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Montag, 31. Oktober 2005 11:22
99 Prozent blieben in der Diskothek
Gestern vor einer Woche zelebrierte der Priester der Wiener Jugendkirche die erste Jugendmesse seit der fulminanten Eröffnung mit dem dortigen Erzbischof. Wohl wegen fehlender Rockeffekte und Erzbischofeinlagen blieb das Interesse des Publikums eher bescheiden.
Jugendseelsorger Gregor Jansen
Jugendseelsorger Gregor Jansen
(kreuz.net, Wien) Am zweiten Oktoberwochenende eröffnete der Wiener Kardinalerzbischof Christoph Schönborn mit einer spektakulären Rockmesse die erste Jugendkirche Österreichs. Der Anlaß erregte internationales Aufsehen.

Jetzt soll in der Jugendkirche alle zwei Wochen eine jugendgerechte Messe unter dem Motto „come2stay“ – „gekommen, um zu bleiben“ – zelebriert werden.

"Gekommen, um zu bleiben"
„Gekommen, um zu bleiben“
Bereits der professionell inszenierte Eröffnungsgottesdienst mit dem Wiener Kardinalerzbischof stand unter diesem Leitwort.

Dabei erschienen rund 2.500 Jugendliche in der Jugendkirche.

Am letzten Sonntag – also bei der ersten Messe danach – ließ das Interesse stark nach. Von den vielen Gläubigen der ersten Messe ließen sich noch ungefähr dreißig Anwesende unterschiedlichen Alters blicken.

"Große Begeisterung"
„Große Begeisterung“
Die Homepage der Jugendkirche erklärt, daß die Messe nicht nur wegen der Musikgruppe „Incense“ – zu deutsch: „Weihrauch“ – „auf große Begeisterung“ gestoßen sei.

Der Gottesdienst habe gezeigt, was in der Kirche in Zukunft alles möglich sein werde.

"Du selbst kannst entdecken, wo dein Leben mit Gott zu tun hat. Und daß diese Beziehung zu Gott auch Spaß machen darf."
„Du selbst kannst entdecken, wo dein Leben mit Gott zu tun hat. Und daß diese Beziehung zu Gott auch Spaß machen darf.“
Eine Besucherin der Eröffnungsmesse mit Kardinal Schönborn erklärte kürzlich in einem Kommentar für die stark linkslastige österreichische Tageszeitung ‘Der Standard’, warum sie nicht in der Jugendkirche bleiben werde.

Die Idee hinter dem Eröffnungsgottesdienst mit Kardinal Schönborn – die Kommentatorin gebrauchte den Ausdruck „Spektakel“ – sei gewesen, mehr Jugendliche für die Kirche zu begeistern.

"JedeR kann sich so einbringen, wie er/sie es mag"
„JedeR kann sich so einbringen, wie er/sie es mag“
Es stelle sich aber die Frage, wie sich junge Leute für die Kirche interessieren könnten, wenn sie einen völlig falschen Eindruck von der Messe vermittelt bekämen:

„Hat man Lust auf laute Musik, Nebel und Tanz, ist man in einer echten Disco besser dran.“

Die Augenzeugin fragt sich in ihrem Kommentar auch, ob das „Theater“ mit Kardinal Schönborn noch irgend etwas mit der Messe zu tun gehabt habe:

„Wenn das der Vatikan wüßte“, schreibt die Kommentarin nichtsahnend.
Alle Lesermeinungen anzeigen 6 von 53 Lesermeinungen:
Dienstag, 21. März 2006 23:50
Gotthard: @mädchen
ich kann dir sagen,warum:
es gibt leider Christen und christliche Gruppen die genauso handeln und genauso denken und genau das selbe einforden, was sie beim Islam verurteilen: sie sind buchstaben-hörig … nicht lernfähig … Dialog ist ein Fremdwort für diese Gruppen und Menschen … und sie verteidigen die Ehre Gottes genauso wie die Moslems … zur Not mit dem Schwert, das nicht unbedingt geschmiedet sein muss.
Dienstag, 21. März 2006 23:03
Mädchen: Hasserfüllte Atmosphäre
Ich kann noch immer nicht verstehen, warum die Atmosphäre hier ständig von Intoleranz – ja regelrechtem Hass auf Menschen mit anderen Meinungen erfüllt ist.

@ wiener: Ich stimme ihrer Deutung des Textes zu. Maria, die Jungfrau, trägt das Kind Jesus, wahrer Gott und wahrer Mensch, aus. Was soll daran unchristlich sein?

