Benediktinerabtei in Aachen verkauft Teile des Klosters
In dem im Jahr 1909 errichteten Flügel der Benediktinerabtei Kornelimünster in Aachen werden bis voraussichtlich Ende nächsten Jahres 19 Eigentumswohnungen und eine Arztpraxis entstehen.
(kreuz.net, Aachen) Am 16. Oktober hat sich der Konvent der Benediktinerabtei Kornelimünster in Aachen
entschlossen, den straßenseitigen Gebäudeteil des Klosters und einen dazugehörigen Grünflächenanteil
an einen privaten Investor, die Simon Bauträger GmbH, Magdeburg, zu veräußern.
Im Konvent leben noch
etwa zehn Benediktinermönche.
Aachen liegt im Bundesland Nordrhein-Westfalen unweit der belgischen Grenze.
Der Vertrag wurde am Montag, den 7. November, unterschrieben.
Die Abtei kann die von ihr im verkauften
Gebäudeteil genützen Räume – vor allem die Pforte sowie Verwaltungs- und Kursräume – noch bis Ende
März 2006 nutzen.
Der Abschnitt des Klosters, der im Zusammenhang mit dem Bau der Kirche in den 50er
Jahren errichtet worden ist, wird nicht verkauft.
Im Verkaufsprozeß wurde das Kloster von der Kölner
Immobilienfirma Pro Secur begleitet. Die Firma hat in Aachen auch die Veräußerung des Ursulinenklosters
in der Hermannstraße und den Verkauf des früheren Provinzialats der Arnsteiner Patres am Eberburgweg
durchgeführt.
„Der Entschluß zur Veräußerung ist uns allen nicht leicht gefallen“, erklärt Abt Albert
Altenähr OSB auf der Klosterhomepage:
„Er ist auch deswegen nicht leicht, weil die neuen Lösungen,
die für Verwaltung und Pforte und für den Bereich der Tagungsräume gefunden werden müssen, Veränderungen
des Kirchenvorbaus und eventuell im Bereich der Kirche – neue Eingangssituation – mit sich bringen“.
Verschiedene Gründe haben die Patres zu ihrem Schritt bewogen.
Die Gesamtgebäudemasse des Klosters
ist für die gegenwärtige Gemeinschaft seit langem und auch in absehbarer Zeit zu groß.
Eine Grundsanierung
des 100 Jahre alten Gebäudeteils – ohne den inneren Umbau für eine neue Nutzung – wurde vor einigen
Jahren auf einige Millionen Deutsche Mark geschätzt.
Die laufenden Kosten des Altbaus wären auch bei
einem Umbau so hoch, daß sie durch Eigennutzung oder Vermietung nicht erwirtschaftet werden könnten.
Mit dem Verkauf erhält das Kloster einen finanziellen Betrag, der an anderer Stelle in notwendige Umbaumaßnahmen
investiert werden kann.
Als Alternativen wurde der Abbruch des Altbaus vorgeschlagen. Damit konnte sich
das Kloster aber nicht anfreunden.
Überlegungen, Altenwohnungen oder ähnliches einzurichten, wurden
von potentiellen Investoren als nicht wirtschaftlich abgelehnt.
Email-Adressen der Empfänger
8 Lesermeinungen
Sie haben eine Meinung zu diesem Artikel? Dann verfassen Sie einen Beitrag. Bleiben Sie in Ihrem Kommentar sachlich und bemühen Sie sich um eine erträgliche Diskussionsatmosphäre. Bedenken Sie, daß Ihr Beitrag noch über Jahre hinweg abrufbar und durch Suchmaschinen im Internet auffindbar ist.
Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt der Leserbeiträge. Sie behält sich das Recht vor, Beiträge zu löschen oder Leser aus der Debatte auszuschließen.
@ Athanasius Hat sich denn die Priesterbruderschaft St. Pius X. nicht um diese Klosteranlagen bewirbt?
Weiss jemand mehr dazu? Warum sollte sie? Es handelt sich offensichtlich bloß um ein Wirtschafts- oder
Wohngebäude.
#7 Athanasius 10:12:52 | Freitag, 25. November 2005
Halt halt Warum Abt Albert ein „Modernist“ (was immer das sein mag) sein soll, ist hier noch nicht berichtet
worden. Habe ich Namen genannt in meinem Beitrag? Wüsste ich nicht. Genauer lesen, Gotthart!
#4 Gotthard 21:36:51 | Donnerstag, 24. November 2005
Abt Albert Athanasius ist der jeden kennende Kenner der Kirche und Klöster. Warum Abt Albert ein „Modernist“
(was immer das sein mag) sein soll, ist hier noch nicht berichtet worden. Ich kenne ihn als sehr guten
Abt!!!!!!! Warum soll der Verkauf von Klosterbestandteilen schlimm sein? Wenn was zu groß geworden ist,
muss man sich anpassen…
#3 Athanasius 19:49:02 | Donnerstag, 24. November 2005
Gut so? Ist das gut so? Wenn man weiss – wie die meisten Römischen Katholiken – dass die Klöster derzeit
von Modernisten besetzt sind oder von extrem lauen Äbten geführt werden, soll es nicht wundern, dass
wieder ein Kloster dran geht. Die einzigen Ausnahmen m.A.n. sind öfters Schwesterkongregationen, obwohl
auch unter diesen viele dem Feminismus verfallen sind. Hat sich denn die Priesterbruderschaft St. Pius
X. nicht um diese Klosteranlagen bewirbt? Weiss jemand mehr dazu? Vielleicht hat man sich nicht bewirbt,
da nicht das ganze Kloster zum Verkauf angeboten wurde?
#1 Sulpicius 14:43:17 | Donnerstag, 24. November 2005
Benedikt von Aniane Das ist die Abtei Benedikts von Aniane, der in das von Kaiser Karl d.Gr. 815/16 erbaute
Kloster übersiedelte. Benedikt von Aniane war an den Aachener Synoden von 816-19 hervorragend beteiligt,
besonders 817 an der Abfassung der verbesserten Benediktinerregel, des Capitulare monasticum, das durch
kaiserlichen Erlaß die allgemeine Klosterregel des Reiches wurde, aber auch an der „Aachener Regel“ von
816, die das Leben der Kanoniker und Kanonisten ordnete und ihr Leben dem der Mönche annäherte. Der
jetzige Abt Altenähr ist ein Modernist, wie er im Buche steht. Er mißtraut sogar seiner eigenen benediktinischen
Tradition.