Benedikt XVI.
Teilhard statt Theologie
Teilhards Devise „Christsein heißt: Mehr Fortschritt, mehr Technik“ wurde zu einem Impuls, in dem sich die Konzilsväter der armen und reichen Länder zu einer Hoffnung zusammenfanden, die leichter zu vermitteln war als die komplizierte Theologie. Von Joseph Kardinal Ratzinger.
(kreuz.net) Der Bereich, in dem Aufklärung und Emanzipation ins allgemeine Bewußtsein getreten ist, nämlich der Versuch, das Problem von Sexus und Eros durch Aufklärung zu beseitigen, durch ein Wissen ohne Tabu zum Nicht-Problem zu machen, ist nur ein – freilich bezeichnendes – Symptom für einen Optimismus des Aufklärens, der letztlich auf Erlösung durch Wissen abzielt.

Dadurch wird auch der Impuls des Fortschritts so drängend: daß Erlösung, Befreiung des Menschen, immer noch auf sich warten läßt, scheint ja daran zu liegen, daß eben die Wissenschaft selbst noch immer unterwegs ist und vor ungelösten Fragen steht.

Mit dem Tempo ihres Fortschritts steht – wie es scheint – das Heil des Menschen auf dem Spiel.

Was den „Fortschritt“ verzögert, ist ein Angriff auf den Menschen selbst: die neue Gestalt der Schuld.

Im katholischen Bereich hatte das Zweite Vatikanum das Einstimmen in diese allgemeine Bewegung gefördert.

Schon vorher hatte der Aufbruch der Theologie mit allem, was er an neuem Verständnis der Schrift, der Väter, der Liturgie und an Offenheit zwischen den getrennten Christen eingebracht hatte, neue Begeisterung für die Wissenschaft erweckt und zeitweise sogar den traditionellen Pragmatismus eines großen Teils der Theologiestudenten aufgesprengt:

Theologisches Wissen erschien als eine Verheißung neuer Möglichkeiten des Glaubens, neuer Wege der Kirche.

Das Signal, das der Jesuit und Paläontologe Teilhard de Chardin († 1955) gegeben hatte, reichte weiter:

Er ordnete die geschichtliche Bewegung des Christentums in einer kühnen Vision in den großen kosmischen Evolutionsprozeß von Alpha zu Omega ein.

Dieser Evolutionsprozeß verlaufe seit der Noogenese – der Ausbildung des Bewußtseins – im Geschehen der Menschwerdung, als Aufbau der Noosphäre über der Biosphäre.

Das bedeutet, daß die Evolution sich nun in der Gestalt der technisch-wissenschaftlichen Entwicklung abspielt, in der endlich Materie und Geist, Individuum und Gesellschaft ein umfassendes Ganzes, eine göttliche Welt hervorbringen werden.

‘Gaudium et Spes, die Konzilskonstitution über die Kirche in der Welt von heute nahm dieses Signal auf.

Teilhard de Chardins Devise „Christsein heißt: Mehr Fortschritt, mehr Technik“ wurde zu einem Impuls, in dem sich die Konzilsväter der armen und reichen Länder zusammenfanden zu einer konkreten Hoffnung, die leichter zu dolmetschen und weiterzugeben war als der Sinn der komplizierten Erörterung über Kollegialität der Bischöfe und Primat des Papstes, Schrift und Überlieferung, Priester und Laien.

Aus: Joseph Kardinal Ratzinger, Theologische Prinzipienlehre, Bausteine zur Fundamentaltheologie, München 1982, Seite 350.
      
