Die Antwort des Briefempfängers
Ein Pater der Piusbruderschaft veröffentlichte kürzlich einen Offenen Brief zu den schweren Anschuldigungen, die der Rektor des Marienheiligtums in Fatima vor kurzem gegen eine Wallfahrt von 2.400 Gläubigen der Bruderschaft gerichtet hatte.

In seinem Schreiben widersprach Mons. Guerra Vorwürfen, wonach eine Wallfahrt der Priesterbruderschaft St. Pius X., die Ende August stattfand, von Bediensteten der Basilika und der Erscheinungskapelle gezielt gestört worden sei.
Der Brief gelangte in einer englischen Übersetzung und ohne Angabe des Empfängers ins Internet. Er wurde dort offensichtlich von Anfragern publiziert, denen Mons. Guerra eine Kopie des Schreibens zugeschickt hatte.
Jetzt stellt sich heraus, daß der Brief ursprünglich an Pater Arnaud Sélégny gerichtet war. Der französische Pater ist Generalsekretär der Piusbruderschaft, deren Hauptsitz sich in der Ortschaft Menzingen im Kanton Zug befindet.
Zug ist der kleinste Kanton der Schweiz. Er liegt in der Innerschweiz und gehört kirchlich zum Bistum Basel.
Weil das Schreiben von Mons. Guerra öffentlich gemacht worden sei, habe er – Pater Sélégny – seine Antwort als Offenen Brief verfaßt. Der Text wurde in der jüngsten Ausgabe der Zeitschrift der Piusbruderschaft ‘Nouvelles de Chrétienté’ publiziert.
Pater Sélégny weist die Behauptung von Mons. Guerra zurück, daß die Priesterbruderschaft ihre Wallfahrt nach Fatima nicht ordnungsgemäß angemeldet habe. Ein Priester der Bruderschaft habe sich – wie der Rektor selber schreibe – am 13. Juli sogar persönlich mit Mons. Guerra getroffen.
Die Zusammenkunft habe – erklärt Pater Sélégny – immerhin eine Stunde gedauert. Dabei seien alle Aspekte der Wallfahrt besprochen worden.
Im übrigen sei die letzte Wallfahrt der Bruderschaft im Jahr 1997 ähnlich organisiert gewesen. Damals habe ein einziges Gespräch mit dem Rektor genügt. Anschließend sei fast alles gut gelaufen.
Beim Treffen am 13. Juli habe der Rektor den Pilgern die Zeit zwischen 13.30 und 14.30 Uhr versprochen, während er in seinem jüngsten Brief im Anschluß an die Wallfahrt nur noch von einer halben Stunde rede.
Pater Sélégny will gelten lassen, daß es hier vielleicht zu einem Mißverständnis gekommen sei.
Eine „gewisse Dosis von bösem Willen“ schreibt der Pater dagegen einem Bestätigungsbrief des Kirchenrektors zu. Darin erklärt Mons. Guerra, daß die Priesterbruderschaft beschlossen habe, sich im Heiligtum „auf private Gebete zu beschränken“.
Das – protestiert Pater Sélégny – sei keine Entscheidung der Bruderschaft, sondern eine Bedingung der Wallfahrtsleitung gewesen, um überhaupt in das Territorium des Heiligtums eingelassen zu werden.
Doch am bemerkenswertesten sei das, was im Brief des Kirchenrektors verschwiegen werde.
Dessen Brief gebe den Eindruck, daß die traditionalistischen Pilger – wären sie kurz vor 14.00 Uhr verschwunden – keine unangenehmen Überraschungen erlebt hätten. Tatsächlich hätten die Schwierigkeiten aber bereits beim Erreichen des Heiligtums begonnen.
Die Pilger hätten sich ab 13.20 vor der Erscheinungkapelle versammelt und – wie abgemacht – auf den Eintritt um 13.30 gewartet. Während der Zugang zur Kapelle noch bis 13.25 offen gewesen sei, hätten dann drei oder vier Angestellte des Heiligtums den Zutritt genau vor den ersten Pilgern mit einer Schranke blockiert.
Er – Pater Sélégny – habe vergeblich versucht, über einen Übersetzer mit den Angestellten zu verhandeln. Man habe auch vergeblich darum gebeten, mit dem Wallfahrtsdirektor zu sprechen.
