[ « 365 366 367 368 369 » ]
Montag, 14. November 2005 15:38
Bewährter christlicher Charakter
Bereits mit 21 Jahren wurde der letzte Vorsitzende der KPdSU Kommunist. Jetzt ehrte ihn der Ökumenische Patriarch von Konstantinopel als Verteidiger der Kirche.
Michail Sergejewitsch Gorbatschow
Michail Sergejewitsch Gorbatschow
(kreuz.net, New York) Ende Oktober wurde der ehemalige Generalsekretär des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei der Sowjetunion und letzte Präsident der UdSSR, Michail Sergejewitsch Gorbatschow (74), in New York vom Ökumenischen Patriarchen von Konstantinopel mit höchsten Ehrungen ausgezeichnet.

Gorbatschow erhielt den ‘Athenagoras Menschenrechtspreis’ und wurde mit dem Titel des ‘Archon’ und des ‘Großen Redners’ geehrt.

Der Titel des ‘Archon’ wurde dem Ex-Politiker von Erzbischof Dimitrios von Amerika – dem US-Repräsentanten von Bartholomaios I. – im Namen des Patriarchen verliehen.

Der Ex-Kommunist erhielt den Ehrentitel als „getaufter russisch-orthodoxer Christ“, der bei der Annahme des Gesetzes, das in der ehemaligen UdSSR die Religionsfreiheit einführte, eine Schlüsselrolle gespielt habe.

Gorbatschow wurde als Kind von seiner Mutter getauft, bevor er 1952 erst 21jährig in die Kommunistische Partei der Sowjetunion (KPdSU) eintrat.

Bei der Feier hielt Francis Townsand, ein Berater von US-Präsident Bush, die Festrede. Der ehemalige Direktor der CIA, George Tenet, hielt die Tischansprache.

George Tenet ist katholisch.

Im März 2003 ging der 'Athenagoras Menschenrechtspreis' an ein Missionswerk
Im März 2003 ging der ‘Athenagoras Menschenrechtspreis’ an ein Missionswerk
Die Investitur fand in der griechisch-orthodoxen Kathedrale der Heiligen Dreifaltigkeit statt. Gorbatschow erhielt die Auszeichnung im ‘Hilton’ Hotel, ohne in die Kirche zu gehen.

Bereits im alten Griechenland wurde der Titel ‘Archon’ höheren Stadtbeamten zuerkannt.

Nach der Eroberung von Konstantinopel durch die moslemischen Türken im Jahre 1453 begann der Patriarch, den Titel führenden Mitgliedern der griechischen Volksgruppe zu verliehen.

Die Archontes bilden gemeinsam den Orden des heiligen Apostels Andreas und stellen eine Art kirchlichen Adel dar.

Jeder Archon muß bei seiner Investitur schwören, den orthodoxen Glauben und die kirchliche Tradition zu verteidigen und zu fördern und dem Heiligen Patriarchat und seiner Sendung beizustehen.

Die Statuten verlangen, daß diese Ehre Persönlichkeiten verliehen wird, die von „bewährtem christlichem Charakter“ sind und „treu den Lehren Christi sowie den Unterweisungen und Canones sowie dem Gottesdienst, der Disziplin und den Enzykliken der Kirche anhangen.“
Alle Lesermeinungen anzeigen 6 von 15 Lesermeinungen:
Donnerstag, 17. November 2005 21:36
Athanasius: Muss es…
…denn überall über die FSSPX gehen?

Gorbatschow ist ein Eine Welt Religion-Förderer und dieser Preis gehört ihm nicht.
Dienstag, 15. November 2005 14:33
Romulus: Wie geht es mit der FSSPX weiter?
Eins ist für mich deshalb klar: Bei der jetzigen Situation darf es nicht bleiben, entsprechende Strömungen in der Gesamtkirche UND der FSSPX sind mE zu verurteilen.

