Okkultismus
Kann aus Hollywood etwas Vernünftiges kommen?
Der Gerichtsthriller ‘Der Exorzismus von Emily Rose’ startet heute Donnerstag in den Deutschen Kinos. Er basiert auf einer wahren Begebenheit und erzählt das Leben und tragische Sterben der Studentin Emily Rose (19).
(kreuz.net) Der Film stützt sich auf die Geschichte der Deutschen Anneliese Michel († 1976) aus Klingenberg am Main in Nordbayern. Die offenbar besessene Anneliese starb 23jährig laut einem gerichtsmedizinischen Gutachten an Verhungern. An ihr wurden verschiedentlich Exorzismen durchgeführt.

Die Hauptfigur im Film heißt Emily Rose. Emily stammt aus einem katholischen Haus in Kanada und wird von schrecklichen Visionen und krampfartigen Anfällen heimgesucht.

Die katholischen Eltern bitten den Ortspfarrer, Hw. Richard Moore, aus ihrer Tochter den Teufel auszutreiben. Der Priester führt daraufhin am Mädchen den sogenannte Großen Exorzismus durch. Doch die junge Frau stirbt im Laufe seiner erfolglosen Versuche.

Der Zuseher erfährt vom Tod des Mädchens gleich zu Beginn des Filmes.

Im weiteren Verlauf des Streifens muß sich der Geistliche wegen fahrlässiger Tötung vor Gericht verantworten. Der Staatsanwalt – selber ein bekennender Methodist – fordert die Höchststrafe: 10 Jahre Gefängnis.

Zusätzlich macht das Ordinariat seines Erzbistums dem Priester Schwierigkeiten. Dort hält man von Teufel und Besessenheit nicht viel.

Im Verlauf des Prozesses bekommt der angeklagte Priester in Form von spannend inszenierten Rückblenden Gelegenheit, die Geschichte von Emily zu erzählen.

Die zunächst fröhliche Studentin verwandelt sich nach ihrem Umzug in eine Studentenwohnung mehr und mehr zu einer paranoiden Persönlichkeit und zu einem unberechenbaren Monster.

Unheimliche Dinge geschehen.

Türen öffnen und schließen sich. Betten schaukeln – offenbar ohne jeden Grund. Plötzlich sieht Emily in den Gesichtern ihrer Kommilitonen böse Fratzen. Sie beginnt, das Essen zu verweigern und selbstzerstörerische Praktiken gegen sich anzuwenden.

Medikamente und psychiatrische Hilfen sind umsonst.

Pfarrer Moore wird – außer im Gefängnis – immer in Priesterkleidung gezeigt. Er spricht den Dämon in der Kirchensprache Latein an. Während der Gerichtsverhandlungen ist der Priester mehr um die Wahrheit als um seine eigene Freiheit besorgt:

„Dämonen existieren, egal ob Sie daran glauben oder nicht.“

Die Hauptfigur der Gerichtsverhandlung ist aber weder der Exorzist noch die Besessene, sondern die ehrgeizige Strafverteidigerin des Priesters. Selber Agnostikerin hat sie den Fall angenommen, um sich beruflich zu profilieren.

Auch die Rechtsanwältin begegnet immer häufiger unheimlichen Phänomenen. Denn – so Pfarrer Moore – „es gibt Kräfte, die diesen Prozeß umgeben“.

Der australische Priester und Konvertit Brian Harrison, der an der katholischen Universität in Puerto Rico unterrichtet, verfaßte für die traditionalistische US-Homepage Seattlecatholic.com eine Filmbesprechung.

Pater Harrison war selber bei Teufelsaustreibungen des römischen Exorzisten und Paulinerpaters Gabriel Amorth zugegen. In seiner Besprechung fragt er sich, ob aus Hollywood etwas moralisch und geistlich Gutes kommen könne. Er bejaht die Frage.

Der ‘Exorzismus der Emily Rose’ zeichne ein reales Bild: erschreckend, aber zugleich schön, machtvoll und anregend.

