Kirchenverkauf
Was sagt Rom zur Liturgiereform mit dem Preßlufthammer?
Seit längerem spürt ein früherer päpstlicher Privatsekretär und jetziger Diözesanbischof wegen eines Umbaus seiner Kathedrale den Widerstand der Gläubigen. Dafür hat er den Vatikan auf seiner Seite.
(kreuz.net, Cobh) Bereits Anfang Juli schrieb der Bischof von Cloyne, Mons. John Magee, einen Brief an seine Diözese.

Der Diözesanbischof von Cloyne residiert in der südirischen Hafenstadt Cobh.

In seinem Schreiben rechtfertigt Mons. Magee, den von ihm geplanten Totalumbau des Altarraums der neugotischen Kathedrale in Cobh.

Dieses Projekt stößt gegenwärtig in der Diözese Cloyne und darüber hinaus auf heftige Kritik.

Es sieht die Zerstörung einer dreißig Meter langen Kommunionbank aus Marmor und eines großen kunstvollen Mosaiks vor. Außerdem soll der Altarraum um drei Stufen herabgesetzt und nach vorne in den Kirchenraum geschoben werden.

Bevor Mons. Magee im Jahre 1987 Diözesanbischof wurde, war er Privatsekretär von drei Päpsten und anschließend päpstlicher Zeremonienmeister.

In seinem Juli-Brief weist der Bischof darauf hin, daß er die Umgestaltung des Altarraums bereits im Jahr 1992 mit einer Informationsbroschüre angekündigt habe.

Die Bauarbeiten geschähen „in Übereinstimmung mit den Vorstellungen der Kirche und dem Geist des Zweiten Vatikanums“.

Die Veränderungen im Altarraum der Kathedrale seien notwendig, um der Versammlung eine volle und aktive Teilnahme an der Liturgie zu gewähren.

Seit 1998 seien verschiedene Expertengruppen mit Fachleuten in Fragen der Liturgie, Architektur und Kunst gebildet worden, um die Vorgangsweise zu bestimmen.

Der Vorschlag sei von ihm – so der Bischof – auch der zuständigen römischen Kongregation vorgelegt worden und habe deren Zustimmung erhalten.

Bei der römischen Stelle handelt es sich vermutlich um die Gottesdienstkongregation.

Im Approbationsbrief habe der damals verantwortliche Kardinalpräfekt, dessen Name im Brief des Bischofs nicht genannt wird, erklärt:

„Die Pläne scheinen einen genügenden Raum für die Zelebration zu garantieren und machen den Altarraum für die Gläubigen besser sichtbar.“

Der Brief aus Rom schließe mit den folgenden Worten:

„Die Kongregation möchte Ihnen, Exzellenz, noch einmal für den Eifer gratulieren, den viele bei der Ausarbeitung des Projektes an den Tag gelegt haben. Sie betrachtet die Angelegenheit von ihrem Blickpunkt aus als erledigt.“
      
