Vatikanisches Homo-Dokument von Unbekannten veröffentlicht
Der Vatikan hat echte Probleme mit der Geheimhaltung. Bereits eine Woche vor seiner offiziellen Promulgation ist das in den Medien vieldiskutierte Dokument zur Priesterweihe von angeblichen Homosexuellen im Volltext veröffentlicht worden.
(kreuz.net, Vatikan) Der italienische Text findet sich auf der Homepage des linkskatholischen und homofreundlichen
italienischen Nachrichtenportals ‘Adista’. Die ebenfalls linkskatholische britischen Wochenzeitung ‘The
Tablet’ publizierte eine nicht offizielle englische Übersetzung.An dem frühgeborenen zweieinhalbseitigen Text hat die Päpstliche Kongregation für die katholische Erziehung zehn Jahre lang herumgeschrieben.
Theoretisch hängen die ungefähr 6.500 Priesterseminare der Welt von der Kongregation ab. Praktisch übt die Kongregation jedoch kaum irgendeinen Einfluß auf die Zustände in diesen Ausbildungsstätten aus.
Bereits Anfang Oktober hatte die Mailänder Tageszeitung ‘Corriere della Sera’ Auszüge aus dem Dokument veröffentlicht.
Der Text umfaßt insgesamt etwa zweieinhalb A4 Seiten. Nach einer Einführung werden drei Punkte behandelt:
• Affektive Reife und geistliche Vaterschaft
• Homosexualität und Weiheamt
• Die Beurteilung der Eignung der Kandidaten durch die Kirche
Papst Benedikt XVI. unterzeichnete das Dokument am 31. August. In den vergangenen Wochen ging es an Bischöfe und Verantwortliche von Allumnaten in der ganzen Welt.
Die Direktive soll am kommenden Dienstag in der Vatikan-Zeitung ‘Osservatore Romano’ erscheinen.
Sie warnt vor „negativen Konsequenzen“, die sich aus der Priesterweihe von praktizierenden Homos ergeben könnten.
Die katholische Kirche dürfe nur Männer für das Priesteramt zulassen, die keine Homosexualität praktizierten, ihre Neigung nicht offen zur Schau trügen und die sogenannte Homosexuellenkultur nicht unterstützten.
Das Dokument betont, daß niemand ein Anrecht auf die Priesterweihe habe. Es sei „tief unredlich“, wenn ein Priesteranwärter seine Homosexualität verberge, um zum Priester geweiht zu werden.
Junge Männer, die mit der Homosexualität ein „vorübergehendes Problem“ gehabt hätten – ohne dabei in ihrer Persönlichkeit maßgeblich beeinflußt worden zu sein – müßten diese Schwierigkeit bereits drei Jahre vor ihrer Diakonenweihe überwunden haben.
Die homosexuelle Unzucht sei eine Störung und homosexuelle Akte schwere Sünden, erklärt das Dokument. Dennoch würde die Kirche Homosexuelle „zutiefst respektieren“. Jedes Zeichen der ungerechten Diskriminierung gegen sie solle vermieden werden.
Das zweieinhalbseitige Dokument auf Englisch
Das zweieinhalbseitige Dokument auf Italienisch
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Donnerstag, 24. November 2005 09:15
Justus: Richtige Richtung
Papst Benedikt XVI. (bzw. die Römische Kurie) hat mit diesem Dokument einen Schritt in die richtige Richtung
gesetzt! Etwas mehr an Klarheit hätte dem Dokument allerdings gut getan; offenbar wollte man eindeutige
Aussagen vermeiden.
Trotzdem: Danke, Heiliger Vater!
Trotzdem: Danke, Heiliger Vater!
Mittwoch, 23. November 2005 19:34
Sulpicius: @gaypride
Ungerechtfertigte Diskriminierungen
Mir kommen gleich die Tränen…
Mir kommen gleich die Tränen…
Mittwoch, 23. November 2005 18:56
Rowa: „Ungerechtfertigte Diskriminierungen“
– könnte von Hr. Schüssel sein, ist aber wohl von seinem Vorbild…und sagt alles über den römischen Pseudo-Respekt vor Schwulen aus!
Mittwoch, 23. November 2005 15:18
Elendester Sünder: Semikatholisch?
Es stört mich der im obigen Artikel zweimal erscheinende Begriff „linkskatholisch“. Besser finde ich den Begriff „namenskatholisch“.
Mittwoch, 23. November 2005 13:11
Benedikt: Deutsch
Mittwoch, 23. November 2005 11:51
Gotthard: ins Stammbuch geschrieben
Dennoch würde die Kirche Homosexuelle „zutiefst respektieren“.
diese Zeilen mögen sich viele ins Stammbuch schreiben! Damit sind allen zutiefst verletzenden Äußerungen ein offizieller Riegel vorgeschoben.
diese Zeilen mögen sich viele ins Stammbuch schreiben! Damit sind allen zutiefst verletzenden Äußerungen ein offizieller Riegel vorgeschoben.
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