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Ungewöhnlich lange + Antwort verweigert + Undementierter Vorwurf + Verhütungsmittel tötet Kind und Mutter + Gratis-Heizung
Ungewöhnlich lange

Vatikan. Papst Benedikt XVI. empfing gestern Montag den österreichischen Bundeskanzler Wolfgang Schüssel zu einer Privataudienz. Das Treffen dauerte etwa eine halbe Stunde und soll in einem „sehr freundschaftlichen“ Klima stattgefunden haben. Schüssel sprach von einem „unüblich langen Gespräch“. Thema sei unter anderem das österreichische Konkordat gewesen. Auch die Frage der EU-Beitrittsverhandlungen mit der Türkei und Balkanstaaten wie Rumänien oder Bulgarien seien zur Sprache gekommen. Seitens des Heiligen Stuhls wurde keine Erklärung über den Inhalt des Gesprächs veröffentlicht.

Antwort verweigert

Italien. Die in Rom publizierte Monatszeitschrift ‘Inside the Vatican’ fragte den Präfekten der Liturgiekongregation, Francis Kardinal Arinze, ob es wahr sei, daß er sich beim Papst gegen die großzügige Zulassung der Alten Messe eingesetzt habe. Kardinal Arinze erklärte ohne auf die Frage zu antworten, daß Ansuchen zur Alten Messe nicht im Kompetenzbereich seiner Kongregation lägen. Hierfür sei die Päpstliche Kommission Ecclesia Dei zuständig. Priester und Bischöfe müßten sich jedoch fragen, ob die Gläubigen aufgrund von liturgischen Mißständen um 50 Jahre zurückgehen wollten: „Unglücklicherweise gab es – was einige nicht wissen – sogar in der Tridentinischen Messe Mißbräuche.“ Der Kurienkardinal verweist auf Priester, welche die Wörter verhaspelten. Die Gläubigen hätten dies allerdings wegen mangelnder Lateinkenntnisse nicht wahrgenommen.

Undementierter Vorwurf

Südkorea. Der südkoreanische Biotechnologe Woo-Suk Hwang erklärte am Montag, daß er sich beim Hantieren mit Kinderzellen strikt an die Richtlinien seiner Regierung gehalten habe. Hwang gelangte 2004 in die internationalen Schlagzeilen, als er als erster Biotechnologe einen selbst gezüchteten Zwilling zur Produktion von Kinderzellen verwendete. Der Biotechnologe äußerte sich wegen jüngster Vorwürfe, wonach er auch auf gespendete Eizellen einer Mitarbeiterin zurückgegriffen habe. Auf den konkreten Vorwurf ging er jedoch nicht ein. Er erklärte lediglich, zu „gegebener Zeit“ eine Stellungnahme abzugeben. Nach bioethischen Grundsätzen dürfen Forscher keine Eizellenspenden von Mitarbeiterinnen annehmen.

Verhütungsmittel tötet Kind und Mutter

USA. Die US-Arzneimittelbehörde hat einen Warnhinweis für ein Pflaster zur Kinderverhütung erlassen. Das berichtete das deutsche ‘Ärzteblatt’ am Montag. Das Hormonpflaster ist auch in Mitteleuropa erhältlich. Die Hormonbelastung durch das Pflaster sei deutlich höher als durch die Antikinderpille, begründet die US-Behörde ihre Warnung. Bereits vor vier Monaten berichtete die Nachrichtenagentur ‘AP’ ohne Quellenangabe, daß das Hormonpflaster die Gefahr für Thrombosen verdreifache. Das Kinderverhütungspflaster soll nach Angaben der US-Arzneimittelbehörde im Jahr 2004 etwa ein Dutzend Todesfälle – die dadurch frühabgetriebenen Kinder nicht mitgezählt – gefordert haben.

