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Mittwoch, 16. November 2005 13:36
Ein kirchliches Leichenschauhaus
Im Internet gibt es seit kurzem einen Blog, der Informationen zu Umnutzung, Verkauf oder Abriß von Kirchen in Deutschland enthält. Es ist zu befürchten, daß dem Internet-Tagebuch noch viel Arbeit bevorsteht. Ein Kommentar.
(kreuz.net) Eine makabre Aufgabe hat sich das Internet-Tagebuch kirchenschwinden.de gestellt.

Es möchte das Kirchensterben in Deutschland dokumentieren und kann somit als eine Art kirchliches Leichenschauhaus betrachtet werden.

Das Internet-Tagebuch – englisch: Blog – hält den offenbar unaufhaltsamen Niedergang der katholischen Kirche in deutschen Landen fest.

Auch evangelische Kirchengebäude werden berücksichtigt.

Nachdem die Gläubigen der Kirche seit dem Konzil in Scharen davonlaufen, tritt der gegenwärtige kirchliche Zusammenbruch in eine neue Phase: jener der Schließung von Gotteshäusern.

Offiziell werden fast immer „finanzielle Gründe“ vorgeschoben.

In Wirklichkeit weiß jeder, daß in der katholischen Kirche die Massenflucht der Gläubigen und die mit dem Konzil aufgebrochenen schweren Probleme in Klerus und Liturgie der wahre Grund für die Kirchenschließungen sind.

Die Kirche hat kein Geld für ihre Gebäude, weil die Gläubigen ausbleiben. Im bitterarmen Afrika werden keine Kirchen verkauft.

Ein kürzliches auf kirchenschwinden.de veröffentlichtes Beispiel ist der letzte Gottesdienst in der St. Hedwigs-Kirche in Radewell.

Der Stadtteil Radewell zählt zu Halle/Saale und befindet sich 150 Kilometer südwestlich von Berlin im Bundesland Sachsen-Anhalt.

Am dritten Oktober-Sonntag wurde in der Kirche St. Hedwig die letzte Messe zelebriert.

„Mit einer feierlichen Prozession der Gläubigen wurden die Hedwig-Statue und das Heilige Brot der Kommunion aus der Kirche getragen und in die Kirche Sankt Marien in der Brauhausstraße gebracht“ – berichtete die ‘Mitteldeutsche Zeitung’.

1990 habe die Pfarrei noch 1200 Mitglieder gezählt. 2004 seien es noch 740 gewesen.

Angesichts der Tatsache, daß inzwischen weniger als 10% der eingeschriebenen Katholiken praktizieren und viele Kirchgänger bereits sehr betagt sind, ist eine Kirchenschließung „aus finanziellen Gründen“ praktisch unausweichlich.

Jetzt bemüht man sich, die Hedwig-Kirche zu verkaufen. Es gebe zwei Interessenten.

Eine „fragwürdige Nutzung“ komme nicht in Frage.

Wenn die Kirche nicht verkauft werden könne, werde sie abgerissen, erklärte der Pfarrer vor der Presse.
Alle Lesermeinungen anzeigen 6 von 34 Lesermeinungen:
Montag, 21. November 2005 10:44
Le Trot: @Brandenburgis
Luther-Zitate brauchen Sie hier nicht auszubreiten, ich kenne (fast) den ganzen Luther.

Darüber dürfen Sie sich in aller Bescheidenheit freuen.

Wieviele gute Katholiken wie oft schon „nahe am Suizid“ gewesen sind weiß der liebe Herrgott allein, wie viele er aus dieser Not gerettet hat, auch.

Dieses Wissen wollen wir IHM auch nicht absprechen.

Die Kirche lehrt zu Recht, daß auch ein Selbstmörder unter bestimmten Umständen in den Himmel kommen kann, da sollten wir das Letzturteil einem Ewigen Richter überlassen.

Nicht „einem“, sondern „DEM“! – Es lag mir fern Ihre Hoffnung zu erschüttern, dass nicht vielleicht auch dem von Ihnen verehrten Luther noch auf dem Sterbebett unter aufrichtiger Reue über seine Sünden der Hurerei, der Lästerungen gegenüber Kirche, Papst und Zölibat, – Gnade zuteil wurde.

Luther hat übrigens, im Gegensatz zur katholischen Luther-Legende, nicht Suizid begangen.

War mir auch so bekannt, dass er nicht Suizid begangen hat.

Ich bewundere Ihren forschen Richtgeist gegenüber einem so bequemen Objekt … Ich hoffe, daß Sie gegenüber der Rotte der gegenwärtigen Feinde der Kirche auch so mutig sind!

