Teilhards Devise „Christsein heißt: Mehr Fortschritt, mehr Technik“ wurde zu einem Impuls, in dem sich die Konzilsväter der armen und reichen Länder zu einer Hoffnung zusammenfanden, die leichter zu vermitteln war als die komplizierte Theologie. Von Joseph Kardinal Ratzinger.
(kreuz.net) Der Bereich, in dem Aufklärung und Emanzipation ins allgemeine Bewußtsein getreten ist,
nämlich der Versuch, das Problem von Sexus und Eros durch Aufklärung zu beseitigen, durch ein Wissen
ohne Tabu zum Nicht-Problem zu machen, ist nur ein – freilich bezeichnendes – Symptom für einen Optimismus
des Aufklärens, der letztlich auf Erlösung durch Wissen abzielt.
Dadurch wird auch der Impuls des Fortschritts
so drängend: daß Erlösung, Befreiung des Menschen, immer noch auf sich warten läßt, scheint ja daran
zu liegen, daß eben die Wissenschaft selbst noch immer unterwegs ist und vor ungelösten Fragen steht.
Mit dem Tempo ihres Fortschritts steht – wie es scheint – das Heil des Menschen auf dem Spiel.
Was den
„Fortschritt“ verzögert, ist ein Angriff auf den Menschen selbst: die neue Gestalt der Schuld.
Im katholischen
Bereich hatte das Zweite Vatikanum das Einstimmen in diese allgemeine Bewegung gefördert.
Schon vorher
hatte der Aufbruch der Theologie mit allem, was er an neuem Verständnis der Schrift, der Väter, der
Liturgie und an Offenheit zwischen den getrennten Christen eingebracht hatte, neue Begeisterung für die
Wissenschaft erweckt und zeitweise sogar den traditionellen Pragmatismus eines großen Teils der Theologiestudenten
aufgesprengt:
Theologisches Wissen erschien als eine Verheißung neuer Möglichkeiten des Glaubens, neuer
Wege der Kirche.
Das Signal, das der Jesuit und Paläontologe Teilhard de Chardin († 1955) gegeben hatte,
reichte weiter:
Er ordnete die geschichtliche Bewegung des Christentums in einer kühnen Vision in den
großen kosmischen Evolutionsprozeß von Alpha zu Omega ein.
Dieser Evolutionsprozeß verlaufe seit der
Noogenese – der Ausbildung des Bewußtseins – im Geschehen der Menschwerdung, als Aufbau der Noosphäre
über der Biosphäre.
Das bedeutet, daß die Evolution sich nun in der Gestalt der technisch-wissenschaftlichen
Entwicklung abspielt, in der endlich Materie und Geist, Individuum und Gesellschaft ein umfassendes Ganzes,
eine göttliche Welt hervorbringen werden.
‘Gaudium et Spes, die Konzilskonstitution über die Kirche
in der Welt von heute nahm dieses Signal auf.
Teilhard de Chardins Devise „Christsein heißt: Mehr Fortschritt,
mehr Technik“ wurde zu einem Impuls, in dem sich die Konzilsväter der armen und reichen Länder zusammenfanden
zu einer konkreten Hoffnung, die leichter zu dolmetschen und weiterzugeben war als der Sinn der komplizierten
Erörterung über Kollegialität der Bischöfe und Primat des Papstes, Schrift und Überlieferung, Priester
und Laien.
Aus: Joseph Kardinal Ratzinger, Theologische Prinzipienlehre, Bausteine zur Fundamentaltheologie,
München 1982, Seite 350.
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#24 Agiafortuni 22:50:13 | Freitag, 2. Dezember 2005
Zum Konzil In den zwanziger Jahren hatte Kardinal Billot in weiser Voraussicht vor der Einberufung eines
Konzils abgeraten, denn er sah darin eine Möglichkeit für die Modernisten, die Oberhand zu gewinnen.
