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Freitag, 11. November 2005 13:15
Ein Pater gibt Entwarnung und wird dafür verwarnt
Ein Pater der Priesterbruderschaft St. Petrus veröffentlichte kürzlich eine umfangreiche Untersuchung zu den Vorwürfen gegen die Harry Potter Romane. Sein Ordensoberer distanzierte sich nun über die Presse von der Arbeit seines Mitbruders.
(kreuz.net, Linz) Der in Linz tätige Pater Walthard Zimmer bietet in seinem Buch „Harry Potter: gut oder böse? Unterscheidung tut dringend not“ einen ausführlichen Überblick über die Vorwürfe gegen das auf sieben Bände angelegte Werk von Joanne Kathleen Rowling.

Dabei läßt er die Ankläger reichlich selber zu Wort kommen.

Er konfrontiert die Vorwürfe gegen die Romane, aber auch mit dem, was in den Büchern steht.

Die Anschuldigung, daß diese Bücher okkulter oder zumindest esoterischer Natur und ein Langzeitprojekt zur Veränderung der Kultur und zur Förderung der weltweiten Akzeptanz von Magie und Satanismus seien, lehnt er entschieden ab.

Diese Vorwürfe wurzeln – so Pater Zimmer – in der Verwechslung von kindlicher „Simsalabim-Zauberei“ mit echter Magie. Sie seien auch auf Denkmustern, die mit „Verschwörungsdenken“ und „Gesellschaftskritik“ schlagwortartig gekennzeichnet werden könnten, verankert.

Das Buch von Pater Zimmer beinhaltet zahlreiche, genau ausgewiesene Zitate aus Potter und seinen Kritikern.

Diese ermöglichen auch jenen, die weder ein Potter-Buch noch Potter-Kritiker gelesen haben, sich in dieser Streitfrage ein Urteil zu bilden.

In mehreren Beispiele sucht Pater Zimmer zu zeigen, daß die Zauberei in den Potter Büchern nichts mit Magie in einem theologischen Sinn zu tun hat.

Zauberei werde dort vielmehr als Spiegelbild der modernen Technik verstanden, die gut oder böse verwendet werden könne.

Die Macht der Technik sei aber – so wie die Macht der Zauberei in den Harry Potter Romanen – eine ständige Versuchung.

Pater Zimmer findet bei Harry Potter zahlreiche natürliche Tugenden wie Freundschaft, Treue, Diskretion, Wahrheitsliebe, Toleranz und viele andere, die in fantasievollen Bildern positiv dargestellt werden.

Die Potter-Analyse arbeitet zwei Hauptgedanken heraus, die in den Potter-Erzählungen immer stärker hervortreten, sozusagen die „doppelte Grundbotschaft der Harry Potter Geschichte“.

Erstens: Nicht deine Abstammung und nicht deine natürlichen Eigenschaften, sondern deine persönlichen Entscheidungen machen dich zum dem, was du bist.

Zweitens: Nicht der Krieg, nicht persönliche Stärke, nicht Technik und Zauberei, sondern nur die Liebe überwindet das Böse.

In einem eigenen Kapitel geht Pater Zimmer auch auf die angebliche Potter-Kritik des damaligen Präfekten der Glaubenskongregation, Joseph Kardinal Ratzinger ein.

Zum Schluß wird sogar noch eine Prophezeiung gewagt, wie das auf sieben Bände angelegte Werk ausgehen könnte.

Der Obere des deutschsprachigen Distrikts der Priesterbruderschaft St. Petrus, Pater Axel Maußen, distanzierte sich nun über die Medien von dem Buch.

Es sei – so der Priester nach einem heutigen Bericht des Linzer Nachrichtenportals ‘kath.net’ – ohne Wissen und Genehmigung der Oberen veröffentlicht worden.

Pater Maußen sandte seine Stellungnahme zuerst – bereits vor genau einem Monat – als Leserbrief an die katholische Zeitung ‘Tagespost’. Sie ist auch auf der Homepage der Bruderschaft St. Petrus veröffentlicht.

Bei dem Buch handle es sich um keine offizielle Schrift der Priesterbruderschaft St. Petrus. Das Werk gebe einzig die persönliche Auffassung eines Mitbruders aus Linz wieder.

Man brauche Harry Potter „eigentlich“ nicht. Es gebe eine Fülle guter Kinder- und Jugendliteratur, erklärt Pater Maußen:

„Eine Verteidigungsschrift für Frau Rowling steht jedenfalls nicht auf dem Bücherprogramm der Priesterbruderschaft St. Petrus.“

Das im Eigenverlag erschienene Buch trägt den Titel: „Harry Potter: gut oder böse? Unterscheidung tut dringend not“ und umfaßt 186 Seiten. Es kostet 7,50 Euro (+Versandkosten) und ist zu beziehen bei:

Pater Walthard Zimmer
Friedrichstraße 14
A-4040 Linz
Tel.: 0043/(0)732/94-34-72
Alle Lesermeinungen anzeigen 6 von 141 Lesermeinungen:
Mittwoch, 14. Juni 2006 15:18
DDL: @Marcel – Wenn Sie ernstlich…
…an einer „Diskussion“ dieser Bücher interessiert sind, dann schreibe ich Ihnen gerne einen Artikel, der Punkt für Punkt auf die Aussagen Pflugers eingeht.

