Deutschland
Das Bistum geht auf die Straße
Vertreter des Bistums Regensburg organisierten am Samstag in der Regensburger Altstadt einen Informationsstand über die Neuordnung der Laienräte. Doch auf der Straße stand auch die Gegenseite.
(kreuz.net, Regensburg) Bei der gestrigen Straßenaktion sprachen der Generalvikar von Regensburg, der Diözesanpräses des Kolpingwerks, sowie ein früherer Geschäftsführer des von Bischof Gerhard Ludwig Müller aufgelösten Diözesanrates mit den Gläubigen.

Die Neuregelungen treten am heutigen ersten Adventsonntag in Kraft.

Jede Veränderung bringe Unruhe mit sich, erklärte der Generalvikar, Hw. Michael Fuchs zur Reform der kirchlichen Räte in Regensburg.

Darum wolle die Bistumsleitung mit den Gläubigen ins Gespräch kommen.

Anstelle des bisherigen Diözesanrates gibt es ab sofort in Regensburg einen diözesanen Pastoralrat. Dessen Mitglieder – zwei Drittel davon sind Laien – werden vom Bischof ernannt.

Zugleich wird ein „Diözesankomitee“ eingerichtet, das aus gewählten Vertretern der Verbände und geistlichen Gemeinschaften besteht.

Der ehemalige Geschäftsführer des aufgelösten Diözesanrats widersprach dem Vorwurf, daß es zukünftig keine gewählten Laienvertreter mehr geben werde:

„Sowohl auf Pfarrebene wie auch auf diözesaner Ebene gibt es weiterhin Gremien, die sich ausschließlich aus gewählten Laienvertretern zusammensetzen.“

Die Mitarbeit der Laien in der Kirche sei unverzichtbar, erklärte auch Generalvikar Michael Fuchs:

„Damit dies zukünftig noch deutlicher wird, hat unser Bischof die Stellung der Laien als Teil des ganzen Gottesvolkes mit der Neuordnung des Laienapostolats deutlich gestärkt.“

Der Generalvikar äußerte seine Verwunderung über eine Gegendemonstration, die am Samstag nachmittag von Funktionären der aufgelösten Räte organisiert wurde.

Nach Angaben der Polizei demonstrierten mehrere hundert Menschen gegen die Auflösung des Diözesanrates.

Zur Kundgebung fand unter dem Schlagwort „Im Bistum Regensburg ist es 5 vor 12!“ statt.

Der Generalvikar von Regensburg erklärte, daß ihn die Zusammensetzung der Gegendemonstration nachdenklich stimme.

Dort hätten sich „kirchenferne Gruppierungen“ wie ‘Wir sind Kirche’, der ‘Arbeitskreis Regensburg’ oder „im Unfrieden aus der Kirche ausgeschiedene Priester“ versammelt.

Der ‘Aktionskreis Regensburg’ definiert sich als Vereinigung von Priestern, laisierten Priestern und Laien in der Diözese Regensburg, die sich nach eigenen Angaben am Geist des Zweiten Vatikanischen Konzils inspiriert.

Es habe ihn traurig gestimmt – so der Generalvikar –, daß der Vorsitzende des bayerischen Landeskomitees der Katholiken, Hermann Mangold, seine Mitglieder in einer eigenen Mitteilung auf die „Anti-Bischofs-Demo“ hingewiesen habe.

Noch vor wenigen Monaten hatte sich Herr Mangold in einem Leserbrief in der katholischen Zeitung ‘Tagespost’ von besagten Gruppierungen distanziert. Damals schrieb Mangold:

„Alle Diözesanräte in Bayern und auch das Landeskomitee haben sich in der Vergangenheit bereits mehrfach von der Bewegung ‘Wir sind Kirche’ distanziert. Nicht zuletzt deren eigene Kritik am verfaßten Laienapostolat gibt keinerlei Anlaß zu irgendwelchen Annäherungen.“

Generalvikar Fuchs hob hervor, daß die beiden deutschen Kardinäle Karl Lehmann und Friedrich Wetter öffentlich feststellten, daß die Neuordnung des Laienapostolats im Bistum Regensburg dem kirchlichen Recht entspricht.

Nichtsdestotrotz hatte sich Kardinal Lehmann gleichzeitig von der Rätereform in Regensburg distanziert.

Es sei ein „echter Rückschritt“, den es zu korrigieren gebe.
      
4 Lesermeinungen
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#4   bonifatius   15:09:50 | Sonntag, 27. November 2005
Tiefer hängen
Ein Christ müsste in der Katholischen Kirche zunächst Demut (Mut zum Dienen) zeigen. Sollten doch diese „wir sind Kirche“-Christen gegen die staatlich sanktionierten Kindsmorde im Mutterleib demonstrieren. Aber Nein !Diese aufgeregten Aufbegehrer rufen: „Ich bin mein Herr und Gott“. Sie sind „Glaubenszwergerl“. Darum kreuz.net: Tiefer hängen und der Journaille der Tagespresse nicht nacheifern!!!
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#3   Josefus   14:46:45 | Sonntag, 27. November 2005
Laienräte
Dieses ganzen Laienrätesystem hätte man besser nie eingeführt. (Hierein drängen sich nur allzuoft egozentrische Selbstdarsteller.)
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#2   apex   10:16:00 | Sonntag, 27. November 2005
deutsches Katholikentum
Nach Angaben der Polizei demonstrierten mehrere hundert Menschen gegen die Auflösung des Diözesanrates.
in den Heiligen Messen der deutschen Kirchen sieht man aber nicht „mehrere hundert Menschen“
Woher kommt auf einmal dieses Pseudokatholikenpack?
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#1   steymard †   09:44:32 | Sonntag, 27. November 2005
Maria hilft
Wie bei Gideon im Alten Testament,die Kinder des Lichts muessen nur viele beten und Busse tun,und die Modernisten zerfleischen sich gegenseitig.\
Moege Unsere Allerliebste Mutter,die immerwaehrende Jungfrau Maria auch weiterhin den kopf der schlange zertreten.
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