Das Problem liegt auch innerhalb der FSSPX. Sie ist kein einheitlicher Block, wie man meinen könnte, und mitnichten teilen alle den Kurs, den Bischof Fellay Rom gegenüber fährt. Wie gesagt, hier wird auf schmalem Grat gewandelt. Fellay ist sich dieser Tatsache bewußt, seine fanatisierten Anhänger nicht immer.
Dienstag, 15. November 2005 14:01
Benedikt: Zustimmung
So würde ich es auch formulieren. Der Fall FSSPX ist ein Fall eigener Art, der nicht zweifelsfrei und einfach geklärt werden kann. Es ist kein Schisma, aber es ist auch keine volle Einheit. Ich kenne keinen vergleichbaren Fall in der Kirche, daher ist eine Beurteilung des ganzen für Laien wie mich auch nach Sichtung des Sachstandes nicht einfach.
Eins ist für mich deshalb klar: Bei der jetzigen Situation darf es nicht bleiben, entsprechende Strömungen in der Gesamtkirche UND der FSSPX sind mE zu verurteilen.
Dienstag, 15. November 2005 13:50
Mimi: @Rudolphus
Ich wünschte, so einfach wäre es…
Ich fürchte aber irgendwie, dass es in dem Fall so einfach eben nicht ist… die Meinungen gehen doch stark auseinander, auch wie das ganze nun juristisch bewertet werden muss.
Und meine Sonntagspflicht darf ich dort erfüllen, aber Beichten darf ich dort nicht. Naja. Irgendwie muss es wohl noch ein Mittelding zwischen „innerhalb“ und „außerhalb“ geben?!?!?!
Aber wenn ich dort bin, denke ich darüber nicht nach. Ich bin bei unserem Herrn, das ist für mich das einzige, was dann zählt…
Und dort – wie auch bei der FSSP – kann mich im Gegensatz zum Novus Ordo auch nichts von dieser Tatsache ablenken.
Dienstag, 15. November 2005 13:43
Rudolphus: @Benedikt: FSSPX
Ich würde sagen „ein drittes ist nicht gegeben“:

Entweder die FSSPX ist ein Teil der einen, heiligen, katholischen und apostolischen Kirche – die ident ist mit der römisch-katholischen Kirche – oder sie ist es nicht.
Dienstag, 15. November 2005 13:18
Benedikt: @ Benedikt78
Weder noch. Die FSSPX steht nicht außerhalb, aber auch nicht vollständig innerhalb der Kirche. Die Bischofsweihen gelten als schismatischer Akt, was aber nicht bedeutet, dass die FSSPX im Schisma lebt. Dies wird auch von Kurienprälaten immer wieder betont. Dennoch – es ist ja ganz offensichtlich – gibt es zur Zeit trennende Elemente. Die Exkommunikationen der Bischöfe, die aber weiterhin ihr Amt ausüben und gewisse scharfe Proteste an der Haltung Roms verdeutlichen dies. Auch ist natürlich die Frage, in wie weit es eine Gemeinschaft in der Kirche geben kann, die ein Konzil ablehnt. Dazu kann man aber wiederum sagen, dass sich der Protest auf einige Dokumente – also nicht auf alle – bezieht, die laut FSSPX beim besten Willen nicht traditionsgemäß ausgelegt werden können. Kritik an Konzilsbeschlüssen haben aber auch schon andere geübt, darunter der heutige Papst.

Wie man sieht, ist diese Frage also nicht ganz einfach. Jedem Argument dafür kann ein entsprechendes Gegenargument entgegengesetzt werden. Doch auch die, die meinen, die FSSPX befinde sich im Schisma muss natürlich wissen, dass ein Schisma ein großes Ärgernis ist, an dessen Beseitigung jeder mithelfen muss. Insbesondere diese lächerlichen Weigerungen, der FSSPX eine Kirche zur Verfügung zu stellen sind mE nicht zu rechtfertigen, weil ansonsten mittlerweile ja jedem dort ein Forum geboten wird.
Alle Lesermeinungen anzeigen 9 weitere Lesermeinungen
Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt der Beiträge. Sie behält sich das Recht vor, Beiträge zu löschen sowie Leser aus der Debatte auszuschließen.
Copyright © 2008 kreuz.net