Gratis-Heizung

„Wenn der Winter kommt, wenn Frost und Schnee einsetzen, dann brauche ich doch kein Holz: Ich werde wachen, bis ich warm werde oder werde schlafen. Sicher aber, das weiß ich, werde ich nicht frieren.“

Aus dem 43. Brief des heiligen Kirchenlehrers und Bibelgelehrten Hieronymus († 420)
      
6 Lesermeinungen
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#6   Agiafortuni   09:08:28 | Samstag, 19. November 2005
Zur Erklärung Kardinal Arinze’s
Für Kardinal Arinze betrachtet die Zulassung der Messe aller Zeit einen Schritt in die Rückständigkeit. Eine solche Behauptung ist ebenso absurd, wie wenn man Jemanden, der seine Untaten einsieht als rückständig ansehen würde. Es gab keinen Grund den Iudica Psalm am Eingang der Messe zu entfernen, denn damit wurde aus der Liturgie eines ihrer schönsten Handlungen entfernt, der Gang des Priesters zum Altar. Das gleiche gilt für die Opferungsgebete.
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#5   Rudolphus   12:57:53 | Mittwoch, 16. November 2005
Das Problem der Afrika-Riten
Leider haben es die europäischen Novus Ordo-Missionare mit ihren Inculturationsriten dank Paul VI. besonders kraß getrieben.
Wie erfolgreich war dagegen Erzbischof Marcel Lefebvres Afrika-Mission in engster Verbundenheit mit Rom!
Dieses Erbe wurde leider durch Papst Montini’s Leute zunichte gemacht.
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#4   Bonaventura   10:49:17 | Mittwoch, 16. November 2005
Missbräuche
Selten so gelacht!
Seine Eminenz Kardinal Arínze muss ein echter Spaßvogel sein, denn wenn ein Priester bei der sog. Tridentinischen Messe die Worte einmal verhaspelt hat ist das doch in keinem Fall gleichzusetzen mit den wirklichen Missbräuchen seit 1969 die mit dem „Missale“ Paul VI. Einzug gehalten haben.
Einem Priester der sich in der Tridentinischen Messe mal verliest oder verspricht kann man höchstens unachtsamkeit vorwerfen.
Den „Liturgievorstehern“ der heutigen Zeit jedoch MUSS man (oft) eine wahre Schändung des Heiligen Messopfer vorwerfen!
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#3   alb_fin   14:38:12 | Dienstag, 15. November 2005
Missbräuche
Missbräuche sogar in der Tridentinischen Messe – für mich bricht eine Welt zusammen…
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#2   richard   09:03:07 | Dienstag, 15. November 2005
Es wäre sehr schön gewesen
zu lesen, daß Papst Benedikt dem Herrn Bundeskanzler Schüssel in völlig undiplomatischer Art und Weise die Pflichten eines christlichen Politikers in Erinnerung gerufen hätte. Dieser lebt in der unglaublichen Auffassung, einer zu sein. Und wird stolz über diese Audienz nach Hause kommen, bewundert von seinen Getreuen. Schüssel wird alles so weiterlaufen lassen wie bisher üblich: geduldeter Menschenhandel mit osteurop. Frauen, Abtreibung unserer Kinder, Förderung bzw. „Gleichstellung“ der Homos, Masseneinwanderung nicht integrationswilliger Moslems und superkapitalistischer Liberalismus. Schüssel „spielt“ falsch.
richard
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#1   Niclaas   08:55:34 | Dienstag, 15. November 2005
Unüblich langes Gespräch
Vielleicht spekuliert Schüssel darauf, der unbedarfte Leser möge dies als Hinweis auf seine Wichtigkeit aufnehmen.
Möglich aber auch, daß Benedikt XVI. so lange dafür brauchte, um dem Katholiken Schüssel ins Gewissen zu reden. Denn dieser ist bereits in der 2. Legislaturperiode Bundeskanzler einer Regierung, die in der Kinderabtreibung ein hinnehmbares Übel sieht. Die Schwächsten zahlen den Preis für das bequeme Regieren.
Etwas anderes als die Politik hat Schüssel nie gelernt. Nun, wo er über die angestrebte Macht verfügt, sollte er sie auch nutzen. Denn das Blut der Unschuldigen schreit schon unüblich lange zum Himmel.
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