Christus hätte die dreißig Jahre seiner Verborgenheit für Predigten, Hausbesuche, Wunderheilungen und Jüngerschulungen nützen können. Von Joachim Kardinal Meisner.
(kreuz.net) Eine tiefsinnige Überlieferung berichtet, die größten Theologen des Mittelalters, der heilige
Thomas von Aquin und der heilige Bonaventura, seien aufgefordert worden, Gebetstexte für das damals entstandene
Fronleichnamsfest zu verfassen.
Der um fünf Jahre ältere Bonaventura bat seinen Freund Thomas, zuerst
seinen Hymnus vorzulegen.
Es war das „Adoro te devote, latens deitas“ – „Gottheit, tief verborgen betend
nah ich dir. Unter diesen Zeichen bist du wahrhaft hier. Sieh, mit ganzem Herzen schenk ich dir mich hin,
weil vor solchem Wunder ich nur Armut bin.“
Als Bonaventura diesen Hymnus hörte, zerriß er seinen eigenen
Entwurf, so wird berichtet.
Später, gegen Ende seines Lebens, habe der heilige Thomas von Aquin sein
großes literarisches theologisches Werk vernichten wollen mit Ausnahme dieses eucharistischen Hymnus,
der in dichterischer Form den ganzen Glauben der Kirche an die heilige Eucharistie und ihre innige Verehrung
umfaßt.
Die Gegenwart Jesu im Tabernakel ist eine verborgene Gegenwart.
Sein Hinübergehen von der
Welt zum Vater, seine hinreißende Liebe, mit der er uns umfängt und mit hineinzieht in die Gegenwart
des Vaters, vollzieht sich fernab von der Öffentlichkeit.
Das Gute macht keinen Lärm.
Und Lärm bringt
selten etwas Gutes.
Jesus verharrt in Stille und Zurückgezogenheit. Er bringt sich nicht selbst zur
Geltung und erinnert uns damit an die dreißig Jahre seines verborgenen Lebens in Nazareth.
Wir haben
viel von notwendiger Öffentlichkeitsarbeit für das Himmelreich gehört und sind dabei in Gefahr, den
Wert der genannten verborgenen Jahre Jesu zu übersehen.
Gewiß: Er hätte die Zeit nützen können für
ungezählte Predigten, Hausbesuche, Wunderheilungen, für Jüngerschulung und Bücherschreiben, für gute
Werke aller möglichen Art.
Im Gehorsam gegenüber dem Vater verbarg er dreißig Jahre lang in wahrer
Demut seine Macht, sein Wissen und seine Herrlichkeit bis für ihn die Stunde kam, in die Öffentlichkeit
zu gehen.
Aus einer Predigt von Joachim Kardinal Meisner, bei der Herbst-Vollversammlung der Deutschen
Bischofskonferenz in Fulda am 22. September 2005.
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6 Lesermeinungen
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#6 Catholicus 11:30:41 | Sonntag, 20. November 2005
Wichtiges Buch über den heiligen Josef Der heilige Josef, Bräutigam der seligsten Jungfrau und Gottesmutter
Maria und jungfräulicher Vater des Jesuskindes, ist keine Randfigur in der Heilsgeschichte. Wer sich
tiefer mit dem Geheimnis der Fleischwerdung des ewigen Wortes Gottes befasst, kommt nicht daran vorbei,
seine Bedeutung im Heilsplan Gottes zu würdigen. Dies unternimmt auf hervorragende Weise P. Tarcisio
Stramare OSJ. Der Angehörige der Oblaten des heiligen Josef ist Dozent der Heiligen Schrift, Professor
der Päpstlichen Theologischen Akademie, Beauftragter des Heiligen Stuhls für die Erstellung der „Nova
Vulgata“ und Direktor des „Movimento Giuseppino“. Ausgehend von einer soliden Exegese der Heiligen Schrift
in Übereinstimmung mit der Tradition der Kirche und ihrem Lehramt versteht es Stramare, die verschiedenen
Aspekte des Lebens des heiligen Josef und seiner Sendung in der Kirche aufzuzeigen. Gewidmet ist die deutsche
Ausgabe dieses Buches zwei Päpsten: dem seligen Johannes XXIII., der den heiligen Josef in den Kanon
der heiligen Messe aufgenommen und ihn zum Schutzpatron des 2. Vatikanischen Konzils erwählt hat, sowie
dem kürzlich verstorbenen Johannes Paul II., welcher uns das Apostolische Schreiben „Redemptoris Custos“
geschenkt hat. – Titelangabe: Er gab ihm den Namen Jesus. Der Hl. Josef in Leben und Lehre der Kirche.
Übersetzt von Claudia Reimüller, gebunden, 246 Seiten, Verlag St. Josef, Kleinhain 2005, ISBN 3-901853-11-1;
Preis: EURO 13,50; verlag.stjosef.atverlag.stjosef.at/ .
gab es im „Heiligen Land“ überhaupt genügend Holz um den Beruf des „Zimmerers“ auszuüben – mW waren
Leute wie Josef und sein Sohn nach heutigen Gesichtspunkten eher als Bauhandwerker zu bezeichnen;
#4 28.IX-28.X 09:06:43 | Montag, 14. November 2005
@Christin Vielleicht kann man mit Ihren Worten leben. Aber, warum schreiben Sie Christus in Klamern? Glauben
Sie nicht, daß Jesus der Sohn Gottes der Christus war???
Jesus(CHRISTUS) hat seine Talente der Öffenltichkeit zu Verfügung gestellt u. wurde darum gekreuzigt
Dieses Schicksal bleibt keinem erspart,der seine Talente so in der Welt zur Verfügung stellt wie Jesus(Christus),
Das Talent das Jesus (Christus ) eingebracht hat,hat bis heute „Zinsen“ getragen und trägt auch weiterhin
Zinsen,wenn das Christentum weiter in der Welt gegenwärtig lebendig bleibt in Wort und Tat.
Adoro te devote @ Fabianus Ja, da haben Sie eigentlich recht. Das „Zeichen“ entpringt wohl einem Silbenproblem
bei der Übersetzung des Hymnus unter Beibehaltung der alten Melodie.