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Montag, 21. November 2005 15:10
‘kreuz.net’ Bericht bestätigt – Kardinal dementiert
Das Presseamt der Erzdiözese Köln widersprach Berichten, wonach der Verkauf eines bei Bonn gelegenen Redemptoristenklosters an die Priesterbruderschaft Pius X. am Veto Kardinal Meisners gescheitert sei.
Redemptoristenkloster Geistingen
Redemptoristenkloster Geistingen
(kreuz.net, Köln) Der Pressesprecher der Erzdiözese Köln, Dr. Manfred Becker-Huberti, erklärte kürzlich zum jüngsten Verkauf des Redemptoristenklosters Geistingen:

„Das Kloster und die Kirche in Geistingen befinden sich ausschließlich im Besitz der Redemptoristen. Der Erzbischof von Köln war als Diözesanbischof nur mit der Frage befaßt, ob die Kirche profaniert werden darf. An wen die Kirche dann eventuell verkauft wird, ist keine Materie des Erzbischofs. Insofern kann der Erzbischof den Verkauf an bestimmte Interessenten überhaupt nicht verbieten.“

Die von den Lefebvristen mit den Verkaufsverhandlungen beauftragte lokale Immobilien-Firma widersprach der Darstellung des Presseamtes der Erzdiözese mit Nachdruck.

Auf eine Anfrage von ‘kreuz.net’ antwortete der Immobilien-Makler, daß über den Verkauf des Kloster Geistingen – der ehemaligen philosophisch-theologischen Hochschule des Redemptoristenordens in Deutschland – über viele Jahre Gespräche geführt worden seien.

„Die Priesterbruderschaft St. Pius X. zeigte schon Ende der 90er Jahre Interesse an dem Gebäude und an der großartigen Kirche“, erklärte der Makler: Doch die Verhandlungen hätten zu keinem Ziel geführt:

„Im Jahr 2004 wurden wir“ – so der Makler – „informiert, daß die Provinzleitung der Redemptoristen mit Kardinal Meisner Rücksprache gehalten habe.“

Die Immobilienfirma wurde in den Gesprächen mit der Ordensvertretung informiert, daß Kardinal Meisner mit dem Fall befaßt gewesen sei und als Erzbischof sein Veto eingelegt habe.

Darauf erklärten die Redemptoristen, daß man sich gegen den Widerstand des Erzbischofs nicht in der Lage sehe, die Gebäude und die Kirche den Traditionalisten zu verkaufen.

Deshalb habe sich der Orden genötigt gesehen, die Verhandlungen mit der Priesterbruderschaft abzubrechen:

„Ob hier formaljuristisch oder moralisch auf die Provinz der Redemptoristen eingewirkt wurde, entzieht sich unserer Kenntnis.“

Die Immobilienfirma erklärte, daß sie nur die ihr gegenüber gemachten Aussagen wiedergeben könne. In diesem Sinne sei die Stellungnahme des Erzbistums überraschend.

„Vielleicht ist man im erzbischöflichen Presseamt um Schadensbegrenzung bemüht“, erklärte der Makler weiter:

„Die Empörung bei der örtlichen Bevölkerung über die bald stattfindende Umwandlung der Kirche in einen Wellness-Tempel ist groß. Wäre der Verkauf an eine andere religiöse Gemeinschaft nicht gescheitert, dann müßte die Profanisierung des Klosters jetzt nicht bedauert werden.“

Nach Informationen, die ‘kreuz.net’ vorliegen, wurde Papst Benedikt XVI. im September von einem Redemptoristen des Kloster Geistingen persönlich auf den jüngsten Verkauf der Anlage an einen indischen Geschäftsmann und den Umbau der Klosterkirche in eine Badeanlage angesprochen.

Der ehemalige Theologieprofessor Joseph Ratzinger besitzt eine persönliche Beziehung zum Kloster Geistingen, das er in seiner Autobiographie sogar zweimal erwähnt.

Der Pontifex habe sein Bedauern über die Schließung und den Verkauf des Hauses ausgedrückt, aber zugleich festgehalten, daß er dagegen nichts unternehmen könne.
Alle Lesermeinungen anzeigen 6 von 35 Lesermeinungen:
Mittwoch, 8. März 2006 15:08
Jörg Guttenberger, Köln: Kloster Geistingen
Wegen Schließung des Klosters Geistingen bekam ich aufgrund einer privaten Anfrage – kurz zusammengefaßt -folgende Antwort:

Die Pius-X-Brüder haben bisher kein Kaufgesuch eingereicht. Etwa 1999 wurde diese Frage von einer hennefer Traditionalistenfamilie in Öffentlichkeit gebracht. Darauf bekam der Orden eine Anfrage der Gruppe (Absicht zur Errichtung eines Jungengymnasiums). Diese Anfrage wurde im Sinne einer Möglichkeit eines solchen Verkaufs an die Pius-X-Gruppe beantwortet, es sei aber die Zustimmung des Kölner Erzbischofs notwendig. Daraufhin hat sich die Gruppe nicht mehr gemeldet. Damit stimmt das Dementi von Herrn Kardinal Meisner!

Wie zu erfahren ist, befinden sich die Schulen der Pius-X-Brüder entgegen eigener Behauptung im Abwind: Die Schülerzahl vom Gymnasium in Diestede sei z. B. von 120 auf 90 zurückgegangen. Die Herz-Jesu-Realschule wird – kreuznetbekannt – möglicherweise wegen Prolemen mit der Schulaufsicht geschlossen.
Dienstag, 22. November 2005 15:31
Marcel: Die gerade Linie des Erzbischof Lefebvre
Romulus schrieb: Das weiß Fellay und deswegen gibt er Hardlinern in der Bruderschaft keine Chance.

