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Donnerstag, 10. November 2005 19:41
Ist die Krankheit, derer wir die Welt bezichtigen, in Wahrheit die unsrige?
Die Anbetung des Allerheiligsten erlebt gegenwärtig in der Kirche eine Flaute. Warum Priester und Bischöfen vor den Tabernakeln flüchten. Von Joachim Kardinal Meisner.
(kreuz.net) Der vergangene Weltjugendtag in Köln stand unter dem Wort des Matthäusevangeliums „Wir sind gekommen, um IHN anzubeten“.

Die jungen Menschen haben uns deutlich gemacht, daß eucharistische Anbetung geht und wie eucharistische Anbetung geht. Die Stätten eucharistischer Anbetung waren die besuchtesten Orte in diesen gesegneten Tagen.

Warum ist eucharistische Anbetung auch bei uns Priestern und Bischöfen oft so selten geworden?

Es mag vielleicht sein, daß das, was wir als Krankheit der Welt diagnostizieren, jetzt auch schon uns zu schaffen macht: Wir ertragen die Stille nur mit großer Anstrengung.

Wir vermissen in ihr das Erlebbare.

Wir meinen, es müsse doch etwas geschehen und etwas los sein, damit es als wertvoll und positiv gewertet werden kann. Vor dem Tabernakel aber ist es still.

Es fehlt jede Bewegung und Aktion.

Das ist für uns aktive Menschen zu einer Herausforderung geworden. Es passiert ja nichts, also lautet die Konsequenz: Das ist vertane Zeit.

Ein Priester vor dem Tabernakel setzt sich sogar manchmal dem Verdacht aus, er habe nichts zu tun und sei nicht ausgelastet. Aber wir haben es vor dem Tabernakel mit dem lebendigen Christus zu tun!

Hier lebt er. Hier ist er tätig. Hier erwartet er uns. Seine Gegenwart ist nicht ein Sachbezug, sondern es ist die Gegenwart einer Person, die immer am Werk ist.

Er will uns mitnehmen zum Vater. Er nimmt uns in seinen österlichen Sog hinein, um uns im Geist mitzunehmen in die Herrlichkeit des Vaters.

Der Herr in der Eucharistie ist sacerdos et hostia – Priester und Opfer.

Die heilige Hostie im Tabernakel hat Stunden, Tage und Wochen nach dem Augenblick der heiligen Wandlung keinen Qualitätsverlust erlitten und ist keinem Alterungsprozeß unterworfen.

Die Opfertat Christi am Kreuz ist zur Gegenwart geworden beim Höhepunkt der heiligen Messe und setzt sich gleichsam fort im Opferzustand Christi in einem Jetzt und Heute, das der Ewigkeit Gottes ähnlich ist.

Dafür steht der gefüllte Tabernakel mit dem Ewigen Licht in der Kirche.

In seiner Hingabe an den Vater, die zugleich unaufhörliche Fürsprache für uns alle und unermüdlicher Anwaltsdienst für uns ist, stellt er den brennenden Feuerbrand seiner Liebe dar.

Denken wir an das außerbiblische Christuswort: „Wer mir nahe ist, ist nahe dem Feuer“.

Das kann auch das Ewige Licht vor dem Tabernakel verdeutlichen.

Haben wir dieses zentrale Geheimnis unseres Glaubens weithin vergessen, und sind darum unsere Tabernakel des Öfteren fast unbeachtet?

Aus einer Predigt von Joachim Kardinal Meisner, bei der Herbst-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz in Fulda am 22. September 2005.
Alle Lesermeinungen anzeigen 6 von 13 Lesermeinungen:
Sonntag, 15. Januar 2006 00:15
Jörg Guttenberger, Köln: Konservativ/Konservativismus/Modernismus
Wir müssen ganz deutlich zwischen konservativ und Konservativismus unterscheiden, denn das Eigenschaftswort zu Konservativismus lautet konservativistisch! Der Konservativismus die ideologische Ausgabe der Konservativen und damit genauso scharf abzulehnen, wie der Modernismus als Ideologie des Modernen! Christus war eindeutig konservativ: „Ich bin nicht gekommen, um Gesetz und Profeten aufzulösen, sondern um sie zu erfüllen“! Auch Paulus schreibt: „Prüfet alles, das Gute (oder je nach Übersetzung: das Beste) behaltet“! Aus beiden Aussasgen spricht eine grundkonservative Einsgellung! Schließlich benutzen wohl sämtliche Kirchen auch heute noch das Alte Testament. Wären beide Modernisten oder Progressive gewesen, hätten sie das Alte Testament verboten, bei einem den Reaktionären hautnah kommenden Konservativismus hätte es kein Neues Testament gegeben.

