Kultur
Schweizer Provinzkünstlerin von der Kirche verkannt
„Empört“ gab sich kürzlich die ‘Eidgenössische Kunstkommission’, weil eine von ihr gehätschelte angebliche Künstlerin von einem angeblichen Wasserschaden aus einer echten Kirche in Venedig geschwemmt wurde.
(kreuz.net) Einer gewissen Frau Pipilotti Rist (45), die sich in der Schweiz als Künstlerin ausgibt, war jüngst in der Weltkulturstadt Venedig kein Glück beschieden.

Anläßlich der Biennale von Venedig durfte Frau Rist in der Kirche San Stae mittels eines Videoprojektors einen Film – offiziell Kirchenfresko genannt – an die Decke des Gotteshauses projizieren.

In der Kirche lagen Matratzen aus, auf denen die Zuschauer – Blick nach oben – lagen.

Das Werk heißt „Homo sapiens sapiens“. Es zeigt im wesentlichen einen Film mit Paradiesestänzen zweier unbekleideter Personen weiblichen Geschlechtes in gebüschiger Gegend.

Bekleidete Gestalten hätten – trotz unbezweifeltem Talent von Frau Rist – wohl zuwenige Schaulustige angezogen, meinte ein italienischer Sachverständiger.

Frau Rists Versuch war einer der offiziellen Schweizer Beiträge an der diesjährigen Kunstbiennale in Venedig.

Doch dann erlebte die Produktion jählings ein trauriges Ende.

Venezianische Katholiken, für welche echte Kunst eine Alltagserfahrung ist, waren von Frau Rists Mühen nur mittelmäßig beeindruckt.

Sie kamen zum Schluß, daß das selbsternannte Kunstwerk dem geistlichen und künstlerischen Rahmen der Kirche San Stae nicht gewachsen sei.

Der zuständige Pfarrer erklärte daraufhin, daß die Kirche nach einem Wassereinbruch wegen Erhaltungsarbeiten geschlossen werden müsse. Am 19. September macht er das Gotteshaus dicht.

Jetzt ist die ‘Eidgenössische Kunstkommission’ „empört“ und spricht in ihrem Zorn und nicht ohne Pathos von einem „Akt der Zensur“. Das berichtete die ‘Basler Zeitung’ am ersten November.

Man habe das „Recht der Kunst auf freien Ausdruck“ und „die Freiheit des Publikums“ verletzt, sich selbständig ein Urteil über das Kunstwerk zu bilden, ereifert sich die Kunstkommission.

Nacktheit sei „seit jeher ein Motiv in religiösen Darstellungen“. Sogar Michelangelo Buonarroti habe „in der Szene des Sündenfalls Adam und Eva frei und offen in ihrer Nacktheit“ gemalt, wissen die Kunstkommissare zu berichten.

Man lasse darum „moralische Motive“ für die Schließung der Kirche nicht gelten.

Die Empörung fruchtete nichts.

Darum schaltete man das eidgenössische ‘Bundesamt für Kultur’ ein. Dieses setzte sich umgehend mit dem Patriarchat der Lagunenstadt in Verbindung, um der Menschheit das Werk von Frau Rist wieder zurückzuerstatten.

Niente.

Die Schließung ist für Frau Rist dennoch ein Glücksfall.

Denn ohne den Zwischenfall hätte erst recht niemand etwas von ihrem kirchlich verkannten und früh verstorbenen Meisterwerk gehört.
      