Genau aus diesem Grunde wurde es von Johannes XXIII einberufen. Die von ihm getroffenen Entscheidungen:
Gründung eines Sekretariates für die Einheit der Christen unter Kardinal Bea traurigen Gedenkens, Ernennung
modernistischer Kardinäle wie König und Suenens, Zulassung von Rahner und de Lubacs und Congar als Experte
waren die richtigen Mittel, um jenes Ziel das ihm vor Augen schwebte, zu verwirklichen. Johannes XXIII
wollte die Kurie entmachten und eine Kirche ins Leben rufen, die in der Lage wäre, den modernen Menschen
anzusprechen. Was er damit erreicht hat, haben wir vor Augen. Unverständlich bleibt mir, dass die konservativen
Köpfe im Konklave nicht erkannt haben,dass mit der Wahl Roncallis eine Büchse der Pandorra geöffnet
wurde.
Geschichtliche Sicht besser als bei „begleitenden Damen“ die freie Zeit zu verbringen wie beim Konstanzer
Konzil … während des Konzils stieg dort die Zahl der Huren enorm…
#22 Sulpicius 20:54:08 | Freitag, 2. Dezember 2005
@Gotthard Hl.Geist? Bitte nicht überbeanspruchen. Die meisten Konzilsväter beeilten sich, schnellstmöglich
wíeder in der nächsten römischen Trattoria zu sitzen (oder nach Hause zu fahren)…
Gott sei Dank denn dort saßen 2300 Bischöfe, die aufgrund ihrer Bildung genau wissen konnten, was ein
Konzil ist und die deshalb genauso gehandelt haben, wie sie es taten … unter Anleitung des Hl. Geistes,
der sie die oft unvermuteten Wege führte. GOTT SEI DANK!!!!!!!!!!
@ Gotthard Sie haben ein merkwürdiges Verständnis. Genauso kann man jetzt daher kommen und behaupten,
dass Rahner und Co das Konzil manipuliert haben. In Wirklichkeit sind das alles Ausreden, denn dort saßen
2300 Bischöfe, die aufgrund ihrer Bildung genau wissen konnten, was ein Konzil ist und was ihre Bedeutung
auf einem solchen ist. Herausreden ist daher nicht. Wenn die Bischöfe Ottaviani gefolgt wären, dann
wäre das nicht minder legitim gewesen und von Manipulation kann ebesowenig die Rede sein wie in der Realität,
wo sie eher Rahner usw. gefolgt sind.
no Chance Wie die Lage wirklich war, ist Ottaviani erst auf dem Konzil aufgegangen. Da war es schon zu
spät und er hatte die Chance verspielt, das Konzil in der Hand zu behalten. Gut, dass Ottaviani das Konzil
nicht manipulieren konnte… es ist schon erstaunlich, dass immer wieder im Blick auf das Vaticanum II
die traditionelle Lehre der Kirche über ein Konzil vollkommen missachtet wird… ihr nehmt die Tradition
nur dann ernst, wenn sie in euren engen Denkhorizont passt… Der Hl. Geist weht wo ER will … er hat
das Vaticanum II geleitet!
Selig Über die Seligkeit oder nicht-Seligkeit eines Menschen entscheidet nicht, wie der Betreffende mit
Erzbischof Lefebvre umgegangen ist. Die Kurie hat damals gedacht, den tatterigen Papst austricksen zu
können, was aber nicht geklappt hat. Tja, sie waren sich halt zu sicher. Wie die Lage wirklich war, ist
Ottaviani erst auf dem Konzil aufgegangen. Da war es schon zu spät und er hatte die Chance verspielt,
das Konzil in der Hand zu behalten. Johannes XXIII. hat das Konzil einberufen, richtig. Er hat aber sicher
nicht diese Änderungen vorgehabt. Schauen Sie ins FSSPX-MB Dez2005, da ist nochmal das Pfluger-Interview
abgedruckt. Er sagt dort, dass das, was eigentlich vom Konzil geplant gewesen war bis heute gar nicht
umgesetzt sei. Das ist doch der Punkt.
#16 Agiafortuni 16:49:29 | Freitag, 2. Dezember 2005
Zu Rudolphus Niemand ausser Gott kennt die letzten Gedanken eines Menschen. Anzufechten ist der Akt der
Seligsprechung JP2 und die Argumente, die er angeführt hat. Es wird gesagt, Johannes XXIIIhabe das Unheil
das er angerichtet habe, erkannt und habe darüber bitter geweint. Ich kann es nur hoffen.
