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Drei neue Selige + Ökumenische Meßgnaden? + Bischöfe auf der Straße + Mehr Kinderverhütung – mehr Kinderabtreibung + Abschaffung der Seligsprechung?
Drei neue Selige

Vatikan. Der Präfekt der Kongregation für die Selig- und Heiligsprechungen, José Kardinal Saraiva Martins, zelebrierte gestern einen Festgottesdienst zur Seligsprechung dreier Heiliger des 20. Jahrhunderts. Im Auftrag von Papst Benedikt XVI. erhob er den französischen Einsiedler Charles de Foucauld († 1916), die norditalienische Ordensgründerin Maria Pia Mastena († 1951) und die sizilianische Ordensgründerin Maria Crocifissa Curcio († 1957) zur Ehre der Altäre. Die Festtage der drei neuen Seligen sind der 1. Dezember, der 27. Juni und der 4 Juli. In seiner Predigt stellte Kardinal Martins die drei neuen Seligen vor. Nach der Seligsprechung erschien der Papst in der Peterskirche und betete kurz vor den Reliquien der neuen Seligen.

Ökumenische Meßgnaden?

Großbritannien. Der anglikanische Erzbischof von Canterbury und Primas der anglikanischen Gemeinschaft, Rowan Williams, erzählte kürzlich bei einem Vortrag, daß er Gott zum ersten Mal während einer Liturgie der russisch-orthodoxen Kirche begegnet sei. Dies berichtete die britische Tageszeitung ‘Times’ in ihrer Samstagsausgabe. Er sei damals 14 Jahre alt gewesen. Bei der orthodoxen göttlichen Liturgie habe er die absolute Objektivität, Majestät und Schönheit Gottes erfahren. Die Anbetung der Gläubigen habe ihm gezeigt, daß Gott viel realer sein müsse, als er dies bisher erlebt hatte. An diesem Abend habe er weinend und auf seinen Knien gebetet und verstanden, daß er sich bekehren müsse.

Bischöfe auf der Straße

Spanien. 1,5 Millionen Menschen haben am Samstag in Madrid gegen eine geplante Bildungsreform der sozialistischen Regierung demonstriert. Unter ihnen waren auch fünf Bischöfe und ein Kardinal. Die Großkundgebung wurde von katholischen Eltern- und Lehrerverbänden, von der oppositionellen Volkspartei sowie von der spanischen Bischofskonferenz organisiert. Der Protest richtete sich vor allem gegen eine Gesetzesvorlage, die das Pflichtfach katholische Religion zum Wahlfach degradieren würde. Die Bischöfe Spaniens hatten noch am Donnerstag ausdrücklich zu einer Teilnahme an der Demonstration aufgerufen. Zugleich appellierte der Madrider Kardinalerzbischof Antonio Maria Rouco Varela an seine Priester, in jedem Gottesdienst für eine Teilnahme an der Demonstration zu werben.

Mehr Kinderverhütung – mehr Kinderabtreibung

Großbritannien. In Großbritannien steigt die Zahl der Kinderabtreibungen ungebremst. Das gab das Gesundheitsministerium in London laut einem Bericht der deutschen ‘Ärztezeitung’ bekannt. Im Jahr 2004 wurden in England und Wales 185.415 ungeborene Kinder getötet. 2003 ließen 181.600 Mütter ihr Kind abtreiben. Eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums erklärte, man sei angesichts der steigenden Abtreibungszahlen „enttäuscht“. Entsprechende Kampagnen seien ins Leere gelaufen. Unter anderen hatte das Gesundheitsministerium mehr als 60 Millionen Euro für die Verbreitung von Kinderverhütungsmitteln bereitgestellt.

Abschaffung der Seligsprechung?

Kann man auch darüber diskutieren, ob für die Heiligsprechung ein zweites Wunder benötigt wird?

P. Peter Gumpel: „Das ist eine Frage, die unter Fachleuten derzeit behandelt wird. Die Diskussion dreht sich darum, ob man die Seligsprechung wieder abschaffen soll. Sie wurde vor ungefähr 400 Jahren eingeführt. Damals wurde für die Heiligsprechung eine strengere Gesetzgebung eingeführt. Für die Fälle, die schon fast erledigt waren, erfand man dann die Seligsprechung. Sie war eine Art Trostpreis und eine Übergangsmaßnahme. Aber wie das bei Kirchenrechtlern so ist: Wenn etwas mal da ist, dann wird das sofort konstitutionalisiert. Ich habe darüber einmal ein langes Gespräch mit dem verstorbenen Papst Johannes Paul II. geführt. Er sah die Schwierigkeiten einer Doppelung ein und meinte, ich solle das mit seinem Nachfolger besprechen. Ich antwortete ihm lachend: »Eure Heiligkeit, mir scheint, das ist eine Utopie. Ich hoffe ja, daß Sie mich überleben werden.«“

P. Gumpel ist päpstlicher Untersuchungsrichter bei der vatikanischen Kongregation für Selig- und Heiligsprechungen. Er sprach Ende Oktober mit der Kirchenzeitung der Diözese München-Freising.
      
4 Lesermeinungen
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#4   Laurentius2   16:03:45 | Montag, 14. November 2005
Vorschlag:
Beten wir einfach dafür, Gottes Geist weht, wo er will.
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#3   Benedikt   13:37:27 | Montag, 14. November 2005
Genau @ Athanasius
…wenn ich das so lese, dann frage ich mich, warum sich Williams nicht wirklich bekehrt hat.
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#2   Athanasius   10:39:15 | Montag, 14. November 2005
www.traditio.com/tradlib/agatha.txt
www.traditio.com/tradlib/agatha.txt
Liste der katholischen, anglikanischen, jüdischen und atheistischen Intellektuellen die Papst Paul VI. ihr Missfallen über die Abschaffung der tridentinischen hl. Messe ausdrückten.
Agatha Christie war eine wichtige Unterzeichnerin.
Tolkien war selber höchst enttäuscht über den Verfall der Konziliaren Kirche nach 1965. Bis zu seinem Tode stand er dem „Traditionalismus“ sehr wohlwollend gegenüber. Der Traditionalismus war in England, dem Land vieler Hl.Messe-Märtyer des 16. u 17. Jh., stark. Tolkien empfand wie sein Fellow Countryman John Henry Kardinal Newman die Alte Hl. Messe wie „das allerschönste an dieser Seite des Himmelpfortes“.
Vielleicht soll Erz-„Bischof“ R. Williams an Newman ein Vorbild nehmen. Die Russisch-Orthodoxen haben wenigstens gültige Weihen…Die Anglikaner absolut nicht (sieh Apostolicae Curae, 1893).
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#1   Laurentius2   08:56:27 | Montag, 14. November 2005
Sensation
Der Erzbischof von Canterbury, einer der wichtigsten Schismatiker in der westlichen Welt, läßt sich anrühren durch den alten griechischen Ritus.
FRAGE: Hatten Agatha Christie und J.R. Tolkien also recht, als sie für den Erhalt des nicht unählichen lateinischen Ritus zur Rettung der Seelen eintraten ?
ANTWORT: Einen Fehler einzugestehen, fällt augenscheinlich niemandem schwerer als den Ideologen der 60er/70er Jahre. Schade, Gott sei’s geklagt.
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