25 Lesermeinungen
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#25   Sulpicius   02:21:12 | Samstag, 3. Dezember 2005
@Gotthard
Ich war nicht dabei, möchte es auch nicht ausschließen. Aber dort waren nicht Rahner u. Co, die dieses Verhalten ausgenutzt hätten…
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#24   Agiafortuni   22:50:13 | Freitag, 2. Dezember 2005
Zum Konzil
In den zwanziger Jahren hatte Kardinal Billot in weiser Voraussicht vor der Einberufung eines Konzils abgeraten, denn er sah darin eine Möglichkeit für die Modernisten, die Oberhand zu gewinnen. Genau aus diesem Grunde wurde es von Johannes XXIII einberufen. Die von ihm getroffenen Entscheidungen: Gründung eines Sekretariates für die Einheit der Christen unter Kardinal Bea traurigen Gedenkens, Ernennung modernistischer Kardinäle wie König und Suenens, Zulassung von Rahner und de Lubacs und Congar als Experte waren die richtigen Mittel, um jenes Ziel das ihm vor Augen schwebte, zu verwirklichen. Johannes XXIII wollte die Kurie entmachten und eine Kirche ins Leben rufen, die in der Lage wäre, den modernen Menschen anzusprechen. Was er damit erreicht hat, haben wir vor Augen. Unverständlich bleibt mir, dass die konservativen Köpfe im Konklave nicht erkannt haben,dass mit der Wahl Roncallis eine Büchse der Pandorra geöffnet wurde.
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#23   Gotthard   22:15:01 | Freitag, 2. Dezember 2005
Geschichtliche Sicht
besser als bei „begleitenden Damen“ die freie Zeit zu verbringen wie beim Konstanzer Konzil … während des Konzils stieg dort die Zahl der Huren enorm…
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#22   Sulpicius   20:54:08 | Freitag, 2. Dezember 2005
@Gotthard
Hl.Geist? Bitte nicht überbeanspruchen. Die meisten Konzilsväter beeilten sich, schnellstmöglich wíeder in der nächsten römischen Trattoria zu sitzen (oder nach Hause zu fahren)…
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#21   Benedikt   20:46:36 | Freitag, 2. Dezember 2005
Quizfrage
Was wurde nach dem Konzil besser? Die FAZ hat dazu ja am Donnerstag einen interessanten und zugleich schizophrenen Artikel gebracht…
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#20   Gotthard   20:44:56 | Freitag, 2. Dezember 2005
Gott sei Dank
denn dort saßen 2300 Bischöfe, die aufgrund ihrer Bildung genau wissen konnten, was ein Konzil ist
und die deshalb genauso gehandelt haben, wie sie es taten … unter Anleitung des Hl. Geistes, der sie die oft unvermuteten Wege führte.
GOTT SEI DANK!!!!!!!!!!
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#19   Benedikt   20:36:11 | Freitag, 2. Dezember 2005
@ Gotthard
Sie haben ein merkwürdiges Verständnis. Genauso kann man jetzt daher kommen und behaupten, dass Rahner und Co das Konzil manipuliert haben. In Wirklichkeit sind das alles Ausreden, denn dort saßen 2300 Bischöfe, die aufgrund ihrer Bildung genau wissen konnten, was ein Konzil ist und was ihre Bedeutung auf einem solchen ist. Herausreden ist daher nicht.
Wenn die Bischöfe Ottaviani gefolgt wären, dann wäre das nicht minder legitim gewesen und von Manipulation kann ebesowenig die Rede sein wie in der Realität, wo sie eher Rahner usw. gefolgt sind.
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#18   Gotthard   20:20:05 | Freitag, 2. Dezember 2005
no Chance
Wie die Lage wirklich war, ist Ottaviani erst auf dem Konzil aufgegangen. Da war es schon zu spät und er hatte die Chance verspielt, das Konzil in der Hand zu behalten.
Gut, dass Ottaviani das Konzil nicht manipulieren konnte…
es ist schon erstaunlich, dass immer wieder im Blick auf das Vaticanum II die traditionelle Lehre der Kirche über ein Konzil vollkommen missachtet wird… ihr nehmt die Tradition nur dann ernst, wenn sie in euren engen Denkhorizont passt…
Der Hl. Geist weht wo ER will … er hat das Vaticanum II geleitet!
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#17   Benedikt   19:53:09 | Freitag, 2. Dezember 2005
Selig
