Es fehlt nicht an vielen und aufwendigen kirchlichen Initiativen. Doch das Problem besteht darin, daß sie leerlaufen und keine Frucht bringen. Von Joachim Kardinal Meisner.
(kreuz.net) Die eucharistische Prozession und stille Anbetung während der Vigil am Samstag abend gehören
zu den Höhepunkten des vergangenen Weltjugendtages.
Von verschiedensten Seiten wurde uns vorher dringend
davon abgeraten, da man meinte, eine Millionengemeinde von jungen Menschen bringe nicht die Kraft stiller
Anbetung auf.
Es gehört für mich zu den ergreifendsten Augenblicken der Feier des Weltjugendtages,
diese tiefe Stille vor der Monstranz zu erleben, die das Marienfeld bei Kerpen erfüllte und in der sich
der Glaube und die Anbetung der Hunderttausenden junger Menschen verdichtete.
Mir sagte am nächsten
Tag ein Mädchen: „Inmitten dieser Millionengemeinde habe ich mich auf den Knien vor dem Herrn im Sakrament
ganz persönlich angeschaut und angerufen gefühlt und gewußt.“
„Liebe ist es, unbekannt zu sein“, sagt
der heilige Bernhard von Clairvaux.
Müssen wir als Christen nicht in unserem Zeugnisdienst, der ja den
Gefahren der Banalität und der Menschenweisheit entgehen soll, erneut die Meinung der heiligen Theresia
von Lisieux erwägen:
„Um etwas Verborgenes zu finden, muß man sich selbst verbergen.“
Die wirklichen
Geheimnisse entdeckt man nicht im Wirrwarr und auf den Marktplätzen. Andernfalls wird es schwer möglich
sein, dem Sakramentshymnus „Pange lingua“ gerecht zu werden:
„Das Geheimnis laßt uns künden“.
Die
Welt kann man nicht mit den Mitteln der Welt heilen. Das Wertvollste wird in der Stille vor dem Tabernakel
getan, und erst im Verborgenen wird das Herz für alles Apostolat lebenskräftig.
Vielleicht liegt hier
der Leerlauf so vieler Aktionen begründet, weil uns die Stille vor dem Tabernakel abhanden gekommen ist.
Aus einer Predigt von Joachim Kardinal Meisner, bei der Herbst-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz
in Fulda am 22. September 2005.
Email-Adressen der Empfänger
14 Lesermeinungen
Sie haben eine Meinung zu diesem Artikel? Dann verfassen Sie einen Beitrag. Bleiben Sie in Ihrem Kommentar sachlich und bemühen Sie sich um eine erträgliche Diskussionsatmosphäre. Bedenken Sie, daß Ihr Beitrag noch über Jahre hinweg abrufbar und durch Suchmaschinen im Internet auffindbar ist.
Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt der Leserbeiträge. Sie behält sich das Recht vor, Beiträge zu löschen oder Leser aus der Debatte auszuschließen.
#14 Laurentius2 09:48:53 | Dienstag, 15. November 2005
WJT fand ich unterm Strich sehr gut, … viele Beichten, viele Begegnungen, weite Anreisen frommer Pilger,
der deutsche Papst etc. Auch kann man nicht in die Herzen der Pilger schauen, aber wenn das Sanctissimum
allen Gläubigen vom Pontifex gezeigt wird, nur wenige knien, Tausende aber unserem Gott in der konsekrierten
Hostie offenbar gleichgültig den Rücken zudrehen, zeigt das doch, daß Meisners modernistische Kollegen
bzw. Katecheten (im eigenen Bistum) irgendwas falsch gemacht haben, oder ? Wenn man in der Nähe der Durchgänge
kniete, war das jedenfalls sehr bedrückend und wirkte (!) wie eine Art Gegen-Demonstration mitten in
der Heiligen Messe mit dem Papst, auf dem Höhepunkt der ganzen Wallfahrt also. Hier müssen die Bischöfe
etwas tun. Pfarrer und Katecheten, die den Gläubigen die Ehrfurcht vor dem gegenwärtigen Gott in der
heiligen Messe nahebringen wollen, müssen die Regel, nicht die (stellenweise kuriose) Ausnahme sein.
Dafür könnten die Bischöfe schon sorgen, wenn sie dies denn WOLLTEN. Dieser offensichtliche Unwille
ist m.E. das Niederschmetterndste in unserer Krisenzeit. Sollen denn wir einfachen Gläubigen den Hirtenstab
gebrauchen ? Uns bleibt im diözesanen Alltag oft nur noch das einsame stille Zeugnis, Glaube als Privatsache,
genauso wie es die Rotarier und Freimaurer gerne haben…
#12 Benedikt78 16:42:31 | Montag, 14. November 2005
WJT Tja, das mit den Bussen war so eine Sache. Leider war das ganze etwas… nicht optimal organisiert.
Ich habe über 10 Stunden auf den Bus warten müssen. Und ich war nicht einmal einer der letzten. Aber
die Organisation ist das eine, das Erlebte das andere. Und das war wirklich genial! Ich habe noch nie
eine so friedfertige Stimmung miterlebt. Es gäbe da einige Geschichtchen zu erzählen. Es war toll! Wegen
der ICQ-Blume… Was ist das genau? Ist das diese: @-’-,-’-,----- ????