Ich bekomme schon noch heraus, was Sie gestochen hat. Waren meine Worte es? Dann versuchen Sie es doch mit dem Original anstatt mir laienhaftem Stümper: mit dem Erzbischof Lefebvre.

Wieder konstruieren Sie nicht existente Konflikte.

Als Maßstab in der FSSPX gilt jener des Gründers, Erzbischof Lefebvre, und dessen Maßstab war der der hl. überlieferten Lehre und der sie hochhaltenden Päpste. Wahrlich, der Erzbischof ist „nur“ ein Echo der vorkonziliaren Päpste. In Anführungszeichen, denn obwohl es eine Selbstverständlichkeit für jeden Apostel sein müßte – denn wir Katholiken haben alles aus der apostolischen Überlieferung der Mutter Kirche erhalten –, ist es momentan die Ausnahme.

Mit jedem Text, den man vom Erzbischof studiert, wird einem die Sache mit dem „Echo“ klarer. Wenn man lesen und denken kann und die nichtige Schismakeule erkennt.

Um zu Bischof Fellay zu kommen: ich habe schon viel von ihm gelesen und halte ihn für einen hervorragenden Weihbischof und würdigen Vertreter des Erzbischofs.

Zeigen Sie Freund von „Insidern“ doch auf, wieso er kein „Hardliner“ sei, während andere der FSSPX es seien? Wo also genau brechen die angeblichen „Hardliner“ mit dem, was Erzbischof Lefebvre anfing?
Dienstag, 22. November 2005 13:47
Peccator: Pius X
Verehrter Romulus, ohne eine Apologie der Pius-Bruderschaft zu betreiben nur soviel: Vielleicht lesen Sie einmal die Enzyklika des Hl. Pius X „Pascendi Dominici Gregis“. Sollten Sie diesem Rat ernsthaft folgen, so werden Sie zu der Einsicht gelangen, daß sich dieser Heilige nicht wegen der Pius-Bruderschaft im Grabe dreht – wenn auch nicht alle Freunde der Bruderschaft immer den richtigen Ton treffen –, sondern wegen Vaticanum II.
Dienstag, 22. November 2005 13:21
Romulus: Hierzu hat sich noch niemand geäußert
Ihr haut auf dem Konzil rum wie seinerzeit die Altkatholiken auf dem Vat. 1. Und wie es mit denen endete, wird es auch mit der Pius Bruderschaft enden. Das weiß Fellay und deswegen gibt er Hardlinern in der Bruderschaft keine Chance. Er möchte nämlich mal nicht für die „Traditionell-katholische Kirche“ gerade stehen.

Da hab ich natürlich noch keine Pius – Apologie bekommen. Pius X. dreht sich im Grabe rum, dass er seinen Namen für die Leute geben muss, die hauptsächlich andere in Bausch und Bogen beschimpfen. Ubi Petrus, ibi ecclesia! Basta!
Dienstag, 22. November 2005 12:14
Benedikt: @ Laurentius2
Und wieder muss ich Ihnen beipflichten. Ich habe das auch schon in anderen Foren Kritikern der FSSPX entgegengehalten (obwohl ich selber partiell Kritiker der FSSPX bin), dass gerade die, welche die FSSPX am lautesten kritisieren, meiste selber theologische Leichen im Keller haben, sprich Ansichten, die der Auffassung der Kirche (und zwar auch der nach dem Konzil) wiedersprechen. Wer zB die Weihe für Frauen fordert, der soll mir doch nicht mit den vorkonziliaren Lehrauffassungen der FSSPX kommen – er steht ja selber auf Kriegsfuß mit der „offiziellen“ Lehre. So eine Vorgehensweise ist Pharisäertum Erster Ordnung.
Dienstag, 22. November 2005 12:12
Marcel: Hausaufgaben
Romulus schrieb: Athansius, überlegen Sie doch mal in die Richtung: Wo würden Sie heute stehen, wenn Vat 2 Dogmen erlassen hätte: Die Piusleute wären eindeutig draußen.

Hätte … wenn … spielen wir es logisch durch:

Wären auf dem V.II Dogmen erlassen worden, gäbe keine der überlieferten Lehre widersprechenden V.II-Dokumente, weil der hl. Geist den Irrtum verhindert hätte. Folge: es gäbe keine FSSPX, weil kein Bruch in der Lehre.

Sie haben wieder einmal nicht Ihre Hausfaugaben gemacht, Romulus: Erzbischof Lefebvre war just einer der Bischöfe, die klar und deutlich verlangten, daß man – natürlich auf Grundlage der vorbereiteten rechtgläubigen Schemata, die dann von den Revolutionären in den Mülleimer befördert wurden – Dogmen erlassen solle, weil er erkannte, wie schwer die Kirche im Kampf gegen die Modernisten stand (=Liberalen, =Freimaurer). Er wollte, daß man den hl. Geist anflehe.

Doch das Anliegen des Erzbischofes wurde sehr unsanft abgeschmettert.
Jene gerissenen Modernisten wollten es nicht, die auf den Geist der Welt setzen und Dogmen hassen: die Häretiker, die noch vor dem V.II von der Kirche verurteilt waren und auf dem V.II „zufällig“ die Zügel in der Hand hielten! Lesen Sie mal Rahners Abscheu gegen das dogmatischen Konzil von Trient!

(Daß hinter dem Räuberunwesen des V.II nicht Menschenhand steckt, ist offensichtlich. Man erkennt die Handschrift des wahren Urhebers an den faulen Früchten. Es ist nicht der hl. Geist am Werk.)
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