Katholische Familien könnten diesen Film durchaus ansehen – vorausgesetzt, daß die Kinder alt genug sind, um von den furchteinflößenden Szenen nicht traumatisiert zu werden.

„Ich versichere Ihnen, Sie werden den Kinosaal nach ‘Emily Rose’ im Glauben gestärkt, im Geist erbaut – und vielleicht mit Tränen in den Augen verlassen.“
      
24 Lesermeinungen
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#24   Ignatius   14:37:56 | Mittwoch, 14. Dezember 2005
Und nun?
Hat jemand den Emily Rose Film schon gesehen? ZB Originalfassung? Gibts ein katholisches Review?
www.apple.com/…eexorcismofemilyrose/
Da kann man sich einen Quicktime-Trailer ankucken. Wird zwar nicht repräsentativ für den Film sein , sieht aber schon realistisch aus finde ich. Autentischer als „The Exorcist“ fand ich. Die im Trailer vorkommenden Tonbandaufnahmen klingen ähnlich wie das was man hier im Board vor kurzem hören konnte an Exorcismus-Audios u. Videos. Aber nicht so durchdringend. Wurden vermutlich komplett synthetisch hergestellt? Oder wurden in den Film Klingenberg-Bänder reingemischt mit englischem Dub-Ton zusammen?
Aber leider ist anzunehmen dass die meisten Kinobesucher beim Sehen von Emily Rose eben gar nicht merken dass das ungefahr einen echten Besessenheits-Fall nachspielt. Sondern die denken eben wie immer: ui ein neuer Horror- und Fantasie-Film. Grusel. Und das war es.
Aber vielleicht merken es ja ein paar, dass das eben so nicht ist. Sondern dass es das eben schon gibt. Dann hat der Aufwand sich eigentlich schon rentiert.
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#23   Marcel   09:48:43 | Montag, 28. November 2005
Bollywood
Meth. schrieb: Also so wie „The Passion of Christ“ von Gibson hier über den grünen Klee gelobt wurde, muss das ein SEHR katholischenr Film gewesen sein.
Der Film war sehr katholisch (*), Gott sei es gedankt, aber der Film kam nicht aus Hollywood. Er wurde trotz des massiven Drucks vonseiten Hollywoods von Gibsons unabhängigem Studio produziert und von einer unabhängigen Verleihfirma vertrieben.
Darum nur ging es. Also nichts durcheinanderbringen.
(*) mit kleinen Einschränkungen, die sich als Tribut an die protestantischen Helfershelfer erklären könnten. Doch darum soll es mir hier nicht gehen.
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#22   Gotthard   20:11:22 | Sonntag, 27. November 2005
Gibson
Vor 1 1/2 Jahren noch war Gibson darauf angewiesen, den Film aus eigener Tasche zu bezahlen.
Wer dicke Gewinne machen will – und macht, soll bitte vorher auch investieren.
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#21   Uwe Schmidt   19:59:56 | Sonntag, 27. November 2005
methusalix
Ja weißt du denn nicht mehr, wie sich Hollywood gegen Gibsons Idee gesperrt hat? Und wie die ADL (die Bnai Brith untersteht) alle Hebel in Bewegung gesetzt hat, um Gibson zu schaden und ihn zu verleumden?
Heute, nach der Wiederwahl Bushs, hätte „The Passion of the Christ“ dagegen vielleicht viel bessere Chancen, von Hollywood bezuschusst zu werden. Vor 1 1/2 Jahren noch war Gibson darauf angewiesen, den Film aus eigener Tasche zu bezahlen.
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#20   methusalix †   12:43:43 | Sonntag, 27. November 2005
@schmidt
Also so wie „The Passion of Christ“ von Gibson hier über den grünen Klee gelobt wurde, muss das ein SEHR katholischenr Film gewesen sein.
