kreuzmeldungen
Tief im Gewissen + Institutionelle Krise + Massenvernichtung + Unabschätzbare Konsequenzen + Schade.
Tief im Gewissen

Vatikan. Papst Benedikt XVI. äußerte sich gestern auf einer vatikanischen Tagung über das menschliche Genom. Dabei meinte er, daß die Menschen unserer Zeit – von den Ereignissen des 20. und 21. Jahrhunderts geprägt – sehr gut verständen, daß die Würde des Menschen nicht von seinen Genen abhänge: Das Prinzip der Nicht-Diskriminierung auf der Grundlage von körperlichen oder genetischen Faktoren sei „tief in die Gewissen eingedrungen und formal auch in den Menschenrechts-Erklärungen festgeschrieben“, so der Heilige Vater.

Institutionelle Krise

Deutschland. „Ein Teil der Glaubenskrise – vor allem in Deutschland – ist eine Krise der Institutionen.“ Dies betonte der Kölner Erzbischof Joachim Kardinal Meisner in einem Interview mit der römischen Nachrichtenagentur ‘Zenit’, das am vergangenen Freitag veröffentlicht wurde. Bildlich gesprochen, handle es sich dabei vielfach um „eine zu große Karosserie mit einem zu kleinen Motor“, so der Kölner Erzbischof. Eine „notwendige Neubesinnung“ sieht der Kardinal als Chance, um den Blick wieder auf das Wesentliche zu richten.

Massenvernichtung

Italien. Der Vorsitzende der italienischen Bischofskonferenz, Camillo Kardinal Ruini (74), und der Präsident des Päpstlichen Rates für die Pastoral im Krankendienst, Javier Kardinal Lozano Barragán (72), kritisierten kürzlich die Abtreibungspille. Dies berichtete die römische Nachrichtenagentur ‘Zenit’. Die Abtreibung durch Kindergift sei verwerflich und töte unschuldige Menschen – erklärte Kardinal Lozano vor Journalisten. Kardinal Ruini bezeichnete die Abtreibungspille zu Beginn der Herbstvollversammlung der Bischofskonferenz als einen weitereren „Schritt in Richtung Verschleierung dessen, was die Abtreibung in Wahrheit ist: die Vernichtung unschuldigen Lebens“. Die Kinderabtreibungspille wurde kürzlich in zwei italienischen Regionen – Piemont und Toskana – „versuchsweise“ legalisiert.

Unabschätzbare Konsequenzen

USA. Vor der Küste Kaliforniens im Westen der USA haben Wissenschaftler männliche Fische mit weiblichen Geschlechtsorganen entdeckt. Bei 11 von 82 untersuchten männlichen Tieren fanden die Forscher in den Hoden Eierstockgewebe. Die Tiere wurden in Gegenden gefangen, in denen Abwasser ins Meer geleitet wird. Sogar das liberale Boulevardmagazin ‘Spiegel’ gab zu, daß das weibliche Geschlechtshormon Östrogen derartige Veränderungen hervorrufen könne. Dieses Hormon ist in Antikinderpillen enthalten. Es wird über den Stoffwechsel ausgeschieden und gelangt ins Abwasser. Im Fall der kalifornischen Fische übten vielleicht auch noch andere umweltverschmutzende Stoffe einen Einfluß aus, erklärte ein Wissenschaftler.

Schade.

„Benedikt XVI. hat es in seiner Privatbibliothek gegenüber den Eminenzen und Exzellenzen aus Österreich an deutlichen Worten nicht fehlen lassen. Die Glaubenslehre müsse »vervollständigt«, »unverkürzt«, »authentisch«, »in aller Klarheit« verkündet werden. Ja, ja, so ist es wohl. Und wie jetzt weiter? Wer, wenn nicht die Bischöfe sind dafür in allererster Linie verantwortlich? Aber wer, wenn nicht Rom selbst hat sie geschickt? Und überhaupt: Mit konkreten Lösungen hielt sich Benedikt XVI. gleich gar nicht auf. Schade.“

Aus einem Kommentar der österreichischen Tageszeitung ‘Presse’ zur Ansprache des Papstes beim Ad-Limina-Besuch der österreichischen Bischöfe Anfang November.
      
