Katechismusklasse
Die Zeit der Sehnsucht nach Christus
In manchen Gegenden schreit ein verschneiter erster Adventssonntag eher nach Kaffee, Keksen und Kuchen als nach katholischen Katechismusklassen. Dennoch gibt es über den Advent einige Dinge zu sagen.
Katechet: Das Wort Advent – lateinisch: adventus – bedeutet Ankunft oder Erscheinen. Advent ist die sichtbare Ankunft Christi auf Erden zum Zweck der Erlösung der Sünder. Besonders aber ist der Advent die erste Zeit des Kirchenjahres. Sie dient der Vorbereitung auf die heilige Weihnacht.

Katechismusschüler Aber warum sprach das heutige Sonntagsevangelium von der Endzeit?

Katechet: Zur Antwort, muß ich ein wenig ausholen: Der Advent Christi wurde wegen des Sündenfalls und der Erbsünde notwendig.

In Adam verlor die ganze Menschheit die Freundschaft mit Gott. Doch Christus – dessen Zweites Kommen wir erwarten – erschien in Bethlehem, um uns zur Freundschaft mit Gott zurückzuführen.

Durch seine erste Ankunft in Bethlehem hat Christus der Menschheit aller Zeiten und Orte Rettung gebracht.

Doch die von ihm durch sein Erdenleben und besonders durch sein Sterben gewirkte Erlösung muß sich der Christgläubige zueigen machen.

Dafür sind wir auf Erden.

Endgültig vollendet wird Weihnachten am Ende der Endzeit: wenn Christus das zweite Mal wiederkommt.

Der erste Gedanke der Liturgie des Advents- und Weihnachtszeit liegt bei der ersten Ankunft Christi in Betlehem.

Doch in einem zweiten Gedanken verbindet die Liturgie Betlehem mit der endgültigen Wiederkunft des herrschenden Christus, der kommt um sein Erlösungswerk zu vollenden.

Katechismuskind Wie soll ich also die bevorstehende Adventszeit in die Tat umsetzen?

Katechet: Merke dir das dreifache Anliegen der Adventszeit:

1. Zuerst ist der Advent Sehnsucht nach der Ankunft Christi. Wir wünschen das für uns persönlich und für die ganze Kirche. Zum Ausdruck bringen wir diesen Wunsch in leidenschaftlichem Gebet.

2. Der Advent ist eine Zeit der Buße. Schon der Vorläufer Christi, der heilige Johannes der Täufer, rief die Menschen vor der Ankunft Christi auf, Buße zu tun. Wer einen Gast erwartet, putzt seine Stube heraus. Der Büßer bereitet seine Seele für Christus. Die Buße vollbringen wir in der Abkehr von den Dingen dieser Welt.

3. Schließlich ist die Adventszeit eine Seelengemeinschaft mit der Muttergottes. Maria ist das Vorbild der christusschwangeren Kirche. Sie symbolisiert auch die menschliche Seele, die in der heiligen Kommunion Christus empfängt und in sich trägt.

Katechismusschüler Wie werden diese drei Anliegen in der Kirche sichtbar gemacht?

Katechet: Sie werden in den Heiligen Messen der Adventszeit sichtbar gemacht.

Die Sehnsucht nach Christus und die Buße offenbaren sich in der violetten Farbe der Meßgewänder. Zudem fällt in der Messe das ‘Gloria in excelsis Deo’ weg. Auch die Orgel schweigt. Das ist ein Ausdruck der büßenden Sehnsucht nach dem, der kommen wird.

Die Priester und Ordensleute rufen außerdem im ‘Alma Redemptoris Mater’ die weihnachtliche Muttergottes an. Diese marianische Schlußantiphon am Ende der Komplet – des Nachtgebetes der Kirche – ersetzt das ‘Salve Regina’.

Katechismuskind Ich möchte meine Seelengemeinschaft mit der Muttergottes auch gerne verinnerlichen.

Katechet: Dann bete mit der Kirche vor dem Schlafengehen das ‘Alma Redemptoris Mater’:

Alma Redemptoris Mater,
quae pervia caeli porta manes,
et stella maris,
succurre cadenti, surgere qui curat, populo:
tu quae genuisti,
natura mirante, tuum sanctum Genitorem,
Virgo prius ac posterius,
Gabrielis ab ore,
sumens illud Ave,
peccatorum miserere.

Erhabne Mutter des Erlösers,
du allzeit offene Pforte des Himmels
und Stern des Meeres,
komm, hilf deinem Volke,
das sich müht, vom Falle aufzustehn.
Du hast geboren, der Natur zum Staunen,
deinen heiligen Schöpfer.
die du aus Gabriels Mund
nahmst das selige Ave,
o erbarme dich der Sünder.
      
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