20 Lesermeinungen
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#20   Benedikt   18:46:36 | Freitag, 4. November 2005
@ Sulpicius
Wie recht Sie haben…
Hausherr ist desöfteren übrigens auch das Domkapitel in seiner Gesamtheit…
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#19   Sulpicius   18:40:17 | Freitag, 4. November 2005
Dompropst…
… schreibt man meines Wissens immer noch Dompropst.
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#18   Benedikt   18:35:01 | Freitag, 4. November 2005
@ Gotthard
Hausherr ist der jeweilige Domprobst.
Ja, das ist sogar mir bekannt, vielen Dank. Und wem hat der Domprobst Gehorsam geschworen? Willkommen in der Realität.
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#17   Gotthard   18:24:31 | Freitag, 4. November 2005
Hausherr
Kard. Lehmann hat nie auch nur eine bauliche Veränderung vornehmen lassen
Da ein Bischof in Deutschland nicht Hausherr seiner Kathedrale ist, kann auch Kardinal Lehmann keine Veränderungen am Dom vornehmen lassen.
Hausherr ist der jeweilige Domprobst.
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#16   Benedikt   17:50:30 | Freitag, 4. November 2005
@ Gatte der Evelin
Haben Sie gehört, dass Card. Lehmann ein Freund der traditionellen Kunst in der Kirche ist…?
Mit Sicherheit nicht – da es auf der ganzen Welt keinen Freund der „traditionellen Kunst der Kirche“ geben dürfte. Dieser Begriff ist derart schwammig, dass sich kein Geschmack dahinter wiederfinden kann. Es braucht schon eine ziemliche Verbiegung, um Romanik, Gotik, Barock, Klassizismus und Nazarenerschule gleich schön zu finden. Mir zB gefällt Barock nicht (von der Musik abgesehen). Bin ich jetzt ein Bilderstürmer? Zwischen „nicht mögen“ und abreißen bzw. übermalen besteht wohl ein ziemlicher Unterschied, wie Sie sicher zugeben werden. Ich persönlich weiß nicht, welche Kunstrichtung dem Kardinal am besten gefällt. Was ich aber weiß ist, dass zB dem Domkonservator freie Hand bei der derzeitigen Restaurierung des Mainzer Doms gelassen wird. Daraus lässt sich schließen, dass der Kardinal weder was gegen traditionelle romanische Sandsteinfarben, noch gegen Nazerenerkunst hat. Auch ist im Mainzer Dom nie das Absperrgitter zum Altarraum verschwunden, obwohl man es jederzeit mit bloßen Händen aushängen könnte. Kard. Lehmann hat nie auch nur eine bauliche Veränderung vornehmen lassen – anders als alle Vorgänger bis 1870. Fazit: Für irgendwelche Unterstellungen in dieser Hinsicht gibt es einfach keinen Raum.
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#15   Evelin   13:51:23 | Freitag, 4. November 2005
@ Benedikt
Ist kreuz.net jetzt ein Verfechter von Demokratie in der Kirche? So sehr das Vorhaben des Bischofs abzulehnen ist, er kann in der Kirche umbauen, was er will.
Nein, es gibt den Denkmalschutz und die (liturgische sowie architektonische) Tradition. In der Sache wird nur gezeigt, dass Meinungen und Mehrheiten ganz egal sind, wenn es um die post-V2-NOM-Zwangsmodernisierung geht.
Ich habe noch nie gehört, das Kardinal Lehmann ein Bilderstürmer ist. Polemik schön und gut, aber ein bißchen sachlich muss man dabei schon bleiben.
Haben Sie gehört, dass Card. Lehmann ein Freund der traditionellen Kunst in der Kirche ist…?
Der Gatte der Evelin
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#14   Benedikt   12:54:13 | Freitag, 4. November 2005
Umbau
Seit längerem spürt ein früherer päpstlicher Privatsekretär und jetziger Diözesanbischof wegen eines Umbaus seiner Kathedrale den Widerstand der Gläubigen. Dafür hat er den Vatikan auf seiner Seite.
Ist kreuz.net jetzt ein Verfechter von Demokratie in der Kirche? So sehr das Vorhaben des Bischofs abzulehnen ist, er kann in der Kirche umbauen, was er will.
@chancel_screen
Magee, Lehmann & Co. würden doch die Fresken der Sixtina weiß übermalen, um sie dem „Geist des Konzils“ anzupassen. Nein, am besten gleich in eine Moschee verwandeln.
