Deutschland
Merkwürdiges Weltbild
Die Verlagsgruppe ‘Weltbild’, die den deutschen Bischöfen gehört, huldigt in ihrer Verkaufspolitik einem merkwürdigen Weltbild. Deshalb ist die Glaubwürdigkeit der Besitzer des Unternehmens wieder einmal angekratzt.
(kreuz.net, Augsburg) Die Verlagsgruppe Weltbild, die sich zu 100 Prozent im Besitz der deutschen Bischöfe befindet, hat ihren Umsatz in den letzten 25 Jahren auf jährlich über eine Milliarde Euro verhundertfacht. Das ist die gute Nachricht.

Man redet dort auch von der „täglichen Herausforderung, die christliche Weltanschauung mit den Erfordernissen des Marktes überzeugend in Einklang zu bringen“. Allerdings scheint das seit längerem gründlich zu mißlingen. Das ist die schlechte Meldung.

Nicht nur daß der Verlag – wie Geschäftsführer Carel Halff der ‘Frankfurter Allgemeinen Zeitung’ anvertraute – unter religiösen Werken „Bastelbücher“ versteht.

Kräftig beworben und verkauft wurde auch Dan Browns bigotter und antikirchlicher Bestseller ‘Sakrileg’.

Das Buch unterstellt der Kirche, genau zu wissen, daß Jesus nie Gottes Sohn war, sondern einer Mutterreligion huldigte, deren „Päpstin“ Maria Magdalena er anschließend heiratete.

Im Online-Shop und auf den Internetseiten von ‘Weltbild’ wurden zahlreiche überschwengliche Kritiken dieses Machwerkes veröffentlicht.

Außerdem gab’s ein Portrait von Dan Brown, eine Leseprobe, ein Autoreninterview, sowie den Werbetext einer gewissen Bianca.

Diese weiß seit der Lektüre des Buches – nach eigener Aussage – nicht mehr, „ob unsere Religionsgeschichte wirklich so perfekt ist, wie man uns immer weismachen will“.

Zudem wurde der Shopbesucher aufgefordert, Adressen anzugeben, an die der katholische Konzern ‘Weltbild’ eine Empfehlung für das Buch von Brown zu verschicken androhte.

Die bischöfliche Glaubwürdigkeit steht in Sachen ‘Weltbild’ beileibe nicht zum ersten Mal auf dem Spiel.

Der Verlag ist sozusagen ein Wiederholungstäter.

Ob Joint-Venture-Firmengründungen mit Sexverlagen im Ausland oder Massenverkauf antichristlicher Bücher – es wird immer augenscheinlicher, daß die Handvoll religiöser Titel im Angebotskatalog eine Alibifunktion haben.
      