#15 Rudolphus 16:27:15 | Freitag, 2. Dezember 2005
@Tradi-Stimme Vielen Dank für Ihre Einwürfe. Ich würde sagen, selig’ Johannes war ein liberaler Orthodoxer –
aber orthodox – und selig, denn vom Hl. Vater Johannes Paul ins Buch der Seligen eingetragen. Viele Selige
und Heilige waren auf Erden anderer Meinung. Im Himmel werden sich sowohl der selige Johannes als auch
der heiligmäßig Erzbischof Marcel mit Sorge für die Kirche auf Erden Fürbitte halten – besonders Johannes,
denn er ist Schuld am Concil.
@ Rudolphus Nicht ganz: Immerhin hat er schon Erzbischof Lefebvre demontiert, zuerst als apost. Delegat
für das frankophone Afrika, dann als Erzbischof von Dakar. Er hat ihm in Frankreich kein adäuquates
Bistum gegeben, dass nur annähernd seiner bisherigen Stellung entsprochen hätte (von seiner bisherigen
Stellung hätte er z.b. Erzbischof von Paris werden können). Dann hat er als eine Art „Beschäftigungstherapie“
alle konservativ-traditionalistischen Theologen der damaligen Kirche in den Vorbereitungskommissionen
für V2 werkeln lassen (wohl auch, damit sie die Gefahr nicht rechtzeitig erkennen und darauf bauen, dass
aus V2 tatsächlich ein Konzil wird), um schließlich mit einem Federstrich gegen die V2-Statuten deren
wertvolle Arbeit in den Papierkorb zu schmeißen. Woraufhin sie durch die teils guten, teils zweifelhaften
und teils häretischen V2-Papiere ersetzt wurden. „Papa buno“ war nicht so gut, wie er immer dargestellt
wird. Mit Sicherheit kein Seliger, auch wenn er von der V2-Kirche, die ihre eigenen Irrtümer damit verherrlichen
will, als solcher bezeichnet wird.
#13 Rudolphus 15:26:16 | Freitag, 2. Dezember 2005
@Dr. Carlo: Johannes’ Pontifikat Die Tagebuchzitate des seligen Papstes Johannes zeigen, daß Seine Heiligkeit
persönlich sehr fromm war. Es gibt keinerlei Anhaltspunkte, daß er Modernist gewesen ist. Alle schlimmen
Entwicklungen der Kirche fanden unter Paul VI. statt, mit Ausnahme der Concilseröfffnung.
#12 Agiafortuni 13:45:04 | Freitag, 2. Dezember 2005
Teilhard und das V 2 Dass die Modernisten am Konzil die Oberhand gewannen ist dem vermeintlich seligen
Johannes XXIII zuzurechenen. Ich bin mir voll bewusst, dass ich mit einer solchen Aussage heisses Eisen
anrühre. Dennoch halte ich in Anbetracht dessen, dass ich mich der vorkonziliaren Lahre verpflichtet
weiss, eine Auseinander-setzung mit seinem mehr als fragwürdigen Pontifikat unumgänglich. Massgebend
zu sein hat dabei nicht, was man als Privatmann empfindet, sondern was sich unter Einhaltung den Regeln
der Erkenntnis vertreten lässt. Abbé Simoulin FSSPX und Don Luigi Villa (Chiesa Villa) haben in mehreren
Stellungnahmen darauf hingewiesen, dass Johannes XXIII von Jugend auf Sympathien für die Modernisten
hatte, wofür seine Freundschaft mit dem vom hl.Pius X verurteilten Modernisten Ernesto Bonaiuttti spricht.
Dennoch war er gerissen genug, um sämtliche Hürden zu nehmen und schliesslich den Thron Petri zu besteigen.