„Sie forderten eine schriftliche Bestätigung, von der niemals die Rede gewesen war, weder 1997 noch im Juli dieses Jahres“. Auf die Frage, was mit den 2.400 Pilgern geschehen sollte, die aus allen Teilen der Welt angereist waren, kam die Antwort: „Bleiben sie auf dem Platz“ oder „kommen sie später“.
Pater Sélégny erinnert daran, daß ein Hindu-Priester, der kürzlich am Altar der Erscheinungskapelle einen Ritus durchführen durfte, wesentlich besser behandelt wurde als die Pilger der Piusbruderschaft:
„Wir hatten keine andere Wahl, als die Schranke zu durchbrechen und die Angestellten haben sich – wie es schien – erleichtert zurückgezogen.“
Das sei der Beginn des Konfliktes gewesen. Dieser sei von Mons. Guerra ausgelöst worden, der den Pilgern zuerst den versprochenen Zugang zum Heiligtum verwehren wollte und sich anschließend weigerte, diesen Schritt zu erklären.
Als die Pilger in der Erscheinungskapelle beteten, kam es zum Vorfall mit staubsaugenden Frauen im Heiligtum, den Pater Sélégny in seinem Brief nur andeutet.
Ausdrücklich bedauert Pater Sélégny den Zwischenfall mit einem Priester, der nach 14.00 Uhr über die Abschrankung in den Altarraum sprang und versuchte, das Mikrophon von Schwestern, die um diese Zeit in der Kapelle eine Andacht hielten, abzustellen.
Der Priester sei mit den Pilgern gekommen. Er gehöre aber nicht zur Piusbruderschaft. Priester der Bruderschaft seien zudem von sich aus eingeschritten, um das entstandene Problem zu lösen.
In diesem Zusammenhang sei es allerdings auch zu Tätlichkeiten eines Priesters des Heiligtums gegen einen traditionalistischen Ordnungshüter gekommen. Dieser habe sich lediglich bemüht, die Ruhe wiederherzustellen.
Daß anschließend die Beschallungsanlage aufgedreht und über das ganze Gelände der Wallfahrtsstätte laute Musik gespielt wurde, sei offenbar – wie er in seinem Brief selber schreibe – eine direkte Anweisung des Wallfahrtsdirektors gewesen.
Der Sinn dieser Maßnahme sei von den Pilgern, die in der Kapelle den Rosenkranz beteten, als ein Racheakt gedeutet worden.
Aus dem Schluß des Briefes von Pater Sélégny geht hervor, daß Mons. Guerra die Wallfahrt der Piusbruderschaft zunächst „aufgrund von römischen Anweisungen“ erlaubte.
Er sei aber erstaunt, so Pater Sélégny, daß diese Anweisungen, die vom Heiligtum gefordert hatten, die Wallfahrt der Piusbruderschaft im Frieden zu akzeptieren, vom Rektor des Heiligtums „vernachläßigt“ wurden.
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Samstag, 26. November 2005 14:57
Marcel: Nun nachlesbar
Was in Fatima geschah kann, inklusive dem Briefwechsel, nun in Englisch im Minimagazin Christendom #2
(PDF) nachgelesen werden.
(Christendom wird vom französischen DICI herausgegeben, der Presseagentur des franzsöischen Mutterhauses der SSPX.)
Aus dem Inhalt:
– In Fatima for the honor of Our Lady, Fr. Sélégny gives the full story of the pilgrimage.
– The confession. Open letter to Mgr Guerra by Fr. Sélégny.
– Caught red-handed, Mgr Guerra’s quarter of an hour!
– Can the Compendium of the Catechism of the Catholic Church reach its objective? by Fr. Lorans
– The SSPX apostolate in Southern Africa
(Christendom wird vom französischen DICI herausgegeben, der Presseagentur des franzsöischen Mutterhauses der SSPX.)
Aus dem Inhalt:
– In Fatima for the honor of Our Lady, Fr. Sélégny gives the full story of the pilgrimage.
– The confession. Open letter to Mgr Guerra by Fr. Sélégny.
– Caught red-handed, Mgr Guerra’s quarter of an hour!
– Can the Compendium of the Catechism of the Catholic Church reach its objective? by Fr. Lorans
– The SSPX apostolate in Southern Africa
Sonntag, 6. November 2005 22:30
Toby: @ Gotthard
So freue ich mich, wenn Hindus nach Fatima kommen … denn viele sagen doch: durch Maria zu Jesus, oder?
