Kürzlich besuchten zwei Amerikaner – der Kardinalerzbischof von Washington und der US-Präsident George W. Bush – die Volksrepublik China. Doch wenn zwei dasselbe tun…
(kreuz.net) In der jüngsten Ausgabe des internationalen katholischen Magazins „30Giorni“ – die deutsche
Ausgabe erscheint unter dem Namen „30Tage“ – sprach der Erzbischof von Washington, Theodore Kardinal McCarrick,
über seinen jüngsten Besuch in der Volksrepublik China.
Während seines Aufenthaltes im Reich der Mitte
nahm sich der Kardinal viel Zeit für Gespräche mit Vertretern des kommunistischen Regimes und der mit
ihm eng verbundenen ‘Patriotischen Vereinigung’.
Die ‘Patriotische Vereinigung’ ist eine Regierungsorganisation,
die versucht, sich anstelle der in den Untergrund gedrängten Katholiken als Gegenkirche zu etablieren.
Der Erzbischof von Washington traf sich auch mit dem vom Staat eingesetzten Bischof von Peking, Michael
Fu Tieschan.
Bischof Fu ist von Rom nicht anerkannt.
Im dreiseitigen Interview verlieren weder der Kardinal
noch der Journalist, der das Interview führt, eine Silbe über die fehlende Religionsfreiheit in China
oder die Verfolgung der in den Untergrund gedrängten Katholischen Kirche.
Sandro Magister – der Vatikanist
des italienischen Wochenmagazins ‘Espresso’ – weist in seinem Internettagebuch auf den klaffenden Unterschied
zu dem, was dagegen US-Präsident George W. Bush bei seinem Chinabesuch in aller Öffentlichkeit erklärte.
Die Reise des US-Präsidenten nach China fand praktisch zeitgleich mit der Veröffentlichung des Interviews
mit dem Kardinal statt.
Auch in seinen Taten unterschied sich der Politiker vom Geistlichen Herrn.
Während
seines China-Aufenthaltes nahm Präsident Bush in einer überfüllten Kirche in Peking an einem protestantischen
Gottesdienst teil.
Dagegen beschränkte sich der Kardinal darauf, seine Messe privat im Hotelzimmer zu
lesen.
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11 Lesermeinungen
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#11 MilesChristi 15:48:59 | Sonntag, 27. November 2005
Kettelhohn Der Artikel hilft ohne weiteres zur Unterscheidung: auf der einen Seite der liberale Kardinal,
der das Unrechtsystem in China durch seine Kritiklosigkeit unterstützt; was für einen HOHN für die
verfolgten Katholiken ! Auf der anderen Seite der Protestant Bush, der die Verfolgung mit Namen anspricht…
Auch Protestanten werden in China verfolgt, das sollte man nicht vergessen. Aber was soll man eigentlich
von Rom in diesen Tagen warten? Die „Untergrundskirche“ wird verraten, gerade wie Kard. Mindszenty verraten
wurde… und Kardinal Kung (China).
Bush kein Christ? Die katholische Kirche erkennt meines Wissens i.d.R. bei richtiger Taufformel dieses
Sakrament bei den Protestanten an und wird höchstens „sub conditione“ (unter der Bedingung, dass das
erste Sakrament ungültig) bei einem Konvertiten erneut gespendet. Ich glaube dies war auch vorkonziliare
Praxis und kirchliche Lehre. Zu schwerer Sünde, also auch dem Leugnen von Dogmen, gehört auch immer
ausreichendes Wissen und schlechter,böser Wille. Deswegen wäre ich vorsichtig mit der Unterstellung,
Bush wäre kein Christ. Im Verhältnis zu vielen deutschen Politikern, auch mit christlichem Parteibuch,
outet er sich jedenfalls stärker als bekennender Christ, z. B. in seiner Ablehnung der Homoehe. Jedoch
scheint er mir auch (z. B. in der Stammzellenforschung) viel zu viele Zugeständnisse gemacht zu haben
und insgesamt in der Political Correctness gefangen. Jedoch muss ich gestehen, dass ich auch nicht gerade
in der Haut des US-Präsidenten stecken wollte.
#9 steymard † 10:00:24 | Sonntag, 27. November 2005
Ist Bush Christ??? Seit wann bitte ist Bush Christ?Schon der Hlg.Augustinus hat festgestellt,dass niemand
Christ sein kann ausserhalb der Hlg.Katholischen Kirche,weil nur die Hlg.Katholische der mystische Leib
Christi ist.(Uebrigens auch ein katholisches dogma,bei dessen anzweiflung oder verneinung man sich automatisch
als haeretiker exkommuniziert).Alle uebrigen,sich faelschlicherweise als „Christen“ bezeichnenden,sind
nichts weiter als Kinder Luzifers,denn entweder ist man mit Christus(also katholisch)oder gegen Ihn(also
nicht katholisch,z.B durch anzweiflung und verneinung katholischer dogmen und lehren).Man kann nicht zwei
herren auf einmal dienen.