Damit war das Schicksal der Kirche besiegelt. Seine enge Freundschaft mit Dom Lambert Beaudouin, einem
der grossen Förderer des Oekumenismus ist bekannt. Ich habe mir die Mühe genommen, eine Exemplare der
von ihm herausgegebenen Zeitschrift Irenikon zu konsultieren. Dadurch wurde mir bewusst, dass V 2 kein
bedauernswerter Betriebsunfall war, sondern von langer Hand vorbereitet wurde und Frankreich – bekanntlich
der Kirche ältestes Sorgenkind – dürfte dabei die Hände im Spiel gehabt haben. Die Zeitschrift Archivium
Pontificae Historiae berichtet darüber.
#11 Athanasius 18:17:27 | Dienstag, 22. November 2005
Laurentio L.S. Ist es wirklich wahr, daß Teilhard de Chardin von Pius XII. als Häretiker verurteilt,
von Paul VI. aber als vorbildlich bezeichnet wurde ? Die ganze Enzyklika „Humani Generis“ (1950) war gegen
die Irrlehren des Teilhard de Chardin gerichtet. Seine Werke wurden auf den Index Librorum Prohibitorum
gestellt (verbotene Lektüre). Er wurde von den Jesuiten, in den „guten“ 1920er Jahren, abgesetzt. Unter
Kardinal Ottaviani hat das Hl. Offizium 1962 zum letzten Mal Teilhard de Chardin verurteilt (er hat sich
nie von seiner Lehre distanziert), kurz bevor er in die offizielle Dekreten des II. Vatikanums gelang
und Hauptlektüre für G.et.S. wurde. eine sachlich-diffenrenzierende Erklärung ? Seine Lehre war und
ist unvereinigbar mit dem katholischen Glaubensgut (depositum fidei). Sie geht nämlich von der Änderlichkeit
des Dogma aus. Falls jeweils nein, erklären Sie mir bitte, Athanasius, was mit unserer Kirche bloß geschehen
ist … Seit 1958 gelang es die Modernisten endgültig die Institutionen der Hl. Römischen Mutterkirche
zu besetzen, liberale Päpste zu wählen u. während des II. Vatikanums schon etliche ihrer Punkte aufzuzwingen
und die Römisch-katholische Lehre zu „ändern“ (natürlich sind die konziliaren Akte des Modernismus
null und ungültig für uns Katholiken): Aufgeben der Einzigkeit der R.Kath. Kirche (dank u.a. Ratzingers/Benedikt
XVI. ‘subsistit’), Allerlösungsirrtum, falscher Ökumenismus
#10 Brandenburgis 11:20:06 | Dienstag, 22. November 2005
Literatur Ich möchte zwei Informationen hinzufügen. Der jüngst verstorbene P. Manfred Adler widmete
den 3. Band seiner Trilogie „Die Söhne der Finsternis“ zum überwiegenden Teil der Lehre Teilhards. Die
äußerst empfehlenswerte Trilogie ist im Miriam-Verlag erschienen (nicht alles, was dort erscheint ist
empfehlenswert) und ist so viel ich weiß noch lieferbar. Der Sedisvakantist Rothkranz analysiert in „Die
kommende „Diktatur der Humanität“ oder die Herrschaft des Antichristen“ die Einbettung Teilhards in weitergehende
Pläne bestimmter Gruppen.
#9 Peccator 10:11:40 | Dienstag, 22. November 2005
Wie stets bei Ratzinger… … die Analyse ist vollkommen richtig, doch daraus werden KEINERLEI Konsequenzen
gezogen. Weshalb sonst hält man so unbeirrbar und begeistert am II. Vat. Konzil fest?
#8 Laurentius2 09:50:59 | Dienstag, 22. November 2005
@Athanasius / Tippfehler Statt falls jeweils NEIN, meinte ich falls JA (1.Frage) und NEIN (2.Frage). P.S.:
Können einzelne Modetheologen (wie Rahner und Teilhard) wirklich das ganze Sytem aushebeln ? Ich galube
das nicht.
#7 Benedikt78 09:21:35 | Dienstag, 22. November 2005
@ Laurentius2 Falls jeweils nein, erklären Sie mir bitte, Athanasius, was mit unserer Kirche bloß geschehen
ist … Das frage ich mich auch. Je länger umso mehr! P.S. Der Titel ist sehr treffend!