Nachdem Ideologien schon genug Unheil angerichtet haben, ist die Entstehung neuer Ideologien völlig unverständlich!
Freitag, 11. November 2005 18:04
Athanasius: –--
Eminenz!

Die Krankheit ist die „unsrige“, allerdings die der Konzilskirche (vgl. Paul VI.).

Weichen Sie doch bitte mal vom neokonservativen Kurs ab, und kommen rüber zur Tradition.

Ist es nicht die Feigheit und das Zertreten der eigenen Mitgläubigen, wie Sie es im Fall des Verkaufs des Bonner Redemptoristenklosters gezeigt haben, Schuld daran, dass in Deutschland so wenig Anbetung gepflegt wird?

Die FSSPX hätte direkt sehr sakramentäre Priester und Mönche dort einführen können. Aber Kritik ertragen Sie wohl leider kaum.

Herr gib uns heilige Priester!
Herr gib uns viele heiligen Priester!
Herr gib uns viele heiligen Ordensberufungen!
Heiliger Papst Pius X., bitte für uns!
Heiliger Bonifatius, bitte für uns!


Das hörte ich, Eminenz, bei der „bösen“ Piusbruderschaft und den Rom- und ostritischen Transalpinischen Redemptoristen C.ss.R. aus Schottland (www.redemptorists.org.uk). Wo höre ich es bei den abgezogenen modernen Redemptoristen? Nirgendwo. Ich sehe da nur Krawatte und ein Lächeln. Über den Niedergang des religiösen Lebens.
Donnerstag, 10. November 2005 23:12
Brandenburgis: @Trottel
Ich rede Sie ungern als Trottel an, trotzdem ist natürlich klar, daß ich aus guter Kenntnis der behaglichen, stets kniefälligen konservativen Seele nichts anderes erwartet habe. Warum auch? Warum sollte ich irgend etwas anderes erwarten?
Schon das hl. Evangelium wußte, was von den Konservativen zu halten ist: „ … immer Lügner, böse Tiere und faule Bäuche.“
Donnerstag, 10. November 2005 22:57
Christin: Sehr geehrter Herr „sacerdos helveticus“ :
Ich bin nur ein armes Gänschen,dass sich hier ein wenig mitreden will.Ich weiß schon dass ich nicht so klug bin wie ihr alle.
Ich werde mich bemühen nicht zuviel zu schnattern,sonst lande ich noch im Kochtopf!
Nix für ungut,ich weiß zuviel ist auch nicht gut!
Gute Nacht!
Mein Mann ruft mich schon,schließlich bin ich ja verheiratet!
Schönen Martinstag morgen!
Donnerstag, 10. November 2005 22:49
Le Trot: @Brabbelburgis
Auf fromme Taten, die den frommen Worten folgen, dürfen wir bei allen pseudo-konservativen Hirten bis zum jüngsten Tage warten.

Bleiben Sie ehrlich, sie haben doch auch nichts anderes erwartet von den „V2-Chaoten“.
Donnerstag, 10. November 2005 22:22
Brandenburgis: Meissssner
Auf fromme Taten, die den frommen Worten folgen, dürfen wir bei allen pseudo-konservativen Hirten bis zum jüngsten Tage warten. „Typische Novus-Ordo-Heuchelei!“ ist in meinen Augen sehr milde ausgedrückt. Ich hoffe, daß mal jemand, der das Bistum seiner Eminenz etwas besser kennt als ich, hier einmal deutliche Worte spricht, bzw. einen Beitrag schreibt.
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