Was soll den dieser Blödsinn, mit derart unsinniger Polemik ist nun wirklich niemandem geholfen. Ich habe noch nie gehört, das Kardinal Lehmann ein Bilderstürmer ist. Polemik schön und gut, aber ein bißchen sachlich muss man dabei schon bleiben.
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#13   Le Trot   10:17:19 | Freitag, 4. November 2005
@…
Die Veränderungen im Altarraum der Kathedrale seien notwendig, um der Versammlung eine volle und aktive Teilnahme an der Liturgie zu gewähren.
Eine der besten Umschreibungen die ich seit langem für die Rechtfertigung der Abrissbirne gelesen habe.
Vor meinem geistigen Auge sehe die seit Jahrzehnten nach einer aktiveren Teilnahme schmachtenden Gottesdienstbesucher. Wahrscheinlich muss die Kommunionbank den zukünftig auftretenden liturgischenTänzerinnen weichen, da dieses vorkonziliare Schwergewicht zum überspringen einfach zu hoch und zu breit ist.
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#12   Athanasius   09:57:30 | Freitag, 4. November 2005
Hör’ doch…
…auf Benedikt78. Der Gotthard hört doch nicht zu. Der will lediglich alle konservativen Aussagen hier angreifen und in den Schmutz ziehen.
Und das mit der Tradition und dem katastrophalen Zweiten Vatikanischen Konzil, will der gar nicht verstehen.
Gotthard,
Viel GLück in deiner „erneuerten“ Bastelkirche.
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#11   Benedikt78   08:48:43 | Freitag, 4. November 2005
@ Gotthard
Natürlich nicht die Sehnsucht nach der römischen Inquisition! Rom sollte entdecken, dass sie mit solchen Plänen der Kirche schaden und ihren Schwachsinn V2 aufgeben.
Bitte in Zukunft genauer lesen.
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#10   Gotthard   23:42:16 | Donnerstag, 3. November 2005
Rom?
Was soll Rom denn jetzt schon wieder entdecken?
…diese Sehnsucht nach der römischen Inquisition …
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#9   Agiafortuni   23:29:58 | Donnerstag, 3. November 2005
Zum Verkauf an Häretiker
Diesen Schwachsinn verdanken wir V2. Wie lange muss man warten bis Rom es entdeckt.
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#8   Pelagius   21:18:24 | Donnerstag, 3. November 2005
Locus iste
Wo man einst sang: „Terribilis est locus iste“, wird es dann bald lauten müssen: „Horribilis est locus iste“. Was ein veränderter Altarraum, eine veränderte Vorsilbe so alles bewirken können!
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#7   L. Trzil   21:17:30 | Donnerstag, 3. November 2005
Ens et pulchrum convertuntur …
… wie ganz richtig bemerkt wurde. Eine Sache schafft sich den ihr gemäßen ästhetischen Ausdruck und wird so erkennbarer. Insofern haben solche Demolierungen sogar ihr Gutes.
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#6   chancel_screen   20:55:17 | Donnerstag, 3. November 2005
Nächstes Projekt: Die Sixtina weiß anstreichen!
Was kann man aus Rom anders erwarten als die Bestätigung dieser Barberei? Ratzinger ist doch Architekt und Verfechter des Konzils. Hier darf man sich nichts vormachen. Magee, Lehmann & Co. würden doch die Fresken der Sixtina weiß übermalen, um sie dem „Geist des Konzils“ anzupassen. Nein, am besten gleich in eine Moschee verwandeln. Wir sollten alle den „Friends of Saint Colman’s Cathedral“ eine Spende zukommen lassen. Vielleicht kann das Ding noch gedreht werden. Früher haben wir Iren für die Rückkehr Englands zum Glauben gebetet. Jetzt beten wir für die Rückkehr unserer Bischöfe zum Glauben! Hibernia semper fide… – das war mal!
Hier geht’s zur Homepage der Rettungsaktion:
www.foscc.com/index.html
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#5   Gotthard   20:24:41 | Donnerstag, 3. November 2005
Rom?
Umbaupläne in Rom vorgelegt? Ich lache mich schlapp …
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#4   Athanasius   19:46:16 | Donnerstag, 3. November 2005

