Eine wachsende Anzahl von gebildeten italienischen Frauen schmeißt die hohen Absätze und Lippenstifte weg und nimmt in geschlossenen Klöstern den Schleier.
(kreuz.net, Rom) 550 Frauen haben in diesem Jahr den Entschluß gefaßt, sich in ein römisches Kloster
zurückzuziehen.
Das berichtete die britische Tageszeitung ‘Telegraph’ am Montag.
Vor zwei Jahren waren
es noch 350 Eintritte. Diese Zahlen wurden bei einer Veranstaltung bekanntgegeben, die von der ‘Union
der italienischen Ordensoberen’ und dem römischen Vikariat organisiert wurde.
Das römische Vikariat
ist die Bistumsverwaltung der Diözese Rom, deren Bischof der Papst ist. Der römische Kardinalvikar Camillo
Ruini ist aber der de-facto-Diözesanbischof.
Die meisten der 7.500 Nonnen, die in Italien in geschlossenen
Klöstern leben, stammen traditionell aus der mittelitalienischen Region Marche.
In dieser Gegend befindet
sich auch der weltberühmte Wallfahrtsort Loreto, wohin Engel das Haus von Nazareth getragen haben.
Bis
vor kurzem waren die Frauen, die in römische Klausuren eintraten, häufig Mädchen aus der Dritten Welt
mit relativ einfacher Schulbildung.
Jetzt sind die Postulantinnen vermehrt Italienerinnen mit Universitätsabschlüssen.
„Diese Frauen kommen zur Einsicht, daß das, was die Welt ihnen bieten kann, nicht alles ist,“ erklärte
Sr. Pieremilia Bertolin, die Generalsekretärin der ‘Union der italienischen Ordensoberen’.
„Diese Frauen
beginnen mit ihren eigenen Köpfen zu denken und schlucken nicht einfach, was ihnen die Werbung vor die
Füsse wirft.“
Freilich ist die Trennung von der Welt in einem kontemplativen Kloster nicht mehr ganz
so streng wie früher. Es gibt heute auch hinter Klostermauern oft die Möglichkeit, über Telephon und
Internet mit der eigenen Familie in Kontakt zu bleiben.
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5 Lesermeinungen
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#5 Athanasius 13:08:57 | Donnerstag, 1. Dezember 2005
Leider… …muss ich aber schlussfolgern, dass die „steigende Anzahl von Eintritten“ nicht die Bilanz
aus dem Negativen holen kann, denn es gibt (immer noch!) verspätete Austritte sehr alter Klosterschwestern
und vor allem durch Sterbefälle dünnen die Klöster aus. In der heutigen Verwirrung inmitten von Technik
und Politik treten natürlich viele ein: das soll uns freuen, aber nicht die Augen verschliessen lassen
vor die Realität. Die Realität ist, dass seit Vatikanum II. die Klöster erlöschen sind und die wenigen
die noch weiterleben leider sehr oft unter dem Modernismus leiden und diesem folgen. Dennoch gibt diese
kleine positive Entwicklung Hoffnung, denn es gibt noch immer Berufene! Aber bitte zur Realität halten
und nicht dem neokonservativen „Neuer Frühling-Vaticanum-2-ismus verfallen. Noch immer schliessen die
Klöster.
#4 Benedikt 10:35:14 | Donnerstag, 1. Dezember 2005
@ Doritta So ein Eintritt sollte auf jeden Fall mehr als sorgfältig überlegt werden! Da haben Sie recht.
Es ist aber nicht so, dass eine Neueingetretene gleich am ersten Tag die ewigen Gelübde ablegt. Das dauert
uU Jahre. In dieser Zeit hat man wahrlich genügend Möglichkeit, über seine Berufung nachzudenken.
Die Faszination echt katholischer Klöster chancel_screen schrieb: Schade, dass sich scheinbar sonst niemand
für das Thema interessiert. Ist wohl zu „banal“ für die kopflastige, intellektuelle kreuz.net-Gemeinde.
Dabei folgen diese Frauen nur ihrem Herzen, ihrem Instinkt, wenn Gott ruft. Darauf kommt es an. Doch,
der Artikel ist sicherlich erfreulich. Er ist nicht zu banal. Übrigens sollte jeder von Gott Berufene
keineswegs nur dem Herzen folgen, sondern diesem in Einheit mit dem Verstand. Ich hielt mich zurück,
weil der Artikel mir nichts ungewöhnliches darstellt, da ich jede Woche mehrere Male die Freude habe,
ein zum Werk Erzbischof Lefebvre gehörendes und gut gedeihendes Nonnen-Kloster der Tradition zu bewundern:
es sind überwiegend junge Schwestern, alle voll katholisch, entsprechend in Tracht, erfüllt mit brennender
Liebe zu Jesus Christus, der Jungfrau Maria und Seiner ewigen Kirche. Entsprechend gibt es Neuberufungen.
Es ist ein großer Segen für die ganze Gegend. Das einzige traurige ist – natürlich nur aus Sicht der
Zurückbleibenden – , wenn jedes Jahr Nonnen nach ihrer Ausbildung in die Missionswelt geschickt werden,
um die tapferen Priester der Bruderschaft durch Gebet und Arbeit zu unterstützen; dies ist das Hauptziel
der – juristisch von der FSSPX unabhängigen – Schwesternschaft. Doch, ich habe erfahren dürfen, was
ein wahrhaft katholisches Nonnen-Kloster ist. Mögen viele solche auf der Welt entstehen und das Evangelium
verkünden helfen. St. Marcel, bitte für Deine Werke und für uns!
Klosterleben Schön, wenn man sich wirklich berufen fühlt. Aber warum sind es plötzlich so viele Frauen?
Vielleicht möchten sie von den Modediktaten und anderen, nicht immer erfreulichen Anforderungen des Lebens
Abstand nehmen. Aber zeichnet sich nicht hier womöglich auch ein Modetrend ab? So ein Eintritt sollte
auf jeden Fall mehr als sorgfältig überlegt werden!
#1 chancel_screen 22:15:53 | Mittwoch, 30. November 2005
Faszinierend (aber scheinbar nur für mich) Gelegentlich bringt kreuz.net auch erfreuliche Berichte. Dieser
gehört sicherlich dazu. Warum ausgerechnet in Italien? Hoffentlich macht das Beispiel Schule. Ich bete
für jede Frau, die diesen Entschluß fasst. Schade, dass sich scheinbar sonst niemand für das Thema
interessiert. Ist wohl zu „banal“ für die kopflastige, intellektuelle kreuz.net-Gemeinde. Dabei folgen
diese Frauen nur ihrem Herzen, ihrem Instinkt, wenn Gott ruft. Darauf kommt es an.