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Donnerstag, 3. November 2005 18:28
Was sagt Rom zur Liturgiereform mit dem Preßlufthammer?
Seit längerem spürt ein früherer päpstlicher Privatsekretär und jetziger Diözesanbischof wegen eines Umbaus seiner Kathedrale den Widerstand der Gläubigen. Dafür hat er den Vatikan auf seiner Seite.
Die Kathedrale von Cobh soll umgebaut werden
Die Kathedrale von Cobh soll umgebaut werden
(kreuz.net, Cobh) Bereits Anfang Juli schrieb der Bischof von Cloyne, Mons. John Magee, einen Brief an seine Diözese.

Der Diözesanbischof von Cloyne residiert in der südirischen Hafenstadt Cobh.

In seinem Schreiben rechtfertigt Mons. Magee, den von ihm geplanten Totalumbau des Altarraums der neugotischen Kathedrale in Cobh.

Dieses Projekt stößt gegenwärtig in der Diözese Cloyne und darüber hinaus auf heftige Kritik.

Die Kommunionbank aus Marmor ist 30 Meter lang
Die Kommunionbank aus Marmor ist 30 Meter lang
Es sieht die Zerstörung einer dreißig Meter langen Kommunionbank aus Marmor und eines großen kunstvollen Mosaiks vor. Außerdem soll der Altarraum um drei Stufen herabgesetzt und nach vorne in den Kirchenraum geschoben werden.

Bevor Mons. Magee im Jahre 1987 Diözesanbischof wurde, war er Privatsekretär von drei Päpsten und anschließend päpstlicher Zeremonienmeister.

In seinem Juli-Brief weist der Bischof darauf hin, daß er die Umgestaltung des Altarraums bereits im Jahr 1992 mit einer Informationsbroschüre angekündigt habe.

Die Bauarbeiten geschähen „in Übereinstimmung mit den Vorstellungen der Kirche und dem Geist des Zweiten Vatikanums“.

"Veränderungen sind notwendig"
„Veränderungen sind notwendig“
Die Veränderungen im Altarraum der Kathedrale seien notwendig, um der Versammlung eine volle und aktive Teilnahme an der Liturgie zu gewähren.

Seit 1998 seien verschiedene Expertengruppen mit Fachleuten in Fragen der Liturgie, Architektur und Kunst gebildet worden, um die Vorgangsweise zu bestimmen.

Der Vorschlag sei von ihm – so der Bischof – auch der zuständigen römischen Kongregation vorgelegt worden und habe deren Zustimmung erhalten.

Bei der römischen Stelle handelt es sich vermutlich um die Gottesdienstkongregation.

Im Approbationsbrief habe der damals verantwortliche Kardinalpräfekt, dessen Name im Brief des Bischofs nicht genannt wird, erklärt:

„Die Pläne scheinen einen genügenden Raum für die Zelebration zu garantieren und machen den Altarraum für die Gläubigen besser sichtbar.“

Der Brief aus Rom schließe mit den folgenden Worten:

„Die Kongregation möchte Ihnen, Exzellenz, noch einmal für den Eifer gratulieren, den viele bei der Ausarbeitung des Projektes an den Tag gelegt haben. Sie betrachtet die Angelegenheit von ihrem Blickpunkt aus als erledigt.“
Alle Lesermeinungen anzeigen 6 von 20 Lesermeinungen:
Freitag, 4. November 2005 18:46
Benedikt: @ Sulpicius
Wie recht Sie haben…

Hausherr ist desöfteren übrigens auch das Domkapitel in seiner Gesamtheit…
Freitag, 4. November 2005 18:40
Sulpicius: Dompropst…
… schreibt man meines Wissens immer noch Dompropst.
Freitag, 4. November 2005 18:35
Benedikt: @ Gotthard
Hausherr ist der jeweilige Domprobst.

Ja, das ist sogar mir bekannt, vielen Dank. Und wem hat der Domprobst Gehorsam geschworen? Willkommen in der Realität.
Freitag, 4. November 2005 18:24
Gotthard: Hausherr
Kard. Lehmann hat nie auch nur eine bauliche Veränderung vornehmen lassen

Da ein Bischof in Deutschland nicht Hausherr seiner Kathedrale ist, kann auch Kardinal Lehmann keine Veränderungen am Dom vornehmen lassen.
Hausherr ist der jeweilige Domprobst.
Freitag, 4. November 2005 17:50
Benedikt: @ Gatte der Evelin
Haben Sie gehört, dass Card. Lehmann ein Freund der traditionellen Kunst in der Kirche ist…?

Mit Sicherheit nicht – da es auf der ganzen Welt keinen Freund der „traditionellen Kunst der Kirche“ geben dürfte. Dieser Begriff ist derart schwammig, dass sich kein Geschmack dahinter wiederfinden kann. Es braucht schon eine ziemliche Verbiegung, um Romanik, Gotik, Barock, Klassizismus und Nazarenerschule gleich schön zu finden. Mir zB gefällt Barock nicht (von der Musik abgesehen). Bin ich jetzt ein Bilderstürmer? Zwischen „nicht mögen“ und abreißen bzw. übermalen besteht wohl ein ziemlicher Unterschied, wie Sie sicher zugeben werden. Ich persönlich weiß nicht, welche Kunstrichtung dem Kardinal am besten gefällt. Was ich aber weiß ist, dass zB dem Domkonservator freie Hand bei der derzeitigen Restaurierung des Mainzer Doms gelassen wird. Daraus lässt sich schließen, dass der Kardinal weder was gegen traditionelle romanische Sandsteinfarben, noch gegen Nazerenerkunst hat. Auch ist im Mainzer Dom nie das Absperrgitter zum Altarraum verschwunden, obwohl man es jederzeit mit bloßen Händen aushängen könnte. Kard. Lehmann hat nie auch nur eine bauliche Veränderung vornehmen lassen – anders als alle Vorgänger bis 1870. Fazit: Für irgendwelche Unterstellungen in dieser Hinsicht gibt es einfach keinen Raum.
Freitag, 4. November 2005 13:51
Evelin: @ Benedikt
Ist kreuz.net jetzt ein Verfechter von Demokratie in der Kirche? So sehr das Vorhaben des Bischofs abzulehnen ist, er kann in der Kirche umbauen, was er will.

Nein, es gibt den Denkmalschutz und die (liturgische sowie architektonische) Tradition. In der Sache wird nur gezeigt, dass Meinungen und Mehrheiten ganz egal sind, wenn es um die post-V2-NOM-Zwangsmodernisierung geht.

Ich habe noch nie gehört, das Kardinal Lehmann ein Bilderstürmer ist. Polemik schön und gut, aber ein bißchen sachlich muss man dabei schon bleiben.

Haben Sie gehört, dass Card. Lehmann ein Freund der traditionellen Kunst in der Kirche ist…?

Der Gatte der Evelin
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