#6 Laurentius2 08:57:08 | Dienstag, 22. November 2005
@Athanasius / Das kann doch nur ien Mißverständnis sein … Ist es wirklich wahr, daß Teilhard de Chardin
von Pius XII. als Häretiker verurteilt, von Paul VI. aber als vorbildlich bezeichnet wurde ? Gibt es
dafür vielleicht noch eine sachlich-diffenrenzierende Erklärung ? Falls jeweils nein, erklären Sie
mir bitte, Athanasius, was mit unserer Kirche bloß geschehen ist …
Ein neuer Prophet? Der ehrwürdige österreichische Priester, Gelehrte und Mystiker Prof. Dr. Albert Drexel,
zu seinen Lebzeiten ein persönlicher Freund unserer Familie (und jetzt wohl noch viel mehr), erkannte
die klar unchristlichen Thesen des Teilhard de Chardin und widmete ihnen ein Buch mit obigem Titel: DREXEL,
Albert: Ein neuer Prophet? Teilhard de Chardin. Analyse einer Ideologie. Christiana,. Ts. Stein a. Rh.,
1971
#3 Athanasius 21:34:13 | Montag, 21. November 2005
Damals Inwieferne hat sich denn Ratzinger mit T’s Lehre identifiziert? Der damalige Konzilsperitus Joseph
Ratzinger erklärte zur Empörung seiner ebenfalls modernisierungsüberzeugten progressistischen Co-Konzilsperiti,
dass ‘Gaudium et Spes’ leider zu viel auf Teilhardin de Chardin SJ’s Lehre fundiert war und…zu wenig
auf Luther. Ob aber Häretiker De Chardin (sieh: Humani Generis, 1950, Papst Pius XII.) besser ist als
der exkommunizierte Häretiker Martin Luther, wag’ ich zu bezweifeln. Ich weiss leider nicht, ob Benedikt
XVI. sich später von diesen Gedanken getrennt hat. Offensichtlich hat er im oben zitierten Buch auch
seine Begeisterung für die frühen protestantischen Liturgien Ausdruck verliehen in dem er die wenigen
„Dominus Vobiscums“ in der alten Messe im Vergleich zu den protestantischen Liturgien defizitär fand,
da die reformierte Gottesdienste besser das Verhältnis zwischen „Vorsteher und Gemeinde“ ausdrücken
würden.
#2 Agiafortuni 21:06:26 | Montag, 21. November 2005
Zu Teilhard de Chardin Dietrich von Hildebrand nennt Teilhard de Chardin das troianische Pferd in der
Stadt Gottes. Was er von ihm sagt, ist für dessen pathologische Einstellung bezeichnend: Die Vorlersung
war eine grosse Enttäuschung, denn sie bewies äusserste philosophische Verwirrung, besonders was Teilhards
Auffassung von der menschlichen Person anging. Ich war damals aber noch mehr über seine theologische
Primitivität erregt, da er den entscheidenden Unterschied zwischen Natur und Uebernatur ignorierte. Nach
einer heftigen Diskussion, in der ich eine Kritik an seiner Auffassung versuchte, hatte ich Gelegenheit,
Teilhard persönlich zu sprechen. Als unser Gespräch Augustinus berührte, rief er heftig aus: „Erwähnen
Sie diesen unglückseligen Mann nicht; er hat alles dadurch verdorben, dass er das Uebernatürliche eingeführt
hat. Diese Bemerkung bestätigte den Eindruck, den ich vom krassen Naturalismus seiner Ideen gewonnen
hatte; doch sie erschütterte mich auch noch in einer anderen Hinsicht: Diese Kritik am hl. Augustinus –
dem grössten aller Kirchenväter – verriet Teilhards mangelnden Sinn für intellektuelle und geistige
Grösse. (Das troianische Pferd in der Stadt Gottes, 339). Auf einen solchen Mann berufen sich die aufgeblasenen
Balone, Rahner, de Lubac und Konsorten sowie Paul VI und JP II