16 Lesermeinungen
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#16   Josef Gadient   19:14:12 | Donnerstag, 24. November 2005
Pipilotti Rist – Kunst von unten
Besagte Dame hatte bereits im Jahre 2002 die Schweiz. Landesausstellung mit einer Perversion sondergleichen beglücken wollen, dass sogar die weltlichen Organisatoren auf ihr Projekt verzichtet haben. Unglaublich, dass sie im Ausland eine Kirche schänden durfte! Das Kunstverständnis der Dame ist schlicht und einfach gesagt Gotteslästerung.
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#15   Christin   00:17:38 | Montag, 14. November 2005
Kunst hat Narrenfreiheit…solange bis
…nicht jemand so beleidigt wird, dass er keine Freude mehr hat zu leben mit Würde und Tugendhaftigkeit und solange ein gewissen Grad an Provokation nicht überschreitet wird und solange niemanden die Quelle verschüttet,aus der das Leben fließt und solange man noch den Unterschied erkennt zwischen Spass und Ernst und solange niemand auf die Schaufel genommen wird,der sich nicht wehren kann.
und solange bis einer kommt und sagt:„Halt“ das hat mit Kunst nichts zu tun,wie das Kind beim Märchen:
„Des Kaisers neue Kleider“…
und solange -Kunst- sich nicht von der Realität und Schönheit des Lebens soweit entfert,dass die Natur nur mehr als „schmutzig“ angesehen wird.
Und solange hat „Kunst Narrrenfreiheit solange wir Kindern noch erklären können
„warum das so ist wie es ist“
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#14   Josef   12:48:12 | Mittwoch, 9. November 2005
@LukreciaB
Damit wir uns richtig verstehen, werte Lukrecia: ICH habe die internationale „Bedeutung“ Pipilottis nie in Frage gestellt, sondern in Hinsicht auf deren Zustandekommen nur bedauert. Als ähnliches Beispiel wäre noch Hirschhorn zu nennen. Früher gab es Schweizer, die auch internationale Bedeutung hatten, aber aus etwas anderen Gründen, wie etwa Henri Dunant.
Ihr PS ist etwas zum Schmunzeln. Sie überschätzen die Wahlwirkung des kleinen Schweizermanns ganz entschieden;-)
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#13   LukreciaB   11:53:10 | Mittwoch, 9. November 2005
@Josef
Sie mögen wohl recht haben, und ich möchte mich auch nicht zum Schaffen der Künstlerin äussern. Aber sie als Provinzkünstlerin zu bezeichnen ist halt einfach mal falsch. Man kann ja auch durch Skandale, ungerechtfertigter Förderung etc. international bekannt werden (es gibt ja genug Beispiele dafür). Aber wenn man’s dann ist, kann man denjenigen halt nicht mehr als nur Provinzbekannt ausgeben.
PS: Die Wahl von Politikern hängst nicht nur damit zusammen, ob sie Kulturstiftungen den Geldhahn etwas zudrehen oder nicht. Da gibt es dann schon noch viel gewichtigere Auswahlkriterien, wie die Erhaltung von Lebensbedingungen oder der Umgang mit Schwachen Mitgliedern der Gesellschaft.
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#12   Josef   11:30:58 | Mittwoch, 9. November 2005
@LukreciaB
Es ist gut, dass Sie mich daran erinnern, wer für die Feststellung internationaler Bedeutung zuständig ist. Bei uns in der Schweiz ist das die Kulturstiftung Pro Helvetia, die es Künstlerinnen wie Pipilotti Rist ermöglicht, ihre Werke an international „bedeutenden“ Plätzen wie dem Time Square auszustellen. Zu dieser Stiftung hat der kleine Mann von der Strasse wenig bis gar nichts zu sagen. Er kann höchstens Politiker wählen, die solchen Stiftungen die Beiträge aus Steuergeldern streichen, was wiederum in der Kunstszene sehr schlecht ankommt.
So war es denn für mich ein kleiner Trost, im vorstehenden Artikel folgenden Satz zu lesen:
„"„Venezianische Katholiken, für welche echte Kunst eine Alltagserfahrung ist, waren von Frau Rists Mühen nur mittelmäßig beeindruckt.“"“
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#11   Evelin   10:12:36 | Mittwoch, 9. November 2005
Pipilotti?
Und ich dachte, den Namen gibt es nur bei Astrid Lindgren in Pippi Langstrumpf: Pippilotta … Efraimstochter Langstrumpf.
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#10   LukreciaB   10:11:37 | Mittwoch, 9. November 2005
Provinzkünstlerin?
Nein, Pipolotti Rist ist wahrlich keine Provinzkünstlerin, sie ist auch nicht nur national sonder international berühmt. Natürlich stossen ihre Werke auf viel Kritik und Ablehnung, da sie sich mit Sexualtität, Geschlechterdifferenz und dem menschlichen Körper, vor allem derjenigen der Frau, beschäftigt. Vom 6. April bis zum 20. Mai 2000 wurde ein einminütige Video „Open My Glade“ ein Mal pro Stunde auf einem Großbildschirm am Times Square, New York gezeigt. Das ist ja wohl nicht gerade die Provinz…