Scheidung der Geister Die parallelen Vorgänge sind sehr einfach zu erklären. Der Kirche ist es um die
weitere (schon begonnene) Heilung des Schismas in der chinesischen Ortskirche zu tun. Dabei läßt sie
in einer schwierigen Situation, ganz gemäß ihrer Tradition, Klugheit und Umsicht walten. Die protestantische
Logen-Marionette Busch dagegen setzt auf Aufrechterhaltung der Konfrontation, von welcher ohnehin die
Protestanten weit weniger zu befürchten haben. Hauptsache aber, man kann die bestehenden Spaltungen der
Kirche aufrechterhalten. Herzlichen Dank darum für den Artikel: Er hilft zur Scheidung der Geister.
#7 Lykophron 22:35:45 | Samstag, 26. November 2005
Vorbild Busch? Man könnte ja auch an Pius XII erinnern. Dem wird von Kritikern der Vorwurf gemacht, er
hätte lauter gegen die nationalsozialistische Judenverfolgung protestieren sollen. Wenn ich mich nicht
täusche, hieß es auch schon auf Kreuz.net, ein solcher Protest hätte die Lage nur verschlimmert. Vielleicht
hat sich Kardinal McCarrick ein Beispiel an diesem Papst genommen. Man darf wohl bezweifeln, daß ein
wie auch immer lautender Protest Positives bewirkt hätte. Merkwürdig, daß Kreuz.net empfiehlt, der
Kardinal solle sich nicht nach dem Heiligen Vater, sondern nach dem Protestanten Busch richten.
Wie man’s macht… Hätte der Kardinal seine Messe in einer Kirche der Patriotischen Vereinigung gehalten,
dann würde man ihm jetzt Kollaboration mit diesen „Patrioten“ vorwerfen. Und hätte er die Messe in einer
Untergrundkirche gehalten, dann hätte er seine Glaubensbrüder gefährdet (siehe Verhaftungen in der
evangelischen Kirche nach Bushs Gottesdienstbesuch). Übrigens hat man nichts davon gehört, dass Bush
gegen diese Verhaftungen protestiert oder sich für die Verhafteten eingesetzt hätte. Ich meine, der
Kardinal hat sich richtig verhalten – „klug wie die Schlangen“, wie der HERR selbst geraten hat.
#5 LukreciaB 17:52:30 | Samstag, 26. November 2005
Welche Erkenntnis!! Wie also das Vaticanum II sich auswirkt, will der Artikel wohl an Hand eines ausgewählten
Beispiels deutlich machen. – Präsident Bush ist demgegenüber von solchem Denken nicht beeinflußt; das
zeigt sein Verhalten. Tatsächlich, der so gouragierte Herr Bush hat mit dem Denken des Zweiten Vatikanischen
Konzil nichts zu tun. Schliesslich ist er ein „wiedergeborener Christ“ (?) und kein Katholik. Und dass
er als Präsident der Vereinigten Staaten nichts zu befürchten hat, wenn er an einem Gottesdienst teil
nimmt, ist ja wohl jedem klar. Für den Kardinal kann man diesbezüglich nicht so sicher sein. Übrigens,
für Präsident Bush war es, wie gesagt nicht gefährlich, für 40 chinesische Protestanten hingegen schon,
denn sie wurden umgehend nach diesem Gottesdienst verhaftet.
#4 virOblationis 16:34:58 | Samstag, 26. November 2005
Gaudium et spes Ich denke, werte Beobachterin, daß das Verhalten des Kardinals, der sich der „Welt“ offenbar
anbiedert, von (illusionärer) Freude und (vergeblicher) Hoffnung geprägt ist. Wie also das Vaticanum
II sich auswirkt, will der Artikel wohl an Hand eines ausgewählten Beispiels deutlich machen. – Präsident
Bush ist demgegenüber von solchem Denken nicht beeinflußt; das zeigt sein Verhalten.
„Bush ist eben ein Mann und Christ aus einem Guss“ – derartig Schwachsinniges und jeder Realität widersprechendes
Geplappere spricht für sich. Daß der Bischof ein noch größerer I… als Mr. President ist, ist vollkommen
klar! richard
#2 Niedermünster 15:30:36 | Samstag, 26. November 2005
Messe im Hotelzimmer! Ich wäre sehr dankbar, wenn jemand mir die Behauptung, dass der Kardinal feigerweise
die Messe im Hotelzimmer las bestätigen könnte. Sagte er das selbst? Man muss Ihm schreiben und ihm
die Bestürzung über diese Feigheit ausdrücken! Bush ist eben ein Mann und Christ aus einem Guss, kein
solch klerikaler Jammerlappen wie unsere Bischöfe! Thank you Mr. President!