Über die Seligkeit oder nicht-Seligkeit eines Menschen entscheidet nicht, wie der Betreffende mit Erzbischof Lefebvre umgegangen ist.
Die Kurie hat damals gedacht, den tatterigen Papst austricksen zu können, was aber nicht geklappt hat. Tja, sie waren sich halt zu sicher. Wie die Lage wirklich war, ist Ottaviani erst auf dem Konzil aufgegangen. Da war es schon zu spät und er hatte die Chance verspielt, das Konzil in der Hand zu behalten.
Johannes XXIII. hat das Konzil einberufen, richtig. Er hat aber sicher nicht diese Änderungen vorgehabt. Schauen Sie ins FSSPX-MB Dez2005, da ist nochmal das Pfluger-Interview abgedruckt. Er sagt dort, dass das, was eigentlich vom Konzil geplant gewesen war bis heute gar nicht umgesetzt sei. Das ist doch der Punkt.
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#16   Agiafortuni   16:49:29 | Freitag, 2. Dezember 2005
Zu Rudolphus
Niemand ausser Gott kennt die letzten Gedanken eines Menschen. Anzufechten ist der Akt der Seligsprechung JP2 und die Argumente, die er angeführt hat. Es wird gesagt, Johannes XXIIIhabe das Unheil das er angerichtet habe, erkannt und habe darüber bitter geweint. Ich kann es nur hoffen.
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#15   Rudolphus   16:27:15 | Freitag, 2. Dezember 2005
@Tradi-Stimme
Vielen Dank für Ihre Einwürfe.
Ich würde sagen, selig’ Johannes war ein liberaler Orthodoxer – aber orthodox – und selig, denn vom Hl. Vater Johannes Paul ins Buch der Seligen eingetragen.
Viele Selige und Heilige waren auf Erden anderer Meinung.
Im Himmel werden sich sowohl der selige Johannes als auch der heiligmäßig Erzbischof Marcel mit Sorge für die Kirche auf Erden Fürbitte halten – besonders Johannes, denn er ist Schuld am Concil.
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#14   Stimme aus dem Tradiland   15:38:09 | Freitag, 2. Dezember 2005
@ Rudolphus
Nicht ganz: Immerhin hat er schon Erzbischof Lefebvre demontiert, zuerst als apost. Delegat für das frankophone Afrika, dann als Erzbischof von Dakar. Er hat ihm in Frankreich kein adäuquates Bistum gegeben, dass nur annähernd seiner bisherigen Stellung entsprochen hätte (von seiner bisherigen Stellung hätte er z.b. Erzbischof von Paris werden können).
Dann hat er als eine Art „Beschäftigungstherapie“ alle konservativ-traditionalistischen Theologen der damaligen Kirche in den Vorbereitungskommissionen für V2 werkeln lassen (wohl auch, damit sie die Gefahr nicht rechtzeitig erkennen und darauf bauen, dass aus V2 tatsächlich ein Konzil wird), um schließlich mit einem Federstrich gegen die V2-Statuten deren wertvolle Arbeit in den Papierkorb zu schmeißen. Woraufhin sie durch die teils guten, teils zweifelhaften und teils häretischen V2-Papiere ersetzt wurden.
„Papa buno“ war nicht so gut, wie er immer dargestellt wird. Mit Sicherheit kein Seliger, auch wenn er von der V2-Kirche, die ihre eigenen Irrtümer damit verherrlichen will, als solcher bezeichnet wird.
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#13   Rudolphus   15:26:16 | Freitag, 2. Dezember 2005
@Dr. Carlo: Johannes’ Pontifikat
Die Tagebuchzitate des seligen Papstes Johannes zeigen, daß Seine Heiligkeit persönlich sehr fromm war.
Es gibt keinerlei Anhaltspunkte, daß er Modernist gewesen ist.
Alle schlimmen Entwicklungen der Kirche fanden unter Paul VI. statt, mit Ausnahme der Concilseröfffnung.
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#12   Agiafortuni   13:45:04 | Freitag, 2. Dezember 2005
Teilhard und das V 2
Dass die Modernisten am Konzil die Oberhand gewannen ist dem vermeintlich seligen Johannes XXIII zuzurechenen. Ich bin mir voll bewusst, dass ich mit einer solchen Aussage heisses Eisen anrühre. Dennoch halte ich in Anbetracht dessen, dass ich mich der vorkonziliaren Lahre verpflichtet weiss, eine Auseinander-setzung mit seinem mehr als fragwürdigen Pontifikat unumgänglich. Massgebend zu sein hat dabei nicht, was man als Privatmann empfindet, sondern was sich unter Einhaltung den Regeln der Erkenntnis vertreten lässt.
