15:19:01 | Mittwoch, 23. November 2005
Die Verlagsgruppe ‘Weltbild’, die den deutschen Bischöfen gehört, huldigt in ihrer Verkaufspolitik einem merkwürdigen Weltbild. Deshalb ist die Glaubwürdigkeit der Besitzer des Unternehmens wieder einmal angekratzt.

(kreuz.net, Augsburg) Die Verlagsgruppe Weltbild, die sich zu 100 Prozent im Besitz der deutschen Bischöfe
befindet, hat ihren Umsatz in den letzten 25 Jahren auf jährlich über eine Milliarde Euro verhundertfacht.
Das ist die gute Nachricht.
Man redet dort auch von der „täglichen Herausforderung, die christliche
Weltanschauung mit den Erfordernissen des Marktes überzeugend in Einklang zu bringen“. Allerdings scheint
das seit längerem gründlich zu mißlingen. Das ist die schlechte Meldung.
Nicht nur daß der Verlag –
wie Geschäftsführer Carel Halff der ‘Frankfurter Allgemeinen Zeitung’ anvertraute – unter religiösen
Werken „Bastelbücher“ versteht.
Kräftig beworben und verkauft wurde auch Dan Browns bigotter und antikirchlicher
Bestseller
‘Sakrileg’.
Das Buch unterstellt der Kirche, genau zu wissen, daß Jesus nie Gottes Sohn war,
sondern einer Mutterreligion huldigte, deren „Päpstin“ Maria Magdalena er anschließend heiratete.
Im
Online-Shop und auf den Internetseiten von ‘Weltbild’ wurden zahlreiche überschwengliche Kritiken dieses
Machwerkes veröffentlicht.
Außerdem gab’s ein Portrait von Dan Brown, eine Leseprobe, ein Autoreninterview,
sowie den Werbetext einer gewissen Bianca.
Diese weiß seit der Lektüre des Buches – nach eigener Aussage –
nicht mehr, „ob unsere Religionsgeschichte wirklich so perfekt ist, wie man uns immer weismachen will“.
Zudem wurde der Shopbesucher aufgefordert, Adressen anzugeben, an die der katholische Konzern ‘Weltbild’
eine Empfehlung für das Buch von Brown zu verschicken androhte.
Die bischöfliche Glaubwürdigkeit steht
in Sachen ‘Weltbild’ beileibe nicht zum ersten Mal auf dem Spiel.
Der Verlag ist sozusagen ein Wiederholungstäter.
Ob Joint-Venture-Firmengründungen mit Sexverlagen im Ausland oder Massenverkauf antichristlicher Bücher –
es wird immer augenscheinlicher, daß die Handvoll religiöser Titel im Angebotskatalog eine Alibifunktion
haben.
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#12
Josef Gadient 13:52:58 | Donnerstag, 24. November 2005
#11
Ulrich Bonse 13:01:57 | Donnerstag, 24. November 2005
#10
Evelin 22:26:58 | Mittwoch, 23. November 2005
#9
balu68at 21:43:00 | Mittwoch, 23. November 2005
#8
methusalix † 20:04:11 | Mittwoch, 23. November 2005
#7
Aurelius 17:10:46 | Mittwoch, 23. November 2005
#6
Brandenburgis 16:59:22 | Mittwoch, 23. November 2005
#5
Marcel 16:50:21 | Mittwoch, 23. November 2005
#4
Rosa von Lima 16:42:59 | Mittwoch, 23. November 2005
#3
Laurentius2 16:09:21 | Mittwoch, 23. November 2005
#2
Aurelius 16:07:36 | Mittwoch, 23. November 2005
#1
Benedikt 15:39:55 | Mittwoch, 23. November 2005