15:12:33 | Mittwoch, 2. November 2005
Auf dem Grabstein der ermordeten Terri Schindler-Schiavo ist neben dem Geburts- und dem Sterbetag noch ein drittes Datum vermerkt. Außerdem stehen am Grab der verdursteten Terri Blumen. Sie sind in Wasser getaucht. Von Hochw. Frank Pavone, Vorsitzender von „Priester für das Leben“.
(kreuz.net) Kürzlich hatte ich das Privileg,
das Grab von Terri Schindler-Schiavo zu segnen. Terri wurde
am 31. März durch Verhungern und Austrocknen ermordet.
Terris Grab befindet sich unweit des Ortes, an
dem sie starb, und wo sich Menschen aus aller Welt versammelten, um zu beten und zu demonstrieren.
Die
Besucher des Grabes werden etwas zuhöchst Ungewöhnliches bemerken. Während an den meisten Gräbern
zwei Daten eingraviert sind – das Geburts- und das Sterbedatum – gibt es auf Terris Grabstein drei:
Geboren
am 3. Dezember 1963
Von dieser Erde gegangen am 25. Februar 1990
Zur Ruhe gekommen am 31. März 2005
Die ganze Welt weiß, daß Terri am 31. März 2005 gestorben ist. Die amerikanische Medien sowie Journalisten
aus aller Welt waren tagelang zugegen. Sie berichteten jedes Detail. Die Medien waren auch da, als ich
bei der Begräbnismesse predigte. Wir wissen, wann sie gestorben ist.
Aber ihr Grabstein wurde zur Kanzel
der Euthanasiebewegung. Jene, die sie ermordet haben, benutzen ihre letzte Ruhestätte als Plattform für
ihre verdrehte Ideologie.
Was sie zu sagen versuchen, ist, daß Terri nicht mehr länger funktionierte,
wie jemand von uns. Daß sie nicht mehr eine von uns war, als sie damals im Jahr 1990 verletzt wurde:
Sie „ging von dieser Welt“:
Diese Denkweise ist eine Variation einer alten Irrlehre, die behauptet, daß
wir in Wirklichkeit „Geister“ sind, die einen Körper bewohnen. Terri konnte nicht mehr sprechen. Deswegen
muß sie ihr „Geist“ verlassen haben. Der Körper wurde wie eine Schale zurückgelassen.
Die Leute, die
glauben, daß sie wirklich im Jahr 1990 „von dieser Welt gegangen“ ist, können sich deswegen vormachen,
daß es in Ordnung war, sie im Jahr 2005 zu töten. Nach dem Geschehenen betraf sie die Hilflosentötung
ja nicht mehr wirklich. Sie war bereits gegangen.
Das ist eine Häresie. Das Christentum sagt uns, daß
wir eine Einheit von Leib und Seele sind, und nicht nur einfach einen Körper „benutzen“. Was wir dem
Körper antun, das tun wir der Person an.
Darüber hinaus bedeutet die Inschrift am Grabstein eine tiefe
Beleidigung aller behinderter Menschen und jener, die für sie sorgen. Sollten auch sie bereits als tot
betrachtet werden? Verschwenden wir unsere Zeit, wenn wir uns um sie kümmern?
Apologeten der Hilflosentötung
würden uns gerne auf derartige Gedanken bringen.
Kürzlich gab es eine Schlagzeile über ein behindertes
ungeborenes Kind. Jemand wurde mit dem Satz zitiert: „Da handelt es sich nicht um menschliches Leben.“
Ist das nicht dieselbe Denkweise? Sie geht davon aus, daß das Kind „bereits von dieser Erde gegangen“
ist. Deswegen zögern sie auch nicht, das Baby abzutreiben.
Als ich Terris Grab segnete, betete ich zu
Gott, daß alle Menschen von dieser lügnerischen Einstellung bewahrt bleiben mögen.
Und ich mußte
daran denken, wie ich am Tag, als sie starb, in Terris Zimmer war. Ich erinnerte mich an ihr Gesicht:
ausgetrocknet, weil sie in zwei Wochen keinen Tropfen Wasser bekommen hatte.
Ich sah die Blumen – meterweit
von ihrem Nachtkästchen entfernt. Sie waren in Wasser eingetaucht.
Und als ich das Grab verließ, blickte
ich noch einmal zur Blumenvase am Grabstein.
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Yersinia 06:55:50 | Donnerstag, 3. November 2005
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