Deutschland
Elegant gelöst
Der Regensburger Bischof Gerhard Ludwig Müller hat heute die Neuordnung des Laienapostolates in seinem Bistum in Kraft gesetzt.
(kreuz.net, Regensburg) Der Bischof von Regensburg präsentierte die Änderungen bei einer Pressekonferenz am heutigen Fest des heiligen Albertus Magnus. Dieser war zwischen 1260 und 1262 Bischof von Regensburg.

Regensburg befindet sich im Osten von Bayern.

Durch die Reform sollen die Pfarrgemeinderäte – so Bischof Müller bei der Pressekonferenz – als „wichtigste Säule der Teilnahme aller Gläubigen am Sendungsauftrag der Kirche“ gestärkt werden.

Die Änderung der Statuten für Pfarrgemeinderäte wird eine „noch engere Verbindung des wichtigen Pfarrgemeinderates mit dem Priester“ ermöglichen.

Auf Dekanatsebene sollen in Zukunft eigene Arbeitsgruppen projekt- und themenbezogen eingesetzt werden. Dagegen brauchen die Dekanatsräte nicht mehr zu erörtern, was bereits von den Pfarrgemeinderäten verhandelt wurde.

Auf der Diözesanebene wird der bisherige Diözesanrat in zwei Gremien aufgeteilt. Der Diözesanrat war bisher – wie in anderen Bistümern Deutschlands – das höchste diözesane Laiengremium.

Die beiden neuen Gremien auf Diözesanebene werden Diözesanpastoralrat und Diözesankomitee heißen.

Der Diözesanpastoralrat ist ein Gremium von Priestern, Diakonen, Ordensleuten und Laien. Er besteht bereits in zahlreichen anderen deutschen Bistümern.

Seine Einrichtung sei eine Forderung, die in der Diözese Regensburg schon seit vielen Jahren bestehe.

Das Laienapostolat werde in diesem Rat durch einen überproportionalen Anteil von Laienvertretern gewürdigt.

Im zweiten diözesanen Gremium – dem Diözesankomitee – werden sich die kirchlichen Vereine und Verbände zusammenschließen, um „noch schlagkräftiger“ in die Gesellschaft hineinwirken zu können.

„Eine Neuordnung nach über 30 Jahren ist aufgrund der pastoralen Praxis vernünftig und sinnvoll“, begründet Bischof Müller die Reform. Diese entspreche auch dem Zweiten Vatikanum und den neuen Dokumenten des kirchlichen Lehramtes.

Man habe – so die Erklärung des designierten Generalvikars –, das ‘Paderborner Modell’ an die Verhältnisse in Regensburg angepaßt: „Wir werden damit sicherlich genauso gute Erfahrungen machen.“

Ein Priester des Bistums Regensburg erklärte in einer Stellungnahme vor kreuz.net, daß die heute vorgestellte Reform auch eine Antwort auf die jüngsten schweren Konflikte mit dem gegenwärtigen Regensburger Diözesanratsvorsitzenden seien:

„Eine elegante Lösung, um dem aufmüpfigen Laienbesserwisser das Wasser abzugraben.“
      
6 Lesermeinungen
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#6   Ulrich Bonse   13:01:55 | Freitag, 18. November 2005
Der hl. Albertus Magnus und die Ordnung im Bistum
Bischof Müller ist zu loben, wenn er initiativ an die Neuordnung geht. Die Wahl des Datums – Tag des hl. Albertus Magnus – scheint absichtsvoll zu sein, denn dieser war auch mal Bischof von Regensburg. Melchers „Das große Buch der Heiligen“ schreibt dazu: „1260 berief ihn Papst Alexander IV. auf den Bischofsstuhl des verwahrlosten Bistums Regensburg. Trotz seiner Abneigung gegen eine solche Stellung fügte sich Albert dem Befehl des Heiligen Vaters und blieb zwei Jahre in Regensburg. Das Volk, wenn auch im Glauben sehr lau, liebte ihn von Anfang an. Er fand, wie es in einem alten Bericht heißt: „In der Kasse kein Geld, im Fass kein Tropfen und in der Scheune kein Körnchen.“ Aber er ließ sich nicht entmutigen – seine Tätigkeit war von Erfolg gekrönt: Innerhalb von 2 Jahren hatte er Ordnung bei Volk und Klerus geschafft und den Vermögensstand des Bistums wieder ausgeglichen.“
Der Bischof ist Gott und dem Heiligen Vater für sein Bistum verantwortlich. Danach muss er handeln. Dass es noch Bischöfe gibt, die einsehen, dass sie eine persönliche Verantwortung haben, die auch an den Ergebnissen gemessen wird („den Früchten des Baumes“),
ist sehr erfreulich. Dieses Beispiel sollte Schule machen.
Gott segne die Arbeit des mutigen Bischofs!
Ulrich Bonse
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#5   Bernado   17:18:30 | Mittwoch, 16. November 2005
@diakonos
Sie schrieben:„Radio Vatikan lässt auch die Kritiker der neuen Lösung zu Wort kommen.“
Nun ja – die deutsche Redaktion von RV steht aber auch nicht gerade im Ruf der Unparteilichkeit: sie ist über viele Fäden mit den „progrssiven Kräften“ in ZK und Bischofskonferenz verbunden.
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#4   Rudolphus   17:13:13 | Mittwoch, 16. November 2005
Bischof Müller regiert
Eines muß man diesem Nachfolger S. Alberti Magni auf dem Bischofsstuhl v. Regensburg zugute halten:
Er ist ein aktiver Regent, im Gegensatz zu vielen Bischöfen, die in vielem viel traditioneller dachten als er, sich aber auf die Rolle eines repräsentativen Monarchen beschränkten und die Regierung dem Ordinariat (und den Bischofskonferenz-Verordnungen) überließen.
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#3   diakonos   17:07:32 | Mittwoch, 16. November 2005
Ausgewogener Artikel?!
Der Artikel von kreut.net ist wieder einmal sehr einseitig – Radio Vatikan …ecumene.radiovaticana.org/ted/Articolo.asp?id=55959 lässt auch die Kritiker der neuen Lösung zu Wort kommen.
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#2   Benedikt   12:36:26 | Mittwoch, 16. November 2005
q.e.d.
Die Änderung der Statuten für Pfarrgemeinderäte wird eine „noch engere Verbindung des wichtigen Pfarrgemeinderates mit dem Priester“ ermöglichen.
Ich habs doch gesagt: In Zukunft ist der Pfarrer noch stärker an den PGR gebunden und muss dort an für das Kerngebiet der Gemeinde völlig überflüssigen Arbeitssitzungen teilnehmen. Aber: Die meisten Priester werden ihm sowieso nicht folgen, weil ihnen mangels Zeit die Möglichkeit dazu fehlt. Aber Hauptsache mal den großen Zampano gespielt.
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#1   Kaktus   12:13:32 | Mittwoch, 16. November 2005
Der Fisch fängt immer vom Kopf an zu stinken
Msgr. G.L. Müller sollte schleunigst beginnen, auch unter seinem Klerus und Domkapitel für Ordnung zu sorgen, denn der richtet unter weiten Teilen nach wie vor mehr Unheil an, als ein paar übereifrige Laien! Schwere liturgische Mißbräuche, häretische Predigten, öffentlich bekannte Sittenlosigkeit u.s.w.
Doch wer die Person des Bischofs nicht angreift, genießt bei G.L. offensichtlich Narrenfreiheit!
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