07:24:03 | Mittwoch, 23. November 2005
Der Vatikan hat echte Probleme mit der Geheimhaltung. Bereits eine Woche vor seiner offiziellen Promulgation ist das in den Medien vieldiskutierte Dokument zur Priesterweihe von angeblichen Homosexuellen im Volltext veröffentlicht worden.
(kreuz.net, Vatikan) Der
italienische Text findet sich auf der Homepage des linkskatholischen und homofreundlichen
italienischen Nachrichtenportals ‘Adista’. Die ebenfalls linkskatholische britischen Wochenzeitung ‘The
Tablet’ publizierte eine
nicht offizielle englische Übersetzung.
An
dem frühgeborenen zweieinhalbseitigen
Text hat die Päpstliche Kongregation für die katholische Erziehung zehn Jahre lang herumgeschrieben.
Theoretisch hängen die ungefähr 6.500 Priesterseminare der Welt von der Kongregation ab. Praktisch
übt die Kongregation jedoch kaum irgendeinen Einfluß auf die Zustände in diesen Ausbildungsstätten
aus.
Bereits Anfang Oktober hatte die Mailänder Tageszeitung ‘Corriere della Sera’ Auszüge aus dem
Dokument veröffentlicht.
Der Text umfaßt insgesamt etwa zweieinhalb A4 Seiten. Nach einer Einführung
werden drei Punkte behandelt:
• Affektive Reife und geistliche Vaterschaft
• Homosexualität und
Weiheamt
• Die Beurteilung der Eignung der Kandidaten durch die Kirche
Papst Benedikt XVI. unterzeichnete
das Dokument am 31. August. In den vergangenen Wochen ging es an Bischöfe und Verantwortliche von Allumnaten
in der ganzen Welt.
Die Direktive soll am kommenden Dienstag in der Vatikan-Zeitung ‘Osservatore Romano’
erscheinen.
Sie warnt vor „
negativen Konsequenzen“, die sich aus der Priesterweihe von praktizierenden
Homos ergeben könnten.
Die katholische Kirche dürfe nur Männer für das Priesteramt zulassen, die
keine Homosexualität praktizierten, ihre Neigung nicht offen zur Schau trügen und die sogenannte Homosexuellenkultur
nicht unterstützten.
Das Dokument betont, daß niemand ein Anrecht auf die Priesterweihe habe. Es sei
„tief unredlich“, wenn ein Priesteranwärter seine Homosexualität verberge, um zum Priester geweiht zu
werden.
Junge Männer, die mit der Homosexualität ein „vorübergehendes Problem“ gehabt hätten – ohne
dabei in ihrer Persönlichkeit maßgeblich beeinflußt worden zu sein – müßten diese Schwierigkeit bereits
drei Jahre vor ihrer Diakonenweihe überwunden haben.
Die homosexuelle Unzucht sei eine Störung und
homosexuelle Akte schwere Sünden, erklärt das Dokument. Dennoch würde die Kirche Homosexuelle „zutiefst
respektieren“. Jedes Zeichen der ungerechten Diskriminierung gegen sie solle vermieden werden.
Das zweieinhalbseitige
Dokument auf EnglischDas zweieinhalbseitige Dokument auf Italienisch
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#9
Justus 09:15:55 | Donnerstag, 24. November 2005
#8
Sulpicius 19:34:25 | Mittwoch, 23. November 2005
#7
Rowa 18:56:08 | Mittwoch, 23. November 2005
#6
Elendester Sünder 15:18:14 | Mittwoch, 23. November 2005
#5
Benedikt 13:11:33 | Mittwoch, 23. November 2005
#4
Gotthard 11:51:41 | Mittwoch, 23. November 2005
#3
Stimme aus dem Tradiland 10:52:35 | Mittwoch, 23. November 2005
#2
FioreGraz 10:00:25 | Mittwoch, 23. November 2005
#1
richard 08:55:07 | Mittwoch, 23. November 2005