Der dem progressistischen Lager zugehörige Weihbischof von Canberra stellte sich in einem Radiointerview gegen Aussagen des konservativen Erzbischofs von Sydney, George Kardinal Pell.
(kreuz.net, Canberra) In einem Interview mit dem Lokalradio ABC, das eineinhalb Wochen in ganz Australien
ausgestrahlt wurde, brachte der Weihbischof von Canberra und Goulburn, Mons. Pat Power, sein Mißfallen
über den Kardinalerzbischof von Sydney zum Ausdruck.
Die Stellungnahme des Kardinals, wonach es in Australien
keine wirkliche Krise der Berufungen gebe, sei für ihn enttäuschend, erklärte der Weihbischof dem Radio.
Der Kardinal hatte erklärt, daß gegenwärtig 42 oder 43 Studenten für seine Erzdiözese studierten
und daß dies soweit genug sei.
Diese Aussage mache ihn betroffen, erklärte Weihbischof Power.
Die
Situation der von der australischen Bischofskonferenz bestimmten Vertreter an der Bischofssynode – Erzbischof
Adrian Leo Doyle von Hobard und Bischof Chris Toohey von Wilcannia Forbes – sei eine ganz andere.
Erzbischof
Doyle besitze für den ganzen Bundesstaat Tasmanien 17 Diözesanpriester. Bischof Toohey könne in seinem
Bistum, das halb so groß ist wie der ganze Bundesstaat Neusüdwales, auf ungefähr 12 oder 13 aktive
Priester zurückgreifen.
„Es ist eine Sache, wenn ein Stadtbischof sagt »Bei mir ist alles in Ordnung,
Jack«. Doch viele andere Bischöfe hier in Australien stehen vor ähnlichen Erfahrungen wie Erzbischof
Doyle und Bischof Toohey.“
„Mit Sicherheit“ repräsentiere Erzbischof Pell in dieser spezifischen Frage
nicht die australischen Bischöfe.
Der Kardinal sei von den australischen Bischöfen auch nicht ausgewählt
worden, um an der Synode teilzunehmen.
Damit wolle er – so der Weihbischof – nicht sagen, daß Kardinal
Pell nicht befähigt gewesen sei, an der Bischofssynode teilzunehmen.
„Aber ich möchte auf jeden Fall
festhalten, daß die von ihm vorgebrachten Ansichten nicht mit der australischen Erfahrung übereinstimmen.“
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