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Mittwoch, 1. Dezember 2004 11:23
kreuzmeldungen
Menschenwürde im Bolschewikenregime? + Kirchlicher Optimismus + St. Nikolaus auf Türkisch + Kein Sex, kein AIDS + Katholische Klagemauer für Pastoralreferenten
Menschenwürde im Bolschewikenregime?

Ukraine. In einem Interview mit Radio Vatikan, gab Lubomyr Kardinal Husar (71) dem neugewählten Präsident der Ukraine, Viktor Janukowitsch, die Schuld für die gegenwärtigen Unruhen im Land. Janukowitsch und seine Anhänger würden die Bevölkerung im Stile des früheren Bolschewikenregimes behandeln. Seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion hätten die Menschen in der Ukraine verstanden, daß sie nicht Objekte und Teil einer Masse seien. Sie hätten vielmehr erkannt, „Menschen mit einer Gott gegebenen Würde“ zu sein. Seit dem Ausgang der Wahlen am 21. November demonstrieren in Kiew täglich bis zu 200.000 Menschen gegen Präsident Viktor Janukowitsch.

Kirchlicher Optimismus

Schweiz. Bei der Abstimmung über das Gesetz zur Stammzellenforschung haben sich letzten Sonntag alle Schweizer Kantone für die Produktion von Wegwerfzwillingen im Reagenzglas („Klone“) ausgesprochen. Insgesamt stimmten 66,4% der Schweizer für das menschenrechtswidrige Gesetz. Im Kanton Genf waren es geschlagene 84,6% . Agnell Rickenmann, der Sekretär der Schweizer Bischofskonferenz, ist mit dem Ausgang des Referendums dennoch nicht nur unzufrieden. Gegenüber der katholischen Presseagentur Kipa erklärte er, daß er eine noch deutlichere Annahme des Gesetzes befürchtet habe. Seiner Meinung nach haben die Anstrengung der Lebensschützer Wirkung gezeigt. In kurzer Zeit und mit wenig Mitteln hätte eine gute Anzahl von Stimmen mobilisieren werde können.

St. Nikolaus auf Türkisch

Türkei. Als erster Seelsorger seit 80 Jahren leitet Prälat Rainer Korten eine katholische Pfarrei in der Türkei. Der Priester stammt aus der Diözese Hildesheim und verbringt im Feriengebiet Antalya mit vielen anderen Deutschen seinen Lebensabend. Letzten Sonntag wurde im neuen türkischen Heim des Prälaten die Sankt-Nikolaus-Kirche eingeweiht. Im türkischen Vereinsregister ist die Hauskirche unter der Nummer 07.019.110 eingetragen. Die katholische Kirche ist allerdings nicht als Religionsgemeinschaft anerkannt. Das Seelsorgeangebot des deutschen Prälaten für Urlauber und Ausgewanderte: Sonntag, 10.00 Uhr, Ökumenischer Gottesdienst.

Kein Sex, kein AIDS

Zambia. Der Koadjutor Erzbischof von Lusaka, Telesphore Mpundu (57), erklärte in einem Interview, daß Armut und Aids noch immer die größten Herausforderungen für die Kirche in Zambia darstellten. Angesichts der hohen Zahl von HIV-Infizierten drängte der Erzbischof zu sexueller Enthaltsamkeit. „Als Kirche sind wir von der Bibel inspiriert.“ Statt Sex empfiehlt der Bischof die eheliche Vereinigung in der monogamen Ehe. Abgesehen von der Sorge um infizierte Menschen müsse auch gegen ihre Diskriminierung gekämpft werden. Zambia, ein Staat im Süden Afrikas, ist der AIDS-Brandherd des Kontinents. Laut Schätzungen ist dort jeder fünfte Erwachsene mit dem tödlichen Virus infiziert.

Katholische Klagemauer für Pastoralreferenten

Deutschland. Auf die Einsparungen der Diözese Aachen (Nordrhein Westfalen) hat die katholische Gemeinde Würselen bei Aachen mit heftigen Protesten reagiert. Die Pfarrei soll mit 200.000 Euro weniger auskommen als im Vorjahr. Um ihrem Unbehagen Ausdruck zu verleihen und in einen Dialog mit der Bistumsleitung zu treten, haben die Pfarrangehörigen vor dem Kirchenportal eine Klagemauer als „Mahnmahl“ und „Ort des Protestes“ errichtet. Dort können bis Weihnachten „Sorgen und Hoffnungen über die Situation der Kirche“ geäußert werden. Diese sollen der „Bistumsleitung“ übergeben werden. Insbesondere wird auf die kostspielige Fortführung der Ausbildung und Anstellung von Pastoralreferenten gedrängt.
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