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#19   Uwe Schmidt   07:46:19 | Sonntag, 27. November 2005
hollywood wird wieder christlicher
Ist denn aus dem jüdischen Hollywood je ein pro-katholischer Film gekommen? Ich kann mich nicht daran erinnern. Aber sie machen ernst damit, was sie vor ein paar Monaten nach der Wiederwahl Bushs verkündet haben: mehr Christliches und Konservatives in den Produktionen. Ich sehe das als Zeichen, dass demokratische Juden (wie sie in Hollywood das Sagen haben) mehr und mehr in die neokonservativ-straussianische Richtung ihrer ethnischen und religiösen Brüder Wolfowitz, Perle, Kagan, Frum etc. gehen.
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#18   methusalix †   18:29:20 | Samstag, 26. November 2005
Hallo Evelin,
Dank für die Details!
Für meine Wenigkeit ziehe ich, wie bereits gesagt, die milderen Formen vor, sollte aber jemand galuben exorziert zu werden müssen sei es ihm unbenommen. Vorher aber sollten doch die Methoden der klassischen Schulmedizin angewandt werden. Bei einem parallelen Vorgehen besteht durchaus die Gefahr, dass es wieder zu einer Hilflosentötung kommt.
Ärzte haben versagt; sicher ist das richtig. Die letzten jedoch, die Frau Michel zu Gesicht bekamen, waren die Eltern und die Priester. Man möchte annehmen, dass diese Menschen das Opfer geliebt haben. Ihnen sollte also aufgefallen sein, dass die arme Frau langsam zu Tode gehungert wurde, wie im Fall „Jessica“, allerdings aus anderen Gründen, nämlich purer Unfähigkeit. Dies rechtfertigte wohl in den Augen der Richter das sehr milde Urteil.
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#17   Evelin   10:02:39 | Samstag, 26. November 2005
Felicitas Goodman,
eine protestantische Religionswissenschaftlerin schrieb über den Michel-Fall ein Buch.
Ihre These ist, dass A. Michel von ihrem Arzt falsche Medikamente verschrieben bekam (Carbamazepine gegen Epilepsie, die sie eben nicht hatte). Dieses Medik. hat die Nebenwirkung, dass es die Anzahl der roten Blutkörperchen senkt – Sauerstoffunterversorgung ist die Folge. Ihr Beweis – aus den Gerichtsunterlagen (Tagebücher, Rezeptverschreibungen etc.) geht hervor, dass sich die Symptome während Medikationspausen (weil sie z. B. oft später dazukam, sich eine neue Packung zu verschreiben – der Arzt war ja in der Stadt) besserten.
Bei Epilepsiepatienten müssen regelmäßige Laborkontrollen durchgeführt werden. Das wurde lt. Goodman bei Michel verabsäumt.
Michel ging regelmäßig zum Arzt. Ihre Familie legte darauf großen Wert. Außerdem wollte sie nach Abschluss ihres Studiums heiraten, sie hatte bereits einen netten Freund. Körperfeindlichkeit kann man wohl nicht vorwerfen.
Vor der Ehe zu warten ist im übrigen nicht Körperfeindlichkeit.
Der Arzt war ein liberaler rationalistischer (=nicht rationaler) Mann, der kein Verständnis für ihre Probleme hatte, der ihr mit seinen Methoden nicht helfen kann. Im übrigen soll er sogar gesagt haben, dass, wenn die Therapie bei ihr nicht greift, sie halt zum Exorzisten gehen soll.
Ich persönlich plädiere sehr für eine Zusammenarbeit und gegenseitige Hilfe von Psychiatern und Exorzisten.
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#16   methusalix †   01:10:16 | Samstag, 26. November 2005
@stimme
Ganz herzlichen Dank für den Link, der zu Infos führt. Ich werde mich da jetzt einlesen und weitere Quellen suchen.
