Eucharistie
Der Hausgenosse von nebenan
Bei der Herbst-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz in Fulda fand der Erzbischof von Köln am 22. September 2005 bemerkenswerte Worte zur heiligen Eucharistie: Wir geraten in der Eucharistie in den Sog, der uns hinüberzieht. Von Joachim Kardinal Meisner.
(kreuz.net) Die heilige Eucharistie ist die Mitte unseres Glaubens, denn sie ist Jesus Christus in Person.

Die anderen sechs Sakramente schenken uns einen bestimmten Christusbezug, aber Er wird nicht in objektiver Weise vergegenwärtigt, unabhängig von uns, die wir sakramentale Gnaden empfangen.

So macht mich etwa die Taufe zum Christen, aber für Andere kann die Nähe zum Herrn dann nur durch mein Christuszeugnis hergestellt werden.

In der heiligen Eucharistie aber wird und bleibt Christus auch außerhalb der jeweiligen Empfänger berührbar und greifbar.

Deshalb haben unsere Vorfahren für die Feier der Eucharistie großartige Kirchen und Kathedralen gebaut und dann in ihnen Sakramentshäuser und Tabernakel errichtet.

Christus wurde in der Eucharistie ganz konkret der Mitbewohner der Christen, und in besonderer Weise wird deutlich, was es heißt, daß wir „Hausgenossen Gottes und Mitbürger der Heiligen sind“ (vgl. Eph 2,19).

Christus hat bei seinem Abschiedsmahl sein Kreuzesopfer in der heiligen Eucharistie vorweggenommen und uns die Möglichkeit gegeben, es bleibend zu vergegenwärtigen.

Christus in der Hostie ist derjenige, der sich hingibt und wegschenkt an den Vater zu Gunsten der Welt.

Wir verehren und sehen in der Eucharistie nicht einen Christus, der nur bei den Menschen verweilen möchte, sondern der uns mitnehmen will zum Vater.

Wir geraten in der Eucharistie in den Sog, der uns hinüberzieht in die beseligende Gegenwart des Vaters.

Der eucharistische Herr ist der geopferte Christus, der gestorben und auferstanden ist und uns darum in diese Bewegung – weg von uns selbst, hin zum Vater – mitnimmt.

Somit geraten wir in diesen Aufwind, der uns über uns selbst hinausbringt in das Denken des Vaters, in das Wollen des Vaters und in das Lieben des Vaters.

Die heilige Eucharistie läßt uns darum nicht im Diesseitigen versinken und nicht in unseren irdischen Sorgen und Anliegen ertrinken.

Hier empfangen wir den langen Atem für die Bewältigung unseres Lebens.

Aus einer Predigt von Joachim Kardinal Meisner, bei der Herbst-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz in Fulda am 22. September 2005.
      
9 Lesermeinungen
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#9   Leo   19:25:27 | Sonntag, 13. November 2005
es wurden viele Kirchen abgerissen, weil sie durch größere ersetzt wurden.
Volle Kirchen im vielgeschmähten 19. Jahrhundert, leere zu verkaufende Kirchen heute, dies gibt doch zu denken!
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#8   Gotthard   07:13:58 | Donnerstag, 10. November 2005
Abriss
es wurden viele Kirchen abgerissen, weil sie durch größere ersetzt wurden.
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#7   Asteriskus   06:28:08 | Donnerstag, 10. November 2005
Abriss
Stimmt. Im 19.Jahrhundert wurden viele Kirchen abgerissen bedingt durch die Säkularisation und damit ursächlich durch die französische Revolution. So einfach lässt sich der Verkauf von Kirchen heute und damals also nicht vergleichen.
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#6   Gotthard   23:25:27 | Mittwoch, 9. November 2005
Abriss
Heutzutage führt natürlich der Freimaurerritus dazu, daß man eben jene Kirchen verkauft.
Weißt Du, wie viele Kirchen im 19. Jahrhundert abgerissen wurden?
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#5   Toby   22:28:34 | Mittwoch, 9. November 2005
Die Architektur entspricht dem Ritus
Deshalb haben unsere Vorfahren für die Feier der Eucharistie großartige Kirchen und Kathedralen gebaut und dann in ihnen Sakramentshäuser und Tabernakel errichtet.
Die großartigen Kirchen und Kathedralen wurden für den alten Ritus gebaut, lieber Kardinal Meisner! Beispielsweise der Kölner Dom!
Jeder Ritus schafft sich seine eigene Architektur, wie man sieht.
Eigentlich ist es völlig widersinnig, die neue Messe in einer gotischen Kathedrale zu feiern. Also: entweder die alte Liturgie wieder einführen oder den Kölner Dom abreißen und an seine Stelle eine Betonhalle errichten, die dem „Glanz edler Einfachheit“ der neuen Riten so sinnenfällig widerspiegelt.
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#4   Rosa von Lima   21:15:39 | Mittwoch, 9. November 2005
Nicht zu vergessen…
Deshalb haben unsere Vorfahren für die Feier der Eucharistie wunderbare Kirchen und Kathedralen gebaut
Und nicht zu vergessen: Wunderbare lateinische Messen komponiert. Auch die einmalig schöne Musik gehört zum Kulturgut unserer Vorfahren. Leider wird sie – wenn schon – nur mehr an hohen Feiertagen in der Kirche aufgeführt. Und fast immer in einer Tuttifrutti-Messe (wie ein Mitglied unseres Kirchenchores die NOM titulierte, Tuttifrutti = Sprachenwirrwarr).
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#3   Irenäus   20:51:02 | Mittwoch, 9. November 2005
problematisches…
Deshalb haben unsere Vorfahren für die Feier der Eucharistie großartige Kirchen und Kathedralen gebaut und dann in ihnen Sakramentshäuser und Tabernakel errichtet.
Ja, daran ist zwiefelsohne etwa dran. Heutzutage führt natürlich der Freimaurerritus (der wohl im Regelfall keine gültige Messe darstellt!) dazu, daß man eben jene Kirchen verkauft.
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#2   Le Trot   19:48:21 | Mittwoch, 9. November 2005
@Toby
aber warum kommt diese Meldung erst jetzt, sieben Wochen später???
Weil „kreuz.net(t)“ solange an der Überschrift, dem Hausgenossen feilen musste.
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#1   Toby   19:30:02 | Mittwoch, 9. November 2005
Schön …
aber warum kommt diese Meldung erst jetzt, sieben Wochen später???
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