7 Lesermeinungen
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#7   Christin   21:18:11 | Freitag, 25. November 2005
Die Würde des Menschen hängt auch vom Verhalten ab oder haben wir Narrenfreiheit?
Verhalt ich mich wie ein Mensch mit Würde?
Auf die Würde der „Liebe und Gnade“ des Himmel und der Erde dürfen wir immer hoffen und glauben!
Die können wir hoffentlich nie verlieren!
Weil ich es mir wert bin nehm ich Vergebung an,und vergeb ich mir selber!
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#6   Laurentius2   09:20:15 | Montag, 21. November 2005
Wirkungen der Pille /68er Dogma
Wo bleiben unsere Partei gewordenen 68er, die GRÜNEN ? Wenn sich die allgemeine Vernunft und Erkenntnis gegen ein sakrosanktes Dogma richtet, ist diese Partei ignoranter und reaktionärer als Fürst Metternich und Kardinal Ottaviani zusammengenommen ! Sie, die 68er, unsere Herrschaftselite, glauben eben auch, nur sind ihre Dogmen diabolisch !
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#5   Agiafortuni   22:20:50 | Sonntag, 20. November 2005
Rocky
ich erhebe nicht den Anspruch, zu wissen, was zu tun ist. Während meiner Studienzeit gab es jedoch ein Fach, das man Logik nannte. Wenn die Herren Rahner, Congar, de Lubac unter Pius XII gelinde gesagt zurechtgewiesen wurden und von dessen Nachfolgern in den Rang von Kirchenlehrer erhoben wurden, so liegt hier, ob man es will oder nicht ein Widerspruch vor. Zur Ueberwindung eines Widerspruchs bedarf es einer Entscheidung. Sich für Pius XII entscheiden heisst in der Kontinuität verbleiben
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#4   Rocky   20:10:48 | Sonntag, 20. November 2005
@ dr. Carlo
Ach wie schade, dass nicht Sie Papst geworden sind. Sie wüssten es dann schon, was ein Papst zu tun,. zu empfehlen und zu unterlassen hätte.
Schö n wär’s – aber weit von der Realität!
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#3   Agiafortuni   12:13:14 | Sonntag, 20. November 2005
Catholicus
Bis zu V2 war die Unmissverständlichkeit ihrer Sprache eines der Vorzüge der katholischen Kirche. Benedikt XVI ist bestimmt ein Mann von überragender Intelligenz, doch leider ist auch er ein Gefangener einer Unmöglichkeit mit Namen Oekumenismus.
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#2   Catholicus   11:24:07 | Sonntag, 20. November 2005
@Regazzoni
Die Kirche ist groß genug, dass sie alles Wertvolle – auch von problematischen Theologen – aufnimmt und anerkennt. Man darf es dem gegenwärtigen Heiligen Vater zutrauen, dass er wohl zu unterscheiden versteht. Im übrigen darf man die drei genannten Theologen nicht einfach nebeneinanderstellen: Zu verschieden sind ihre jeweiligen Verdienste und auch die möglichen Defizite!
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#1   Agiafortuni   08:33:04 | Sonntag, 20. November 2005
Die reine Glaubenslehre
Wenn Benedikt XVI wünscht, dass die Glaubenslehre vervollständigt, unverkürzt, autentisch und in aller Klarheit wiedergegeben werden täte er gut daran die Rahner, de Lubac und Congars besiseite zu schieben, um auf wahrhaft katholische Dokumente wie Pascendi, Mortalium animos und Humani generis zurückzugreifen.
Auch wäre es gut, wenn ein Buch wie dasjenige Pater Perrones: il Protestantesimo e la regola di fede den Gläubigen empfohlen würde.
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