Abbé Simoulin FSSPX und Don Luigi Villa (Chiesa Villa) haben in mehreren Stellungnahmen darauf hingewiesen, dass Johannes XXIII von Jugend auf Sympathien für die Modernisten hatte, wofür seine Freundschaft mit dem vom hl.Pius X verurteilten Modernisten Ernesto Bonaiuttti spricht. Dennoch war er gerissen genug, um sämtliche Hürden zu nehmen und schliesslich den Thron Petri zu besteigen. Damit war das Schicksal der Kirche besiegelt. Seine enge Freundschaft mit Dom Lambert Beaudouin, einem der grossen Förderer des Oekumenismus ist bekannt. Ich habe mir die Mühe genommen, eine Exemplare der von ihm herausgegebenen Zeitschrift Irenikon zu konsultieren. Dadurch wurde mir bewusst, dass V 2 kein bedauernswerter Betriebsunfall war, sondern von langer Hand vorbereitet wurde und Frankreich – bekanntlich der Kirche ältestes Sorgenkind – dürfte dabei die Hände im Spiel gehabt haben. Die Zeitschrift Archivium Pontificae Historiae berichtet darüber.
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#11   Athanasius   18:17:27 | Dienstag, 22. November 2005
Laurentio
L.S.
Ist es wirklich wahr, daß Teilhard de Chardin von Pius XII. als Häretiker verurteilt, von Paul VI. aber als vorbildlich bezeichnet wurde ?
Die ganze Enzyklika „Humani Generis“ (1950) war gegen die Irrlehren des Teilhard de Chardin gerichtet. Seine Werke wurden auf den Index Librorum Prohibitorum gestellt (verbotene Lektüre). Er wurde von den Jesuiten, in den „guten“ 1920er Jahren, abgesetzt. Unter Kardinal Ottaviani hat das Hl. Offizium 1962 zum letzten Mal Teilhard de Chardin verurteilt (er hat sich nie von seiner Lehre distanziert), kurz bevor er in die offizielle Dekreten des II. Vatikanums gelang und Hauptlektüre für G.et.S. wurde.
eine sachlich-diffenrenzierende Erklärung ?
Seine Lehre war und ist unvereinigbar mit dem katholischen Glaubensgut (depositum fidei). Sie geht nämlich von der Änderlichkeit des Dogma aus.
Falls jeweils nein, erklären Sie mir bitte, Athanasius, was mit unserer Kirche bloß geschehen ist …
Seit 1958 gelang es die Modernisten endgültig die Institutionen der Hl. Römischen Mutterkirche zu besetzen, liberale Päpste zu wählen u. während des II. Vatikanums schon etliche ihrer Punkte aufzuzwingen und die Römisch-katholische Lehre zu „ändern“ (natürlich sind die konziliaren Akte des Modernismus null und ungültig für uns Katholiken): Aufgeben der Einzigkeit der R.Kath. Kirche (dank u.a. Ratzingers/Benedikt XVI. ‘subsistit’), Allerlösungsirrtum, falscher Ökumenismus
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#10   Brandenburgis   11:20:06 | Dienstag, 22. November 2005
Literatur
Ich möchte zwei Informationen hinzufügen. Der jüngst verstorbene P. Manfred Adler widmete den 3. Band seiner Trilogie „Die Söhne der Finsternis“ zum überwiegenden Teil der Lehre Teilhards. Die äußerst empfehlenswerte Trilogie ist im Miriam-Verlag erschienen (nicht alles, was dort erscheint ist empfehlenswert) und ist so viel ich weiß noch lieferbar. Der Sedisvakantist Rothkranz analysiert in „Die kommende „Diktatur der Humanität“ oder die Herrschaft des Antichristen“ die Einbettung Teilhards in weitergehende Pläne bestimmter Gruppen.
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#9   Peccator   10:11:40 | Dienstag, 22. November 2005
Wie stets bei Ratzinger…
… die Analyse ist vollkommen richtig, doch daraus werden KEINERLEI Konsequenzen gezogen. Weshalb sonst hält man so unbeirrbar und begeistert am II. Vat. Konzil fest?
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#8   Laurentius2   09:50:59 | Dienstag, 22. November 2005
@Athanasius / Tippfehler
Statt falls jeweils NEIN, meinte ich falls JA (1.Frage) und NEIN (2.Frage).
P.S.: Können einzelne Modetheologen (wie Rahner und Teilhard) wirklich das ganze Sytem aushebeln ? Ich galube das nicht.
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#7   Benedikt78   09:21:35 | Dienstag, 22. November 2005
@ Laurentius2
Falls jeweils nein, erklären Sie mir bitte, Athanasius, was mit unserer Kirche bloß geschehen ist …
