Die polnischen Bischöfe wollen keinen verbesserten Lebensschutz
Der Vorsitzende der polnischen Bischofskonferenz stellte sich kürzlich gegen einen Vorschlag, ungeborenen Kindern ein volles Lebensrecht zu gewähren. Der Prälat befürchtet, daß dadurch „Wunden zugefügt“ werden könnten.
(kreuz.net, Warschau) Vertreter der Katholischen Kirche Polens sprechen sich gegen einen besseren Rechtsschutz
für die ungeborenen Kinder ihres Landes aus.
Dies berichtete die österreichische Presseagentur ‘APA’
am gestrigen Donnerstag.
Die Bischöfe stellen sich damit gegen einen Vorschlag der nationalkatholischen
Partei ‘Liga der polnischen Familien’.
Die ‘Liga der polnischen Familien’ will einen Gesetzesentwurf
ins Parlament einbringen, der die Kinderabtreibung in Polen zukünftig auch bei Kindern aus Vergewaltigungen
oder bei behinderten Kindern verbieten soll.
Diese Gesetzesänderung, die der Lehre der Kirche und der
natürlichen Moral entspricht, stößt aber bei einigen führenden katholischen Würdeträgern auf Kritik:
„Wir müssen Leben schützen, aber nicht so, daß wir anderen Wunden zufügen“, meinte Mons. Jozef Michalik,
der Erzbischof von Przemysl und Vorsitzende der polnischen Bischofskonferenz.
Der Erzbischof warf der
‘Liga der polnischen Familien’ zudem vor, den Gesetzesentwurf angeblich nicht an moralischen, sondern
an politischen Gesichtspunkten auszurichten.
Ähnlich reagierte der emeritierte Bischof von Sosnowiec,
Mons. Tadeusz Pieronek. Die Stadt liegt im Südosten Polens in der Nähe von Katowitz.
Mons. Pieronek
befürchtet sogar, daß eine Änderung des gegenwärtigen Abtreibungsrechtes – dem letztes Jahr 194 Menschen
zum Opfer fielen – die gesellschaftliche Ordnung Polens gefährden würde.
Die Zahl von 194 legalen Kindertötungen
in Polen geht aus dem Regierungsbericht des Gesundheitsministeriums hervor, der dem polnischen Parlament
kürzlich vorgelegt wurde.
Ein Kommentator in einem polnischen Forum stellt die Frage, wie weit eine
Verhinderung von 194 Abtreibungstoten und der Schändung ihrer Mütter die „gesellschaftliche Ordnung
Polens“ bedrohen könnte.
Ein anderer Forumsteilnehmer befürchtet, daß der Vorsitzende der polnischen
Bischofskonferenz selber nicht nach moralischen, sondern nach politischen und kirchenpolitischen Maßstäben
handelt.
Die erzbischöfliche Aussage entspreche typischen klerikalen Floskeln. Man danke, handle und
spreche dort nach dem Motto:
„Die Schmutzigen müssen sich waschen, aber nicht so, daß sie dabei sauber
werden.“
Email-Adressen der Empfänger
3 Lesermeinungen
Sie haben eine Meinung zu diesem Artikel? Dann verfassen Sie einen Beitrag. Bleiben Sie in Ihrem Kommentar sachlich und bemühen Sie sich um eine erträgliche Diskussionsatmosphäre. Bedenken Sie, daß Ihr Beitrag noch über Jahre hinweg abrufbar und durch Suchmaschinen im Internet auffindbar ist.
Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt der Leserbeiträge. Sie behält sich das Recht vor, Beiträge zu löschen oder Leser aus der Debatte auszuschließen.
Arme Kirche Es ist schade, dass es in Polen zu solch furchtbaren Ausagen der Kirche kommen konnte. Aber
auch hier in Deutschland wird der Lebensschutz von der kath. Kirche nicht unterstützt. In der dt. Bischoffskonferenz
wurde das Thema nicht einmal angesprochen. Wenn Kardinal Meisner seine Stimme gegen das Unrecht erhebt,
so schweigen seine Kollegen aus Angst und schwächen ihn. Die kath. Kirche in Deutschland ist eine profillose
Ja-Sagering und Königing der Mutlosen geworden. Bietet sie für junge Leute noch einen moralischen Halt
und Orientierung? Ich bin ein junger Katholik und sage nein! Diese Feigheit ist nicht aus zuhalten.
#2 methusalix † 20:12:55 | Freitag, 4. November 2005
Wen könnte seine Eminenz… „Wir müssen Leben schützen, aber nicht so, daß wir anderen Wunden zufügen“,
meinte Mons. Jozef Michalik, der Erzbischof von Przemysl und Vorsitzende der polnischen Bischofskonferenz.
…denn damit nur meinen??????
#1 Athanasius 09:47:04 | Freitag, 4. November 2005
Also… …die Mehrheit der polnischen Laien sich für das Recht des ungeborenen Lebens. Aber hier kommt
wieder auch der Klerikalismus der Modernisten im Blickfeld. Nur wenn die Modernisten es für ihre Ziele
gebrauchen können, wenden sie ihre Macht an um guten Glauben, gute Moral und die wahre Liturgie zu vernichten.
Laienkirche? Laieneinfluss? Nur seitens modernistischer Laientheologen, nicht der einfachen Laien. Es
ist mit den Modernisten wie im Parlament von Nordkorea. Die Laien die dem Regime „Glaubwürdigkeit“ verschaffen
sollten, sind die Ja-sager-und-klatscher. Und diese Bischöfe sind vom Vatikan ernannt. Wer ernennt ja
die Bischöfe?