Ein US-Bischof sorgt sich um die Arbeitslast seiner Priester. Darum darf es künftig an Samstagen keine Hochzeiten oder Beerdigungen mehr geben.
(kreuz.net, Scranton) Mons. Joseph Martino, der Bischof von Scranton im US-Bundesstaat Pennsylvanien,
veröffentlichte kürzlich einen Hirtenbrief, worin er seinen Priester verbietet, mehr als zwei Messen
pro Werktag zu lesen.
Das berichtete die lokale Tageszeitung ‘Times Leader’. Pennsylvanien liegt im Nordosten
der USA.
Priester, die mehr als eine Pfarrei betreuen, zelebrieren an Samstagen häufig bereits zwei
Vorabendmessen für den Sonntag.
Nach der Regelung des Bischofs werden diese Gottesdienste offenbar für
den Samstag gezählt.
Ein Pfarrer der Diözese hat bereits angekündigt, daß Hochzeiten an Samstagen
der Vergangenheit angehören würden.
Als Ausweichdatum empfahl er den Freitagabend.
Der Priester erklärte
auch, daß es nach wie vor möglich sei, am Samstag zu heiraten – doch ohne Messe.
Die Heiratswilligen
könnten auch selber einen auswärtigen Priester suchen, der am Hochzeitstag noch eine Messe frei hat.
Ein Sprecher der Diözese behauptete, daß diese Beschränkung nichts Neues sei.
Das Kirchenrecht erlaube
dem Priester nur die Zelebration einer Messe pro Tag.
Allerdings unterschlug der Sprecher den Zusatz
im Kirchenrecht: „sofern pastorale Gründe nichts Anderes anordnen“.
Der Bischof legte eine Übergangszeit
bis Dezember 2006 fest.
Danach soll eine „Dispens vom Gesetz nur in den seltensten Umständen“ gewährt
werden.
Ein Pfarrer erklärte, daß er nicht genau wisse, wir er mit der neuen Regelung umgehen könne:
„Ich bin darüber selber etwas verblüfft“.
Besonders problematisch dürfte die neue Regelung für Beerdigungen
sein.
Warum kam der Bischof von Scranton gerade jetzt auf seine Idee?
Der Sprecher der Diözese antwortet:
„Einer der Gründe, warum wir den Priestermangel bisher nicht wirklich gespürt haben, besteht darin,
daß unsere Geistlichen bisher häufig mehrere Messen pro Tag zelebriert haben.“
Es sei die Absicht des
Hirtenbriefes, dieses Faktum ans Tageslicht zu bringen.
Die Forderung an die Priester, das Kirchenrecht
zu beachten, könne den Gläubigen helfen zu verstehen, „was die Gemeinschaft braucht und wie diese Bedürfnisse
am besten gedeckt werden können“.
Die Zwei-Messen-Beschränkung bringe den Leuten auch zu Bewußtsein,
daß die Priester viel mehr tun als nur die Messe lesen: „Sie regeln die Kirchenfinanzen, leiten Bauvorhaben,
organisieren Chöre und verrichten viele andere Dienste.“
Die Zwei-Messen-Beschränkung wolle dem Priester
helfen, seine Aufgaben zu erfüllen.
„Wir dürfen die Priester nicht bitten, zuviel zu tun.“
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6 Lesermeinungen
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#6 bonifatius 14:03:05 | Dienstag, 22. November 2005
Geiz, Priestermangel, Ehrfurcht …„aber die pastoralen Dienste sollten nicht vergeizt werden“ (Konrad).Hierzu
meine vollste Übereinstimmung. Wie viele Priester sind sich heute ihrer besonderen Aufgabe und Funktion
bewußt? Und welche Leistung (auch geistige ) muß heutzutage ein guter Arbeiter, Arzt, Lehrer, ein guter
Manager erbringen, um zu bestehen?! Priestermangel (Benedikt )Haben wir einen? Ja und Nein. Wir haben
keinen Priestermangel, wenn man jene unterstellt, die dieser oben erwähnten Anordnung voll entsprechen.