Das frage ich mich auch. Je länger umso mehr!
P.S. Der Titel ist sehr treffend!
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#6   Laurentius2   08:57:08 | Dienstag, 22. November 2005
@Athanasius / Das kann doch nur ien Mißverständnis sein …
Ist es wirklich wahr, daß Teilhard de Chardin von Pius XII. als Häretiker verurteilt, von Paul VI. aber als vorbildlich bezeichnet wurde ?
Gibt es dafür vielleicht noch eine sachlich-diffenrenzierende Erklärung ?
Falls jeweils nein, erklären Sie mir bitte, Athanasius, was mit unserer Kirche bloß geschehen ist …
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#5   Copertino   22:22:39 | Montag, 21. November 2005
Ein neuer Prophet?
Der ehrwürdige österreichische Priester, Gelehrte und Mystiker Prof. Dr. Albert Drexel, zu seinen Lebzeiten ein persönlicher Freund unserer Familie (und jetzt wohl noch viel mehr), erkannte die klar unchristlichen Thesen des Teilhard de Chardin und widmete ihnen ein Buch mit obigem Titel:
DREXEL, Albert: Ein neuer Prophet? Teilhard de Chardin. Analyse einer Ideologie.
Christiana,. Ts. Stein a. Rh., 1971
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#4   Palma   22:17:56 | Montag, 21. November 2005
Totalmente verirrt
Teilhard, wo ist nur dein Verstand geblieben?
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#3   Athanasius   21:34:13 | Montag, 21. November 2005
Damals
Inwieferne hat sich denn Ratzinger mit T’s Lehre identifiziert?
Der damalige Konzilsperitus Joseph Ratzinger erklärte zur Empörung seiner ebenfalls modernisierungsüberzeugten progressistischen Co-Konzilsperiti, dass ‘Gaudium et Spes’ leider zu viel auf Teilhardin de Chardin SJ’s Lehre fundiert war und…zu wenig auf Luther.
Ob aber Häretiker De Chardin (sieh: Humani Generis, 1950, Papst Pius XII.) besser ist als der exkommunizierte Häretiker Martin Luther, wag’ ich zu bezweifeln.
Ich weiss leider nicht, ob Benedikt XVI. sich später von diesen Gedanken getrennt hat.
Offensichtlich hat er im oben zitierten Buch auch seine Begeisterung für die frühen protestantischen Liturgien Ausdruck verliehen in dem er die wenigen „Dominus Vobiscums“ in der alten Messe im Vergleich zu den protestantischen Liturgien defizitär fand, da die reformierte Gottesdienste besser das Verhältnis zwischen „Vorsteher und Gemeinde“ ausdrücken würden.
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#2   Agiafortuni   21:06:26 | Montag, 21. November 2005
Zu Teilhard de Chardin
Dietrich von Hildebrand nennt Teilhard de Chardin das troianische Pferd in der Stadt Gottes. Was er von ihm sagt, ist für dessen pathologische Einstellung bezeichnend: Die Vorlersung war eine grosse Enttäuschung, denn sie bewies äusserste philosophische Verwirrung, besonders was Teilhards Auffassung von der menschlichen Person anging. Ich war damals aber noch mehr über seine theologische Primitivität erregt, da er den entscheidenden Unterschied zwischen Natur und Uebernatur ignorierte. Nach einer heftigen Diskussion, in der ich eine Kritik an seiner Auffassung versuchte, hatte ich Gelegenheit, Teilhard persönlich zu sprechen. Als unser Gespräch Augustinus berührte, rief er heftig aus: „Erwähnen Sie diesen unglückseligen Mann nicht; er hat alles dadurch verdorben, dass er das Uebernatürliche eingeführt hat.
Diese Bemerkung bestätigte den Eindruck, den ich vom krassen Naturalismus seiner Ideen gewonnen hatte; doch sie erschütterte mich auch noch in einer anderen Hinsicht: Diese Kritik am hl. Augustinus – dem grössten aller Kirchenväter – verriet Teilhards mangelnden Sinn für intellektuelle und geistige Grösse. (Das troianische Pferd in der Stadt Gottes, 339). Auf einen solchen Mann berufen sich die aufgeblasenen Balone, Rahner, de Lubac und Konsorten sowie Paul VI und JP II
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#1   Brandenburgis   19:13:24 | Montag, 21. November 2005
Teilhard
Inwieferne hat sich denn Ratzinger mit T’s Lehre identifiziert?
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