Requiem
„Konsequenter und schwieriger Weg“
Im Jahrbuch 2006 des Speyerer Bistumsblattes ‘Der Pilger’, erschien ein Nachruf auf den im letzten März verstorbenen Pater Manfred Adler. Obwohl der Nekrolog einige Fehler enthält, ist er ein weiteres Zeichen dafür, daß zwischen Pater Adler und den diözesanen Verantwortlichen eine ernsthafte Versöhnung stattgefunden hat.
(kreuz.net, Speyer) Unter dem Titel „Konsequenter und schwieriger Weg“ wurde im kürzlich herausgekommenen „Pilger-Kalender 2006“ auf Seite 136 eine Würdigung des im März verstorbenen Paters Manfred Adler veröffentlicht.

Der Kalender ist ein von der Redaktion des Bistumsblattes der Diözese Speyer herausgegebenes Jahrbuch.

Darin werden jedes Jahr die verstorbenen Diözesangeistlichen sowie Ordensgeistliche, die in der Diözese Speyer gewirkt haben, mit einem Nachruft gewürdigt.

Der kurze Nekrolog – mit einem Foto – enthält zwar einige Fehler und auch Verdrehungen in der Chronologie des Lebenslaufs. Er ist aber ein weiterer Hinweis darauf, daß sich Pater Adler und die diözesanen Amtsträger versöhnt haben und vor allem dafür, daß diese Versöhnung seitens der Diözese ernst gemeint war.

In der Würdigung wurde deswegen nicht andeutungsweise auf den Konflikt von 1978 und dessen schwere Folgen für Pater Adler eingegangen.

Interessanterweise steht im Pilger-Kalender 2006 zum ersten Mal – in den früheren Ausgaben war das nicht so – im Teil mit Nachrufen auf verstorbene Kleriker am oberen und unteren Rand jeder Seite in kursiv der Schriftzug „Verstorbene Priester der Diözese: Mai 2004 bis Mai 2005“.

In diesem Fall hat die Änderung des Layouts eine tiefere Bedeutung, weil der Pater dadurch, zumindest optisch, ausdrücklich wieder zum Diözesangeistlichen wurde.

Es bleibt zu hoffen, daß sich diejenigen, welche die Kampagne gegen Pater Adler in Gang setzten, weil er ihre Kollaboration mit antichristlichen Kräften durch seine Publikationen störte, sich eines Tages bekehren und auf den rechten Weg zurückfinden.

Die Lebens- und Glaubenshaltung des verstorbenen Paters Adler kommt in seinem letzten Buch im letzten Absatz des Schlußwortes gut zum Ausdruck:
„Das mächtige Welt-Reich der Kabbalisten ist von dieser Welt und wird mit dieser Welt untergehen.

Das Reich Gottes dagegen, das nicht von dieser Welt ist, das aber in der Person, im Wort und im Werk Jesu Christi bereits jetzt in der Welt gegenwärtig ist, wird kein Ende haben.

Das ist der Glaube, der die antichristliche Welt überwindet.“


(Aus: „Der ‘Jude’ Jesus und die Gottesfrage oder: War Jesus Jude oder ist er Gott?“, Traunstein 2004, Seite 118)

Vor dem Hintergrund dieses Zitats kann man verstehen, wie es ein kleiner Pater aus der Pfalz wagen konnte, die mächtigen Hinterzimmerklubs anzugreifen, und trotz aller Sanktionen nie nachgegeben hat.

Im Vertrauen auf die Ewigkeit ist er mit einer bewundernswerten inneren Ruhe heimgegangen.

Pilger-Kalender 2006, 85. Jahrgang, Pilger-Verlag, Speyer 2005, Euro 3,90, Direktbezug online unter: www.der-pilger.de
      
5 Lesermeinungen
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#5   Stimme aus dem Tradiland   08:56:30 | Dienstag, 8. November 2005
@ Gotthard
Siehe den Nachruf auf kreuz.net:
Zum Tode von Pater Manfred Adler vom 10. März 2005 www.kreuz.net/article.816.html
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#4   Gotthard   23:42:23 | Montag, 7. November 2005
MItleid
Warum sollte ich jetzt Mitleid mit diesem Pater haben, dessen Namen ich vorher nie gehört habe?
Was hat so Gutes getan, dass er mir bekannt werden sollte?
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#3   Brandenburgis   23:31:32 | Montag, 7. November 2005
@Gatte der Evelin
Ich nehm’s ihm auch nicht übel, der liebe Gott, wie ich mir sicher bin, auch nicht. Ich konnte mir allerdings jahrelang gar nicht vorstellen, daß diese Schriften ein und derselbe Autor verfaßt hat und ging davon aus, daß es zwei verschiedene Personen mit demselben Namen gibt.
Erst der Tod von P. Adler und die Nachrufe öffneten mir gewissermaßen die Augen und ich brauchte eine Weile um das zu verdauen.
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#2   Evelin   20:29:37 | Montag, 7. November 2005
@ Brandenburgis – Erpressung von Priestern durch die V2-Kirche
Höchst interessant! Wobei ich meine, dass es die anderen Werke P. Adlers nicht entwertet. Es zeigt aber eine gewisse persönliche Schwäche. Wobei ich auch das verstehen kann. Ich kenne einen traditionellen Priester, der keinerlei Sozialversicherung oder Altersvorsorge hat und (bis er nicht mehr kann – wird er dann gar ein Fall für die öffentliche Sozialfürsorge?) von Übersetzungen, Publikationen, Vorträgen und gelegentlichen liturgischen Handlungen, für die er ein Entgelt erhält, lebt.
Das ist ein hartes Brot und dabei muß man auch noch gut genug sein, um so überhaupt leben zu können!
Von daher bin ich nicht einmal gläubigen Priestern ernstlich böse, die die Handkommunion gegen ihre Überzeugung geben. Da ist massive Erpressung – nackte Gewalt – im Spiel, nicht jeder Priester kann oder will zur FSSPX gehen. Ich sehe da schon die Notlage solcher Priester. Und wenn es doch der Papst erlaubt hat…
Ob solche Priester mehr auf die göttliche Vorsehung vertrauen sollten? Darüber maße ich mir kein Urteil an.
Ich bin nur allergisch, wenn sich solche zu Richtern über die Traditionspriester der FSSPX aufwerfen. Das steht ihnen nicht zu, ganz einfach! Falscher Gehorsam kann auch eine Sünde sein. Sogar gegenüber dem Papst!
Der Gatte der Evelin
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#1   Brandenburgis   15:58:17 | Montag, 7. November 2005
Donner-Wetter
Ähnlich wie Hitler die Linksintellektuellen, vertrieb der jetzige Münchner EB Wetter seinerzeit P. Adler nach einer SPIEGEL-Hetzattacke aus seiner Diözese Speyer und aus dem Exekutionsbereich der Deutschen Bischofskonferenz bis hin ins ferne Südamerika, wo ja nach 1933 auch einige Links-Skribenten weilten.
Adler kroch allerdings zukreuze, indem er eine warmherzige Verteidigungsschrift des völlig abwegigen Konzilsdokumentes „Dignitatis humanae“ verfaßte, wo er auch in auffällig liebedienerischen Weise den Professor Kasper vielfach zitierte. Das war wirklich erschütternd …
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