Aus eigener Erfahrung im Medizinbetrieb weiss ich, dass Spontanheilungen immer wieder vorkommen. Auch die Zuwendung anderer, sei es durch blosse Anwesenheit, Gespräch und Gebet oder Körperkontakt (z. b. Handauflegen) kann einer Heilung vorausgehen. So gesehen ist ein Exorzismus nichts anderes, als eine besondere Form intensivster Zuwendung. Auch wenn ich für mich diese Form ablehne, ich bleibe lieber in den „milder temperierten Fluten“ des Rosenkranzes und der Anbetung, so können doch bestimmte Menschen davon profitieren.
Was aufs schärfste abzulehnen ist, ist der Missbrauch jeglicher Art, sei es durch Hintansetzung der Hilfe durch die Medizin oder das schlichte verhungern lassen, so wie es bei Frau Michel geschah.
Ich wage hier die Aussage, dass die Eltern und die Exorzisten bei einem Gerichtsverfahren heute nicht so billig davongekommen wären und die Ärzte auch nicht.
Unsere Verantwortung für unsere Mitmenschen ist gross. Dies wird in diesem Froum immer wieder betont, wenn es um Ungeborene geht. Allzuoft wird dabei die Verantwortung den Geborenen gegenüber, z. B. den Müttern, vollkommen vergessen. So war dies auch im Fall Anneliese Michel. In ihrem Übereifer für die Seele dieser Frau etwas zu tun, haben sie ihren Körper vollkommen vergessen; ein sehr katholisches Problem diese Körperfeindlichkeit.
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#15   Athanasius   19:04:41 | Freitag, 25. November 2005
Ach sorry
Genau das haben Sie geschrieben! Oder kann man die folgenden Sätze anders verstehen?
Als Linker und Deutscher haben Sie leider diesen kleinen Witz nicht verstanden…
Übrigens wird im „Monitor“ von Karl kard. Lehmann auch ein „konservatives“ Bild wiedergegeben. Noch nie sah ich Lehmann in einem barocken Pluviále mit altem goldenen Hirtenstab. Im „Monitor“ mit seinen Archivbildern jetzt zum ersten Mal schon.
Die Presentatrix des Programms hat übrigens einen DDR-Haarschnitt. Vor allem zu erkennen an: Hässlichkeit.
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#14   Elendester Sünder   18:13:52 | Freitag, 25. November 2005
Der Fall Anneliese Michel
Es ist doch mehr als offensichtlich, daß der Fall Anneliese Michel propagandistisch dazu mißbraucht worden ist, den Exorzismus in der BRD zur Gänze in Mißkredit zu bringen. Und das mit dem Ergebnis, daß es heute in der BRD keine Exorzismen mehr gibt und der Teufel nun in jeder Hinsicht freies Spiel hat.
Jede Schizophrenie ist Besessenheit. Die psychiatrischen Anstalten sind voll von Besessenen. Man kann einen Besessenen gar nicht medikamentös heilen, sondern nur ruhigstellen.
Ich sehe im Alltag oft Fälle von klassischer Besessenheit. Ein Beispiel von eindeutiger Besessenheit ist das suchtartige Aufschneiden der Pulsadern bei vielen jungen Weibern. Dieses Phänomen hat in den letzten Jahren bedrohlich zugenommen.
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#13   Romano   17:08:26 | Freitag, 25. November 2005
@Athanasius
Sie dachten also wirklich, dass ich dachte, dass „Monitor“ die ehemalige DDR StaatsTV war?
Genau das haben Sie geschrieben! Oder kann man die folgenden Sätze anders verstehen?
Gestern lief im „Monitor“, dem ehemaligen Staatsrundfunk der Deutschen Demokratischen Repubik, ein Programm zu Anneliese Michel. […] Warum läuft denn überhaupt „Monitor“ noch im Bundesdeutschen Fernsehen? War das die Bedingung für die Übernahme der DDR-StaatsTV?
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#12   Athanasius   16:20:00 | Freitag, 25. November 2005
HöHö?
