St. Pölten
Priester(un)rat?
Der Priesterrat der Diözese St. Pölten, der seit dem Rücktritt von Bischof Kurt Krenn am 7. Oktober 2004 erloschen war, hat sich neu konstituiert.
(kreuz.net, St. Pölten) Der Priesterrat ist ein in jeder Diözese einzurichtendes Gremium, das gleichsam den Senat des Bischofs darstellen und ihn bei der Leitung der Diözese beratend unterstützen soll.

Etwa die Hälfte der Mitglieder des Priesterrats soll normalerweise von den Priestern einer Diözese frei gewählt werden. Die zweite Hälfte setzt sich aus Mitgliedern kraft Amtes sowie aus Priestern zusammen, die vom Bischof frei hinzuberufen werden.

In der Amtszeit von Bischof Kurt Krenn war es im Priesterrat der Diözese St. Pölten nicht immer harmonisch zugegangen.

Da die gewählten Mitglieder zum überwiegenden Teil dem modernistisch gesinnten Spektrum angehörten, hatte Mons. Krenn gewöhnlich in freimütiger Weise von seinem Recht Gebrauch gemacht, weitere Priester seines Vertrauens in den Priesterrat zu berufen. Auf diese Weise wollte er auch den konservativen Kräften Stimme und Gehör verschaffen.

Die Zeit des Streitens ist nun vorbei. Statt dessen herrscht verordnete Harmonie. Mit dem Rektor der Hochschule, Prof. Dr. Josef Kreiml, und dem im Frühjahr von Bischof Klaus Küng abgesetzten Regens Werner Schmid als Vertreter der Priester in der besonderen Seelsorge sind unter den insgesamt 37 Mitgliedern des Priesterrats nur noch zwei vertreten, die dem eher konservativen Spektrum zugeordnet werden können.

Von seinem freien Ernennungsrecht hat Diözesanbischof Klaus Küng mit auffallender Zurückhaltung Gebrauch gemacht. Nur vier Priester seines besonderen Vertrauens hat er dem neuen Priesterrat hinzuberufen.

Deren Namen geben allerdings mehr als deutlich zu erkennen, in welcher Richtung zur Zeit der Wind in der Diözese bläst.

Neben einem eher farblosen Pfarrer vom Land berief Mons. Küng drei der entschiedensten Widersacher seines Vorgängers in den Priesterrat: Den einst von Bischof Krenn wegen anhaltender Erfolglosigkeit als Regens abgesetzten Franz Schrittwieser, Pfarrer Karl Hasengst, der unter Schrittwieser Spiritual des Priesterseminars war, und den derzeitigen Subregens Dr. Gerhard Reitzinger.

Ein herausragendes Thema der jüngsten Priesterratssitzung war die Krise des Priesternachwuchses. Im St. Pöltener Priesterseminar leben derzeit nur noch drei Seminaristen.
      
5 Lesermeinungen
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#5   Sulpicius   17:34:42 | Montag, 21. November 2005
„alles rechtgläubige und papsttreue Leute“
Ähem, na ja…
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#4   Rudolphus   17:25:24 | Montag, 21. November 2005
Bischof Klaus Küng
ist ein wunderbarer Seelsorger!
Woher dieser kritische Unterton im Artikel?
Es sind doch alles rechtgläubige und papsttreue Leute, die das Diözesanoberhaupt in diesen Rat gerufen hat!
Die Reibereien unter Bischof Kurt I. liegen schon lange in der Vergangenheit, man kann das nicht ewig so weiterführen.
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#3   Stimme aus dem Tradiland   16:10:42 | Montag, 21. November 2005
Wegen Erfolglosigkeit abgesetzter Regens?
Die Informationen von kreuz.net sind jedenfalls nicht vollständig. Der erfolglose Regens Schrittwieser war unter Bischof Krenn 10 Jahre lang im Amt (1991 – 2001): Die Seminaristen- und Neupriesterzahlen zeigten beständig nach unten. Erst als jemand die Initiative ergriff (nach Schrittiwesers Meinung war dies Hw. Rothe) entschloß sich Bischof Krenn zu einer Änderung. Auch diese war halbherzig: Hw. Schrittwieser war nunmehr für die ständigen Diakone zuständig. Dort kam es jetzt zu einem Boom, der der Kirche nichts bringt. Außerdem darf man nicht vergessen, dass Regens Schrittwieser unter Bischof Krenn ins Domkapitel kam. Ebenso hat er den von ihm – jedenfalls in den letzten Jahren – wenig geschätzten Weihbischof Fasching (den er als solchen vorgeschlagen hatte!) bis zuletzt als Generalvikar im Amt belassen.
Bischof Krenns Personalpolitik war insgesamt keineswegs besser als die Bischof Küngs: Nur mehr Wirbel gab es. Wenn das alles ist?
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#2   Niclaas   11:36:43 | Montag, 21. November 2005
Den wegen anhaltender Erfolglosigkeit als Regens abgesetzten …
Also das, was sich nur wenige Jahre darauf alles im Seminar abspielte, kann man auch nicht als Erfolg bezeichnen.
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#1   ottaviani   11:23:33 | Montag, 21. November 2005
das Chamälion
diese und die letzten entwicklungen zeigen sehr schön was für ein chamälion das Opus Dei ist erstaunlich sehr erstaunlich
der Bischof von St. Pölten war mal der Obere des Opus in Österreich
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