12 Lesermeinungen
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#12   Josef Gadient   13:52:58 | Donnerstag, 24. November 2005
Weltbildverlag
Ein grosser Weltbildladen in der Innerschweiz verfügt über 38 Verkaufsgestelle. In einem einzigen Gestell werden „religiöse Schriften“ angeboten, ca 8 Bücher über den Dalai Lama, 2 Bücher über den verstorbenen Papst, einige Korane, fernöstliche Esoterikbücher, doch nichts von Papst Benedikt XVI.
Fürchten die Bischöfe Ihren „neuen Chef“??? Die Bischöfe scheinen Geschäfte zu machen nach dem Motto: Die Nachfrage bestimmt unser Sortiment, egal was es ist! Ist das die Aufgabe der röm. kath. Kirche?
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#11   Ulrich Bonse   13:01:57 | Donnerstag, 24. November 2005
Weltbild-Verlagssortiment
Ein ziemlicher Skandal, dass dieser Verlag mit seiner von Ihnen beschriebenen Sortimentspolitik den deutschen Bischöfen zu 100% gehört. Es ist so, als betreibe man Giftmischereien, um von dem Gewinn hinterher Krankenhäuser wirksam subventionieren zu können. Hat man so etwas schon mal Benedikt XVI. gesteckt?
Es ist wirklich ein Skandal – denn der Eigentümer hat ja wohl Verantwortung!
Ulrich Bonse
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#10   Evelin   22:26:58 | Mittwoch, 23. November 2005
Literatur ist nicht sankrosankt
Die Verbreitung von Unwahrheiten über die Hl. Kirche ist auch in Romanform keine gute Tat. Auch die Phantasie des Dichters muß geordnet sein, darf keine Blasphemien, Pornographie, Magie usw. propagieren. Kunst und Literatur ist heute das Versuchsfeld für vieles, was später noch in der ganzen Gesellschaft umgesetzt werden soll.
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#9   balu68at   21:43:00 | Mittwoch, 23. November 2005
Fiktion
Der Roman Sakrileg ist Fiktion.
Ich hoffe, das weiß jeder.
Sollte mir ein Kirchenkritiker mit dem Satz kommen „Das steht im Sakrileg“, dann wird der von mir genauso eine Abfuhr bekommen.
Im Gegensatz zB zum „Verlorenen Mittelalter“.
Das Buch erhebt den Anspruch wissenschaftlich zu sein.
Ein „Laie“ (weil die Historiker beachten es nicht einmal) hat es schön astronomisch wiederlegt, auch wenn es durch viele Hinbiegungen und nicht exakten Angaben in der Geschichtsschreibung verschiederner Kulturen nicht leicht war.
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#8   methusalix †   20:04:11 | Mittwoch, 23. November 2005
EINE ZENSUR FINDET NICHT STATT.
Woher könnte dieser Satz nur stammen?
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#7   Aurelius   17:10:46 | Mittwoch, 23. November 2005
@Brandenburgis
Der Weltbild-Verlag schreckt weder vor Lüge, noch vor Hetze, noch vor Pornographie und Propaganda des Bösen zurück.
Die Verantwortung dafür tragen uneingeschränkt alle BRD-Bischöfe, vor allem die scheinheilig-scheinkatholischen wie Bischof Meisner.
Wie war das mit „Hetze“ und „Propaganda“?
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#6   Brandenburgis   16:59:22 | Mittwoch, 23. November 2005
Weltbild
Der Weltbild-Verlag schreckt weder vor Lüge, noch vor Hetze, noch vor Pornographie und Propaganda des Bösen zurück.
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#5   Marcel   16:50:21 | Mittwoch, 23. November 2005
Fiktive Logik
Aurelius, natürlich sind auch Filme wie Dogma, Stigmata, die Letzte Versuchung Christi, und andere Schmierstreifen pure Fiktion.
Kein Problem also nach Ihrer fiktiven Logik: darf von einem „katholischen“ Verlag ruhig massenmäßig propagiert werden, in katholischen Büchereien stehen, usw.
Vergaß ich Dirty Harry Potter? Erst kürzlich mußte der Disktriktsobere der FSSP dem sehr „merkwürdigen Weltbild“ einiger Glieder öffentlich entgegentreten.
Diese Lektion hätten Sie ruhig lernen dürfen.
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#4   Rosa von Lima   16:42:59 | Mittwoch, 23. November 2005
@Aurelius
Es handelt sich beim Inhalt des Buches ja schon um reine Fiktion. Aber die Leser dieses Buches haben wieder einmal einen Grund, die Kirche zu kritisieren. Denn der Inhalt entspricht teilweise genau den Vorstellungen der Modernisten. Ich habe einer Diskussion zwischen Lesern
von „Sakrileg“ zugehört und mir gesagt, dieses Buch ist nix für „laue Katholiken“! Im übrigen bin ich schon jahrelang Kundin des Weltbild-Verlages, muss aber sagen, dass sich das Angebot dieses Verlags in den letzten Jahren zum Schlechten gewendet hat.
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#3   Laurentius2   16:09:21 | Mittwoch, 23. November 2005
Ubi Lehmann
ibi …
(einer der Zwölf).
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#2   Aurelius   16:07:36 | Mittwoch, 23. November 2005
Fiktion
Das Buch [Sakrileg] unterstellt der Kirche, genau zu wissen, daß Jesus nie Gottes Sohn war, sondern einer Mutterreligion huldigte, deren „Päpstin“ Maria Magdalena er anschließend heiratete.
Sakrileg ist ein Roman.
Fiktion.
Unterhaltung.
Es ist keine Dokumentation und hat keinen solchen Anspruch. Es ist und bleibt Fiktion. Ebenso ist die Kirche, wie sie dort dargestellt ist, reine Fiktion.
Ergo kann es der Kirche hier auf dem Planet Realität gar nichts unterstellen.
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#1   Benedikt   15:39:55 | Mittwoch, 23. November 2005
Weltbild
Die Verlagsgruppe bringt übrigens im Dezember eine preisgünstige sog. „Goldbibel“ heraus: www.kath.net/detail.php?id=12085
Werbung hierfür auf www.weltbild.de: Fehlanzeige
Erwähnung im Katalog für Dezember: Fehlanzeige
Sehr aufschlussreich.
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