@Methusalix: Sie dachten also wirklich, dass ich dachte, dass „Monitor“ die ehemalige DDR StaatsTV war? So links wie „Monitor“ und mit soviel Wahrheitsverdrehung arbeitete die DDR nicht einmal, damals.
Ihre Beschreibung der gerichtlichen Untersuchung ist eine völlig falsche. Schauen Sie nochmal nach: wer bekam die Schuld für den Tod der A.M.? Die Mediziner waren Schuld, und schädliche Medikamente. Es ist nichts weniger als eine Lüge zu sagen, wie Sie tun, dass die Exorziten und die Familie A.M. „unterernährt“ hätten! Eine Lüge. Eine Hetze.
Was war das Urteil des Gerichthofes? Na gut: den Exorzisten und der Familie war nichts vorzuwerfen, der Tod Anneliese Michels wurde durch falsche Medikation und falsche Behandlung ausgelöst. Fazit: Die Mediziner waren Schuld.
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#11   Stimme aus dem Tradiland   12:50:09 | Freitag, 25. November 2005
Dr. Ferdinand Holböck + über Besessenheit, Teufel und Daemonen
@ Romano: Jetzt gibt es einen Artikel als „Leserzeitung“ in der „Nachrichtenbörse“ von kreuz.net:
Dr. Ferdinand Holböck + über Besessenheit, Teufel und Daemonen www.kreuz.net/bookentry.24.html
Das dort enthaltene Quellen-Link auf deutschesfachbuch.de funktioniert!
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#10   Romano   12:25:58 | Freitag, 25. November 2005
@Stimme
Vielen Dank! Das Vorwort zu dem Buch ist (zumindest in meinem Browser) allerdings nach Anklicken des ersten Links nicht aufgetaucht.
Die andere Website hatte ich auch schon gefunden. Ich maße mir in der Sache ganz gewiss kein Urteil an (dazu weiß ich viel zu wenig); auch stehe ich dem Exorzismus zwar mit einer gewissen Zurückhaltung, aber durchaus nicht ablehnend gegenüber. Als Jurist tue ich mich aber schwer, allzu schnell über die gerichtsmedizinischen Erkenntnisse hinweg zu gehen. Und deshalb stellen sich mir die genannten Fragen (auf die man vermutlich kaum mehr eine „objektive“ Antwort bekommen wird).
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#9   Stimme aus dem Tradiland   11:31:07 | Freitag, 25. November 2005
Anneliese Michel und ihre Daemonen
Zur Diskussion über Anneliese Michel gibt es das ausführliche Buch von Felicitas Goodman, Anneliese Michel und ihre Dämonen, broschiert, 368 Seiten, Christiana-Verlag, 4., erw. Auflage, 2004,
ISBN: 371710781X.
Zu diesem Buch kann auf das
Vorwort des höchst seriösen Univ.-Prof. Dr. Ferdinand Holböck + aus Salzburg deutschesfachbuch.de/info/detail.php?isbn=371710781…
verwiesen werden.
Hier noch ein Artikel aus „Der Theologe“, Hrsg. Dieter Potzel,
Todesfall Kirche. Warum musste Anneliese Michel sterben? aus „Der Theologe“ Nr. 9, Wertheim 2004, 4. Auflage 2005, www.theologe.de/theologe9.htm
Vorsichtshalber distanziere ich mich von der Webseite und dem Artikel, meine aber, dass er eine gute Zusammenfassung der Angelegenheit darstellt.
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#8   Benedikt   11:19:19 | Freitag, 25. November 2005
Monitor
Gut, dass ich nicht unter Bluthochdruck leide. Eigentlich fehlten mir noch ein paar Statements von Küng und Drewermann, aber naja. Monitor kann ja nichts dafür. Niemand in der Redaktion hat auch nur einen Schimmer, worum es bei Religion geht, was ja aus dem letzten Sätzen des Beitrags deutlich wurde, sinngemäß „die Kirche ist gut, wenn sie Kranken hilft und vielen Kranken hilft die Kirche“. Man hat das Kreuz der Kirche mit dem des Roten Kreuzes verwechselt. Kirche ist vielmehr als nur Krankenpflege. Krankenpflege ist etwas, was sich als logisches Produkt aus der Lehre der Kirche ergibt.