Die Hindus würden sich sicher sehr über das, was viele „aufgeklärte“ Christen über ihren Glauben zu verstehen glauben, wundern.
Ich glaube, das ist generell das Problem des sogenannten „interreligiösen Dialogs“. Viele reden über Dinge, von denen sie einfach keine Ahnung haben. Und ich kann mich einfach nur darüber wundern, dass sich nur so wenige Menschen darüber wundern …
Die Hindus würden sich sicher sehr über das, was viele „aufgeklärte“ Christen über ihren Glauben zu verstehen glauben, wundern.
Ich glaube, das ist generell das Problem des sogenannten „interreligiösen Dialogs“. Viele reden über Dinge, von denen sie einfach keine Ahnung haben. Und ich kann mich einfach nur darüber wundern, dass sich nur so wenige Menschen darüber wundern …
Sonntag, 6. November 2005 22:01
Le Trot: @Gotthard
So freue ich mich, wenn Hindus nach Fatima kommen … denn viele sagen doch: durch Maria zu Jesus, oder?
Habe ich noch keine Hindu sagen hören.
Habe ich noch keine Hindu sagen hören.
Sonntag, 6. November 2005 21:24
Marcel: Abwarten und Tee trinken
Gotthart schreib: Rom interessiert die Ordnung an Wallfahrtsorten nun überhaupt nicht … bestimmt nicht
für eine Sonder-Gruppe…
Sie sind schlecht informiert. Rom informiert sich über die FSSPX und beobachtet ihr Tun sehr genau. Aus verschiedenen Gründen.
Auch unterhält die FSSPX Kontakte mit der Kurie und umgekehrt. Schließlich hängt die FSSPX absolut am ewigen Rom und möchte es frühzeitig wissen, wenn die Besetzung der Kirche durch die Modernisten nachläßt bzw. aufhört.
Wie ich schon sagte, bekam Mgr. Guerra direkt von Rom (über einen ihm Vorgesetzen in Portugal) die Direktive, daß die Fatima-Wallfahrt der FSSPX störungsfrei zu verlaufen habe.
Das ist sie wegen dem Mgr. nicht und er wird die Folgen zu tragen haben.
Warten wir es doch einfach ab. Die Tradition hat alle Zeit der Welt. Sie Modernisten nicht; Ihnen schwimmen die Felle davon und bald weiß jedes konziliare Kind, daß hinter der Fassade nichts ist. Dann, wenn der Tiefpunkt der nachkonziliaren Zeit erreicht sein wird – ob wir das noch erleben werden, weiß Gott allein –, kann der Neubeginn starten. Die Katholiken der Tradition stehen Gewehr bei Fuß: eine beachtliche Zahl glaubenstreuer Priester, Ordensleute und Laien aus dem Werk des Erzbischof Lefebvre werden die Kirche entscheidend restaurieren helfen unter Gottes Führung.
Sie sind schlecht informiert. Rom informiert sich über die FSSPX und beobachtet ihr Tun sehr genau. Aus verschiedenen Gründen.
Auch unterhält die FSSPX Kontakte mit der Kurie und umgekehrt. Schließlich hängt die FSSPX absolut am ewigen Rom und möchte es frühzeitig wissen, wenn die Besetzung der Kirche durch die Modernisten nachläßt bzw. aufhört.
Wie ich schon sagte, bekam Mgr. Guerra direkt von Rom (über einen ihm Vorgesetzen in Portugal) die Direktive, daß die Fatima-Wallfahrt der FSSPX störungsfrei zu verlaufen habe.
Das ist sie wegen dem Mgr. nicht und er wird die Folgen zu tragen haben.
Warten wir es doch einfach ab. Die Tradition hat alle Zeit der Welt. Sie Modernisten nicht; Ihnen schwimmen die Felle davon und bald weiß jedes konziliare Kind, daß hinter der Fassade nichts ist. Dann, wenn der Tiefpunkt der nachkonziliaren Zeit erreicht sein wird – ob wir das noch erleben werden, weiß Gott allein –, kann der Neubeginn starten. Die Katholiken der Tradition stehen Gewehr bei Fuß: eine beachtliche Zahl glaubenstreuer Priester, Ordensleute und Laien aus dem Werk des Erzbischof Lefebvre werden die Kirche entscheidend restaurieren helfen unter Gottes Führung.
