China
Wie wird man in China Bischof?
Am Rande der Ende Oktober zuendegegangenen Bischofssynode sprach der Bischof von Hong Kong über die Lage der katholischen Kirche in der Volksrepublik China.
(kreuz.net) Der Bischof von Hong Kong, Mons. Joseph Zen, – ein scharfer Kritiker des Regimes in Peking –, sprach Ende Oktober vor der Presse.

Mons. Zen bezeichnete die jüngsten chinesischen Bischofsernennungen, die vom Vatikan approbiert wurden, als einen Durchbruch.

Das berichtete die US-Tageszeitung ‘Chicago Sun-Times’.

Die „überwiegende Mehrheit“ der patriotischen Bischöfe, die von der kommunistischen Zentralregierung eingesetzt wurden, seien inzwischen von Rom legalisiert worden.

Die katholische Kirche lebt in der Volksrepublik China seit der kommunistischen Machtübernahme im Untergrund. Die öffentlichen Kirchen und Priesterseminare im Land werden alle von der ‘Patriotischen Vereinigung’ – einer von den Kommunisten gegründeten und kontrollierten Gegenkirche – verwaltet.

Mons. Zen wurde auch gefragt, wie die patriotischen Bischöfe in China ernannt würden.

Soweit er wisse, würden die patriotischen Bischöfe vom Papst ernannt, erklärte der Prälat.

Dann bemühe sich der Ortsbischof um eine Akzeptierung des Kandidaten durch das staatliche Kirchenamt.

So werde schon seit längerem vorgegangen. Allerdings sei dieses Prozedere bisher nicht bekanntgemacht worden.

Bis zu den letzten beiden Bischofsernennungen habe die Regierung die Neuernannten unter Druck gesetzt, in der Öffentlichkeit nichts von ihrer Ernennung durch den Papst verlauten zu lassen.

Doch jetzt verzichte die kommunistische Regierung auf diese Maßnahme. Das sei ein „Durchbruch“.

„Sie verlieren die Kontrolle über die katholische Kirche.“

Es sei sinnlos, wenn die kommunistische Regierung stur auf ihren Positionen beharre. Die Kommunisten müßten zur Kenntnis nehmen, daß sie die Kontrolle verlieren, erklärte Mons. Zen.

„Der Heilige Stuhl ist sehr bemüht, einen Dialog zu beginnen. Leider zeigte Peking bisher kein Interesse“.

„Aber jetzt scheint sich etwas zu bewegen.“

Die Zahl der Katholiken in China wird auf 12 Millionen geschätzt.
      
5 Lesermeinungen
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#5   Benedikt   12:39:49 | Mittwoch, 23. November 2005
@ 28.
Keine Ahnung, was Sie meinen. Sie müssen etwas falsch verstanden haben.
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#4   28.IX-28.X   18:22:49 | Dienstag, 22. November 2005
@Benedikt
Wäre nicht schlecht. Sie haben sicherlich im Kommunismus nicht gelebt. Sie kennen seine Lehren nicht. Seien sie doch nicht kindisch!
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#3   Benedikt   12:15:43 | Dienstag, 22. November 2005
@ Laurentius2
Keine Ahnung…vielleicht einen Antikommunisteneid einführen? ;-)
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#2   Laurentius2   09:17:43 | Dienstag, 22. November 2005
Noch eine Frage an unsere Außenpolitiker
Ich stimme Athanasius teilweise zu: die Ostpolitik war nicht immer ein Ruhmesblatt (s. Fall Mindszenty).
meine Frage lautet: Wie wollen unsere Diplomaten verhindern, daß die teilweise auch von der chinesichen KP ausgesuchten Bischöfe nicht ähnlich kommunistisch gepolt sind, wie so viele orthodoxe Priester und Bischöfe unter Stalin, Breschnew etc. ?
Das Beispiel des amtierenden Patriarchen von Moskau, Alexeji, dürfte doch wohl Abschreckung genug sein, oder ?
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#1   Athanasius   23:13:20 | Montag, 21. November 2005
Falsch…
…Diese Vorgehensweise wäre niemals die des heiligmässigen Papstes Pius XII. gewesen.
Er hat selber die Bischöfe der pro-komm. Patriotischen Vereinigung (Chinesische Staatskirche) alle exkommuniziert. Würde er einstimmen, dass seine „heimlichen“ Ernennungen jetzt von den Nachfolgern dieser Exkommunizierten zum Episkopat geweiht werden und darauf unter Verwaltung des Kommunistischen Religionsministeriums stehen, und keine Anklage gegen Euthanasie und massale Abtreibung erheben dürften? Absolut nicht.
Die neue kommunistische Ostpolitik des Vatikans seit dem Pontifikat von Paul VI. (1963-1978) schädet die Glaubwürdigkeit der Kirche, auch angesichts der Regimen selbst.
Diese Zusammenarbeit zwischen Vatikan und dem kommunistischen Staatsapparat in der Ernennung liess sich leider bereits vermuten seit 2001: damals interzelebrierte Kardinal Roger Etchegaray zusammen mit den schismatischen Bischöfen der komm. Patriottischen Vereinigung öffentlich in einem von den Kommunisten beherrschten chinenischen Wallfahrtsort (anlässlich seines Besuches der Volksrepublik China).
Nur eine Frage: warum denn Doppeltspiel? Denn meinen INformationen nach werden zugleich auch Untergrundbischöfe ernannt. Oder werden diese nur „gegeben“ um die Untergrundkirche, die sehr treu gegenüber dem Hl. Stuhl gewesen ist seit 1950, zufriedenstellen und evt. Proteste gegen die Zusammenarbeit mit der Patr. Vereinigung zu unterdrücken?
Fragen, Fragen…
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