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#7   Romano   11:10:11 | Freitag, 25. November 2005
@Athanasius
Werter Athanasius, man mag ja über den Fall A.M. denken, was man will, man sollte aber keinen Quatsch hier verbreiten. Natürlich ist Monitor ein eher „linkes“ Politmagazin; es hat aber mit dem DDR-Rundfunk überhaupt nichts zu tun, sondern ist eine uralte Magazinreihe der ARD.
Trotz aller Exorzismus-Apologetik würde mich im Fall A.M. schon interessieren, ob der „Besessenheit“ nicht vielleicht doch eine organische (Epilepsie) oder psychische Erkrankung (Schizophrenie) zugrunde lag. Außerdem hat mich irritiert, dass A.M. offenbar auch an Unterernährung gestorben ist; der gerichtliche Untersuchungsbericht führte jedenfalls aus, ihr Zustand sei am ehesten dem von Lagerinsassen im 2. Weltkrieg vergleichbar gewesen. Warum die Familie und die Exorzisten einen solchen körperlichen Verfall von A.M. zugelassen haben, ist mir schleierhaft. Ob man das alles auf die Nebenwirkung eines Medikaments schieben kann (die Gerichtsmediziner haben dies offenbar ausgeschlossen), wage ich zu bezweifeln. Warum ist die junge Frau angesichts ihres schlechten Allgemeinzustandes nicht ins Krankenhaus gebracht worden?
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#6   Athanasius   10:18:20 | Freitag, 25. November 2005
Bitte
1. methusalix: Sind Sie Kommunist oder so? Sie verbreiten hier Schwachsinn. Wer die Gerichtsuntersuchung zum Tode A.M. kennt, weiss, dass nicht die Exorzisten fehlten (oder sie von Medikamenten weghielten), sondern die Ärzte und Krankenhäuser schwere Fehler gemacht haben!
2. Gestern lief im „Monitor“, dem ehemaligen Staatsrundfunk der Deutschen Demokratischen Repubik, ein Programm zu Anneliese Michel. Darin wurde Gotthold Hasenhüttl als Autorität gezeigt, der dann direkt Benedikt XVI. u. alle gläubigen Katholiken als „Fundamentalisten“ einstufte, weil der Teufelsglaube „Humbug“ wäre. Und immer wieder lief die Gehirnwäsche der „Demokraten“ weiter: „Teufelsglaube u. Exorzismen sind Aberglaube“. Es wehe zudem ein „neuer Wind“ aus „Rom“. Der letzte Satz verrät schon wie schlecht man dort über den Vatikan informiert ist. Benedikt XVI. führt direkt die Politik von Johannes-Paul II. weiter. Im theologischen u. ekklesiologischen Bereich ist das Schade. Im politischen offensichtlich noch irgendwie gut, wenn „Monitor“ denkt man wird „konservativer“. Warum läuft denn überhaupt „Monitor“ noch im Bundesdeutschen Fernsehen? War das die Bedingung für die Übernahme der DDR-StaatsTV?
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#5   Sulpicius   02:00:48 | Freitag, 25. November 2005
@methusalix
Soweit ich informiert bin, war sie in medizinischer Behandlung. Ob die gut war, kann ich nicht beurteilen. Auf jeden Fall hat sie zuviel (verschiedene) Medikamente verabreicht bekommen. Das steht fest. Tja, schwieriges Thema.
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#4   methusalix †   01:18:20 | Freitag, 25. November 2005
Diesen ganzen Mistfilm hätten wir uns erspart,
wenn Anneliese Michel rechtzeitig in ordentliche medizinische Behandlung gekommen wäre und wenn diese Möchtegern-Exorzisten ihre Finger von der Frau gelassen hätten.
Da kann man einmal sehen, wohin miese Medizin und noch miesere Religionsausübung führen.