Wenn Sie damit diejenigen meinen, die sich auf der durch die Zeiten übelriechenden geistigen Schleimspur Luthers bewegenden Kirchenfürsten meinen, – dann ja. Haut Ihnen wo ihr sie trefft ein klares „NEIN“ um die Ohren und tretet ihnen in ihre dummen kirchenzerstörerischen Ärsche. Hier greife ich gerne einmal auf den lutherischen Sprachschatz zurück ) !
Sonntag, 20. November 2005 14:04
Brandenburgis: @Le Trot
Warum soll mich irgend etwas Irreales denn schmerzen? Ich leide ja nicht an Phantomschmerzen … Luther-Zitate brauchen Sie hier nicht auszubreiten, ich kenne (fast) den ganzen Luther. Bezüglich seiner Aufforderung zur Gewalt befand er sich wohl im Irrtum, doch im Grundsatze war nichts daran auszusetzen, er hielt den Papst für eine angemaßte kirchliche Autorität, und gegen eine solche darf man sich schon zur Wehr setzen. Ich hoffe, Sie sind mit mir diesbezüglich einer Meinung.
Wieviele gute Katholiken wie oft schon „nahe am Suizid“ gewesen sind weiß der liebe Herrgott allein, wie viele er aus dieser Not gerettet hat, auch. Die Kirche lehrt zu Recht, daß auch ein Selbstmörder unter bestimmten Umständen in den Himmel kommen kann, da sollten wir das Letzturteil einem Ewigen Richter überlassen. Luther hat übrigens, im Gegensatz zur katholischen Luther-Legende, nicht Suizid begangen.
Daß Luther die (vermeintlichen) Feinde Gottes verflucht, spricht nicht gegen ihn, da steht er in gut-katholischer Tradition.
Ich bewundere Ihren forschen Richtgeist gegenüber einem so bequemen Objekt … Ich hoffe, daß Sie gegenüber der Rotte der gegenwärtigen Feinde der Kirche auch so mutig sind!
Sonntag, 20. November 2005 11:16
Le Trot: @ … Fortsetzung
Sonntag, 20. November 2005 11:03
Brandenburgis: @Le Trot
Ich will hier nicht als Luther-Verteidiger auftreten, aber Ihre Zitate und Aussagen besagen doch recht wenig.
Sonntag, 20. November 2005 10:26
Le Trot: @Brandenburgis
[link]Aus der Schrift: „Von den Juden und ihren Lügen“ (1543):
„Die Juden sind rechte Bluthunde, kein blutdürstigeres und rachgierigeres Volk hat die Sonne je beschienen. Wenn du mit einem Juden vom Evangelium reden wolltest, so wäre es eben als wenn du vor einer Sau das Evangelium predigst. Der Odem stinkt ihnen nach der Heiden Gold und Silber.

Mein treuer Rat ist, wie droben gesagt, ernstlich: dass man ihre Synagogen mit Feuer verbrenne und, wer kann, Schwefel und Pech hinzufüge; wer auch höllisch Feuer zuwerfen könnte, wäre auch gut. Darum soll der Juden Maul nicht wert gehalten werden, sondern mit Säudreck soll man auf sie werfen.
Verbrenne ihre Synagogen und gehe mit ihnen nach aller Unbarmherzigkeit um… Will das nichts helfen, so müssen wir sie wie die tollen Hunde hinausjagen. Wenn mir Gott keinen anderen Messias geben wollte, als wie die Juden begehren, so wollte ich lieber eine Sau als ein Mensch sein“.

Im Dritten Reich hat der thüringische Landesbischof Martin Sasse die Judenschriften Luthers dazu benutzt, die Reichskristallnacht zu rechtfertigen; Luther sei der größte Antisemit seiner Zeit gewesen. Das grausame Wort „Weg mit ihnen“, Abschluss der 7 Ratschläge Luthers zur Entwürdigung der Juden hat im dritten Reich einen tödlichen Widerhall gefunden. Der israelische Ministerpräsident Begin hat Luther als Anstifter zum Völkermord bezeichnet.

Er ( Luther ) selbst bekennt, mehrmals nahe am Suizid gewesen zu sein; sein Groll drängte ihn dauernd zur Blasphemie und zum Fluchen: „Ich kann nicht beten, … ohne z…
Samstag, 19. November 2005 23:52
Brandenburgis: @Ignatius
Luther war Priester, und zwar bis zu seinem Tode. Er verehrte die lebenslange Jungfäulichkeit Mariens und die Präsenz des Leibes Christus in der Eucharistie. Und zwar so sehr, daß er auf dem Boden herumkroch, um heruntergefallene Partikel aufzuessen. Er hat den Boden förmlich abgeleckt. Kein Vergleich mit dem heutigen V2-Personal.
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