Dass er Unterstützung aus dem Ort bekommt, wo der Hl. Stuhl Petri steht, sagt doch schon, dass die häretisch-liberale Unterminierung welche Papst Leo XIII. in seinem Motu-Proprio zum Michaelsgebet prophezeite, wohl fast vollendet ist, oder?
Auch ein guter Hinweis für manchen „Indult“-Traditionalisten, dass es in Rom durchaus keine „Rückkehr“ zur überlieferten hl. Messe geben wird. Es wird nur versucht manche Traditionalisten, die oft müde sind vom Kämpfen, dazu zu bringen eine neue „Reform der Reform“ zu unterstützen, was allerdings dem Modernismus nicht schaden sondern unterstützen würde. Denn ständige Anpassung der Wahrheit und der Liturgie ist dessen Merkmal.
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#3   Petrus Radii   19:38:01 | Donnerstag, 3. November 2005
Schon wieder!
Hier sieht man schon wieder, daß die liturgischen Neuerungen (keineswegs Erneuerungen!) nichts mit der Verherrlichung Gottes noch dem katholischen, religiösen Sinne der Gläubigen überhaupt etwas zu tun hat! Viel eher folgt Msgr. Magee dem bösen „Geist des zweiten Vatikanums“ und die verwandten unreinen Geister des Humanismus und des Totalitarismus.
Ens et verum convertuntur. Ens et pulchrum convertuntur. Ideo convertuntur verum et pulchrum. Da das Wahre und das Schöne „austauschbar“ sind, ist der hochwürdigste Herr Bischof nicht nur für das ikonoklastische Häßliche begeistert, sondern auch Nachfolger des Irrtums.
ich glaube, daß es das zweite Konzil von Konstantinopel war, das erklärt hat, Wer die apostolischen oder kirchlichen Überlieferungen verachte, der sei anathemasiert. Ikonoklasmus, wie er vom Bischof Magee ausgeübt wird, ist nicht nur verwerflich, sondern ketzerhaft.
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#2   Der Tradition verbunden   19:22:32 | Donnerstag, 3. November 2005
Teuer, sinnlos und glaubensschädigend
Ich danke Gott, daß hier in einem Ort wohne, in dem jeden Tag zur überlieferten heilgen Messe aller Zeiten gehen kann, bei der der Priester ehrführchtig das Stufengebet betet bevor er zum Altar tritt und zum HERRN (und nicht zu den Menschen) hingewandt betet, bei der in frommer Stille das römische Hochgebet gebetet wird, das so wunderbar den katholischen Glauben ausdrückt (jeder kann es im Schott mitbeten), bei der alles auf den Höhepunkt der heiligen Messe, das heilige Opfer ausgerichtet ist, bei der ich WIRKLICH aktiv teilnehmen kann, in dem ich alle Gebete des Priesters im Schottmessbuch mitbete und mein bescheidenes Opfer geistig in den Opferkelch hineinlegen kann und es so mit dem über alles erhabenen, von Christus selbst durch die Hände des Priesters dargebrachten Opfer vereinigen kann.
Und ich bin froh, daß in der Kirche die ich besuche, der Raum,in der das heilige Opfer dargebracht wird, durch eine Kommunionsbank, an der man in angemessener knieender Haltung die Hl. Kommunion mit dem Mund empfängt,vom übrigen Raum getrennt ist und so das Bewußtsein für die Sakralität des heiligen Raumes geschärft wird.
So tun mir die gläubigen Katholiken im irischen Cobh leid, über deren Köpfe hinweg,durch solche geldverschlingenden, dem katholischen Glauben widersprechenden Umbaumaßnahmen beschlossen werden.
Als ich selbst in Cobh war, klagte die Stadtführerin über diese geplanten Umbaumaßnahmen,die den gläubigen Katholiken,die regelmäßig in die Kirche gehen, aufgezwungen werden.
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#1   Sulpicius   19:01:25 | Donnerstag, 3. November 2005
Ach so,…
… hier gilt das vielbeschworene „Volk Gottes“ des Vat.II auf einmal nichts mehr. Klerikalismus in seiner schlimmsten Form!
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