Sonntag, 6. November 2005 21:20
Gotthard: ach Gatte
… Du musst ja keine Ahnung haben von indischen Gebräuchen … ob christlich oder hinduistich oder einfach
indisch… Du solltest aber mir die Kenntnis nicht ohne Wissen absprechen …
Die biblische Maria hat gesagt: was ER euch sagt, das tut. Und ER hat gesagt: wenn ich erhöht bin, werde alle an mich ziehen.
So freue ich mich, wenn Hindus nach Fatima kommen … denn viele sagen doch: durch Maria zu Jesus, oder?
Die biblische Maria hat gesagt: was ER euch sagt, das tut. Und ER hat gesagt: wenn ich erhöht bin, werde alle an mich ziehen.
So freue ich mich, wenn Hindus nach Fatima kommen … denn viele sagen doch: durch Maria zu Jesus, oder?
Sonntag, 6. November 2005 20:51
Evelin: Gotthard übertrifft sich wieder einmal selbst…
auch diese gesamtkirchliche Bedeutung entläßt diesen Ort nicht aus der alleinigen Verantwortung der
Ortskirche.
Falsch, jeder Bischof untersteht der Aufsicht Roms. Im konkreten Falle sind einige Beschwerden in Rom anhängig, die Rom sogar zum Handeln verpflichten.
Bisher gibt es nur einige wenige – erzkonservative – Vorwürfe, die zumeist auch noch von Tatsachen unbeleckt waren.
Entweder haben Sie wirklich keine Ahnung oder Sie lügen. Die Photos von dem Skandal sind im Internet an einigen Stellen veröffentlicht, darunter auch auf kreuz.net.
Dieser „Sühne-Aufstand“ ist ein rein kirchenpolitischer Kreuzzug…
Was haben Sie gegen Kreuzzüge – gute Sache! Kirchenamtlich offiziell ist z.B. der Rosenkranzsühnekreuzzug (ich weiß aber nicht, inwiefern es das außerhalb Österreichs gibt.
Ich empfehle den Tradis dringend nach Indien zu gehen, und allen Hindus den Zutritt zu katholischen Kirchen zu versperren, die den hl. Anthony verehren wollen …
Diese Hindus fragen alle offiziell beim Kirchenrektorat vorher an, dürfen offziell ein Hindu-Opfer am Altar begehen und werden sodann vom Rektor und vom Ortsbischof freundlich lächelnd empfangen, wobei letztere in der Farbe der Saison – orange – auch noch bekränzt (ausgezeichnet) werden?
Falls nicht: Unterlassen Sie bitte Ihre stümperischen Vergleiche!
Der Gatte der Evelin
Falsch, jeder Bischof untersteht der Aufsicht Roms. Im konkreten Falle sind einige Beschwerden in Rom anhängig, die Rom sogar zum Handeln verpflichten.
Bisher gibt es nur einige wenige – erzkonservative – Vorwürfe, die zumeist auch noch von Tatsachen unbeleckt waren.
Entweder haben Sie wirklich keine Ahnung oder Sie lügen. Die Photos von dem Skandal sind im Internet an einigen Stellen veröffentlicht, darunter auch auf kreuz.net.
Dieser „Sühne-Aufstand“ ist ein rein kirchenpolitischer Kreuzzug…
Was haben Sie gegen Kreuzzüge – gute Sache! Kirchenamtlich offiziell ist z.B. der Rosenkranzsühnekreuzzug (ich weiß aber nicht, inwiefern es das außerhalb Österreichs gibt.
Ich empfehle den Tradis dringend nach Indien zu gehen, und allen Hindus den Zutritt zu katholischen Kirchen zu versperren, die den hl. Anthony verehren wollen …
Diese Hindus fragen alle offiziell beim Kirchenrektorat vorher an, dürfen offziell ein Hindu-Opfer am Altar begehen und werden sodann vom Rektor und vom Ortsbischof freundlich lächelnd empfangen, wobei letztere in der Farbe der Saison – orange – auch noch bekränzt (ausgezeichnet) werden?
Falls nicht: Unterlassen Sie bitte Ihre stümperischen Vergleiche!
Der Gatte der Evelin
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