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#3   Marcel   17:13:43 | Donnerstag, 24. November 2005
Würdigung
Sehr interessant, daß eine US-Traditionszeitschrift (?) für den Film wirbt.
Ich kenne weder die Zeitschrift noch den Film, aber es freute mich, wenn die tapfere Anneliese Michel nun eine filmische Würdigung erführe. Nachdem sie, ihre Familie, ihre guten Seelsorger und Exorzisten vom säkularen Staat und vor allem von der Teilkirche Deutschlands so schändlich verraten worden sind (man denke nur an das Verbot des Jesuitenordens an den alterfahrenen Exorzisten P. Rodewyck, zugunsten Annelieses Exorzisten auszusagen; auch die Namen Lehmann und/oder Kasper tauchten in unheilvollem Zusammenhang auf, uam.).
Glücklicherweise hat die US-Professorin Felicitas Goodman, die keine Katholikin ist (ist sie überhaupt Christin?), den Fall wissenschaftlich untersucht und die Exorzisten komplett entlastet, auch wenn ihr Urteil für den diabolischen Schauprozeß – seit wann entscheidet ein weltliches Gericht über katholische Glaubensfragen! – zu spät kam.
Weiß jemand, ob sie bzw. ihre Arbeit in den US-Film einfloß?
In der Tat: Satan ist ein brüllender Löwe, der uns alle zu verschlingen suchet. Hl. Erzengel Michael, verteidige uns im Kampfe, gegen die Bosheit und die Nachstellungen des Teufels sei unser Schutz!
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#2   Brandenburgis   15:54:10 | Donnerstag, 24. November 2005
Absichtsvolle Fehldiagnose
Die Verurteilung der verantwortlich handelnden Priester und Eltern www.monarchieliga.de/b_bild/michel01.jpg von Anneliese Michel verweist die Halluzinationen von Religionsfreiheit und Menschenrechten dorthin, wohin sie gehört: ins Reich der Lügen des Teufels. Daß das Gebet der Kirche auf die Anklagebank gestellt wurde, kennzeichnet die Natur des BRD-„Staates“ und verurteilt ihn vor Gott und seinen Heiligen.
Das Leben von Anneliese Michel wäre mit Sicherheit gerettet worden, würde die BRD nicht die von Dämonen gequälten Menschen in einer ungeheuerlichen Verkennung der Realität als Geisteskranke fehldiagnostizieren und einer unmenschlichen schein-medizinischen Behandlung unterziehen, eine Behandlung, die aus Zwangs-Elektroschocks, aus seelen- und körperzerstörenden Medikamenten und in Fixierung besteht, in Wahrheit eine Miß-Handlung, an der auch Anneliese Michel starb, Bild 1 www.monarchieliga.de/b_bild/michel03.jpg und Bild 2 www.monarchieliga.de/b_bild/michel02.jpg zeigen ihren Zustand vor und nach der „medizinischen“ Behandlung.
Anneliese Michel wurde aufgrund dieser falschen Diagnose z.B. mit Zentropil behandelt, einem Medikament, das unmittelbar auf die Funktionen des Gehirns einwirkt und grausame „Neben“-Wirkungen zeitigt. Es entzieht dem Gehirn wichtige Mineralien und kann schon auf diese Weise tödlich wirken
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#1   st. theodul   13:45:26 | Donnerstag, 24. November 2005
Todesursache
Ich habe mich ein wenig mit dem Fall „Klingenberg“ befasst und bin zu der Auffassung gelangt, dass Anneliese Michel an den Folgen einer Arzneimittelinteraktion hinsichtlich zweier parallel verordneter Anticonvulsiva gestorben ist (ich bin selber Apotheker und habe ein bischen recherchiert). Die ergangenen Urteile bezgl. Eltern und Priester dürften klassische Fehlurteile sein – es durfte wohl nicht sein, was es nicht geben darf.
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