Bei 10% – sind es in Städten so viele? – der Kirchensteuerzahler als Kirchgänger kann ich einen Priestermangel
im Vergleich zu vor 5o Jahren ausschließen. …Ehrfurcht ( roemkath )Sofern Pastoren den Wortgottesdienst
einschließlich der Laieneinlagen sowohl zeitlich ( 70% der Messdauer ) wie auch inhaltlich ihrem Verhalten
nach als den wesentlichen Teil betrachten, mangelt es an Ehrfurcht zwar, aber an Priestern auch nicht.
Wenn ich an das Auffordern zum – und Spenden des Bußsakramentes denke, an eine ehrliche, am heutigem
Leben ( nicht zeitgeistig ) orientierte Auslegung des Evangeliums, an „Beispielgeber“, an „Lichter auf
dem Berg“, an das „Salz“ denke, dann hilft nur ein inständiges Gebet um guten Priesternachwuchs!
#5 roemkath 12:03:24 | Dienstag, 22. November 2005
Ehrfurcht vor der Allerheiligsten Eucharistie Endlich einmal ein Bischof, der sich hinter seine Priester
stellt, die mehr und mehr „verheizt“ werden. Die Zelebration von Messen wie am Fließband zeugt ja nicht
gerade von Ehrfurcht gegenüber der Hl. Eucharistie und sie fördert diese auch nicht. Im Gegenteil. Genügt
pro Pfarrgemeinde nicht eine einzige Sonntagsmesse? In unseren Breitengraden ist dies fast ausnahmslos
zu bejahen. Dass der Priester am Werktag nur eine einzige Heilige Messe zelebrieren darf, ist – aus gutem
Grunde – schon lange eine kirchenrechtliche Bestimmung, nicht erst seit dem CIC von 1983. Leider versteht
man heutzutage unter Gottesdienst nurmehr die Heilige Messe. Wo ist das Stundengebet und wo sind die Andachten
geblieben?
#4 Benedikt78 11:40:09 | Dienstag, 22. November 2005
@ Namensvetter Es ist nicht von Übel, den Gläubigen die Gefahren des Priestermangels deutlich vor Augen
zu führen. Ich denke den Gläubigen ist der Priestermangel schon klar. Leider! Aber ich schätze nicht,
dass dieses „vor Augen führen“ etwas ändern wird. Nur deswegen wird wohl niemand Priester. Aber solche
Anordnungen sind ein gefundenes Fressen für die Feinde der Kirche. Sie werden sich mit Hähme darüber
hermachen…
Unterschiede Hochzeit(smess)en an Samstagen zu verbieten, ist grundsätzlich sinnvoll: Wieviele Hochzeitsgäste,
die bis in die frühen Morgenstunden des Sonntags feiern, werden denn danach noch brav ihre Sonntagspflicht
erfüllen und an der hl. Messe teilnehmen? Beerdigung(smess)en sollten – wenn es nicht anders geht – aus
den gleichen Gründen besser am Samstag Vormittag gehalten werden. Viele „Gläubige“ begreifen den Unterschied
zwischen einer (Sonntag)Vorabendmesse und irgendeiner Messe am Samstag nämlich nicht!
#2 Benedikt 11:22:03 | Dienstag, 22. November 2005
Mathematik Die Messen, die am Samstag dann ausgespart werden, fallen dann eben anderntags an. Es werden
ja nicht weniger blo0 weil ein System eingschränkt wird. Da bleibt dann wohl nur der Verzicht auf die
Messe. Keine glückliche Idee, obwohl ich die Begründung sogar noch gar nicht so schlecht finde. Es ist
nicht von Übel, den Gläubigen die Gefahren des Priestermangels deutlich vor Augen zu führen.
Wieder einmal rechtfertigt sich Klerikerfaulheit und Klerikerwichtigtuerei mit pseudotheologischen Gründen.
Das Bauen und Verwalten sollte Laiensache sein (auch in Regensburg!!), aber die pastoralen Dienste sollten
nicht vergeizt werden!