Der Papst hat vor einigen Tagen die Autonomie der Franziskaner in der weltbekannten Basilika von Assisi etwas eingeschränkt. Trotz linker Proteste dürfte sich an der bestehenden Situation nicht viel ändern.
(kreuz.net, Assisi) Die Basilika mit dem Grab des heiligen Franz von Assisi befindet sich in der italienischen
Region Umbrien und ist ein weltbekannter Wallfahrtsort.
Assisi liegt 130 km nördlich von Rom.
Der heilige
Franz von Assisi ist der Gründer des Franziskanerordens. Der Orden teilte sich im Lauf der Jahrhunderte
in drei unabhängige Gemeinschaften: die schwarz gekleideten Konventualen, die Franziskaner (OFM) und
die Kapuziner.
Die Grabeskirche des Gründervaters Franz von Assisi wird von den Konventualen und den
Franziskanern betreut.
Das jüngste päpstliche Dekret unterstellt alle pastoralen Aktivitäten der Franziskaner
in Assisi der Kontrolle des Ortsbischofs. In Zukunft müssen die Franziskaner ihre Initiativen zuerst
von diesem absegnen lassen.
Das ist keine außerordentliche Maßnahme. Dadurch wird in etwa die Ordnung
wiederhergestellt, die den üblichen kirchenrechtlichen Normen entspricht.
Das Kirchenrecht besagt, daß
Orden zwar intern autonom sind, in ihren pastoralen Aktivitäten aber dem jeweiligen Ortsbischof unterstehen.
Der Bischof von Assisi erhält seine Jurisdiktion über die Basilika insofern nicht ganz zurück, als
er sich je nach Art der pastoralen Initiativen der Franziskaner mit dem Präsidenten der umbrischen beziehungsweise
der italienischen Bischofskonferenz absprechen muß.
Die neue Regelung revidiert ein Dekret von Papst
Paul VI. († 1978), der den Franziskanern von Assisi im Jahre 1969 eine weitreichende pastorale Autonomie
verliehen hatte.
In den vergangenen Jahren wurden die Franziskaner von Assisi immer wieder mit der politischen
Linken des Landes in Verbindung gebracht.
Politische Analytiker haben sogar behauptet, daß der jüngste
Schritt des Papstes die Mitte-Links-Opposition des Landes bei den kommenden Parlamentswahlen einer wichtigen
Plattform beraube.
Der scheidende Bischof von Assisi, Mons. Sergio Goretti, begrüßte die neue Regelung.
Die Franziskaner von Assisi seien schon länger zu einer „autonomen Enklave“ geworden. Das habe zu verschiedenen
Problemen geführt.
Manchmal habe er von den Aktivitäten der Franziskaner aus den Zeitungen erfahren.
Fast zeitgleich mit dem Dekret ernannte der Papst einen neuen Bischof für die Diözese Assisi- Nocera
Umbra -Gualdo Taddino. Es handelt sich um Mons. Domenico Sorrentino (57), der bisher Sekretär und zweiter
Mann der Gottesdienstkongregation war.
Mons. Sorrentino war dort wegen seines heftigen Widerstandes gegen
die Alte Messe und seiner generell liberalen Ansichten nicht unumstritten.
Mit dem neuen Bischof dürfte
für die Franziskaner von Assisi – trotz neuer Regelung – alles beim Alten bleiben.
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4 Lesermeinungen
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#4 Athanasius 16:43:51 | Mittwoch, 23. November 2005
Nicht passend ist halt doch ein alter Fuchs, der Paparatzi So redet man nicht über Benedikt XVI. Egal
welcher Ansicht man sein mag, Respekt ist angebracht. Ich bin sehr kritisch über den Modernismus, aber
mit Terminologie wie „Paparatzi“ habe ich mich nie eingelassen. Unhöflich und unkatholisch!
… der zweiter Mann der Gottesdienstkongregation war… Jetzt setzt der hV einen Liberalen als Wächter
über linke OFM’s – gut – schlecht ? – aber das wichtigere – dieser Mann ist von den Schalthebeln der
Liturgie(-reformen?) weg – ist halt doch ein alter Fuchs, der Paparatzi
Franziskus, der „Herr Papst“ und Assisi Es wäre hilfrreich, wenn etwas genauer recherchiert worden wäre.
Franziskus will, daß seine Brüder immer dem „Herrn Papst“ gehorchen und daß sie nie gegen den Willen
des Ortsbischofs in dessen Bistum tätig werden. Das hat im Laufe der Geschichte immer wieder zu Schwierigkeiten
geführt, ob in Assisi, in Saarbrücken oder in Medjugore. Der Orden hat sich – Gott sei’s geklagt – in
unterschiedlichste Richtungen aufgespalten. Mit Leo XIII. gibt es nun die Franziskaner-Konventualen (OFMConv)
oder Minoriten, die in der Grabeskirche des heiligen Stifters leben und wirken, und die Franziskaner (OFM),
die unten in der Stadt bei Portiunkula ihr Kloster haben. Im 16. Jahrhundert entstand dann der Kapuzinerorden
(OFMCap). Die Versuche der Neuanfänge im Geist des Hl. Franziskus dauern an. Wenn im Bezug auf die aktuelle
Situation in Assisi die Zuständigkeiten einigermaßen geklärt sind und deutlich ist, um welche Kirche
und welchen Orden es sich handelt, dann mag man – bitte vorsichtig – auch politische Verflechtungen aufzeigen
und kommentieren. In diesem Sinne allen Beteiligten PAX ET BONUM!
#1 Athanasius 18:31:20 | Dienstag, 22. November 2005
Na… …da muss man sich schon wundern, wenn Politiker der ex-Kommunisten ein Kloster preisen weil es
schon seit hunderten Jahren ein Ort der „Toleranz und Universelle Gerechtigkeit“ gewesen sei. Im Osten
u. auch in Italien wurden bei Revolutionen von dengleichen Leuten unsere Geistlichen gehängt, u. jetzt
preisen die gleichen ein Kloster? Das sagt es doch. Übrigens hat dieses Kloster immer volle Freiheit
von JP II. bekommen der sie wegen des ungebremsten Ökumenismus pries. Es wird sich auch jetzt nichts
ändern. Vielleicht überlässt man sich dem Hl. Stuhl, weil dieser die Renten besser bezahlen kann (sind
ja alle alte „Mönche“)?