Wenn hier so etwas allgemeine Aufregung verursacht, dann hören sie sich bitte mal die Texte der Lieder rechtsradikaler Gruppen an. Sowas finde ich persönlich um einiges schlimmer, als Junge Leute, die sich im Namen des Herrn versammeln.
Dienstag, 6. Dezember 2005 15:51
private-notes: Gottes Wille und Werk
wird von den Vertretern der katholischen Amtskirche tatsächlich zu tode reglementiert. man braucht sich ja nur einmal diese stolzen, affektierten und eitlen Wortgefechte durchlesen? Wie Pfaue, die ein Rad schlagen.
Ohja, rhetorisch seid Ihr unschlagbar. Aber auch unschlagbar darin, die Mauern der Kirche höher und höher zu ziehen.
Weiter so! Es braucht keinen Antichristen von irgendwoher. Ihr tut seine Arbeit mit größter Hingabe. Ihr entfernt durch das Regelwerk und den Fanatismus zum Regelwerk die Kirche von den Menschen, anstatt zu missionieren.
Die Todsünden Maßlosigkeit und Eitelkeit haben bereits vor langer Zeit Einzug gehalten in die katholische Kirche.

Die Beweise sind eindeutig hier nachzulesen.
Montag, 7. November 2005 12:49
wiener: noch einmal ganz langsam zum mitdenken
wie gesagt, über einzelne formulierungen des texdichters kann man streiten. übrigens wurden einige textpassagen für die aufführung in mariazell geändert! d.h. der hier zitierte text war nicht der in mariazell gesungene!
aber nun zum einzelnen:

ave maria
ruckediku
schön bist du
ave maria
der mann der engel
gottes täuberich
gurrt gurrt um dich

–> verkündigung: w. willms bezieht sich hier auf die in der bibel und der kunst oft verwendete metapher der taube für den geist. es geht hier also um die geistgewirkte empfängnis jesu –> jungfrauengeburt.

lange angestauter same
einsamer same
gottes geist
hat endlich
ein kind
gezeugt

im credo heißt es: gezeugt, nicht geschaffen. zeugen hat nun einmal etwas mit samen zu tun. wiederum: kein problem.

gott und ein mädchen
–> jungfrauengeburt.

denn einen solchen vater
wie er einer sein müßte
gibt es nicht
unter den vätern
der menschen
einen solchen vater
der ein solches kind
hätte zeugen können
einen solchen vater
gibt es nicht
unter den vätern
der menschen

–> gottessohnschaft jesu christi

wer war der vater des kindes
ein gott

wie das zugegangen sei
unbeschreiblich
da wurden ihre gesichter geil
und sie machten witze

hier werden die durchaus möglichen reaktionen der zeitgenossen marias auf die ungewöhnliche schwangerschaft durchgespielt.
Montag, 7. November 2005 12:16
Evelin: Ganz richtig: „Ave Eva“ ist das Wirken des Teufels
@ wiener: Zitat aus „Ave Eva“ – „ihre Gesichter wurden geil“. Wird Ihr Gesicht auch geil, wenn Sie das lesen?

Der Gatte der Evelin

Auszug aus „Ave Eva“

ave maria
ruckediku
schön bist du
ave maria
der mann der engel
gottes täuberich
gurrt gurrt um dich


lange angestauter same
einsamer same
gottes geist
hat endlich
ein kind
gezeugt
gott und ein mädchen

so wurde denn dieses kind
dieses ungewöhnliche kind
geboren
und bis heute rätselt man
wer denn nun wirklich
der vater dieses kindes
sein kann
denn einen solchen vater
wie er einer sein müßte
gibt es nicht
unter den vätern
der menschen
einen solchen vater
der ein solches kind
hätte zeugen können
einen solchen vater
gibt es nicht
unter den vätern
der menschen
und das ist
der springende punkt
in dieser mysteriösen
geschichte
denn alle
menschlichen gerichte
die sich bis heute
mit diesem fall befassen
versteh’n zu wenig
von der liebe

wer war der vater des kindes
ein gott
da grinsten sie
wer war der teufelsbursche
ein engel
großes gelächter
wie das zugegangen sei
unbeschreiblich
da wurden ihre gesichter geil
und sie machten witze
Montag, 7. November 2005 09:40
wiener: wirken des teufels???
so, jetzt mach mal bitte einen punkt, lieber gatte.

die ausführenden (musiker, darsteller, regie-team …) des musicals „ave eva“ (das, wie erwähnt, weder blasphemisch noch häretische zu nennen ist – auch wenn man in manchen textpassagen sicher unpassend formuliertes finden mag, ist doch das werk in seiner gesamtheit geradezu rührend „harmlos“ und widerspricht in keinem punkt der katholischen mariologie) hier als „werkzeuge des teufels“ hinzustellen, geht bei aller liebe zur inhaltlichen auseinandersetzung deutlich zu weit!
ähnliches gilt für die verantwortlichen veranstalter: die katholischen bischöfe österreichs und von ihnen beauftragt die katholische jugend österreichs.
nimm das also bitte schleunigst zurück!

und wo wir gerade beim thema „was der gatte zurücknehmen sollte“ sind:
Typisch für wiener ist diese Blasphemie, weil er ständig alles umdeutet bzw. das versucht.
typisch? ständig? alles?
typisch für den „gatten“ ist es, dass er ständig alles verallgemeinert ;)

also: entweder belegen (dürfte aber schwer fallen) – oder schweigen (dürfte dem „gatten“ aber noch schwerer fallen)

geht ja zu wie im kindergarten hier …
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