser noch später – an zu existieren… :-)
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#14   Athanasius   11:30:33 | Dienstag, 1. November 2005

Die neo-protestantische Pfarrei verkäuft den neo-Protestanten? Wer wundert sich?
Natürlich dürfen die bösen bösen Piusbruderschaftspriester nicht rein. Denn die sind böse. Die machen noch was 1920 Jahre lang von der Römisch-Katholische Kirche getan wurde. Und das ist böse. Sehr schlimm.
Eine gute Zeit, dieses Neue Pfingsten des II. Vatikanums…
Celebrate good times come on…tadadadadaadada whooohoo come on…
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#13   Agiafortuni   00:16:08 | Dienstag, 1. November 2005
Guterkatholik
Natürlich würde die Kirche nicht katholisch bleiben, es aber werden.
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#12   Benedikt   23:27:41 | Montag, 31. Oktober 2005
@ GuterKatholik
Ach, machen Sie doch mal eine Schätzung: Wie gut stehen die Chancen auf eine vollständige Rückkehr der FSSPX und wie gut stehen die Chance bei der Freikirche? Wenn Sie sich nicht selber betrügen wollen, dann können sie nur zu einem Ergebnis kommen.
Denn selbst der, der die FSSPX für schismatisch oder häretisch hält muss sich eingestehen, dass auch in diesem Fall die FSSPX der katholischen Kirche näher steht als Orthodoxie, Protestantismus oder Freikirchentum.
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#11   GuterKatholik   19:17:34 | Montag, 31. Oktober 2005
Das ist ja auch Gut so.
Ich finde es bleibt sich gleich wer eine Katholische Jirche kaufen will.
Ob eine Freikirche oder die Piusbruderschaft.
Katholisch würde die Kirche nie bleiben.
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#10   Benedikt   14:46:55 | Montag, 31. Oktober 2005
@ Athanasius
Ich verstehe übrigens nicht, weshalb die FSSPX immer so offen auftritt, bei Nachfragen der Kaufmöglichkeiten!
Die FSSPX geht offenbar nach dem löblichen Prinzip „ehrlich währt am längsten vor“.
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#9   Athanasius   14:41:48 | Montag, 31. Oktober 2005
–----
Um den Ankauf der Kirche St. Martin bewarb sich auch die von Erzbischof Marcel Lefèbvre gegründete Priesterbruderschaft Sankt Pius X.
Aber dabei hat sich der Bischof von Aachen nicht „wohlgefühlt“…Oder?
Kann man sich ja auch vorstellen. Die modernistische Gegenhierarchie ist ja eher protestantisch. Ist es auch logisch, dass man lieber seinen Mitprotestanten das eigene „katholische“ Gotteshaus verkäuft.
Ich verstehe übrigens nicht, weshalb die FSSPX immer so offen auftritt, bei Nachfragen der Kaufmöglichkeiten! Warum wirkt man nicht mit einem Strohmann? Oder fühlen sich die Patres von Ecône zu verpflichtet selber zu kaufen. Kann doch mit einer Strohmann-Vereinigung!
Wenn gefragt nach Nutzungszweck, sagt man einfach: „Meditationszentrum“.
Arglos wie die Tauben, schlau wie die Schlangen, heisst es doch?
Ich kenne jetzt schon eine zehnfache Zahl von Kirchen, welche die FSSPX hätte kaufen können, wäre man nicht direkt in Soutane zu den Konziliaren Verkäufern gegangen!
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#8   Krzyszek   12:59:20 | Montag, 31. Oktober 2005
Schon wieder ein Problem?
Wenn man dem Artikel Glauben schenken darf, gibt es doch offensichtlich in der katholischen Kirche einen eigenen Ritus um eine Kirche (das Gebäude) zu profanisieren. Ergo ist dieses Gebäude dann kein Heiligtum mehr.
Völliger Humbug ist es natürlich das Gebäude Kirche mit der Institution Kirche gleichzusetzen und zu behaupten, die Kinder verkauften die Mutter.
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#7   Rudolphus   12:48:34 | Montag, 31. Oktober 2005
@Kryzek: „Wo Problem?“
Das Problem ist, daß eine Kirche nicht ein „Gebäude“ ist, sondern ein Heiligtum!
Ein Heiligtum zu protestantisieren, ist ein Problem.
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#6   chancel_screen   12:43:29 | Montag, 31. Oktober 2005
Weniger Demokratie wagen!
So, die Kinder verkaufen jetzt die eigene Mutter(-Kirche). Man kann nur beten, dass die Heilige Inquisition eines schönen Tages die Mittel und Instrumente wieder zur Verfügung hat, um diese Ketzer und Glaubensabtrünnige in die Schranken zu weisen. Die Kirche muß wieder weniger Demokratie wagen.
Mater boni consilii, ora pro nobis.
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#5   Krzyszek   12:42:02 | Montag, 31. Oktober 2005
Schon wieder Probleme?
Aus dem Artikel geht ja nicht hervor, warum sich die Pfarrgemeide St. Martin entschieden hat, ihre Kirche der Vineyard-Gemeinde und nicht der Priesterbruderschaft zu verkaufen. Möglicherweise stimmte der Kaufpreis, möglicherweise stimmte die Zusammenarbeit mit der evangelischen Gemeinde. Ich verstehe nicht ganz, wo das Problem liegt.
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#4   Rudolphus   12:31:12 | Montag, 31. Oktober 2005
Alle sind willkommen, außer FSSPX
Dies legt Zeugnis gegen die Katholizität dieser Prälaten und sonstiger Bistumsverantwortlichen ab.
Denn das die Pius X-Geistlichkeit gültige Sakramente spendet, leugnet nur ein Häretiker, allerdings soll majn sich nicht wundern, daß dies tatsächlich geschieht, auch in Bistumspublikationen, namentlich auf die Bischofsweihen durch Marcellus Lefebvre!
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#3   Benedikt78   11:34:57 | Montag, 31. Oktober 2005
Langsam wird es lächerlich
Zitat: Um den Ankauf der Kirche St. Martin bewarb sich auch die von Erzbischof Marcel Lefèbvre gegründete Priesterbruderschaft Sankt Pius X.
Ich warte nur noch drauf, dass eine katholische Kirche an Moslems verkauft wird. Der Turm könnte man dann – mit Hilfe der Gutmenschen in den Gemeindeverwaltungen und Kirchenvertretern – in ein Minaret umbauen. Das wäre doch schön und zeugt von religiöser Toleranz, nicht? Natürlich käme in der Pressemeldung dann noch der Zusatz „um den Kauf bewarb sich auch die Priesterbruderschaft“.
Ich frage mich nur, wieviel religiöse Toleranz man an den Tag legt, wenn man alles andere, nur nicht die Tradiotionalisten toleriert…
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#2   1+1=7   10:49:29 | Montag, 31. Oktober 2005
Das sind schon um 2 unbedeutende mehr,…
als in so manch katholischer Gemeinde.
Die heilige Beichte verkommt zum Psychogequatsche und
das Allerheiligste wird zur „Chipsjaus’n“.
GsJC
7er
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#1   Agiafortuni   10:37:39 | Montag, 31. Oktober 2005
Zur Veräusserung der Kirche in Aachen
Alles nur keine Rechtgläubigkeit lautet der Leitspruch der V2-isten. Anders lässt sich nicht erklären, dass man eine Kirche lieber einer freien Gemeinde als den Lefebvristen überliess. Darf ich die Veräusserer darauf aufmerksam machen, dass die Lefebvristen immerhin alle sieben Sakramente anerkennen.
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