@ Laurentius2 Diese Vorkommnisse haben in der Tat nichts mit wartenden Bussen zu tun. Unsere Gruppe ist
nach dem Ite, missa est aufgebrochen und hatte den weitesten Weg zum Bus (ca 12 km). Von daher. Außerdem
war dieses Phänomen auch während der – von Meisner gleichfalls in den Himmel gelobten – eucharistischen
Anbetung in der Vigil zu beobachten. Während hunderttausende knieten und das Tantum Ergo im greg. Choral
anstimmten, liefen weiter tausende über die Wege, so als ginge sie das „Geschehen“ nichts an. Das Anbetungszelt
auf dem Marienfeld…der Einrichter sollte mal bei der FSSPX in die Lehre gehen, dort werden Behelfe wenigstens
ordentlich eingerichtet. Die Ruhe und Stille war auf dem WJT nur in der eigenen Kleingruppe erfahrbar.
Unsere Gruppe hat die Massenmessen nach dem vergeblichen Versuch, in die Eröffnungsmesse zu gelangen,
gemieden. Zum Glück hatten wir genügend Priester in der Gruppe, denn einen von denen haben wir immer
im Getümmel verloren . Mit diesen haben wir uns dann zur Messfeier in kleine Kapellen zurückgezogen,
da konnte man wenigstens mal dem Gotteslob (also dem Gesangbuch) die Ehre geben. Das waren die wirklichen
Höhepunkte des WJT, aber von denen weiß Meisner ja nichts.
#10 28.IX-28.X 09:27:29 | Montag, 14. November 2005
Z.B. Vor einiger Zeit habe ich im Stuttgarter St.Eberhard Dom 14 Bilder als Kreuzwegstationen gesehn.
Sie entsprachen in der Qualität dom Bild in diesem Artikel. Deren Aussage war aber nicht katholisch.
Plappern, ohne etwas zu sagen Daß unsere „Kommunikations“gesellschaft immer mehr plappert (Handy, ICQ,
IRC, …), sich inhaltlich aber immer weniger zu sagen hat, haben Psychologen und „Gesellschaftsforscher“
beobachtet. Jeder Lehrer oder Benutzer öffentlicher Verkehrsmittel weiß es ebenfalls. Gotthart schrieb:
Bei uns hängt zur Zeit die „ICQ-Blume“ über dem Altar von der Decke … seit der Firmung… Das paßt
schon zum Plapperverhalten der modernistischen Konzilskirche, die uns in einer Wort- und Papierflut erstickt,
ohne das Wesentliche zu sagen. Ökumenismus mit jedem und allem, auf Kosten des wahren Christus. Wenn
man einen neueren Denzinger aufschlägt, so nimmt man erstaunt zu Kenntnis, daß die gesamte Lehre der
Kirche bis 1958 nur ca. die Hälfte des Buches ausmacht. Die restliche Hälfte (ca.) wird von der nachkonzilaren
neuen Lehre belegt, die in nicht einmal 50 Jahren es schaffte, knappe 2000 Jahre Kirchenlehre zu „überbieten“ –
nur der Anzahl der Worte nach, natürlich. Eine Inflation. Sie entwertet die Basis der Kirche, das Evangelium,
und erschwert es den „Spätgeborenen“ sehr, sich zur unverfälschten ganzen katholischen überlieferten
Lehre durchzu“beißen“. Bei uns steht vorne über dem (Hoch-) Altar ein Kruzifix, sowie eine Marienstatue
mit Christuskind auf dem Arm. Wenn man also während der Opferfeier der hl. Messe, dieser Vergegenwärtigung
des Kreuzestodes Christi, in der Andacht nach vorne blickt, sieht man das Zentrum allen Seins: Jesus Christus
und Sein Erlösungsopfer.
#8 Laurentius2 08:22:02 | Montag, 14. November 2005
Cardinali gratias ! Kardinal Meisner hat recht, wenn er diese Momente der Stille als die schönsten des
vergangenen WJT bezeichnet. Leider gab es auch Tausende von Jugendlichen, die während der Wandlung, ja
sogar der Elevation und Agnus dei, sichtlich teilnahmslos das Marienfeld verließen, mit einem wartenden
Bus ist das nicht zu entschuldigen, nur mit der mangelnden Glaubensaufklärung seiner Confratres im Bischofsamt.
Leider ist Meisner zu einer tragischen Ausnahme geworden …
@ Gotthard Die ICQ Blume halte ich nicht gerade für geeigneten Kirchenschmuck. Was soll die ICQ-Blume
im Sinne des christlichen Glaubens aussagen? Wozu soll sie den Messbesucher einladen?
Was soll denn dieses Bild… Nehmen Sie dieses gotteslästerliche Bild heraus! Wem erweisen Sie denn damit
einem Dienst? Das ist doch total kontraproduktiv!
Blasphemie? kannst du mal einige dieser geschmacklosen Bilder in modernen Kirchen benennen? Und warum
ist ein Handy in der Messe (vielleicht bei der Predigt) eine Blasphemie? Bei uns hängt zur Zeit die „ICQ-Blume“
über dem Altar von der Decke … seit der Firmung…
#2 28.IX-28.X 20:13:53 | Sonntag, 13. November 2005
@Diakonos Keine Aufregung. Bitte, erwas mehr Gelassenheit. Solche Bilder sieht man laufen in den modernen
Gotteshäusern. Noch nie zB. moderne Paramente gesehn. Kreutz-net zu kritisieren; schön. Aber dann auch
Kard. Schönbornn bei der Einweihung der Jugendkirche. Waren diese Bilder schön(die Blassfemie mit den
Handys möchte ich gar nicht ers erwähnen).
Was soll das? So ein geschmackloses, ja geradezu blasphemisches Bild (und nebenbei auch ein irreführender
Titel)!! Was denkt sich kreuz.net dabei? Alles und jedes wird von kreuz.net kritisiert: ich würde empfehlen
einmal vor der eigenen Tür zu kehren, oder, um es biblisch auszudrücken, den Balken aus den eigenen
Auge herauszuziehen, bevor man Splitter in den Augen der Brüder und Schwestern sucht!!