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Dienstag, 30. November 2004 09:11
Braucht der Islam eine Französische Revolution?
Kardinal Danneels forderte einen „gemäßigten“ Islam, die Trennung von Staat und Kirche und die Überwindung der Kreuzzüge. Mit anderen Worten: einen Säkularismus wie ihn auch das Christentum kennt.
(kreuz.net, Brüssel) Der Erzbischof von Mechelen-Brüssel, Godfried Kardinal Danneels (71) verlangte laut ‘Express India’ eine klare Trennung von Religion und Staat im Islam. In einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters am letzten Mittwoch gab er seiner Hoffnung Ausdruck, daß der Islam seine „eigene Französische Revolution“ durchmachen werde. Gemäßigte Tendenzen, so der Kardinal, seien im Islam bereits vorhanden.

In dem Interview erklärte Danneels, daß Muslime mehr Flexibilität in der Interpretation des „noblen Islam“ zeigen sollten, so wie viele Christen das heute mit der Bibel tun würden.

Der Erzbischof von Mechelen-Brüssel forderte die muslimischen Gemeinschaften in Europa auf, den Widerspruch zwischen der Befolgung ihrer Lehren und der Integration in die westliche Gesellschaft zu überwinden

„Das Christentum machte diesen Schritt besonders unter dem Einfluß der Französischen Revolution.“ Abgesehen von den daraus entstandenen negativen Aspekten, hätte das auch einen positiven Einfluß gehabt. Als Beispiel dafür nannte der Kardinal von Mechelen-Brüssel die Trennung von Kirche und Staat.

Darum forderte der Kardinal die Muslime zu einem „gemäßigten“ Islam auf, der nicht alle sozialen und wirtschaftlichen Aspekte des Lebens abzudecken versuche. Der Kardinal beklagte, daß es sehr schwierig sei, mit einem monolithischen Islam in Dialog zu treten. Dann sei man gezwungen, den Islam als ganzen anzunehmen oder zu verwerfen. Die Leistungen der europäischen Geschichte, Kultur und sozialen Ordnung könnten darin nicht integriert werden, meinte der Kardinal.

Erzbischof Danneels schlug vor, daß sowohl Moslems als auch Europäer ihre Differenzen aus der Vergangenheit hinter sich lassen sollten, sodaß von beiden Seiten neue Ideen für das Verständnis füreinander entstehen könnten.

Viele Altlasten aus der Vergangenheit würden noch immer das Denken beeinflussen. So glaubt der Vorsitzende der belgischen Bischofskonferenz, daß die Erinnerung an die Kreuzzüge bei den Muslimen noch immer sehr lebendig sei.

Danneels warnte auch vor der Vermischung von Religion und Fundamentalismus. „Wer im Namen Gottes haßt, der haßt Gott selbst.“
1 Lesermeinung:
Freitag, 14. Januar 2005 07:06
Uwe Schmidt: islam frz. revolution
Ich wäre froh, es
hätte nie eine Französische Revolution gegeben. In Wahrheit war sie es doch, die der Kirche den Garaus gemacht hat!
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