Meine einzige, bisherige Erfahrung mit dem „kreuzforum“ war allerdings (in Sachen „Sakrileg“) die, dass man an nachprüfbaren Fakten eher nicht so interessiert ist, dafür aber an gegenseitigem Auf-die-Schulterklopfen auf der Basis von sorgsam gepflegten Illusionen.

Aber Sie können mir natürlich gerne das Gegenteil beweisen – ich würde auch auf „Häresie“ verzichten, ich weiß ja, dass es eine „Häresiefreie Zone“ ist (vielmehr: sein will!) :O)
Mittwoch, 14. Juni 2006 15:07
Marcel: Fortführung
Die Diskussion um Potter-Kritik kann nun auch hier im Kreuzforum fortgeführt werden. :)

Als Einstiegsbeitrag dient der Potter-Artikel des weisen P. Pflugers, FSSPX, vom Dezember 2000, der hier im Verlauf der Diskussion so häufig erwähnt wurde, aber nie vollständig referenziert werden konnte, da nicht in einer elektronischen Fassung verfügbar: Nun erstmals vollständig in einer Internet-Fassung vorhanden.
Donnerstag, 20. April 2006 11:44
hat in der Petrusbruderschaft jeder Pater Narrenfreiheit bis hin zu Wandlung ohne Wandlungsworte…
Mittwoch, 19. April 2006 23:15
Evelin: Dreht P. Zimmer jetzt ganz durch?
Nach Aussagen einer Meßbesucherin der Linzer Minoritenkirche predigt P. Zimmer nicht nur für Harry Potter, sondern liegen die Harry Potter Bücher auch noch in der Kirche auf. Für die FSSP wird es jetzt wohl Zeit, sich von diesem seltsamen Pater zu trennen. Oder steht das „P“ bei FSSP für „Potter“?

Der Gatte der Evelin
Dienstag, 22. November 2005 10:15
Stimme aus dem Tradiland: @ Marcel – daemonologische Kenntnisse bei der Autorin J.K. Rowling
Zitat v. 18. 11. 2005: Gibt es neben dem Exorzisten Amorth noch andere Dämonologen, die öffentlich gegen Potter und Rowling argumentiert haben?

Meines Wissens nicht. Jedenfalls kenne ich keine.

So daß man beim nächsten Mal nicht wieder bei Null anfangen muß. Eine Handvoll übersichtlicher Analysen Potters im Stile P. Pflugers z.B. wären hilfreich.

Das bleibt uns sowieso nicht erspart, wenn ich insb. an die ständig neu beginnenden Diskussionen zum HS-Thema denke…

Ich bin gerade bei der Lektüre von Band 5 H.P. und der Orden des Phönix. Immer die gleiche Mischung: Teils harmloser Schabernack mit stets spannender Handlung. Dazwischen ekliges, z.B. Schrumpfköpfe von „geköpften Elfen“ und schließlich wieder Satanisches. Bei H.P. zeigen sich erste Merkmale daemonischer Umsessenheit, die seine Handlungsfreiheit noch nicht einschränkt.

Interessant immer die genauen Kenntnisse der Autorin über best. daemonologische Aspekte, z.B. das Faktum, dass Daemonen nicht direkt Gedanken lesen können, aber Emotionen von Menschen viel besser bewerten können.

Gerade bei geistl. Gefahren dann das falsche Konzept an H.P. (Anweisungen des Zauberers Snape): „Sich leer zu machen“. Genau damit gibt man aber den geistl. Widerstand auf und gibt den Daemonen freien Raum! Das richtige Gegenkonzept wird z.B. bei den Exerzitien des Hl. Ignatius v. Loyola gelehrt – in Form von Betrachtungen – genau das Gegenteil: Man macht sich nicht leer, sondern „voll“.
Freitag, 18. November 2005 14:35
Marcel: Die Dämonen sind los
Traditionsstimme schrieb: Selbst wenn man das genau wüßte, könnte man es nie beweisen.

Ich meinte eher: Gibt es neben dem Exorzisten Amorth noch andere Dämonologen, die öffentlich gegen Potter und Rowling argumentiert haben?
So daß man beim nächsten Mal nicht wieder bei Null anfangen muß. Eine Handvoll übersichtlicher Analysen Potters im Stile P. Pflugers z.B. wären hilfreich.

Die nähere Erläuterung würde zudem Informationen offen legen, die nicht verantwortbar wären, weil sie allenfalls Nachahmungstäter nach sich ziehen würde (auch so erfolgreich und reich zu werden z.B.).

Das versteht sich von selbst und ich meinte nicht, daß man über diese Details nachlesen können sollte, sondern über die grundsätzlichen Ausführungen von Dämonologen zu Potter.

Das Paktieren mit Dämonen breitet sich auch ohne veröffentlichte Details jährlich aus und die Möglichkeit dazu erreicht immer leichter die Interessenten, ohne daß sie lange suchen müßten.
Viele (Rock- usw.) „Musik“-Medien werden dem Satan verschrieben, bevor sie auf den Markt kommen, damit sie erfolgreicher in zweierelei Hinsicht sind. Sicherlich trifft das auch für viele okkultistische Video-Spiele zu; Tendenz steigend.

Immer mehr Bereiche werden „abgedeckt“. Die Dämonisierung der Gesellschaft wächst in dem Maße, wie die Kirche zurückgedrängt wird bzw. sich selber zurücknimmt. Die Kultfreiheit (V.II) dient hauptsächlich dem Satanskult. Dieser feiert Urständ dank Massenmanipulationen wie Potter.
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