Der Pastoraltheologe und das Zweite Vatikanische Konzil. Ein Innsbrucker Jesuit und der akademische Rückzug aufgrund der Last „der Reformen“.
(kreuz.net, Innsbruck) In Stams im Tirol verstarb am 22. November im Mutterhaus der Barhmherzigen Schwestern
der ehemalige Professor für Pastoraltheologie an der Universität Innsbruck, P. Walter Croce SJ. P. Croce
stand im 92. Lebensjahr. Der Verstorbene dozierte von 1957-1977 an der Innsbrucker Theologischen Fakultät.
Bereits 1950 ernannte ihn das Bundesministerium zum Lektor für Homiletik (Predigtwissenschaft) und Predigtübungen.
1952 habilitierte sich P. Croce im Fach Pastoraltheologie zum Thema „Die Adventmesse des römischen Missale“.
Die Arbeit wurde vom damals sehr bekannten P. Andreas Jungmann SJ begutachtet, der selber wegen seiner
historischen Arbeit über das Römische Meßbuch weltbekannt war. Als zweiter Gutachter wirkte der Professor
für Patrologie, P. Hugo Rahner SJ, der frühverstorbene Bruder des am Zweiten Vatikanum führenden Theologen
P. Karl Rahner SJ.
Zwanzig Jahre leitet P. Croce das pastoraltheologische Institut. In die Zeit seines
Wirkens fielen das Zweite Vatikanische Konzil und die Umgestaltung der Pastoraltheologie in ein mehr durch
die Gesellschaftswissenschaften geprägtes Fach.
Die „Last der Reformen“ und die von ihm „nicht gebilligte
Ausdifferenzierung seiner Disziplin“ führten, wie der gegenwärtige Dekan der Theologischen Fakultät,
Józef Niewiadomski in der Todesanzeige schreibt, zum vorzeitigen Rückzug von P. Croce aus dem akademischen
Geschehen.
Die letzten Jahrzehnte seines Lebens verbrachte der Universitätsprofessor deshalb als einfacher
Seelsorger in Lindau und Zams.
Das Requiem für den verstorbenen Jesuiten mit anschließender Beisetzung
wird morgen, 30. November, um 14 Uhr in der Jesuitenkirche in Innsbruck zelebriert.
Am 27. Februar verstarb
aus dem aktiven Professorenkollegium der Theologischen Fakultät in Innsbruck bereits der Schweizer P.
Raymund Schwager SJ. P. Schwager war langjähriger Professor für Dogmatik und hatte sich in Fachkreis
mit der Entwicklung einer „Dramatischen Theologie“ hervorgetan. P. Schwager starb überraschend im 68.
Lebensjahr.
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