Der liebe Gott bestraft die Kirche mit der Peitsche des Geldes. Das ist eine Sprache, wo mit Heller und Pfennig gerechnet wird. Diese Sprache kann von kirchlichen Bürokraten nicht verbogen und nicht verdreht werden. Ein Kommentar.
(kreuz.net) Auch für Bischöfe wird es immer schwieriger, den kirchlichen Kollaps mit der üblichen sentimental-klerikalen
Sprache schönzureden.
Doch leider sind wir noch meilenweit entfernt von dem, was die Berliner Morgenpost
in einem heute erschienenen Artikel eine „Glaubensprüfung für die Kirchen“ nennt. Stattdessen erleben
die Kirchen im Augenblick die Stunde der Geschäftsprüfung.
Alleine die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg
büßt in diesem Jahr rund zehn Prozent ihrer Kirchensteuereinnahmen ein. Nächstes Jahr wird ein weiteres
Minus von 5% erwartet.
Ähnliche Zahlen beim katholischen Erzbistum Berlin: 14% weniger Steuereinnahmen
als 2003. Abbau von 300 Vollzeitstellen und 60 Millionen Euro Schulden, die in drei Jahren abgezahlt sein
müssen.
Gott, den Glauben und sich selber kann man mit einer verschwommenen, nichtssagenden Sprache
leicht betrügen. Die Flucht in einen tatenlosen Konzilsoptimismus tut den Rest. Die übrige Zeit mag
man damit verbringen, den Politikern mit erhobenem Zeigefinger vorzuschreiben, was sie zu tun hätten.
Daß die Kirche in Flammen steht, wen kümmert es?
Die bischöfliche Antwort auf die innerkirchlichen
Mißstände besteht darin, jene zu eliminieren, die auf die Misere hinweisen.
Darum bestraft der liebe
Gott die Kirche mit der Peitsche des Geldes. Das ist eine Sprache, wo mit Heller und Pfennig gerechnet
wird. Diese Sprache kann von kirchlichen Bürokraten nicht verbogen und nicht verdreht werden.
Man nehme
irgendeine schwammige Bischofsansprache und vergleiche sie mit den harten Zahlen einer Bilanz. Da scheidet
sich Ton von Stein.
Die Finanzkrise der Kirchen ist eine Stunde der Wahrheit. Nicht nur der Wahrheit
des Geldes. An der unverrückbaren Wahrheit des Geldes statuiert Gott nur ein Exempel.
Es geht um eine
tiefere Wahrheit. Die Wahrheit des Glaubens. Gott wird nicht tatenlos zuschauen, wie wir, untreue Kinder
der Kirche, diese Wahrheit mit der ätzenden Säure klerikaler Sophistereien in eine häßliche und stinkende
Brühe von Leerformeln auflösen.
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4 Lesermeinungen
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Aufbruch Frömmigkeit, Seeleneifer, selbstloser Einsatz, ausstrahlende Glaubensstärke, Erkenntlichkeit
als gottgeweihter Priester und Hirt der Gemeinde und und und: das wär’ doch ‘mal was. Als wir das noch
hatten strahlte die Kirche hell. Bald wieder? – Wir müssen darum beten!
Papierkirche Vielleicht sollte man die vertrackte Kirchensteuer abschaffen, die es, glaube ich, nur in
Deutschaland gibt. Dann könnten die Leute wieder freiwillig spenden, auch zweckgebunden. Nicht die ganzen
unnützen Kommisionen mit ihren Sitzungen und Ärschewärmen unterstützen, wenn doch nicht dabei herauskommt
als dutzende neue Papiere. Wir brauchen wieder gläubige Priester in der Kirche und keinen Beamten, die
nur Papiere hin- und herschieben und davon leben. Daran mangelt es gewaltig und schuld sind auch viele
Bischöfe, die zugelassen haben, dass an den Unis der Glaube unterhöhlt wird.
Ein ausgezeichneter Kommentar! So ist es. Der konziliare Establishment-Klerus mag sich einreden, der Konzilsgeist
habe die Kirche in glorreiche Zeiten geführt, auch wenn ein Blick unter die Meßbesucher sie schon eines
besseren belehren hätte müssen. Es ist nun eine echte Gnade des Hl. Geistes, daß der typisch deutschen
Funktionärskirche langsam aber sicher das Geld ausgeht. Es gibt unzählige unnötige Kommissionen, die
in allen Diözesen unnötige Papiere ausarbeiten, dafür hat Christus die Kirche nicht gegründet.
Pelagius meint: Wie haben sie doch immer von der „armen Kirche“ der ersten Jahrhunderte und von der „Kirche
der Armen“ in den südamerikanischen Basisgemeinden geschwärmt. Jetzt also können sie beginnen, ihr
Ideal zu verwirklichen. Fragt sich nur, ob der Glaube dafür stark genug ist. Und überhaupt: Welcher
Glaube denn wohl?