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#9   hvonsury   20:37:07 | Dienstag, 8. November 2005
Als Provinzkünstlerin…
… ist sie nicht gerade zu bezeichen, sondern eine nationale Berühmtheit, die in aller Munde ist – nichz zuletzt wiederum durch Ihren Venezianischen Auftritt. Die Bezeichnung „Nationale Schande“ wäre angemessener.
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#8   28.IX-28.X   10:33:48 | Dienstag, 8. November 2005
Kunst
Früher hatte die Kunst die Aufgabe Gott zu verherrlichen und den Gläubigen die Heisgeschichte zu erzählen. Jeder der in eine Kirche eintrat, konte das sofort begreifen. Heute… ja heute wird eine andere Geschichte erzählt-die Pornografie. Allerdings gehört dies nicht in eine Kirche. Solche Sachen kuft man lieber bei Beate Use. Kein wunder, daß die Leute so was gar nicht gut finden und die Kirchen meiden.
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#7   Josef   09:50:13 | Dienstag, 8. November 2005
Stimme aus der Schweiz !
Es tut einem wohl, aus dem Ausland zu vernehmen, dass Frau Rist nicht die Prophetin ist, die im eigenen Land verkannt wird, wie sie uns die hiesigen „Kunstsachverständigen“ zu verkaufen versuchen. – Aber tragisch bleibt es alleweil.
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#6   Yersinia   20:52:57 | Montag, 7. November 2005
„macht er das Gotteshaus dicht“
bei einem Wasserschaden die adäquate Vorgangsweise schlechthin
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#5   Irenäus   20:39:32 | Montag, 7. November 2005
Fäkalien und „Intelektuelle“
Vor ca. 10 Jahren machte Frau Rist – der einfachhalber ab nun Pipilotti genannt – eine Ausstellung über Fäkalien. Da kam das Talent dieser hervorragenden Künstlerin, die immerhin küstlerische Direktorin der Expo02 war (von diesem Posten wurde sie übrigens enthoben). Man konnte Kothäufchen in verschiedenen Farben und Formen begutachten. Das nonplusultra war natürlich die Lautsprecher, die Geräusche, die im Toilettenhäuschen gemacht werden, verstärkt wiedergaben. Und natürlich die Minikamera in der Toilettenschüssel, mit der man seinen… Anus begutachten konnte. Zitat Pipilotti: Es ist so nah und doch so fremd!…
Tragisch ist eigentlich nur, dass diese Person mit ihren kranken Werken von der Schweizer Intellektuellenszene zur herausragendsten Künstlerin der Schweiz erhoben wird. Tragisch!
Könnte es nicht vielleicht sein, daß man den Gehirnen der verehrten Herrschaften zuviel einer ungenannten braunen Masse hat zukommen lassen?!
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#4   Laurentius2   17:15:15 | Montag, 7. November 2005
Realsatire …
… unserer pseudo-intellektuellen Kulturelite. DAS IST EUROPA !
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#3   Benedikt78   16:33:11 | Montag, 7. November 2005
Dreifach Gähn
Wobei nackte Frauen, die über eine Wiese hoppeln direkt noch gnädig sind. Vor ca. 10 Jahren machte Frau Rist – der einfachhalber ab nun Pipilotti genannt – eine Ausstellung über Fäkalien. Da kam das Talent dieser hervorragenden Künstlerin, die immerhin küstlerische Direktorin der Expo02 war (von diesem Posten wurde sie übrigens enthoben). Man konnte Kothäufchen in verschiedenen Farben und Formen begutachten. Das nonplusultra war natürlich die Lautsprecher, die Geräusche, die im Toilettenhäuschen gemacht werden, verstärkt wiedergaben. Und natürlich die Minikamera in der Toilettenschüssel, mit der man seinen… Anus begutachten konnte. Zitat Pipilotti: Es ist so nah und doch so fremd!
Da kann man nur sagen: „Lotti, lass diesen Seich (Pipi)!“
Tragisch ist eigentlich nur, dass diese Person mit ihren kranken Werken von der Schweizer Intellektuellenszene zur herausragendsten Künstlerin der Schweiz erhoben wird. Tragisch!
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#2   Sulpicius   15:20:59 | Montag, 7. November 2005
Ja, so ist das heute…
man färbt sich die Haare blau und schon ist man Künstler. Zweimal gähn!
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#1   Benedikt   15:06:53 | Montag, 7. November 2005
Gähn
Die werten Kunstkommissare sollten sich mal über die Bedeutung des Wortes „Zensur“ kundig machen. Offensichtlich haben sie davon keine Ahnung. Man sollte ihnen ihr Haus mit Graffitis ansprühen… wenn sie das dann übertünchen wollen, dann ruft man ganz laut „Zensur!“.
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